A77 Capstan steht still
#1
Bei meiner A77, Seriennummer 54852, hat der Capstan aufgehoert sich zu drehen. Er zuckt nicht mal wenn man die Maschine anschaltet und man kann ihn auch nicht von Hand anwerfen, er ist tot.

An der Steuerplatine (1.077.725) liegen 147 Volt Wechselspannung am Gleichrichter an sowie 25.5 Volt Gleichspannung an R226.

An den drei Zuleitungen zum Capstanmotor liegen jeweils etwa 50 Volt an und ich meine mit der richtigen Phasenverschiebung muesste der Junge sich bewegen!

Aber es dreht sich nix...

Was tun?

Uwe
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#2
Zitat:othello postete

An den drei Zuleitungen zum Capstanmotor liegen jeweils etwa 50 Volt an und ich meine mit der richtigen Phasenverschiebung muesste der Junge sich bewegen!

Was tun?

Uwe
Wie wärs wenn Du versuchsweise den zuständigen Phasenschieber (3,5 My) unter dem linken Wickelmotor mit einer ähnlichen Kapazität überbrückst (Spannungsfestigkeit beachten)?

Bernd
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#3
Oh, meine Messung der drei Capstan Spannungen von vorher war falsch.

Gegen das Nullpotential auf der Platine messe ich fast nichts, auf dem Oszilloskop zeigen sich Spikes, also steile, ganz kurze Spannungsspitzen.

Gegen Masse des Geraetes messe ich die vorher genannten 46 Volt.

Ein anderer Phasenschieberkondensator bringt die Maschine nicht zu Laufen, nicht mal zum Zucken.

Ich bin inzwischen der Meinung, das der Fehler auf der Platine zu suchen ist, aber wo???

Uwe
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#4
Hallo Uwe,
ich weiß nicht mehr, welcher es bei meiner A77 war, aber der Übeltäter war einer der 8 kleinen Transistoren auf der Platine. War sogar für mich als Laie durch einfaches Messen in ausgeschaltetem Zustand zu finden.
Gruß
Heinz
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#5
Habe leider selbst weder Unterlagen noch Maschine, versuch doch mal hier fündig zu werden:

http://www.revoxforum.de/forum/showthrea...77+capstan

Bernd
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#6
Wenn es an den Schaltungen fehlen sollte, selbige findet man hier:

ftp://ftp.studer.ch/Public/Products/

Ansonsten sind gerade auch im Falle der Tonmotorelektronik quer über die Fertigungsserien von A und B77 insbesondere die -ach so hochwertigen- Elkos steter Grund zur Freude seitens später Gerätenutzer; vielleicht hätte Studer gut daran getan, auch noch diese zu fertigen....

Beim Tausch der Elkos sollte auch den Siebkondensatoren gewisse Aufmerksamkeit geschenkt werden; denn selbst wenn diese noch nicht fällig sind, kommen sie über kurz oder lang. Und wenn man die Platine schon in Händen hat....

Schließlich: Welche Elektronik-Version ("diskret mit Schalenkern" oder "mit ICs") besitzt die in Frage stehende A77? Aus dem erwähnten R226 schließe ich, dass du die diskrete Version hast, denn der R226 der IC-Version gehört nur zu einem Kompensationsglied; sollten an diesem Siebwiderstand aber tatsächlich 25 Volt abfallen, riecht das schwer nach einem durchgeschlagenen Siebelko C 212, 250 µ.
Quod erat demonstandum (???), siehe oben.

Hans-Joachim
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#7
Hallo othello,

es muß nicht die Elektronik sein. Ich habe viele Revox-Motoren tauschen müssen weil die Kapstanwelle fest gegangen ist. ( die A77/ B77 liefen immer 24 Stunden durch) Man konnte auch versuchen am Außenläufer zu drehen, es ging nicht. Am Anfang habe ich neue Motoren eingebaut, später aber gelesen das Revox die Motoren auch überholt und dann nur noch solche eingebaut.(ca. 1/2 Preis eines neuen Motors) Bei der Menge die ich zum Überholen eingeschickt habe wurde Revox aufmerksam und bat um einen festgegangenen Motor zur Ursachenforschung.(der wurde dann Kostenfrei rep.) Man kann die Welle zwar ausbauen und die Gleitlager reinigen, und neu fetten/ölen ,aber das hielt nicht lange bei 24h einsatz.
Sollte sich der Außenläufer aber drehen lassen, kann auch einer der beiden 220µF(250µF) Elkos auf dem Schalterprint einen Kurzschluß haben. Der Fehler trat auch öfters auf. Ein Bein so abknipsen das man die Enden hinterher wieder gut zusammenlöten kann , wenn der Motor sich wieder dreht wars der richtige sonst der andere. Die Art der Fehlersuche war nicht so aufwendig, als wenn ich den ganzen Schalterprint ausgebaut hätte um an die Lötstellen zu kommen.

Grüße vom
Soundboss
der ab Januar 2009 zur A77Hs , 3x 4400 Report Monitor und TK46 sowie Tk47 noch eine M15a in sein Pflegeprogramm aufgenommen hat. Nicht zu vergessen 2 Uher CR1600, 1 Uher CR1600TC und die 2 Thorens TD 124 II :-)
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#8
Zitat:Soundboss postete
Sollte sich der Außenläufer aber drehen lassen, kann auch einer der beiden 220µF(250µF) Elkos auf dem Schalterprint einen Kurzschluß haben. ... Ein Bein so abknipsen das man die Enden hinterher wieder gut zusammenlöten kann
Genau diesen Fehler hatte ich auch mal. Alles lief bis auf den Tonmotor...
Und obwohl ich beide besagte Elkos erstmal mit einem Ohmmeter auf Durchschlag getestet hatte, habe ich doch den falschen abgeknipst...
Auslöten ist wirklich mit extremer Arbeit verbunden Wink
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#9
Interessant, welche Wendungen der Zufall erzeugen kann. Am Samstag erst habe ich eine A77, welche mich vorher bereits einiges an Nerven gekostet hat, mit dieser Symptomatik in kundigere Schrauberhände gegeben.

Gruß
Niko
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#10
Na, das ist eine wilde Sucherei!

Ich habe die Platine ausgebaut und den Capstan Motor mal nur an einen externen Stelltransformator sowie an dern Phasenschieber in der A 77 angeschlossen.

Laeuft wunderbar!!


Kaum an die ganze Platine angeschlossen hoert das Wunder sofort wieder auf.


