B67 wickelt zu langsam
#3
Das, lieber Pit,

war jetzt aber eher dein Emil, als dein Ernst, denn so, wie ich Nikola verstehe, legt er als altgläubig gebildeter E-Techniker erstmal die Motoren elektrisch still und schaut, was sie ohne Nachhilfen bei den Kollegen Volta oder Siemens ("O, Froindää, nicht diese Tönä!") mechanisch anzurichten willens sind.
Er baut sprachlich also einen Konditional, und seine 'conditio sine qua non' (ja, die Römer waren im Inntal und "südlich des Alpenhauptkamms") lautet: "Wenn die Motoren ohne...", "dann...".

Er hat also sicher Saft, nur -wie ich vermute- nicht gescheit (geregelt), denn auch die Fettfüllungen der Dämpfungsdosen der B67-Bandwaagen müssten doch inzwischen nach Kräften gammeln, od'r? Danach riecht's ("Wohl bekomm's!") mir auch hier.

Nun für dich, lieber Nikola:
An den Bandzugwaagen deiner B67 wird ohne übermächtigen, sachlichen Druck nicht herumgeschraubt. Man legt keine Spulen auf und sieht sich bezüglich seiner Finger in den nun folgenden Versuchen vor:

Maschine waagrecht,

fotoelektrischen Bandendschalter provisorisch abdecken.
Bandzugwaagen sollten sich selbsttätig in die untere Anschlagsposition zurückbewegt haben. Erfolgte dies?

Wandern die Waagen, wenn man sie an den fühlbaren Eingriffspunkt der ersten internen Waagenfeder bewegt hat und plötzlich loslässt, zumindest gegen Ende ihrer (ungehinderten) Bewegung leicht bedämpft in die Ruheposition zurück oder 'knallen' sie schlagartig (und hörbar) an, wenn man sie am Eingriffsort der internen Feder freilässt?
Sollten sie sofort härter hörbar anschlagen, ist wahrscheinlich die Fettfüllung der Dämpfungsdosen verschlissen und bedarf des Austausches. Das ist aber ein heikleres Unterfangen, weil besagte Dose und Deckel aus Kunststoff bestehen, dessen dosierte Weichmacher nach 30 Jahren ausgedampft sind. Die Deckelhaltenasen brechen bei praktisch jedem Öffnungsversuch ab. Es gibt Künstler, die die Öffnung dennoch zerstörungsfrei schaffen, und noch größere Künstler, die die Dosen aus Metall so nachdrehen, dass sogar mit Hilfe eines Gewindes zwischen Deckel und Dose der Innendruck der Dose eingestellt werden kann, nachdem man die Fettfüllung ersetzt hat. Als Fett findet studerspezifisch natürlich ein Klüber-Produkt Verwendung, wie man zur Einrichtung der Dämpfungseigenschaften auf Schwerkraft und die mittlerweile legendären Di-Benedetto-Sekunden zurückgreifen sollte. Doch darum kümmert man sich vielleicht später, sollte hier definitiv etwas sein.


Zunächst weiter im Text:

Schnellen Vorlauf drücken und gedrückt halten. Motoren sollten sofort Höchstdrehzahl erreichen und ruhig mit "B67-Geräusch" laufen. Oder brummeln sie etwa? Wenn nicht, versuche mit einem Finger den aufwickelnden Motor zu stoppen. Wenn es hierbei in beiden Aufwickelrichtungen (im schnellen Vor- und im schnellen Rücklauf) zu keinem "Brummeln" kommt und die Motoren gleichmäßig ohne Ruckeln gesund ziehen, sollten die Motoren nebst MP-Kondensatoren zumindest betriebstauglich beieinander sein.

Nun ist die übliche Prüfung mit den Bandzugwaagen durchzuführen:
Schnellen Vor- bzw. schnellen Rücklauf anwählen.
Kann das Drehmoment des rechten Wickelmotors durch das Hochdrücken der rechten Bandzugwaage (über den fühlbaren Eingriffspunkt der Feder hinaus, aber ohne Beschädigung der Waagenumlenkrolle) und langsame Zurückbewegen in Richtung Ruheposition von Stopp bis zum vollen Wert 'geregelt' werden?
Dasselbe muss beim schnellen Rücklauf möglich sein.
Ob es B67-Chargen gibt, bei denen -wie bei der A700- im schnellen Bandtransport die jeweils abliegende Bandzugwaage (also die linke beim Vorlauf und die rechte beim Rücklauf) für den transportierenden Motor aktiv ist, weiß ich nicht. Bei mir (späte B67MKI) ist die rechte Waage immer für den aktiven Vorlauf- und die linke für den aktiven Rücklauf-Motor verantwortlich.

Sollte hier nun alles ganz ordentlich arbeiten, funktioniert die analoge Bandzugregelung im Sinne des Erfinders weitestgehend, weshalb du die Justage der Bandzüge gemäß Handbuch sorgfältig durchzuführen hast. Wenn sich danach (Abgleich erfolgreich) immer noch kein einwandfreies Transportergebnis erzielen lässt, müsste obige "Anknallprüfung" (verschlissene Fettfüllung) schon vergleichbar eindeutige Ergebnisse erbracht haben, wenn nicht ein Vorbesitzer an den Rückhaltefedern herumjustiert hat. Solange aber nicht offensichtlich ist, dass da 'segensreich' gebastelt wurde, solltest du diesen Fehler nicht deinerseits begehen, denn das Einstellen dieser Rändelmuttern ist etwas unerfreulich. Nachdem die Federn unbelastet sind, tritt hier im Gegensatz zur Dämpfungsdosenbefüllung mit Teflonfett auch keine nennenswerte Alterung auf, so dass in 'Alterungsfällen' immer ein weniger als halbinformierter Vornutzer seine Finger im Spiel hatte.

Hans-Joachim

Nachschriftlich: Hast eine 'Tenteline' oder eine 'Tortenschaufel'?
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[Kein Betreff] - von Nikola - 27.03.2010, 20:46
RE: B67 wickelt zu langsam - von user-332 - 28.03.2010, 06:09
[Kein Betreff] - von PhonoMax - 28.03.2010, 11:26
RE: B67 wickelt zu langsam - von user-332 - 28.03.2010, 12:01
[Kein Betreff] - von Nikola - 29.03.2010, 10:25
RE: B67 wickelt zu langsam - von user-332 - 28.11.2010, 12:32

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