SONY TC-645 justieren - NORMAL oder SPECIAL?
Bei der Überbrückung C318 zur Kathode habe ich Vollausschlag am VU-Meter (0 dB am Eingang, wie die ganze Zeit). Nehme ich 5 dB weg, dann zeigt es +0,2 VU an.

Ich werde jetzt den Poti auslöten und ersetzen...
Zitieren
Wieviel ist denn bei dem Teil Vollausschlag ?

Vielleicht haben die Potis das Verstellen nach der Verstärkungserhöhung bei "Special" nicht vertragen.

MfG KaI
Zitieren
So, jetzt habe das alte Potentiometer ausgelötet und "umgedreht", so dass jetzt die andere "Bahn/Strecke" benutzt wird. Das Regeln geht jetzt - von -12 VU bis + 3 VU. Wobei am Ende (Bereich ab 0 VU wieder starke Kontaktprobleme auftretten). Ich vermute, dass durch das mehrmalige Justieren (endlos würde meine Frau dazu sagen), der Bereich einfach kaputt gegangen ist. Daher hat es am Anfang funktioniert, irgendwann nicht mehr.

Gleich teste ich auch den anderen Kanal, ich denke aber, da habe ich auch zu viel "gedreht"...

Ich habe Dir (Euch) so viel Arbeit damit gemacht...
Zitieren
Wenn's für'n guten Zweck is, macht das nix Big Grin
Vielleicht kann ja der eine oder andere Leser davon auch noch was mitnehmen...

MfG Kai
Zitieren
Bevor es Klaus macht, zitiere ich es lieber selbst...

Studio City,'index.php?page=Thread&postID=263012#post263012 schrieb:
Klaus60,'index.php?page=Thread&postID=262977#post262977 schrieb:Moin,
ich frage mich als Laie ob bei einem 40 Jahre alten Trekker eine 1000% tige "pingelige" Einmessung überhaupt noch machbar ist, ich denke da mal an die uralten Elkos, Potis und
Verschleiss von Bandführung und Köpfe etc. ? Ich freue mich bei meinen Maschinen schon wenn HB mit VB so gut wie identisch ist..das würde mich mal wirklich interessieren.

Gruß Klaus60

Hallo,

ja, das ist machbar - wenn man Trimmer und gelegentlich Bandführungen ersetzen kann.

Lieber Gruß
Zitieren
Hättest Du die Lust nachzusehen, ob man mit einfacher Manipulation - also, keine PC-gesteuerte BIAS, bei der TC-645 machbar ist? Bei den Cassetten Decks geht das mit Widerständen ganz einfach.

Wo findet man jetzt Ersatz-Trimmer mit diesen großen Pin-Abständen?
Zitieren
Studio City,'index.php?page=Thread&postID=263123#post263123 schrieb:ob man mit einfacher Manipulation - also, keine PC-gesteuerte BIAS, bei der TC-645 machbar ist?
Ich habe nicht mitbekommen, worum es geht. Der Bias ist bereits mit C127 & C227 einstellbar.
Den Frequenzgang optimiert man nicht mit dem Bias sondern mit angepaßter Entzerrung. Mit dem Bias stellt man den gewünschten Kompromiß von Aussteuerbarkeit und Rauschpegel ein.

Studio City,'index.php?page=Thread&postID=263123#post263123 schrieb:Ersatz-Trimmer
Für R327 & den anderen ? Trimmer gibt es in vielen Bauformen von ganz klein bis ziemlich groß bei den einschlägigen Händlern und Restposten-Anbietern.

MfG Kai
Zitieren
Ich habe es BIAS genannt, weil es bei den Cassetten Decks so genannt wird. Dabei dachte ich nicht an einer Entzerrung für jede Normfrequenz, sondern nur daran, dass man den REC LEVEL (bei 400 Hz) und die 10 kHz je nach Bandsorte einstellen kann - ohne die Maschine aufzumachen.

Bei vielen SONY Cassetten Decks ist das gut gelöst - TC-K81 oder TC-K777. Es muss aber jetzt nicht mit einem internen Generator sein. Aber wenn Du Lust hast, dann wäre ich damit einverstanden :-)
Zitieren
Nabend,

das schöne und wirklich interessante sind ja die Dinge die nicht im Servicemanual stehen und die lernt man hier im Forum, ist immer wieder beeindruckend thumbup
Gruß Klaus
Zitieren
Hallo Studio City,

Kai hat schon Recht - mit dem Bias-Regler stellt man den Vormagnetisierungs-Strom ein, und mit einem möglicherweise vorhandenen Regler für die Aufnahme-Entzerrung (z.B. Rec EQ) wird der Frequenzgang optimiert. Das ist bei den Cassettendecks, die Du vermutlich meinst, technisch auch nicht anders.