Ich verstehe diese Schaltung mit dem Gleichrichter und dem Leistungstransistor nicht ganz, deshalb hoffe ich mir kann jemand sagen, was ich an der Basis des Q209 messen sollte.

Im Moment messe ich da um die 0 Volt!

Uwe
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#11
Zitat:Oben postete ich schon am 29. Mai u. a. folgendes:
... sollten ...[am R226] aber tatsächlich 25 Volt abfallen, riecht das schwer nach einem durchgeschlagenen Siebelko C 212, 250 µ.
Es wäre nicht verkehrt, zunächst einmal Vorschläge aus kundigem Munde abzuarbeiten, gestellte Fragen zur Präzisierung des Sachverhaltes zu beantworten, ehe man die gesamte Szene kopfscheu macht.

Ansonsten sollen im Betriebzustand über Kollektor/Emitter von Q 209 um 80 Volt anstehen, die beim Anlauf auf 2 Volt zurückgehen, beim Überschreiten der Solldrehzahl aber auf 200 Volt anwachsen können. Diese Werte stehen übrigens in einer Tabelle unterhalb der Schaltzeichnung, die ja nach deinem Bekunden in deinem Besitz ist. Die von mir oben zitierte Ftp-Adresse enthält beste Kopien einer schier endlosen Reihe von (Service-)Handbüchern zu Geräten der Firma Studer in sehr guten und nicht zuletzt redigierten Scans. Manch einer glaubt es zwar nicht, es ist aber so.

Aber schon im Schaltungsheft der A77 findet sich auch ein Oszillogramm vom Ausgang der eingangsseitigen Impulsformerstufe der Tonmotorregelung, das man notfalls durch mechanisches Drehen des Rotors hervorrufen kann, um nachzuweisen, dass der Impulsformer wenigstens grundsätzlich tut, was er soll, um dann die Suche auf Generator- und Leistungsteil der Schaltung beschränken zu können.

Ich denke aber, dass du ein Problem mit C212, bzw. 209, 210 oder 211 hast. Auf jeden Fall verdienen alle diese Kantonisten kontrolliert und als Pfennigartikel ersetzt zu werden.

Zur Tonmotorregelung:
Wie du sicher siehst, fungiert der Gleichrichter recht trickreich nicht nur als Verbindung zwischen der Gleichspannungs- und der Wechselspannungsebene der Tonmotorsteuerung, sondern auch als ein klassischer Gleichrichter, dessen Gleichspannungsseite durch den über den Transistor Q209 'regulierten' Widerstand R227 belastet wird. Durch diese Belastung kommt es zu einem Stromfluss (der 50-Hz-Wechselspannung) durch den Gleichrichter, woran natürlich auch die Primärseite des Gleichrichters und damit der zu regelnde Tonmotor teilnimmt, den man auf diese Art durch eine analoge Gleichspannung beeinflussen kann. Diese Technik baute Studer zum ersten Male in die B62 ein, die damit zur Ahnherrin so mancher Motorenregelung in den Bandgeräten überhaupt wurde.

Hans-Joachim
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#12
Zitat "Es wäre nicht verkehrt, zunächst einmal Vorschläge aus kundigem Munde abzuarbeiten, gestellte Fragen zur Präzisierung des Sachverhaltes zu beantworten, ehe man die gesamte Szene kopfscheu macht."


Lieber Hans-Joachim,

Ich weiss nicht ob obiger Rueffel gerechtfertigt ist, wen mache ich denn kopfscheu??

Ich versuche die Zusammenhaenge zu verstehen und mache Tests soweit mein Wissen und meine Geraete es zulassen und wenn ich Fragen mal (noch) nicht beantworte, dann wohl hauptsaechlich weil ich mir meiner Messungen und Schlussfolgerungen nicht sicher bin.


Aber der Reihe nach.
Ich habe versucht, an zwei verschiedenen Tagen, die von Dir genannten Unterlagen vom FTP Server runterzuladen-ohne Erfolg.
Das mag daran liegen, das ich hier in einer Huette im Wald wohne, mit der Welt durch einen duennen Kupferdraht verbunden und der Server hat sich verabschiedet, bevor diese grossen Dateien runtergeladen waren. Aber ich habe ein Service Manual der A77 sowie die Schaltunterlagen und da steht mehr drin als ich verstehe, es sollte also im Moment genuegen.
Darueberhinaus hat Deine Erklaerung der Wirkungsweise der Motorregelung mit Hilfe des Brueckengleichrichters mir sehr geholfen-sehr elegante Loesung!

Ich habe schon vor ein paar Tagen die in Frage kommenden Kondensatoren ausgewechselt. Allerdings habe ich keine neuen und auch keinen Laden um die Ecke und da kam grosse Unsicherheit auf, denn was ist ein guter bzw. ein schlechter Elko. Alles was ich hier in meinem kleinen Vorratslager habe ist weder gut noch schlecht sondern, so scheint es mir, dazwischen. Mit meinem Roehrenvoltmeter habe ich keinen Elko finden koennen, dessen Durchlasswiderstand groesser als 1MOhm ist und ich weiss nicht, was das der Standard waere.

Der Tonmotor laeuft auch mit den ausgewechselten Elkos nicht.
Das Oszillogramm des Tachos hatte ich uebrigens auch ueberprueft, es sieht zwar nicht so schoen rechteckig aus existiert aber durchaus solange ich wie ein Wilder am Motor drehe.


Nach besserem Verstaendnis der Wirkungsweise der Regelung habe ich den Emitter und Kollektor von Q209 probeweise kurzgeschlossen und siehe da, der Tonmotor laeuft!


Die Basisspannung von Q206 stimmt bei mir nicht.
Ich kann das Rechtecksignal durch die T 201 und die beiden Dioden verfolgen, an der Basis von Q206 messe ich dann ungefaehr 0 Volt und wildes Drehen am Tonmotor erzeugt eine groesser werdende negative Spannung entgegen der im Schaltplan angegebenen +0.8 Volt. Alle anderen Messpunkte sind mehr oder weniger korrekt, wobei ich mich auf den Zustand "Start" beziehe.

Ich habe die beiden Elkos C209 und 210 mehrfach ausgewechselt, wie gesagt ich bin mir meiner Ersatzelkos nicht so sicher. Aber da ich mir ueber die Wirkungsweise der Schaltung dort bei den beiden Dioden nicht im Klaren bin, bin ich mir im Moment ueber den naechsten Schritt auch nicht im Klaren.

