TEAC CX400 Einmotoriges Dreikopfdeck
#1
Vor einigen Jahren ist mir das Kassettendeck TEAC CX400 zugelaufen. Nachdem das Gerät nach dieser Bastelei wieder zu laufen scheint, soll hier eine Kurzvorstellung folgen.

Laut vintage-cassette ist es von 1980 bis 1982 gebaut worden.

[Bild: TEAC-CX400-Frontsicht.jpg]

Es handelt sich um ein einmotoriges Dreikopflaufwerk mit mechanischer Laufwerkssteuerung. Der Motor treibt über einen Flachriemen die Capstanwelle und über einen Vierkantriemen die Mechanik für die Bandwickel und für die Bandendabschaltung an. Dies ist nichts Aufsehenerregendes.

[Bild: TEAC-CX400-Laufwerk.jpg]

Interessant ist die Bandzugregelung des linken Bandwickels bei Wiedergabe. Der linke Wickel wird über ein Seil gebremst. Dies ist mit einem Fühlhebel verbunden, wie man ihn aus Rekordern kennt, die nur bei Wiedergabe eine Bandendabschaltung besitzen.

[Bild: TEAC-CX400-Laufwerkvorne.jpg]

Das Zählwerk besitzt Memory-Stop, mit Erreichen von 000 Stoppt das Deck aus dem schnellen Rücklauf.
Aufnahmen lassen sich mit einem Druck auf Rec Mute stummschalten. Einen Titelsuchlauf, der auf Leerstellen reagiert, besitzt das Deck aber nicht.
Bias und EQ müssen per Hand und getrennt eingestellt werden. Die Umschaltung Mic/Line funktioniert ebenfalls manuell.

Hinterbandkontrolle ist möglich, da der Rekorder mit doppelten Dolby-Schaltkreisen bestückt ist.

Umfangreich ist die Aussteuerungsanzeige ausgestattet. Wenn ich mich nicht verzählt habe, besitzt sie 14 Segmente pro Kanal, womit eine feinfühlige Aussteuerung möglich ist. Peak Hold lässt sich an und ausschalten und auch der Peak Reset ist automatisch und manuell möglich. Obendrein bietet die Anzeige zwei Helligkeitsstufen.

Die Mechanik der Endabschaltung wird über eine Rutschkupplung im rechten Wickeldorn angetrieben.

[Bild: TEAC-CX-400-Wickeldorn-zerlegt.jpg]

Einige relevante Teile der Abschaltmechanik sind auf dem Foto zu sehen.

[Bild: TEAC-CX400-Abschalt.jpg]

Togglerhebel 1 wird durch die Drehung des rechten Wickeldorns in eine äußere Anschlagspositon innerhalb der Führung 2 gebracht. Wenn der Togglerhebel bei Bandende nicht mehr bewegt wird, wird es durch die Führung 2 in die Mittelposition gebracht und von der von mir nachgezeichneten Nase 3 hinunterbewegt, wodurch die Abschaltung ausgelöst wird. Das Bauteil mit der Abschaltnase wird über Rad 4 und ein Schneckengetriebe angetrieben.

Von innen sieht die Kiste so aus:

[Bild: TEAC-CX400-Innensicht.jpg]

Soviel erstmal.

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#2
Hallo Niels,

danke für die Vorstellung.

Kannst Du noch mehr über dieses skurrile Teil sagen? Immerhin, Anfang der Achtziger Jahre, mit drei Köpfen und mechanischer Laufwerksbedienung! Das ist eine ziemlich ungewöhnliche Kombination, oder?

Hat eigentlich von Euch jemand Erfahrungen machen können, ob die Teac-Köpfe in den "vintage" Recordern ebenso weich waren, wie bei den Spulen-Bandgeräten?

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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#3
Die Köpfe weisen für mein Auge keine ersichtlichen Laufspuren auf. Allerdings scheint mir das Deck insgesamt nicht so viel gelaufen zu sein, den Spuren des Capstanriemen nach zu urteilen. Vielleicht denke ich dran, den Vorbesitzer nochmal auszufragen.

Was ich noch zeigen muss ist die Seil-Trägheitsmassen-gedämpfte Kassettenklappe und die Kassettenfachmechanik, mit der die Kassette stabilisiert wird.