Du vermischt zwei eigentlich unabhängige Dinge... und daran ist wiederum die Einmess-Prozedur an Sony-Cassettendecks nicht ganz unschuldig. Dort wird nämlich einfach ein tiefer und ein hoher Ton stellvertretend für den ganzen Frequenzgang gemessen, und dann mit dem Bias-Regler auf gleichen Pegel gebracht. Bei den besseren Modellen gibt es zwar noch besagten "Rec EQ"-Schalter - aber dass dieser eigentlich eine ganz andere Wirkung als der Bias-Regler hat, sieht man der Anzeige am Einmess-Computer leider nicht an.

Den Bias- als Höhenregler "zu missbrauchen" funktioniert deswegen, weil die Empfindlichkeit für hohe Töne stark von der Vormagnetisierung abhängt. Das siehst Du z.B. in den Datenblättern der Bänder, hier am Beispiel LPR 35 bei 9.5 cm/s:

   

Die S10-Kurve zeigt, wie die Empfindlichkeit für 10 kHz mit zunehmendem Bias stark absinkt, während die für 315 Hz viel kleinere Änderungen macht. Damit wird der Bias-Regler auch zu einem Höhenregler, und diesen Effekt benutzen viele Cassettendecks, und auch viele Heimtonbandgeräte, z.B. die ASC 5000.

Der RecEQ verändert jetzt die Anhebung der hohen Frequenzen bei der Aufnahme - also effektiv den Abstand der gezeigten Kurven zueinander, und damit nur den Frequenzgang. Der Bias-Regler dagegen hat dies nur als Nebeneffekt, und wirkt gleichzeitig noch auf den Klirrfaktor (THD) und die Aussteuerbarkeit (MOL und SOL):

   

Hilft das?

Viele Grüße
Andreas
Zitieren
Dann könnte man ja theoretisch die Entsprechenden Potis mit Kabel nach aussen verlegen und so seine Aufnahmen optimal an jedes Band anpassen :whistling:
Zitieren
Meine Rede Smile ... und es gibt sogar Bandgeräte, die das elektronisch und vom Rechner ferngesteuert können 8)

Grüße
Andreas
Zitieren
Das mit dem "Missbrauch" des BIAS bei den SONY Tape Decks hatte ich geahnt - ich fragte mich immer, warum die 400 Hz bei der Aufnahme leicht zurück gehen, wenn man etwas zu viel Höhen haben wollte und den BIAS-Regler zu viel nach links gedreht hatte. Jetzt, viele Jahrzehnte später, weiß ich es. Das Tape Deck habe ich neben mir stehen - nutze es gelegentlich wegen der schönen VU/Peak-Anzeige und auch als Kopfhörerverstärker.

Bei der TC-645: kann man die Höhen leicht anpassen je nach Bandsorte OHNE den BIAS dafür zu missbrauchen? :-) Ich muss aber sagen, dass bei jeder SONY-Maschine, egal ob Band oder Kassette die Prozedur genau so aussieht - 400 Hz zu 10 kHz gleich einpegeln mit dem BIAS-Strom, dann passt der Frequenzgang. Eigentlich funktioniert das gut.

Mein Problem bleibt nach we vor bestehen und zwar:

Egal, ob ich bei NORMAL das Messband abspiele und danach die 400 Hz und 10 kHz einstelle oder das alles auf SPECIAL mache. Bei Aufnahme habe ich im rechten Kanal bei 10 kHz +3-4 dB - bei richtig eingestelltem BIAS (max. Pegel bei 400 Hz und eventuell ein wenig nach recht gedreht). Wenn ich den BIAS-Kondensator ganz nach rechts gedreht habe (bis zum Anschlag), dann passt es einigermassen, 400 Hz VB/HB 0 dB Unterschied, 10 kHz VB/HB >+0,5 dB. Das hätte ich gerne auf 0 dB.

Beim linken Kanal gelingt eine perfekte Einmessung.
Ich glaube mittlerweile, dass irgendwas im rechten Kanal die Höhen viel zu stark bei der Aufnahme anhebt. Aber was?

Und dann noch die Frage: nach SM sollte man in der NORMAL Position die Wiedergabe justieren. Bei den PER-368 und 528 muss man aber auf SPECIAL die Aufnahme machen, das geht nicht anders und ist korrekt so. Hatten wir schon besprochen.

Wie soll ich es jetzt machen? Mit dem Messband auf NORMAL einstellen oder auf SPECIAL?
Und was mache ich mit der starken Höhenanhebeung im rechten Kanal?

Wenn ich nicht bald damit fertig werde, muss ich ins Hotel ziehen - vorübergehend oder gar dauerhaft...