Fuer weiterfuehrende Hinweise waere ich sehr dankbar.

Uwe

PS. In meinem ersten Post meinte ich nicht, das ueber R226 25 Volt abfallen, sondern das an R226 25 Volt (vom Netzteil kommend) anliegen.
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#13
hallo othello,

Hast Du schon die Elkos C306/C307 auf dem Schalterprint geprüft? Das war ein oft auftretender Fehler . Im eingeschalteten Zustand wie schon beschrieben ein Bein der Elkos so abknipsen das man es hinterher wieder zusammenlöten kann falls man den falschen erwischt hat. Wenn es der der def. Elko war sollte der Motor wieder anlaufen. Zum einbau eines neuen Elko habe ich dann auch das zweite Bein länger abgeknipst und an den Enden eine Öse geformt in die ich dann die Drähte des neuen Elko zum einlöten stecke.
Richtig einbauen ist nämlich mit viel arbeit verbunden.(der ganze Schalterprint muß ausgebaut werden.)

Grüße vom
Soundboss
(der über 10 Jahre lang Revox A77/B77 rep. hat,)
der ab Januar 2009 zur A77Hs , 3x 4400 Report Monitor und TK46 sowie Tk47 noch eine M15a in sein Pflegeprogramm aufgenommen hat. Nicht zu vergessen 2 Uher CR1600, 1 Uher CR1600TC und die 2 Thorens TD 124 II :-)
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#14
Lieber Uwe,

der Rüffel bezog sich auf die diversen Hochzeiten, auf denen Tänzchen begannen, ohne dass ein begonnenees beendet gewesen wäre. Dies verströmt immer ein etwas merkwürdiges Licht. Doch lassen wir das.

Der Schalenkern bildet mit den Kondensatoren C 205, 206 (und 207) ein Resonanzglied, das auf die bewussten 800/1600 Hz mit entsprechender Genauigkeit (1% tolerierte Werte) abgestimmt ist, also nur in einem recht engen Bereich durchlässig ist. Diesem Resonanzglied ist ein Gleichrichter nachgeschaltet (sowas kennen wir doch, oder?: Ein Diskriminator!!), der das in jenem engen Frequenz- (also Drehzahl-)Bereich angebotene Wechselspannungssignal (also um 800 bzw. 1600 Hz) gleichrichtet und einer reinen Gleichspannungsaufbereitung zuführt (Q 206-209). Nachdem durch die A77 zwei Geschwindigkeiten offeriert werden, muss für die niedrige Drehzahl ein Kondensator parallel geschaltet, der Resonanzkreis also umgestimmt werden, was man (1967!) elektronisch besorgt (kennen wir doch, oder?: So einen elektronischen Schalter gibt/gab es schon in der Nagra III!), indem man das Diodennetzwerk D 201/202 mit einer Gleichvorspannung versorgt und damit den 68 n C 207 zuschaltet. C 208 soll Knackstörungen des Schalters dämpfen, ist für uns also ohne Bedeutung. Folgerichtig betrifft aber die Drehzahljustage über P 201 auch nur die niedrige Bandgeschwindigkeit!

Damit dürften nun die Funktionen der einzelnen Baugruppen einigermaßen klar sein.

Am Punkt B (Kollektor Q 206, BC 108 oder was eben drin ist; das Schaltungsblatt liegt vor, sagtest du) müssen bei stehendem Motor 7,5 Volt DC anliegen, die mit wachsender Drehzahl bis 0,8 Volt DC absinken sollen. Wenn nicht, hast du definitiv falsche Basisspannungen für Q 206 oder der 206 ist durch. Bei falschen Basisspannungen solltest du dir die Gleichrichterdioden D 203/204 ansehen, deren Prüfung ja leichtfällt. Sollte an B noch alles nach Revoxens Mütze sein, musst du eben in der Schaltung weiter nach C und D gehen und zusehen, ob du tendenziell die (Gleich-)Spannungsbewegung so hinkriegst, wie das die Tabelle nahelegt. Die korrekte Tonmotordrehzahl bekommt man mit der Hand ja ohnehin (selbst als 'Wilder') nicht auf die Reihe.

Solltest du alle Elkos nach Soundbossens und meinen Vorstellungen untersucht und als einwandfrei befunden haben, muss auf dem jetzt geschilderten Wege irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugehen, sofern nicht doch in der Vorstufe die Impulsformung so mangelhaft ist, dass das Folgen für die Diskriminatorfunktion hätte. Du deutetest oben so etwas an, was man daher im Hinterkopf behalten sollte.

Recht abwegig, aber möglich ist ein Schaden im ja unbelasteten Schalenkern (z. B. Lagenschluss), den ich aber praktisch ausschließe. Dies ist aber auch ein Fall für den Hinterkopf, wenn der Gleichspannungsverstärker Q 206-209 einwandfrei arbeitet. Ich denke jedoch, dass da, also zwischen Q206 und 209 etwas faul ist, sofern deine Beobachtungen bislang so zutreffen, wie du sie hier geäußert hast.

Meine Aussagen zur Elkoqualität bezogen sich auf die Langzeitstabilität der von Revox verbauten Ware, die eben wirtschaftswunderlich war. Deine Elkos sind sicher o.k. (bis deine Kinder in 40 Jahren die A77 neuerlich reparieren wollen). Dass man Elkos mit dem Ohmmeter auf Fein- und Komplettschluss sowie Kapazität (ballistisch) prüfen kann, ist dir ja sicher vertraut; insofern ist Soundbossens Abknipsverfahren durchaus praxiswert.
Über den Zustand eines -leider ausgebauten- Elkos sind daher in der Regel auch mit den Hausmitteln eines Ohmmeters recht genaue Aussagen zu machen.

Hans-Joachim
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#15
Lieber Uwe!

Du scheinst ein Oszilloskop zu haben. Wenn es eines von Hameg mit Komponententester ist, kann man damit teilweise recht gut Elkos prüfen. Lese dazu das Kapitel Lissajousfigur in der Anleitung durch. Es dürfen nur Blindanteile auftreten. Siehst Du einen Realteil, hat der Elko eine Macke. Das ist dann der Fall, wenn die Ellipse schräg steht.

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
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#16
Zwischenbericht

Ich habe Soundbosses Vorschlag noch nicht verfolgt, da mir was mit dem Tachosignal im Magen lag. Meine ganze Messerei hat irgendwie den Eindruck hinterlassen, das da an der Basis von Q206 was im Argen liegt und das Tachosignal fand ich auch nicht so befriedigend.