Gestern habe ich provisorisch eine Haltefeder umgebaut, da die originale Feder nicht genügend Kraft besitzt, die Kassette ruhig zu halten, was schon bei leicht schwergängigem linken Wickel zu Kassettenbewegungen und gruseligen Gleichlaufproblemen führt.

Ich vermute zudem einige elektrische Krankheiten. Mit eine Emtec CS-II ließ sich keine Vor-/Hinterbandpegelgleichheit einstellen, es fehlte oben noch 1 dB (ich bin frevelhaft nach der Aussteuerungsanzeige gegangen.) Auch klemmen die Bias-Drehkondis am Anschlag und es fehlen noch Höhen.

Nebenbei: Mir ist eingefallen, dass ich das Deck wohl schon seit 2001 oder 2002 in meinem Besitz habe. Kinder - wie die Zeit vergeht.

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#4
Zitat:Matthias M postete
...Anfang der Achtziger Jahre, mit drei Köpfen und mechanischer Laufwerksbedienung! Das ist eine ziemlich ungewöhnliche Kombination, oder?
Moin,

...Anfang der 80er - das war ja so eine Bau-Periode "an der Schwelle".
In diesem Zeitraum entwickelten sich die Konstruktionen
vom "Schwermetallverbau" hin zur "Leichtbauklasse". Bei dem einen
oder anderen Hersteller mag man da vielleicht noch länger an
Althergebrachtem festgehalten zu haben. Insofern empfinde ich
diese Kombination als nicht so aussergewöhnlich. edit: Aber das
waren dann auch sicher TDs, deren Konstruktion aus den späten 70ern
stammte. Insofern liegst Du da mit Deiner Aussage wohl richtig - "neu
hineinkonstruiert" hat eine mechanische LW-Bed. zu dem Zeitp. wohl kein
Hersteller mehr. edit-ende


Zitat:Matthias M postete
... von Euch jemand Erfahrungen machen können, ob die Teac-Köpfe in den "vintage" Recordern ebenso weich waren, wie bei den Spulen-Bandgeräten?
....
Erfahrung wäre zuviel gesagt...

Bei mir haben sich mittlerweile folgende TDs von T. (lauffähig) eingefunden:

Teac 2020S (Neukauf 1994, seit dem ca. 2000 h gelaufen) -> Köpfe o.B.*

Teac A650 (Gebrauchtkauf , Bj.1977-1979) -> Köpfe o.B.*

Teac A400 (Gebrauchtkauf, Bj.1975-1976) -> Köpfe o.B.*, wobei
dieses Deck von Haus aus kein rechter "Überflieger" war.


(* ...wie der Arzt oder Apotheker immer zu sagen pflegt... Wink)

Nach meiner Einschätzung sind TDs in diesem Punkt ohnehin nur
bedingt mit Bandgeräten zu vergleichen. Der Kopfverschleiss scheint mir
bei TDs um ein vielfaches geringer zu sein. So richtig abgenudelte Tonköpfe,
mit denen überhaupt nichts mehr zu machen ist, habe ich jedenfalls
in TDs kaum gesehen.

Gruß

Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#5
Mein TC-K520 habe ich binnen zwei Jahren Kopftauschreif gehört. Radio Ferner in BS musste eingestehen, dass die Empfehlung "bei Klangverschlechterung auch mal Tonköpfe putzen" in diesem Falle nicht ausreichte.
Und nach 18 Jahren ist der Aufnahmekopf in meinem TC-K590 auch "nicht mehr so gut".

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#6
Zitat:Mein TC-K520 habe ich binnen zwei Jahren Kopftauschreif gehört.
oh la la .... ...was ist denn damit passiert? Das ist aber ungewöhnlich.

Dass man mit einem alten Kopf in einem TD nicht mehr in die
Werksspezifikation kommt, ist wohl klar - das wird auch mit meinen
"o.B."-Köpfen der genannten Teacs nicht mehr gelingen.
Aber diesen extrem lausigen Zustand wie bei manchen TB-Köpfen habe ich
wirklich selten gesehen.

Gruß
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#7
Es war meine Hauptquelle. Gekauft 12.1990. Sonstige Quellen damals: Radio, die TBs meines Vaters, eine handvoll Schallplatten. CD kam bei mir erst 02.1992. Das Deck lief damals geschätzt mindestens 3 Std./Tag. Ach, selige Schülerzeit. Wink

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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