Gruß,
Perer
Zitieren
Wie schon mal vorgeschlagen, solltest du zur Klärung die Aufnahme-Entzerrung beider Kanäle ausmessen. Dazu gibst du Test-Signale auf den Line-in und mißt die Spannung hinter Q101 "oben" an R126 (bzw Q201 und R226). Wenn du davon Plots erstellst, kannst du erkennen, ob es Abweichungen zwischen den beiden Aufnahme-Entzerrern gibt, die deine Beobachtungen erklären können. Falls nicht, liegen die Unterschiede dahinter (Bias-Traps bis AK).
Die Stärke der Höhen-Anhebungen wird bei 19 cm/s bestimmt durch C118 (Spezial) und C119 (Normal), bei 9.5 cm/s durch C120 (Spezial) und C121 (Normal). Verkleinerung der Kondensatoren verringert die Höhen-Anhebung bei 10 kHz, allerdings nicht die maximale Anhebung bei der Resonanz-Frequenz mit L101. Die maximale Anhebung bei Resonanz kann man durch Erhöhen von R124 verringern. Das wirkt sich aber zunächst wenig bei 10 kHz und darunter aus. Es macht vornehmlich die Resonanz platter.
Eine Pegel-Korrektur zwischen Spezial und Normal wird mit den Widerständen R123 (19cm/s) und R126 (9.5 cm/s) bewirkt: Die Verstärkung wird im mittleren Bereich um etwa 1 dB angehoben. Kleinere Widerstände bewirken größere Anhebung.

MfG Kai
Zitieren
OK, dann gehe ich so vor und mache eine Grafik... Danke schon mal.
Soll ich danach auf NORMAL die Wiedergabe einstellen, so wie SM oder auf SPECIAL?
Zitieren
OK, gemessen. Ab 400 Hz bis 18 kHz. Die höchste Abweichung zwischen Q101 und Q201 liegt unter 0,09 dB. Meistens weniger als 0,05 dB. Ich messe da ca. 0,255 V bis 6 kHz und dann 0,280 V bei 16 kHz. Ich würde sagen, alles gut.
Zitieren
Studio City,'index.php?page=Thread&postID=263179#post263179 schrieb:alles gut.
? Hattest du nicht von 3-4 dB zuviel Höhen im rechten Kanal berichtet ?
Wenn du sicher bist, die Wiedergabe-Seite für Bezugsband bestens eingestellt zu haben, die Aufnahme-Entzerrungen im Rahmen der Toleranzen auch ok sind, muß etwas irgendwo im Bereich Bias-Traps, Bias, Kopf-Umschaltung, Aufnahmekopf "nicht gut"/"des Guten zuviel" sein.

Kai
Zitieren
gemessen direkt an Q101:

1 kHz
B: -9,74 dB
E: -9,7

10 kHz
B: -9,46 dB
E: -9,4

gemessen direkt an Q201:
1 kHz
B: -8,76 dB
E: -8,7

10 kHz
B: -8,53 dB
E: -8,45

C-Werte: unter -55 dB (beide) / korrigiert


Ja, die 10 kHz nimmt er ca. 3-4 dB bei optimalen BIAS zu stark auf. Auf der Wiedergabeseite ist alles korrekt - da bin ich mir sicher.

PS. Ich musste die Werte soeben korrigieren. Sorry.
Zitieren
Was soll 55 dB sein ?
Der Pegel am Ausgang (am rechten Ende von C122) liegt bei 10 kHz etwa 4.3 dB über dem mittleren Niveau (400 - 1000 Hz) bei 19 cm/s mit Spezial.
-11.7 dB + 4.3 dB = -7.4 dB (nix 55 dB)

MfG Kai
Zitieren
Ich glaube, ich muss für heute aufhören. Am Colector beider Transistoren habe ich -, nicht +, sorry, also -55 dB (Input 0,25 V, Output 0,775 V = 0 dB). Aber das war ohne Band - so habe ich das verstanden. Sollte ich bei AUFNAHME messen?
Zitieren
Wozu Band ?
Signal bei Line-in rein und hinter dem Trennkondensator am Collektor von Q101 messen. Wenn der seine Betriebsspannung nur bekommt, wenn auf Aufnahme geschaltet ist, dann mußt du eben auf Aufnahme schalten. Wenn der Zweig immer 24 V bekommt, dann geht es auch ohne.
Da müssen aber eben ein paar dB mehr sein am oberen Audio-Ende als am Emitter. Bei 20 kHz sagt die Simulation ca. 11 dB mehr an, also ca 0 dB , wenn am Emitter nur -11 dB sind.