Aber da ja selbst bei wildester Dreherei keine ausreichenden Umdrehungszahlen des Tonmotors zustande kamen habe ich die Kollektor-Emitterstrecke von Q209 kurzgeschlossen, wodurch der Motor sich flott in Bewegung setzt und kann jetzt in Ruhe die dynamischen Eigenschaften der Schaltung ueberpruefen.

JETZT bekomme ich ein wunderschoenes Rechtecksignal an Punkt 2 des Schalenkerns,allerdings nicht 10V p-p sondern eher 12-13 V p-p.

Und an Punkt 1 bekomme ich ein 5V p-p sinusartiges Signal waehrend an Punkt 3 ein 23V p-p Rechtecksignal mit starken Ueberschwingungen anliegt!!!

Ich habe die Dioden ausgetauscht und zuletzt ganz rausgeloetet, sie sind nicht Schuld, da ist irgendwas in der Spule nicht ganz kosher.

Nun, da der Loetkolben noch heiss war habe ich das Teil auch gleich ausgeloetet, aber das brachte keine neuen Erkenntnisse, 62 Ohm und 76 Ohm haben die beiden Spulenhaelften von Punkt 2 aus gemessen.

"Just my luck" wuerde man hier sagen, jeder braucht nur alte bloede Kondensatoren auszuwechseln und die Maschine laeuft, und ich, seht Euch das an...

Mit doch recht optimistischer Stimmung gruesst

Uwe



PS. Fuer Andreas: Habe ein Tektronix 465-Gruss Uwe KB1JOW/DL1YUL
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#17
Lieber Uwe,

das erhöhte Spannungniveau des Tachosignales an Anschluss 2 des Schalenkerns wundert mich nicht unbedingt, da die Betriebsspannung bei dir etwas erhöht ist, wie du oben schriebst: 25,5 V. Nach Schaltungssammlung sollten dies 21 Volt sein. Statistische Erhebungen dahingehend aber, wie genau das über die Serien eingestellt(!) wurde (Print 077.540), habe ich nie angestellt. 25,5 Volt sind hoch, weil nach Schaltung nur 6 Volt 'Reserve' vorhanden sind.
Die Aufbereitung des Tachosignales dürfte jedoch o.k. sein.

Dass der Rechteck an 1 zum schönen Sinus verändert ist, liegt an der steilflankigen Filterwirkung des Serienresonanzgliedes und sollte so sein. Je niedriger der Klirrfaktor, umso besser die Funktion des realsierten Diskriminators. Die Überschwinger an 3 dürfen deshalb auch nicht verwundern, denn dort fehlen die Integratorkondensatoren.

Die Fragen bleiben:
Inwieweit variiert das Gleichspannungsniveau an der Basis von Q206 im Sinne des Erfinders, inwieweit arbeitet der Gleichspannungsverstärker mit Endstufe von Q206 bis 'hinne naus' einwandfrei? Das muss nachgesehen werden.

Funktioniert das alles wirklich perfekt, muss man wohl doch irgendetwas beim Schalenkern vermuten, was aber noch an einer anderer A77 verifiziert werden sollte.

Übrigens findet sich in deiner, von mir nun auch vorhin heruntergeladenen Servicehandbuchvorlage eine Seite (S. 24) mit der Schaltungsbeschreibung der Tonmotorregelung, die sich zwar von meinen obigen Einlassungen nicht unterscheidet, aber doch einige Schlaglichter mehr wirft, infolgedessen studiert werden sollte.

Hans-Joachim
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#18
Hallo Uwe.

25,5 V an R226 erscheint auch mir etwas viel. Wie sieht denn die Spannung "hinter" diesem Widerstand aus, also die eigentliche Versorgung der Regelplatine?

Da das Brücken des Q209 den Motor anlaufen läßt, kannst Du auch einmal versuchen, den Meßpunkt C (Coll. Q207) an Masse zu legen. Daraufhin sollte sich der Motor ebenfalls in Bewegung setzen.

Wenn das klappt, Q206 auslöten, auch jetzt muß der Motor hochlaufen, die Schaltung Q207,Q208,Q209 wäre damit für gut befunden.

Die Warnung betreffs der hohen Spannungen an Q209 und seinem Kühlblech kann man nicht oft genug wiederholen, ist hiermit geschehen.

Pit

P.S.: Posting #015 und #016: das Rechteck an Punkt 2 des Schalenkerns soll übrigens etwa 20Vss betragen, damit ist 12-13V eher zu niedrig, als zu hoch.
ehem. studerserver-files bei Philip van der Matten;
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#19
A77 Capstan steht nicht mehr still!


Tatsaechlich, das Ding dreht sich.

Und wenn ich ein schlechter Mensch waere wuerde ich jetzt sagen ratet mal was es war, aber das waere grausam, ein uebler Scherz.

Ich weiss es nicht.

Das Ding drehte sich auf einmal ohne meine Hilfsschaltungen.

Aber der Reihe nach.
Nachdem ich mich gestern ueber die Unsymetry am Ausgang der Spule wunderte loetete ich irgendwann nachts die drei Kondensatoren C 205, C 206 und C 208 ab um zu sehen, ob das die Sache symetrisch machte. Tat es und ich dachte mir das das meinen Verdacht, das irgendwas mit der Induktion nicht in Ordnung waere, entkraeften wuerde.

Heute morgen bekam ich dann die letzten beiden Postings und begann nochmal ganz genau alles sehr sorgfaeltig zu ueberpruefen. Als erstes stellte ich das Netzteil auf die geforderten 21 Volt ein und begann dann zu messen, wie von Hans-Joachim es nennt, 'hinne naus'.

Alles war ziemlich gut, nur die 0.4 Volt am Punkt C konnte ich nicht messen, da waren nur 0.02V.
Und irgendwann wollte ich dann den von Pit vorgeschlagenen Versuch machen und klemmte dafuer meine Kurzschlussleitung von Q209 ab und siehe da, beim naechsten Einschalten lief der Junge von aleene.

Zwei Moeglichkeiten.
Als ich gestern die drei Kondensatoren C 205, C 206 und C 208 wieder einloetet hatte ich den Eindruck, das Messwerte sich aenderten, aber das ist eine ungenaue Beobachtung, eher ein Gefuehl. Aber da koennte ein Wackler gewesen sein.
Und dann die Umstellung auf 21V runter von meinen 25.5 Volt.

Unbefriedigend das Ganze, der Motor koennte in jedem Moment wieder stehen bleiben und ich waere fast genauso bloed dran wie vorher.

Auf jeden Fall laeuft sie jetzt und sieht neben der M15 aus wie ein tragbares Kleingeraet.
Klopf auf Holz.

Ich muss mich fuer die ausserordentlich Hilfe bedanken, insbesonders natuerlich bei Hans-Joachim, aber auch bei den anderen Postern. Das ist schon toll, einige tausend Kilometer weg irgendwo sitzen zu koennen und Leute zu finden, die einem bei einer solchen Sache die Hand halten. Wenn wir uns das naechste Mal treffen gibt es Bier! (Ich bin in 4 Wochen auf der Achse Koeln Muenchen unterwegs, also kein Quatsch).

Gruesse Uwe
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#20
Lieber Uwe,

C205, 206, 208 halte ich als Auslöser doch eher für wenig wahrscheinlich, das Filter arbeitete zu schön; ich erinnere an den Sinus, den du an Schalenkernanschluss 1 nachweisen konntest. Andererseits hatte ich vor vielen Jahren einmal Zoff mit einer Dolby-Platine Cat.22, die immer wieder mit einem Problem überkam, dessen Position ich längst lokalisiert hatte: Nachgelötet, ging. Nach zwei Stunden war der Fehler wieder da; nachgelötet, ging, usw. Irgenwann wird einem dies Theater natürlich zu bunt, klar, weshalb ich den Kondensator (WIMA, Wickeltyp im Kunststoffgehäuse) auslötete: Und der hatte -wohl seit Anbeginn seiner Tage hinieden- ein loses Bein, dem man nur mit herzhafter Erwärmung zum Kontakt mit der Wickelpackung verhelfen konnte.... Neuen Kondensator eingelötet, der -vermutlich bis heute- im funktionierenden Dolby 360 fortlebt.

Eine kalte Lötstelle indes oder aber die Betriebsspannungssache könnten den Ärger in deinem Gerät vielleicht doch ausgelöst haben. Ein 'liebevolles Nachlöten' der Platine wäre deshalb anzuraten. Die Betriebsspannungsproblematik habe ich zwar noch nie in praxi erfahren, aber ein Mal ist immer das erste Mal. Der Diskriminator besitzt ja seinerseits schon eine recht steile Flanke, die durch das kleine Arbeitsfenster des Gleichspannungsverstärkers bis zur Endstufe noch einmal eingeschränkt wird,wie die Grafik auf S. 24 des Handbuches recht schön zeigt. Bringt man da etwas zuviel durcheinander, läuft der Motor eben ständig oder gar nicht erst an. Es genügen ja drei Hertz (bei 1,6 kHz Arbeitsfrequenz), um den Motor zu veranlassen, vom Stillstand zum vollen Anlaufmoment überzugehen. Möglichwerweise war eben dies kleine Fenster 'verhängt'.

Wieder was gelernt.

Hund' war'n's scho da Pauli, s' Ernstl und da Willi.

Hans-Joachim
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#21
Tach ihr Nachtarbeiter,

auch wenn es sich nicht um einen schlechten Menschen handelt, der da nichtswissend die Dreherei wieder in Gang gebracht hat, möchte ich doch noch ein wenig mitraten.

Erst aber einmal Danke für die Rückmeldung, allein das motiviert schon, der Sache endgültig auf den Grund zu gehen.

Bleiben wir zunächst mal beim Meßpunkt C. Du hast da, mit Motorstillstand, wenn ich es richtig verstehe, 0,02V DC gemessen. Oder war zu dem Zeitpunkt noch deine Kurzschlußbrücke E-C Q209 gelegt?

Je nachdem was zutrifft:
Mit Brücke, also zu schnell drehendem Motor, müssen an diesem Punkt etwa 15V zu messen sein, wenn "vornedran" alles in Ordnung ist.

Ohne Brücke, aber mit gemessenen 0,02 oder 0,4 oder sonstwas unterhalb von einem halben Volt muß der Motor mit Maximaldrehzahl hochlaufen. Tut er das nicht, liegt das Problem in der Gegend Q207, C211 oder Q208.

Dabei erscheinen mir die genannten 20mV (0,02V) doch etwas arg wenig. Auf immerhin 80mV bringt es mein Meßpunkt C bei festgehaltener Capstanglocke.

Zunächst gilt es also einen Widerspruch aufzulösen oder bei erneutem Auftreten des Fehlers nochmal sorgfältig hineinzumessen.


An Kontaktprobleme der aus- und eingelöteten Schwingkreis-Kondensatoren mag ich im Übrigen nicht glauben. Der Hinweis, daß sich eine negative Spannung sich an der Basis des Q206 aufgebaut hat sagt mir, daß der Diskriminator zu dem Zeitpunkt noch / schon in Ordnung war (#011: wildes Drehen). Hab' das eben mal "nachgestellt". Nicht gerade zur Freude der damit kurzzeitig verpolt angesteuerten Kondensatoren C209 und C210, aber was sind schon ein paar Sekunden im Laufe von 35 Jahren...Von daher ist auch Q206 ein gefühlter Kandidat auf der Achse des Bösen, aber so weit sind wir noch nicht / nicht mehr. Bleiben wir erst einmal am hinteren Ende, denn was da rauskommt, zählt ja bekanntlich nach Oggersheimer Hausnorm.

Auch die ursprünglich zu hoch eingestellte Betriebsspannung halte ich eigentlich nicht für maßgeblich für dein Fehlerbild, allenfalls für mitverantwortlich. Dreh sie doch einfach nochmal hoch auf 25V, wenn die Regelung damit 10min zurecht kommt ohne spontan wieder "auszusteigen" ist das eine Sackgasse.

Und dann wüßte ich doch gerne - gerade im funktionierenden Zustand und "just for info" - die Spannung an Punkt 2 des T201. 10 oder 20 V p-p ?

Gruß Pit
ehem. studerserver-files bei Philip van der Matten;
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#22
Analoge Technik, lieber Pit, hat ja immer etwas für sich, man muss eben eigenverantwortlich den 'Diskriminator' spielen, wozu dann immer noch die Fertigungsstreuung des untersuchten Delinquenten einen gehörigen Beitrag liefert, anhand dessen man dann individuell zu entscheiden hat: Ja, oder doch nein. Doch wem erzähle ich das....