MfG Kai
Zitieren
OK, warte, ich messe
Zitieren
Ich glaube, ich soll besser Schluß machen bevor ich irgendwo einen Kurzschluss mache. Spielt es eine Rolle, ob ich Minus oder Plus-Leitung an der Masse habe??
Zitieren
Ich habe eben im Service Manual die Pegel-Diagramme gefunden im Abschnitt 4.1, das ist Seiten-Nr. 21, aber pdf-Seite 16, oben.
Da steht für -10 dB am Line-in (0.25V) -13 dB an der Basis von Q101 und nur -32 dB vor dem Bias-Trap.
Das heißt, der Collektor ist recht nieder-ohmig belastet und wirkt ähnlich wie eine Strom-Speisung.
Ich habe dagegen ohne diese Last gerechnet, weil die Schaltung keine Daten des AK enthält.
Deshalb sieht in der Simulation der Collektor nur die 10 kOhm von R126 als Last und kommt dann auf einen wesentlich höheren Ausgangspegel.

MfG Kai
Nachtrag: plus/minus Anschluß spielt bei AC-Messung nie eine Rolle
Zitieren
Meine Kopie des SM ist so schlecht, dass man die Leiterbahnen nicht sehen kann. Das nervt mich, weil man es auch ständig anders drehen muss am Bildschirm, damit es mit der Position der Platine im Gerät übereinstimmt.
Morgen mache ich es mir etwas bequemer und vergleiche dann beide Kanäle noch einmal.

Ich vermute das Problem irgendwo zwischen dem AK und dem Q101.

Gute Nacht und vielen Dank für Deine Unterstützung bisher.

PS. Soll ich doch letztendlich auf NORMAL die Wiedergabe justieren?
Zitieren
Guten Morgen!

Ich habe jetzt von vorn angefangen.

1. Mit Messband bei NORMAL eingestellt - 400 Hz und 10 kHz nach Spezifikation. Top.
2. Auf SPECIAL umgeschaltet und 400 Hz am Eingang (0 dB) - den BIAS auf max. Level eingestellt, mit dem REC ADJ ganz fein justiert: VB/HB kein Pegelunterschied.
3. 10 kHz am Eingang
- beim linken Kanal entspricht die BIAS-Einstellung auch das Optimum: VB/HB: absolut kein Pegelunterschied (PER 368)
- beim rechten Kanal habe ich eine Anhebung von 3,52 dB.

Ich komme da nicht weiter...
Zitieren
Hallo,

deine letzte Beschreibung vemittelt den Eindruck, daß du als Einstell-Kriterium für den Bias die Gleichheit von Vorband- und Hinterband-Pegel verwendest.
Das wäre völliger Unsinn. Die Pegel sind völlig irrelevant. Wenn das jetzt kein Mißverständnis ist, mußt du dich wohl erstmal informieren, wie üblicherweise Bias eingestellt wird.

Was den Frequenzgang-Unterschied betrifft, steht wohl noch die Überprüfung bis zu einem 100 Ohm Fußpunkt-Widerstand im Masse-Anschluß beider Aufnahme-Kopf Wicklungen aus.

MfG Kai
Zitieren
Hallo,

ich mache das nur so, wie es SONY empfehlt. Die Gleichheit von Vorband- und Hinterband-Pegel (sowie 400 Hz als auch 10 kHz auch zu einander) ist quasi nur ein Nebeneffekt davon. Oder nicht?
Dann messe ich jetzt an dem AK.

Gruß
Zitieren
Ich habe kurz in Service Manual geblickt und war etwas erstaunt. Wiedergabe EQ lässt sich einstellen, bei Aufnahme geht nur Bias und Pegel. Bei 19 cm/s ist laut SM bei 12,5 kHz ein Abweichung von +/- 3 dB gegenüber 1 kHz zulässig. D. h., auch eine richtig eingestellte Maschine darf (laut Hersteller) ordenliche Abweichungen zeigen.

Probleme können auch durch verschmutze Schalter/Kontakte auftreten: Vom Eingang bis zum Ausgang gibt es derer viele. EQ-Umstellung bei der Geschwindigkeit, Bandtyp, Tape/Source, Potis. Ich hatte mal eine GX-230D, die sich erst einmessen ließ, nachdem ich die Schalter zerlegt und gereinigt hatte.

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
Zitieren
Danke niels,

die Toleranzen habe ich auch früh genug gesehen und bei meinem Wahn bewusst "ignoriert". Bei der Toleranz wäre das Gerät ohne meine Intervention perfekt eingestellt gewesen. Vielleicht soll ich mich damit zufrieden geben und Euch hier nicht verrückt machen. Ich dachte aber, wenn es links geht, dann müsste es auch rechts gehen.

Ich vermute langsam auch mechanische Kontaktprobleme.

An dem AK mit 100 Ohm Widerstand zur Masse habe ich

Linker Kanal
BIAS low: 18,0 mV
BIAS high: 19,3

Rechter Kanal:
BIAS low: 17,0 mV
BIAS high: 18,5

mit einer sauberen Sinuswelle von 170 kHz.
Zitieren
Hallo in die Runde,

es läuft alles perfekt. Ich möchte aber sicher sein, bevor ich hier das Problem und die Lösung finalisiere. Ein kleiner Hinweis: die 4 dB Pegelunterschied und das VU-Problem.
Ich muss noch etwas tun, dann fasse ich alles zusammen.

Grüße
Zitieren
Hier das Fazit nach der Intervention:

Ich hätte beide EQ-Trimmer nach der ersten Auffälligkeiten ersetzen sollen. Beide haben an der Kontaktstelle Pin zur Kohleschicht zu hohen Widerstand, so dass selbst bei voller Umdrehung (für 0 Ohm) immer noch einen hohen Wert da ist und deswegen die Anzeige immer nur bis ca. -5 VU und nicht mehr eingestellt werden konnte. Danke an kaimex für den Hinweis!

Das 2. Problem ist eins von den Messbändern gewesen sein. Auf einer ½-Spur Maschine zeigt es keine Auffälligkeiten – alles OK (400 Hz, 10 kHz – gleiche Pegel zu einander, auch rechts wie links).
Spiele ich es auf der TC-645 ab, dann habe ich auf dem R-Kanal (10 kHz) ganze -4,6 dB Differenz zu L-Kanal. Bei 400 Hz kann ich keinen Unterschied feststellen. Spiele ich es auf einer anderen ¼-Spur Maschine ist die Differenz aber nur -1,3 dB und nicht -4,6 dB. Ich habe keine Erklärung dafür, beide Maschinen nahezu identisch eingestellt. Mit einem anderen Messband vom Kumpel gibt es keine Pegelunterschiede – an beiden ¼-Spur Geräten nicht!

Ich hatte mit dem EQ-Trimmer anfangs beide Kanäle auf gleichem Pegel justiert – also fälschlicherweise 4,6 dB zu viel bei 10 kHz. Das war auch das Problem bei der Aufnahme und Wiedergabe. Auch durch den „Missbrauch“ des BIAS gelang eine Absenkung nicht.

Die Suche nach einem Fehler in der Elektronik war folglich nicht zielführend, aber dennoch ein interessantes Lehrstück für mich. Ich hoffe, kaimex ist nicht sehr sauer, da er schon mal gefragt hatte, ob im Wiedergabeteil alles OK ist und ich mit JA antwortete. Danke an alle für die Hinweise und Tipps!

Das Ganze hat damit angefangen, dass ich den R-Kanal etwas zu schwach fand… Dennoch würde ich gerne erfahren, ob man mit einfachen Mitteln eine Anpassung des HF-Pegels bei verschiedenen Bandtypen machen könnte.
Zitieren
Hallo,

wenn man hier im Forum mitliest, bekommt man mit (auch wenn man selbst kein 2-Spur-Gerät hat) daß es 2-Spur-Systeme mit unterschiedlich breitem "Rasen" zwischen den Spuren gibt. Möglicherweise ist eines deiner Meßbänder auf einem 2-Spur-Gerät mit breiterem Rasen aufgenommen worden, so daß im rechten Kanal auf 4-Spur nicht der ganze Spalt "abgedeckt" wird.
Mit einem Vollspur-Bezugsband wäre das nicht passiert.

Bei
http://www.asc6000.de/shop-service.htm#s...asregelung
drittes Bild von oben, kannst du sehen, wie jemand eine AS6000 auf Bias-Wahl für verschiedene Bandsorten umgerüstet hat. Nach dem gleichen einfachen Prinzip kann man das auch bei deinem Gerät machen.

MfG Kai
Zitieren
Hallo Kai,

Ich weiß, dass wenn man Stereo Aufnahme (ob jetzt mit 2,75mm Spurbreite oder weniger) beim Abspielen auf 1/4-Spur mit Verlusten im rechten Kanal verbunden ist. Das habe ich auch schon die ganze Zeit im Verdacht gehabt. Aber dann sollte ich auch bei 400 Hz einen niedrigeren Pegel rechts messen, was aber nicht der Fall war.

Auf dem Link sehe ich nur Bilder. Wo würdest Du denn die Trimmer bei der TC-645 anschliessen?