Die 20 Vpp sollten (bei 21 V Ucc und zwei Si-Transistoren nebst Serienwiderstand) schon anstehen, weil die Impulsformung doch eher simpel gestrickt ist: Verstärker schön übersteuert, dann wird's in der Sättigung auch ein Rechteck, schön am Betriebsspannungsnivau entlang.
Unsereins sollte halt hinsichtlich des Spannugnswertes nicht oberflächlich hinschauen, und dann quatschen, sondern -noch mehr- in Ruhe nachdenken, und erst dann etwas ablassen. Aber man ist ja so souverän...., hüstel, ... und langt dann herzhaft vorbei.
Gottlob aber gibt es dann den anderen, der halt genau hinschaut und mit anderen Voraussetzungen dasselbe anders sieht.

Insofern finde ich deinen Vorschlag der Betriebsspannungsveränderung schlicht passend. Man lernte spät, aber nicht zu spät etwas zum Konzept dazu, vielleicht auch dahingehend, warum der Zwicky-Paul 1967 dem Dingen eine Stabilisierung spendierte, die damals revolutionär war, heute so billiger Standard ist, dass man einer solchen Entscheidung keine Aufmerksamkeit mehr widmet.

Ich habe ja den Studer-Leuten zu meiner A77ORF-Zeit mehr oder minder unwissentlich die IC-Elektronik in der Tonmotorsteuerung meiner älteren ORF abgetrotzt, weil mir die zunächst gelieferte Schalenkerntechnik in die Nf (aufnahmeseitig!) pfiff, was mir naturgegeben nicht gefiel. Andererseits war es mir daher nicht möglich, jenes Betriebsspannungsexempel zu statuieren, das wir jetzt möglicherweise erlebt haben.

Wenn also Uwe sich diesbezüglich 'erkenntlich' zeigte, wäre das auch in meinen Sinne.

Hans-Joachim
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#23
Ich werde die letztgenannten Vorschlaege "abarbeiten", das kann allerdings ein paar Tage dauern denn in meiner Freude habe ich die Maschine zusammen und hoere mir damit 40 Jahre alte 4 Spur Baender an, Gott nochmal, Insterburg & Co 1968 und die Tonaufnahmen von Bundespraesident Luebkes Reden, das muss ich mir erst antun...

Dann muss sie allerdings nochmal auseinander, die Bremsen stimmen noch nicht und die Geschwindigkeit ist ein bisschen daneben. Die soll man bei eingelegtem Band einstellen und ich muss mir noch mal genau anschauen wie das gehen soll, Band laeuft aber Schraubenzieher soll auch in den Schalenkern und einen elektrischen Schlag soll man sich auch nicht holen (die sind in einer total hoelzernen Umgebung allerdings meist nicht soo dramatisch).

Ich melde mich so flott wie geht Uwe
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#24
Zitat:othello postete
..... und die Geschwindigkeit ist ein bisschen daneben. Die soll man bei eingelegtem Band einstellen ......

Ich melde mich so flott wie geht Uwe
Hi Uwe!

Wo hast du denn dies nachgelesen, dass die Geschwindigkeit mit eingelegtem Band justiert wird, sollte dies wirklich ausschlaggebend sein?
Eigentlich sollte es keine Rolle spielen ob ein Band aufliegt oder nicht, die Drehzahl sollte für alle Fälle richtig ausgeregelt sein.
Sprich die 800Hz sind mittels Trimmpotentiometer zu justieren!

Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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#25
Hallo Thomas (und Uwe),

in Kapitel 6.2.3 der Serviceanleitung läßt sich die Forderung nach eingelegtem Band nachlesen. Regelung und Schlupf sind zwei widerstrebende Kräfte, es geht da auf +/- 0,5Hz genau zu, für die ganz Akribischen. Wenn man die Einstellung nach obiger Anweisung durchführt, fällt zum Beispiel auf, daß sogar die Umschaltung der Spulengröße (letzlich Bandzug) sich auf die absolute Tachofrequenz auswirkt. Man sieht deutlich, wie die überlagerte Schwingung mal nach links, mal nach rechts wegwandert (bezogen auf 50 Hz Netzreferenz). Eine Umdrehung am Kern des Schalenkerns verstimmt das Filter übrigens um satte 14 Hz !

Allerdings sehe ich das jetzt in Uwes Fall nicht so verbissen, denn eine Einstellung des Schalenkerns dürfte nach der Vorgeschichte allemal angesagt sein, ebenso das Poti für die Anpassung der niederen Geschwindigkeit. Wenn man schon "mit blosem Ohr" hört, daß da was nicht stimmt, liegt man mit Sicherheit um einige Hertz daneben.

Ich würde im vorliegenden Fall auch viel grobschlächtiger ansetzen: (Ohne Band) Oszi an Punkt 2 des Trafo 201, bei 7 1/2 ips 0,6(25)ms eingestellt, dabei den Spitze-Spitze Wert notiert (für meine Neugier :-) ), auf 3 3/4 ips heruntergeschaltet, mit dem Poti auf 1,2(5) ms korrigiert und gut ist's für Amateurs. Ein Geschwindigkeitsmeßband kann er immernoch auflegen, wenn er pinseln will. Mit etwas Geschick und passendem Werkzeug ist des Pudels Kern übrigens durch das Loch in der Laufwerkssteuerung auch im eingebauten Zustand nach Herausnehmen von ein/zwei Steckkarten "von unten" erreichbar.

Es ist aber noch gar nicht gesagt, daß die Geschwindigkeit(en) überhaupt vernünftig umschaltbar sind, schließlich wurde einiges herumgelötet an den sensiblen Stellen. Einen Zähler scheint er nicht zu haben, sonst wären die 1601 Hz resp. 801 Hz wohl schon eingestellt.

Aber erst mal viel Spaß bei den alten Aufnahmen.

Pit
ehem. studerserver-files bei Philip van der Matten;
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#26
Lieber Uwe,

Thomas' Einwand ist berechtigt, Studer erwartet anhand meiner Quellen (vgl. auch dein Reparaturhandbuch S. 26) keine Messung der Bandgeschwindigkeit mit eingelegtem Band, sondern empfiehlt als hohe Schule der Einstellung den Einsatz eines heute ja fast eher als ein Lineal vorhandenen Digitalzählers, mit dem dann auch die nötige Genauigkeit leichter als mit dem Zollstock einzuhalten ist.