Gruß,
Peter
Zitieren
Guck dir im Schaltbild deines Gerätes an, wo die Bias-Trimmer (variable Kondensatoren) sitzen. Die mußt du nur für jede Bandsorte vorsehen und umschaltbar machen.
Der Nachteil ist, daß mindestens eine Leitung an HF mit hoher Spannung liegt. Das kann unangenehme Nebenwirkungen haben, wenn keine kompakte abgeschirmte Verdrahtung möglich ist. Insofern ist indirektes Schalten mit Relais vorzuziehen.

Hier noch eine Illustration aus AGFA-Schallspeicherung:
   
Der Pegel von 400 Hz und 10 kHz müßte nicht gleich sein, weil der nicht abgedeckte Spaltteil mehr vom 400 Hz Signal "sieht" als vom 10 kHz Signal. Ob das zur Erklärung für den beobachteten Unterschied ausreicht, müßte man nachrechnen.

MfG Kai
Zitieren
Boooh ne menge Hoz für das bisschen Hardware :whistling:

Da würde ich den Microfonlevel Regler ausbauen und da ein passendes Poti mit Knopf einbauen und es dann per Kabel anstatt des Potis auf der Platine betreiben, wäre ja dann stufenlos..es sei denn man benutzt Micros dann müsste das Poti woanders hin wacko Natürlich wenn nur am BIAS gedreht werden muss

LG Klaus60
Zitieren
Das ist echt zu viel Aufwand, zudem ja das Gerät nicht nagelneu aus der Fabrik kommt um es als Messreferenz für diese Übung zu nutzen...

Du hast geschrieben, man soll nicht den BIAS-Strom für EQ-Zwecke "missbrauchen" - so, wie SONY das ja bekannterweise macht. Daher dachte ich, dass man mit Widerstände (am besten stufenlos für je Band und nicht nur Bandsorte) etwas machen könnte. Bei dem Tape Deck SONY TC-K81 ist auch ein Potentiometer mit der Bezeichnung BIAS vorgesehen. Es werden damit aber beide Kanäle gleichzeitig geregelt.
Zitieren
Bei den meisten Geräten werden variable Kondensatoren verwendet zur Bias-Einstellung. Das hat zwei Gründe:
1. sie verbrauchen keine Energie des HF-Oszillators. Nimmt man Widerstände, muß der HF-Oszillator Reserven haben, um die in den Widerständen verheizte Leistung aufzubringen.
2. Widerstände lägen für Audio-Frequenzen parallel zur Induktivität des Aufnahme-Kopfes, weil quell-seitig der induktive Widerstand des Oszillator-Trafos bei Audi-Frequenzen vernachlässigbar ist. Folglich fließt ein frequenz-abhängiger Teil des "Aufsprechstroms" durch den variablen Widerstand statt durch die Spule.
Bei der AS5000 hat man aus dem letzten Grund für die Bias-Einstellung einen Spannungsteiler aus Serien-Induktivitäten und Widerständen vorgesehen, obwohl man normalerweise versucht, Spulen zu vermeiden.
Man kann Bias indirekt über ein Poti einstellbar machen und trotzdem über Serien-Kondensatoren einkoppeln, wenn man die Bias-Spannung über einen gesteuerten Verstärker erzeugt oder einen zweiten HF-Oszillator verwendet, dessen Betriebsspannung man einstellt. Die HF-Spannung ist über einen großen Bereich direkt der Betriebsspannung proportional. Solche Lösungen gibt es in Profi-Geräten.

MfG Kai
Nachtrag: Gelegentlich spricht noch ein dritter Punkt für die Verwendung von C-Trimmern zur Bias-Einstellung: Wenn die AK-Induktivität und die Löschfrequenz so gewählt wurden, daß in dem üblicherweise eingesetzten C-Bereich von eingen 10 bis 100 pF Serien-Resonanz hergestellt werden kann und dabei die Schwingkreis-Güte infolge der an der Spule wirksamen Verlustwiderstände noch größer als 1 bleibt, so kann an der Spule eine höhere HF-Spannung erzielt werden, als an der Quelle verfügbar ist.
Zitieren
Danke Kai, deine Beiträge sind wie immer sehr lehrreich Smile
LG Klaus
Zitieren
Wenn man die Drehpotis mit Kabeln an die Gehäusewand anbringen würde: Würden die Kabel irgendwelche Probleme bereiten? Diese sollten natürlich nicht superlang sein, aber einige cm kommen da schon an Länge zusammen.

Gruß

Nelson
Zitieren
Ich könnte mir vorstellen das die Kabel nicht zu dünn sein sollten und evtl. abgeschirmt.. :whistling: Sind zwar alles Luxusproblemchen aber dennoch spannend

LG Klaus
Zitieren
Das Thema hatten wir eigentlich schon, ich muss aber noch einmal zurück... Ich habe jetzt ein Stereo (2 Spur) BASF CCIR Test Tape darauf gespielt. Bei diesem Frequenzgang kann ich mir nicht vorstellen, dass diese SONY nach NAB entzerrt worden ist. Was denkt Ihr?