Hohe Bandschwindigkeit:
1600 bis 1601 Hz, am Schalenkern (bitte Vorsicht, Material droht auszubrechen) zuerst zu justieren

Niedrige Bandgeschwindigkeit:
800 Hz, am Trimmpotentiometer nach der hohen Geschwindigkeit zu justieren.

Es wäre auch angesichts der einfachen Bandzugkorrektur über die Wickeldurchmesser hin allein auf der Reibungsebene sehr bedenklich, wenn der Bandlauf Einfluss auf die Transportgeschwindigkeit des Tonmotores nähme. Der Schlupf (Geschwindigkeitsdifferenz Anfang vs. Ende) müsste groß sein, ist es aber nicht. Daher: Frequenz über eine Integrationszeit von 10 s auszählen, so dir das möglich ist. Die Messvorschrift besagt natrlich auch, dass der Wert nicht steht 'wie eine Brez'n', sondern wahrscheinlich ein wenig um den angebenen Wert oszillieren wird.

Dass die Bremsen der A77 keine Stillstandsblockbremsen sind, ist dir sicher geläufig, sie benötigen daher als reine Servobremsen immer und regulär ihre Zeit, um ein 1100-m-Band herunterzubremsen. Der Abwickelteller versucht bei anliegender Bremse, sich festzukeilen, während die Bremse des Aufwickeltellers der Freigabe zustrebt.

"Wenn ich diesen Tag hier heute innää, innää, ..... [-Zuruf aus dem Publikum-] Helmstedt spreche, so ist dies mein eigener Wunsch gewesen..."

Selbst wenn derlei Wünsche heute sogar bei Vertriebenentagen weitgehend unnötig geworden sind, haben wir den damaligen, präsidialen Redenstatus schon wieder erreicht.... Mit den Zahlen nehmen wir's auch nicht so genau (Rückkehr der Sauerländer Zwergschulabsolventen...; wie war das doch gleich mit dem Datum im Personalausweis der weiland im Gegensatz zum Gatten noch sehr aktiven Dame Wilhelmine???), insofern:

Die nächsten vierzig Jahre brechen an, eindeutig. Auch für deine A77.

Hans-Joachim
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#27
Lieber Uwe!

Wenn Du die Spule abgleichst, mache das tunlichst mit Abgleichbesteck. Ein Schraubendreher, der Eisen enthält, ist ungeeignet. Er darf zumindest nicht bei der Messung in der Nähe der Spule sein. Das ist nicht nur ein Anfängerfehler...

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
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#28
SO, ich habe die A77 wieder zerlegt und mir anschliessend unsere Postings nochmal durchgelesen.

Als erstes habe ich die Maschine wieder auf 25.5 Volt umgestellt und dann habe ich die Kollektor Emitter Ueberrueckung des Leistungstransistors zeitweise auch wieder angebracht um zu sehen ob Unregelmaessigkeiten auftreten-nichts, die Maschine laeuft einwandfrei.

Ich habe dann meine alten Messungen ueberprueft und muss zuerst einmal sagen, Pits Frage in Post 20 war sehr berechtig, die gemessenen Werte am Punkt 2 von T201 waren 23V p-p und nicht 13, ich kann anscheinend die Kaestchen auf dem Oszilloskopen nicht mehr zaehlen.

Alle anderen Werte sind wie gefordert, jetzt, da der Motor gut laeuft und der einizig grosse Unterschied zu meinen Messungen von Post #15 sind die Werte an T201.
******Ich schrieb: Und Und an Punkt 1 bekomme ich ein 5V p-p sinusartiges Signal waehrend an Punkt 3 ein 23V p-p Rechtecksignal mit starken Ueberschwingungen anliegt!!!*********

Jetzt messe ich ein 50V p-p Sinus an Punkt 1 und ein 80V p-p Signal an Punkt 3.
Der Tachoeingang zeigt ein leicht erhoehtes Signal von 60mVeff, etwa 180mV p-p auf dem Scope.

Ansonsten wie gesagt ist alles ok und einige alte Werte lassen sich nicht mehr duplizieren, da die Maschine ja jetzt laeuft.
Punkt C zeigt jetzt folgende Dynamik, beim Einschalten steigt die Spannung von 0 auf etwa 18 Volt (bei 25.5 V Versorgungsspannung) und sinkt dann auf etwa 11 Volt ab.
Zu den Spannungen an Punkt C, ich erinnere nicht genau, ob bei meiner 0.02V Messung meine Ueberbrueckung des Leistungstransistors existierte, glaube aber nicht, denn ich mass dieses Werte bei Stillstand.
Jetzt laeuft der Motor natuerlich auch sofort an, aber wenn ich die Glocke festhalte bekomme ich an Punkt C die Spannung von 29mV.

Die Geschwindigkeit lag bei 1592 und 796 und wurde mit einem Zaehler ( habe ich!) richtig eingestellt.

Den Fehler habe ich also nicht gefunden. Mein Gefuehl, ich erwaehnte es, sagt mir aber das beim Loeten anden Kondensatoren bzw and der Spule irgendetwas anders wurde und kurz danach lief die Maschine.

Bei meiner Sucherei flog irgendwann eine der Sicherungen auf der Netzteilplatine raus und als ich sie aus ihrer Klemmhalterung heraushebeln wollte kam die Klemmhalterung gleich mit-dort war eine kalte Loetstelle die aber in den letzten 30 Jahren keinen Aerger machte. Ich meine das wahrscheinlich eine andere Loetstelle auf der Platine fuer diesen stehenden Capstan verantwortlich war.


______________________

Dies alles schreibe ich und bevor ich das an Euch abschicke wollte ich nur noch mal schnell diesen Graphen von Seite 24 des Servicehandbuchs an der laufenden Maschine nachvollziehen, aus reinem Interesse.

UND SIE LAEUFT NICHT MEHR!!!

Ich koennt mich totlachen, bin aber jetzt leider zu muede dazu, es ist fast 3 Uhr nachts und Ihr sitzt alle beim Fruehstueck-ich muss schlafen.

Uwe
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#29
Lieber Mohr aus dem Venedig des Nordens,

wir wissen jetzt aber, dass sie (deine A77), nachdem sie zunächst nicht lief, wieder ans Laufen kam. Damit sind -nach dem Austausch der Elektrolyten- eigentlich alle Kriterien einer kalten Lötstelle erfüllt, die man natürlich nicht sehen muss. Platine liebevoll nachlöten, Messwerte kontrollieren und hoffen, dass der Schalenkern nichts hat. Ich schließe nicht aus, dass sein CuL-Draht nicht ganz glücklich in die Platine eingelötet ist, weil u. U. die Lackisolierung, nicht aber der Draht vom Lötzinn der Löterin erwischt wurde.

Die oben geschilderten Messwerte sind sämtlich o.k.

Hinsichtlich des Drehzahlabgleichs habe ich nochmals nachgedacht. Es ist vorzuziehen, mit aufgelegtem Band zu justieren, weil der Motor ein Asynchronläufer ist, der sein Drehmoment knapp unterhalb der Synchrondrehzahl (anders als der Synchronläufer!) entwickelt. Bei Synchrondrehzahl hat der Asynchronläufer kein Drehmoment! Insofern...

Ich konnte nur in meinen Unterlagen deinen Hinweis zum Abgleich 'unter laufendem Band' nicht finden.

Bitte schreibe aber, ob, wann und wie du mit den Beinen wieder den Boden erreicht hast.

Hans-Joachim
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#30
Wenn der Boden unter den Füßen wieder erreicht ist und Du Dich doch gegen den Tod entschieden hast (immerhin ist noch ein Lachen dabei!), kann es ja in die nächste Runde gehen.

Dreh- und Angelpunkt (meiner Fehleranalyse) bleibt der unverdächtige Punkt C.

Der ist fernschriftlich gleichbedeutend mit: Arbeitsweise des Gleichstromverstärkers Q206 - Q209 überprüfen. Erst wenn da Land in Sicht ist, würde ich die Löterinnen, Lack und Alterstheorie weiterverfolgen. Zudem dachte ich, daß schon einige liebevolle Nachlötungen erfolgt wären, in ausgebautem Zustand.

Zurück nach C. Wir sind uns einig: 0 Volt ebendort oder 0.02V oder 0.4V (Tabelle) oder 0.08V (bei mir letzte Woche gemessen) sorgen dafür, daß der Q208 leitet. Egal woher sie rühren.

Intentionell, also in der Starphase, sorgen R217/R218 dafür, daß Q207 durchschaltet, damit ein Basisstrom für Q208 (über R222) fließen kann und der nunmehr leitende Q208 den Ansteuerstrom für den "Dicken" bereitstellt: Der Motor muss anlaufen wollen. (Du hast ja ein Startproblem, da kommt aus dem Diskriminator / Ansteuerung für Q206 ja noch nichts, also ist der Schaltungsteil "davor" auch irrelevant, sogar ein Kurzschluß C209 oder C210 wäre kein Hinderungsgrund)

Mißt Du hier weniger als ein halbes Volt und es rührt sich nichts, dann ist wohl der Q208 angeknackst. Um die gesamte Thematik Tacho, Aufbereitung, T201, bis hin zu den einstmals "fehlenden" 0,8V an der Basis des Q206 auszuschließen, habe ich mal irgendwo den Tip gegeben, Punkt C an Masse zu legen.

Dann muss 1.) der Motor anlaufen und 2.) vor dem "Erden" eine Spannung größer als 0,5V an Punkt C zu messen sein, die aber eine fehlerhafte Herkunft hätte: erst wenn der Motor "zu schnell" ist darf Q206 die "Startspannung" an Punkt B von etwa 7,5V (Tabelle) Richtung Arbeitspunkt (2V) herunternehmen.

Aber nicht weiterraten oder fühlen, sondern weitersagen: Wie verhält sich "C" im Fehlerfalle? Dann sehen wir weiter nach rechts oder links...

Pit
ehem. studerserver-files bei Philip van der Matten;
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#31
Nur schnell ein paar Zeilen, insbesonders an Hans-Joachim und Pit: Selbstmord ist natuerlich keine Option-noch nicht!

Ein weggegammelter Traeger unter der Huette sowie meine berufliche Reise in das blau-weisse Bundesland sind allerdings Hinderungsgruende fuer konzentriertes Arbeiten, vielleicht muss das alles auf meine Rueckkehr warten.

Allerdings auf die Schnelle fuer Hans-Joachim, die Forderung nach eingelegtem Band (zur Einstellung der Geschwindigkeit) entnehme ich Seite 26 der schon oefter zitierten Revox Service Anleitung.

Pits letztes Posting fand ich sehr hilfreich, insbesonders die Bemerkung ueber das Startproblem und die Irrelevanz des davorliegenden Schaltungsteils leuchtet mir ein, ich hatte mich das im Hinterkopf auch schon einige Male gefragt, konnte mir die Dynamik dieses Einschaltvorganges aber nicht genau vorstellen.
Ich fand die Sache so interessant und einleuchtend, das ich trotz des erwaehnten Zeitproblems nicht umhin konnte, eben mal das Scope einzuschalten um Pit's Analyse und die Dynamik der Spannung an Punkt C zu ueberpruefen, aber jetzt laeuft das dumme Ding wieder einwandfrei!! Und die Dynamik der Spannung ist genau wie gefordert.

Das meine A77 weder verlaesslich 'kaputt' ist, noch 'heile', erfordert dann wohl eine ruhigere laengere Beschaeftigung, fuer die ich im Moment kaum Zeit finde. Aber 'etwas verschoben' ist nicht vergessen, das Ding staht ja hier auch dick und fett auf dem Arbeitstisch und ich werde mich beizeiten mit den Ergebnissen dieser hilfreichen Vorschlaege wieder melden.

Im Moment erstmal nochmals vielen Dank fuer die Hilfe

Gruesse Uwe
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#32
Ich glaube in deinem Falle nicht mehr an ein Halbleiterproblem, denn deren Erholrate ist durchwegs gering.

Meine Mutmaßung zum mit der Platine mangelhaft verlöteten Kupferlackdraht des Schaltenkerns (vgl. Post 28) passt eigentlich lückenlos auf die von dir beobachtete Symptomatik.

Hans-Joachim,
(aus Dresden zum Diktat zurückgekehrt)
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#33
Ich glaube Du hast Recht. Ich habe die Platine vollstaendig neu verloetet, was natuerlich keine dramatische Aenderung brachte-die Maschine funktioniert einfach immer noch.
Jetzt steht sie hier, noch offen, und ich schalte sie des Oefteren so im Vorbeigegehen mal eben an-sie laeuft.
Das befriedigende Ausloeten und Ersetzen eines definitiv defekten Bauteils wird mir deswegen wahrscheinlich verwehrt bleiben, aber was solls, ich besitze ja noch andere elektronische Geraete, die nicht so richtig wollen...

Gruesse aus Maine

Uwe
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