Hier ein paar Werte:

31,5 Hz : 1,2 dB
63,5 Hz : 1,3 dB
500 Hz : 0,75 dB
1 kHz : 0 dB
4 kHz : 0,24 dB
6,3 kHz : 0,15 dB
8 kHz : 0 dB
10 kHz : -0,4 dB
14 kHz : -1,2 dB
16 kHz : -1,5 dB

Wäre das eine nach NAB entzerrte SONY, dann müssten wir bei 30 Hz -5 dB sehen und bei 10 kHz -2,35 dB - wie hier im Bild.

Ist es denkbar, dass SONY damals Geräte für den deutschen Markt nicht nach NAB, sondern nach IEC1/DIN/CCIR eingemessen und ausgeliefert hat? Weiß das jemand?

Die Service Manuals aus dem Netz kommen aus dem englischsprachingen Raum, vielleicht deswegen steht doch immer "NAB" drin.


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
Zitieren
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=263412#post263412 schrieb:Guck dir im Schaltbild deines Gerätes an, wo die Bias-Trimmer (variable Kondensatoren) sitzen. Die mußt du nur für jede Bandsorte vorsehen und umschaltbar machen.
Der Nachteil ist, daß mindestens eine Leitung an HF mit hoher Spannung liegt. Das kann unangenehme Nebenwirkungen haben, wenn keine kompakte abgeschirmte Verdrahtung möglich ist. Insofern ist indirektes Schalten mit Relais vorzuziehen.

Es gibt den Schalter BIAS Low und High. Wenn man aus den zwei möglcihen Zuständen/Werten eine stufenlose Regelung machen könnte, dann wäre das auch eine Lösung für mich - so ziemlich identisch mit den Lösungen bei den genannten Tape Decks.

Zitat:Hier noch eine Illustration aus AGFA-Schallspeicherung:
[attachment=34106]
Der Pegel von 400 Hz und 10 kHz müßte nicht gleich sein, weil der nicht abgedeckte Spaltteil mehr vom 400 Hz Signal "sieht" als vom 10 kHz Signal. Ob das zur Erklärung für den beobachteten Unterschied ausreicht, müßte man nachrechnen.
i

Wenn ich ein Vollspur Test Band abspiele, dann müsste demnach der rechte Kanal der TC-645 etwas mehr anzeigen - weil, wie Du schreibst, der Spaltteil des WK zusätzlich beidseitig Signal "abbekommt", wogegen der linke, also oben am Rand, nur einseitig (von der Mitte des Bandes) etwas zusätzlich "abbekommt". Könntest Du mir bitte zeigen ich die Pegeldifferenz ausrechnen kann? Gibt es eine Formel dazu?
Zitieren
Der Bias wird mit den Trimmern C127 und C227 eingestellt. Der Schalter "Bias High/Low" legt nur zwei verschieden große Fest-Kondensatoren parallel zur Kopf-Wicklung (S102 mit C125, C126 & C225, C226).
Wenn man eine weitere Bandsorte trimmbar mit Bias versorgen möchte, muß man C127 & C227 duplizieren und zwischen den Gruppen umschalten können. Der Bias-High/Low Schalter ist eigentlich überflüssig, wenn man so verfährt.
Eine andere Möglichkeit, statt für jede Bandsorte ein Paar C-Trimmer und die nötigen Umschalter zu verbauen, wäre je einen Drehkondensator mit Einstellung per Schritt-Motor zu verwenden. Die Schritt-Motor-Steuerung müßte dann nach Wunsch bestimmte Werte "anfahren" können.

Das Prinzip der Berechnung der seitlichen Einstreuung in den Kopfspalt ist beschrieben in "AGFA_Entzerrung.pdf" bzw. AGFA-GEVAERT, Peter van Bommel: "Die Entzerrung in der magnetischen Schallaufzeichnung", 1973, Abschnitt 13.1 (S.44-46).

MfG Kai
Zitieren
Ich schaue es mir an. Vielleicht könnte man aber parallel zu C127 noch einen Drehkondensator verbauen und die Kapazitäten so abstimmen, dass mit dem C127 "grob" eingestellt wird und mit dem zusätzlichen Drehkondensator "fein" nachjustiert werden kann.

Was meinst Du zur TC-645 Entzerrung - wirklich NAB oder doch vielleicht CCIR?

Seitliche Streuung: meinst Du damit das hier im Bild?
Könntest Du, bzw. hättest Du Lust mit einem Zahlenbeispiel die Sache zu erläutern?


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
Zitieren
Hallo,

wenn dir die letzte Messung noch nicht zur Klärung ausreicht, solltest du, wie schon mal vorgeschlagen,
1. den Wiedergabe-Frequenzgang direkt messen ohne Band,
2. die tatsächlich vorhandene Schaltung des WV anschauen, mit der Schaltung laut Manual vergleichen und Unterschiede dokumentieren. Anhand einer Simulation der Schaltung in SPICE kann man dann zusätzlich kontrollieren, wie sich eine solche Schaltung theoretisch verhalten sollte, insbesondere, ob sie sich im Bass-Bereich an CCIR oder NAB orientiert.

Die Ausführungen in dem Abschnitt 13 von v.Bommel enthalten bereits ein ausgeführtes Zahlenbeispiel. Man muß betrachten, welche Spalte es gibt, welche magnetisierten Zonen es gibt, und dann für jeden Spalt die Beiträge der Zonen aufaddieren/integrieren. Ich hab das mal für die beiden Spalte eines 4-Spur-Kopfes und das übliche Vollspur-Bezugsband gemacht, um zu sehen, wie dabei die Bass-Frequenzen angehoben werden.

MfG Kai
Zitieren
Einen wunderschönen guten Abend,

es ist schon eine Herausforderung eine 1/4-Spur Maschine mit einem Vollspur- oder einem Stereo-Messband einstellen zu wollen. Bei der Hitze sowieso.

Ich habe festgestellt, dass es bei der Wiedergabe auf einem 1/4-Spur-Gerät im Vergleich zu einem 1/2-Spur-Gerät zu einer Bass-Anhebung kommt und zwar:

31,5 Hz : +4,4 dB
40 Hz : +2,6 dB
63 Hz : +1,4 dB
125 Hz : +1,1 dB
250 Hz : +0,4 dB

Kann das jemand bestätigen und eine vielleicht eine Erklärung dazu liefern - konstruktionsbedingt oder gewollt nach Norm?

Gab es eigentlich Messbänder für 1/4-Spur-Geräte oder wie hat man damals diese justiert?

Kann mir jemand einen Tipp geben, wie man mit einem Stereo-Messband (IEC1 sehr genau) die kleine SONY justiert? Ich dachte mir, ich lasse das CCIR-Band abspielen, nehme die 500 Hz (es hat keine 400 Hz darauf) als 0 dB und bei 10 kHz pegele ich auf -2,5 dB ein. Dann müsste es nach SONY Service Manual passen -> 400 Hz = 10 kHz.

Ist das ein gangbarer Weg?

Grüße,
P.
Zitieren
Bass-Anhebung gibt es,
wenn du ein n-Spur Meßband mit Bandfluß nach NAB auf einem für CCIR entzerrten n-Spur Gerät abspielst,
wenn du ein 2-Spur oder Vollspur Meßband mit Bandfluß nach xyz-Norm auf einem für xyz-Norm entzerrten 4-Spur Gerät abspielst
wenn die Entzerrung eine nicht Norm-gerechte Bass-Anhebung implementiert.

Der einfachste Weg wäre, jemanden mit super einjustiertem 4-Spur-Gerät passender Norm zu bitten, dir einen Meß-Sweep auf einem Testband aufzunehmen.

MfG Kai
Zitieren
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=263584#post263584 schrieb:wenn du ein 2-Spur oder Vollspur Meßband mit Bandfluß nach xyz-Norm auf einem für xyz-Norm entzerrten 4-Spur Gerät abspielst

Hallo Kai,

das meinte ich eben auch. Was ich erst jetzt gesehen habe, ist, dass SONY für das Einstellen von den 2-Spur Maschinen das Messband SONY J-19-F2 vorschreibt, für 4-Spur wie die TC-645 aber das J-19-F1. Es gibt aber auch Modelle, die einen zusätzlichen WK für 4-Spur-Aufnahmen haben. Bei denen muss es wohl so sein: in 2-Spur justieren, dann hinnehmen, was die 4 Spur Abtastung hergibt. Es würde mich interessieren, ob die F1 eine 4-Spur Aufnahme ist.

Was sagst Du denn zu meiner Vorgehensweise? Nicht gut? Die BASS-Anhebung kann ich eh nicht beeinflussen...
Zitieren
Soviel ich weiß, gab es Bezugsbänder von BASF, MRL, EMTEC etc. nur mit vollem Bandbreite, nicht mit 2 oder 4 Spuren. Laut Internet ist der Unterschied zwischen den zwei SONY-Testbändern nur die Geschwindigkeit: "J-19-F2, is used for azimuth, level, frequency response. Speed 7-1/2 ips, frequency (HZ) 400. J-9-F1 is the same as except for speed, 3-3/4ips."

Gruß

Nelson
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste