02.07.2026, 20:10
Danke für die Rückmeldungen, gerne geschehen! An die TDK SA im Pappschuber musste ich bei "EcoPack" auch denken.
Viele Grüsse, Sebastian
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Tapedeck-Cassetten-Stammtisch
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02.07.2026, 20:10
Danke für die Rückmeldungen, gerne geschehen! An die TDK SA im Pappschuber musste ich bei "EcoPack" auch denken.
Viele Grüsse, Sebastian
07.07.2026, 18:53
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.07.2026, 19:12 von SonyKassette.)
Ich habe hier ein Frankenstein Kassettendeck, Laufwerk und Löschkopf, Alu-Front aus einem TC K 520, der Rest aus einem TC K 570.
Löschkopf am Board nicht anschließbar, Stecker passt nicht Sandwich Kopf aus dem 570er reingeschraubt, ohne die Platte dahinter, so wie ein normaler Kombikopf an 2 Schrauben festgeschraubt, es waren ja entsprechende Gewinde an der entsprechenden Stelle. Der Löschkopf läuft nun unangeschlossen einfach mit. Wird nur zur Wiedergabe genutzt. Ich dachte mir, ich mache mal wieder den Kopf sauber. Leider aber nicht nur den. Mir ist dann mal wieder am Capstan an einigen Stellen dunkle Kruste aufgefallen. Die war auch nicht einfach abzubekommen, es kamen neben Wattestäbchen mit Isopropanol Fingernägel, Radiergummi und Zahnpasta in Kombination mit Fingernagel zum Einsatz. Irgendwann hatte ich das alles dann soweit ab, das man kaum noch Rückstände fühlen konnte, da der Capstan immer an ist merkt man das sehr gut beim drehen. Leider stelle ich dann fest, dass bei einer No Name Kassette am Anfang nach dem Vorspannband der Ton dumpf wurde. Nach dem Stoppen habe ich schon einen ersten leichten Knick am Rand des Bandes gesehen. ================= Heute dann mal Laufwerk ausgebaut, im ausgebauten Zustand, Kassette rein und mal von schräg unten geschaut. Sandwich Kopf irgendwie sehr weit vorne am Gehäuse, nicht mittig. Die rechte Schraube war bereits auf Anschlag, an der linken Schraube gedreht. Bekomme den Kopf links etwa mittig hin. Denn auch bei der Andruckrolle ist das Band nicht mittig und der Löschkopf ist auch quasi nach hinten verschoben. Also Sandwichkopf, kompett abgeschraubt: Schau an, die beiden Gewindenubsis wo er reingeschraubt wird sind nicht gleich lang. Die rechte ist länger und daher war die Schraube da schon am Anschlag. ====================== Mir fallen zwei Möglichkeiten ein: 1 - den zu langen Nubsi abschleifen, da müsste ein knapper Millimeter weg. Dann würde man den Kopf warscheinlich soweit parallel bekommen, dass das Band (fast) in der Mitte laufen würde und dann würde es auch mit dem Löschkopf passen. 2 - irgendwo Laufwerksteile herbekommen, dass man den Sandwichkopf wieder auf die Platte schrauben kann und dann wie bei einem Drei Kopf Deck einstellen kann. Möglicherweise kommt das Knittern bei dieser Kassette davon, dass das Band irgendwie nicht so wirklich gerade durch den Bandlauf läuft. Hat hier jemand noch andere Ideen? So läuft die Kassette auch am Anfang halbwegs sauber.
Gruß
Lorenz
07.07.2026, 20:22
Wie Stecker passt nicht? Dann löte ihn doch an. Das wird schon irgendwie gehen, ggf. Kann man evtl. Die Kodierung oder die Ränder am stecksockel weg schneiden. Bisher ging das immer irgendwie…
07.07.2026, 20:38
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.07.2026, 20:41 von SonyKassette.)
Das wäre sicher eine Möglichkeit. Aber erstmal müssen wir den Bandlauf hinbekommen. Hatte bisher nicht wirklich vor damit aufzunehmen und würde das auch nicht ernsthaft machen so lange der Bandlauf nicht passt und der Kopf da so schief rum hängt. Man kann ja die Löcher über den beiden Schrauben am Kopf sehen, unten sind auch noch welche. Da könnte also auch die Platte montiert werden wie bei Dreikopf-Geräten. Oder man schleift halt den einen Nubsi runter, sodass der Kopf sich dann parallel anschrauben lässt.
Gruß
Lorenz
08.07.2026, 08:15
Das ist halt ohne Spiegelcassette alles nur Spekulation.
08.07.2026, 18:47
Ich habe keine und müsste mir eine basteln. Kann ich mal machen.
Gruß
Lorenz
Hier in der CH gibts gerade ein ungewöhnliches Angebot:
https://www.ricardo.ch/de/a/mega-set-100...323986684/ Schon erstaunlich, was manchmal so auftaucht... LG Manuel
12.07.2026, 23:05
(09.07.2026, 12:35)Marsilio schrieb: Hier in der CH gibts gerade ein ungewöhnliches Angebot: Die Beschreibung kommt mir in Anbetracht des milchschokoladebraunen Ferrobandes denn doch etwas optimistisch vor.
13.07.2026, 05:14
Da ich es nicht lassen konnte und mal wieder einen Philips Ur Recorder gekauft habe - dieses Mal einen N2209 von 1970, die letzte Generation mit Einhand Bedienung (ein 2203 fehlt mir noch), ein paar Gedanken, die durch diesen liebenswerten kleinen Kerl auf kamen:
Das Compact Cassette Logo scheint ja gar nicht von Anfang an auf den Cassetten gewesen zu sein. Die erste Cassetten Generation trägt es noch nicht, die zweite dann erst ab 1965 oder 66. Ich finde es wirkt schon immer aus der Zeit gefallen, passt mit seiner Verspieltheit eher noch in die 50er Jahre und ist so sperrig, dass es irgendwie doof unter zu bringen ist. Schon in den 70ern wirkt es auf vielen Cassettenhüllen antiquiert und in den frühen 80ern ist es fast nur noch auf deutschen Cassetten oder „Type 0“ Bändern, die sonst nichts zu bieten haben zu finden. In den alten Philips Prospekten finden sich so ziemlich von Anfang an hinweise auf bereits bespielte Cassetten, natürlich nur von der Deutschen Grammophon/PolyGram, von der Philips als Label ja Teil war. Der Begriff MusiCassette taucht dabei schon sehr früh - wenn nicht auch von Anfang an auf. Es scheint mir aber, als wäre das eine Erfindung von der deutschen Grammophon bzw. Philips selbst, denn so einen dicken Schriftzug kenne ich von anderen Labels nicht. Es ist im Grunde also falsch „MC“ oder „MusiCassette“ und eben nicht „Musik Cassette“ zu leeren oder selbst bespielten Cassetten zu sagen. MC meint explizit bereits vorbespielte Cassetten, scheinbar sogar nur von bestimmten Plattenfirmen. Außerhalb Europas (evtl. sogar dem deutschsprachigen Raum) scheint dieser Begriff nicht weit oder gar nicht etabliert zu sein. Schon auf Englisch klingt das Wort befremdlich. Obwohl es von der Schreibweise her ja doch international klingt. Die Philips Cassettenrecorder wurden in den USA gar nicht unter dem Namen Philips verkauft. Sie nannten sich dort Norelco. Auch die Cassetten wurden unter dem Brand verkauft. Deshalb nennt man die typischen Cassettenhüllen in den USA sogar „Norelco Cases“. Es scheint ja so zu sein, dass AGFA und BASF erst gegen etwa 1966/67 eigene Cassetten gefertigt haben, also gar nicht vor den Japanern sondern praktisch zeitgleich. Das heißt also entweder Philips hat von AGFA und BASF gekauft, oder von Beginn an von DuPont bezogen? Was mir auch nicht klar ist, ist die Sache mit dem Chromdioxid. Für mich ist das ein Kind von BASF, man liest aber überall es sei eine Erfindung von DuPont. Haben europäische Hersteller keine oder nur geringe Lizenzen abdrücken müssen oder entstand das in Zusammenarbeit sodass AGFA und BASF oder warum haben sie bis zum Ende daran fest gehalten, wo selbst Philips und PDM schon Substitute hatten oder zugekauft haben? LG Tobi
13.07.2026, 08:14
Der Begriff Musicassette wurde von mehreren Labels verwendet, nicht nur aus dem Philips/Polygram-Imperium. Aber international hat er sich nicht durchgesetzt, da zu sperrig. Auf den Plattenhüllen stand dann zum Beispiel einfach "Also available on cassette". Wie sich dabei von den 8-Track-Cartridges abgegrenzt wurde, weiß ich gerade gar nicht.
Agfa und BASF brachten eigene Leercassetten 1966 auf den Markt, anfangs nur als C-60, und für das Konkurrenzsystem von Grundig die DC-90. Alle älteren Philips-Cassetten enthielten BASF-Band vom Typ PES 18. Und vermutlich blieb das auch eine Zeitlang so, bevor Philips neben der Gehäuse- auch eine eigene Bandfertigung aufgebaut hatte. Umgekehrt hatten manche der sehr frühen BASF-Cassetten Philips-Gehäuse. Agfa hatte von Anfang an eigenes Bandmaterial (PE 65) und eigene Gehäuse. Du Pont kam erst 1970 ins Spiel. Die genauere Geschichte steht im dicken Buch ("Zeitschichten", hier im Forum verlinkt), hier nur kurz: Du Pont war Erfinder und Patentinhaber und erster Hersteller von Chromdioxid. BASF erwarb eine Lizenz für eine eigene Chromdioxid-Produktion und wurde nach ein paar Jahren selbst der größte Hersteller. Sämtliche Hersteller von Chromdioxid-Band kauften das CrO2 entweder bei Du Pont oder bei BASF, zumindest in der westlichen Welt. Was in der DDR und der Sowjetunion noch zusätzlich mit oder ohne Wissen und Erlaubnis von Du Pont passierte, liegt immernoch größtenteils im Dunkeln. Philips/PDM und auch deren Nachfolger MPO und SK, vielleicht sogar noch RMGI, haben in Oosterhout sehr lange Zeit Chromdioxid-Bänder hergestellt, die das magnetische Ausgangsmaterial von Du Pont bezogen, und als dort (wann?) Produktionsende war, wahrscheinlich von BASF. Als einzige Typ II FeCo-Cassette aus diesem Werk kenne ich die 1983er Philips MC*II - wobei aber völlig unklar ist, woher deren Bandmaterial überhaupt kam. Die 1985er MC*II hatte nämlich wieder Chromdioxid-Band, genauso wie alle späteren Philips- und PDM-Cassetten, die in Philips-eigenen oder in ICM-Gehäusen steckten. Erst die offensichtlichen OEM-Produkte von SKM und General Magnetics hatten FeCo-Band. Mal was ganz Anderes - gerade bin ich über diesen Artikel gestolpert, der nochmal ein paar interessante Einblicke in die Geschichte des schwedischen Cassettenherstellers Track Tape liefert. Man jage ihn durch eine frei wählbre Übersetzungssoftware: https://www.expressen.se/kvallsposten/mi...rade-allt/ Viele Grüße, Martin
13.07.2026, 12:10
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.07.2026, 16:05 von kesselsweier.)
Interessant, habt Ihr schön geschrieben! Gibt es Bilder zum '70er Philips?
Ich finde das Compact-Cassetten-Symbol recht schön, auch z.B. auf einer 80er Sony FeCr. Eines der letzten Cassetten damit war wahrscheinlich die BASF Reference Master... Hier noch die 1966er Cassettenprogramme von Agfa (PE 65, PE 85), BASF (PES 18, PES 12) und Philips (Philips-Cassetten waren bereits '65 zum gleichen Preis (hüstel) gelistet: Schöne Grüße Frank Edit: hier noch die 67er Datenblätter von BASF:
BASF PES18 PES12 technische Daten 1967.pdf (Größe: 746.79 KB / Downloads: 1)
Und die Programme von Agfa und BASF von Frühjahr/Sommer 1966:
13.07.2026, 13:42
Danke Frank! Dann kam die C-90 also doch bereits 1966 und sogar 1965 bei Philips. Und ja, die Preise sind heftig mit 11,50 DM für eine C-60. Ein paar Jahre Jahre später bekam man für den gleichen Preis die besten Bänder, und die Einstiegs-C-60 der Markenhersteller waren für 3 DM zu haben.
Viele Grüße, Martin
Fotos muss ich machen, wenn ich zuhause bin. Ein bisschen verrückt finde ich diese merkwürdigen Gegenmuttern in den alten Philips Gehäusen. Ich hab eine ohne Compact Cassette Logo. Dann müsste die von 65/66 sein und dann noch Einige mit. Erstaunlich ist: die laufen Alle noch. Natürlich klingen die nicht besonders gut, aber eben dem damaligen Standard entsprechend, die erzeugen auch kaum Abrieb und die Gehäuse sind sogar relativ leise.
Und ja die Reference Maxima hatte ich auch direkt vor Augen. Das Inlay wirkt auf mich wie ein Prototyp. Vielen Dank euch Beiden, für die tollen Infos!
13.07.2026, 15:07
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.07.2026, 16:08 von kesselsweier.)
13.07.2026, 17:12
Hoch interessante Infos! Danke auch von mir…
Viele Grüße
Manfred "The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
13.07.2026, 18:53
Sooo nachdem ich beim Piercer war und mir ein Weiteres Mal meine Unterlippe hab stechen lassen bin ich nun dazu gekommen, meine kleine aber feine Sammlung von „Shoebox Recordern“ mal aufzustellen.
Willkommen am Rand der Kautzigkeit. Ganz links der EL 3302 von 1967, praktisch der erste Cassettenrecorder mit leichten Verbesserungen, daneben 2 mal der N2209, im Prinzip sind die nahezu baugleich, nur dass das Gehäuse verbessert und verschönert wurde und nun eine Klappe mit Auswurf und mehr Metall hat. Dazu kommt die etwas höhere Leistung von 0,8 Watt durch die 6 statt 5 Batterien und einen Klangregler. Der N2209 verfügt außerdem über eine Dia Vorrüstung und hat den Impuls Lösch und Tonkopf bereits eingebaut. Im Gerät ist aber Nichts weiter, was damit irgendwas anrichten könnte, stattdessen braucht man eine Art Black Box, die zwischen Dia oder auch Super 8 Projektor bzw. Kamera gehangen wird. So ist es dann möglich über eine Synchronspur, die der Recorder auf die zweite Spur parallel zum Ton aufzeichnet Super 8 zu vertonen oder Dia Vorträge automatisch mit Synchron Impulsen anzusteuern, wenn man einfach nur die Cassette laufen lässt. Mit Spur 2 ist in dem Fall die komplette zweite Seite der Cassette gemeint. Die gesamte Cassette ist dann nur in eine Richtung nutzbar. Der N2209 AV hat eine Aufnahmeautomatik, die sich nicht ausschalten lässt, über die Black Box soll man aber auch Hand aussteuern können, wenn ich das richtig verstanden habe. Es gab das selbe Gerät auch als N2204, ohne AV Synchron Kopf. Alle Geräte inklusive des EL 3300, den ich leider nicht besitze, haben außer der normalen 5 Pol DIN Buchse eine zweite Buchse die wie eine DIN AV Buchse aussieht. Damit konnte man die Geräte an Autoradios, Netzteile und Fernbedienungseinrichtungen anschließen. Der N 2202 ist im Prinzip ein EL3302 im Design des 2204, aber ohne Netzteil. Er hat die selben Maße wie der 3302, während der N2203 um eine Aufnahme Automatik erweitert ist. Bei der Einhand Bedienung muss man beim Spulen die Taste fest halten - sowohl bei Vor als auch Rücklauf. Auto Stop gibt es nicht. Der N2204/2209 ist außerdem der erste Cassettenrecorder mit eingebautem Netzteil, weshalb man dafür auch dieses kautzige Netzkabel braucht. Das war noch vor dem Eurokabel. Man kann das Netzteil außerdem auf Alle möglichen Spannungen umschalten. Eine Chromumschaltung kennen die Geräte alle noch nicht, denn auch mit dem N2209 befinden wir uns erst im Jahr 1970. Die Anzeige Instrumente zeigen bei Wiedergabe alle den Batteriestand an, bei Aufnahme den Aufnahmepegel. Weit von HiFi entfernt klingen sie an einem externen Lautsprecher oder Verstärker doch erstaunlich gut. Die Laufwerke haben eine Qualität, die man in späteren Recordern dieser Sorte nicht mehr findet und sind extrem leise und stabil. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schnell die Spulen und wie viel Kraft sie haben. Bandsalat ist damit - wenn sie gut gewartet sind - eigentlich überhaupt kein Thema, auch wenn es keinerlei Sicherheitsmechanismen gibt und das Gummi ist von einer anderen Welt… die Andruckrollen sehen meistens aus, wie verschrumpelte Rosinen aber wenn sie keine Dellen oder Risse haben laufen die Bänder aus irgendeinem Grund immer noch sauber durch. Die Idler und Antriebsgummis kann man aufrauen und gestern ist es mir bei dem Einen N2209, der zu wenig Zug bei Wiedergabe hatte auch ganz einfach gelungen, ihn zu erhöhen. Der zieht jetzt ganz sauber, ohne dass Bänder geknickt oder gefressen werden, vorher hat er manchmal einfach nicht mehr aufgewickelt. Der ITT war auch noch da. Der ist sogar noch mal leiser… so leise sind die meisten HiFi Decks nicht. Daneben sind noch ein paar Unterlagen, die bei den Philipsen dabei waren. Der eine muss mal dem Besitzer einer Heimorgel gehört haben, denn der Klangregler war umgerüstet auf Pitch und wurde dort auch im Werbeblatt gemeinsam mit unterschiedlichen Orgel Begleit Cassetten verkauft. Ich hatte das mal zurück gerüstet, aber die Anzeige funktioniert aus irgendeinem Grund nicht mehr. Ich muss mal nach gucken, da ist wohl irgendwas auf dem Board kaputt, denn die Aufnahme und auch sonst Alles Andere geht nachdem das Laufwerk in Gang gesetzt wurde, aber ich hab ja jetzt noch den zweiten hier… vielleicht mach ich einfach aus 2 eins, denn da scheint Alles ok zu sein (bis auf dass natürlich die Riemen zu Schmiere geworden sind und ich auch den erst in Gang setzen muss). Auf der Philips Cassette hat irgendwer 1969/70 Pop und Rockmusik aufgenommen, teilweise vom Radio, teilweise mit dem Mikro. Die Qualität ist bei direkten Aufnahmen passabel. Ob die auch mit diesem Gerät gemacht wurden, weiß ich nicht. Sowohl die Mikrofone wurden ihren Recordern jeweils beigeliefert und jede Version hat einen Pause Schalter, mit dem man das Gerät fern bedienen kann. Es wird dann einfach nur der Strom unterbrochen und das Gerät hält an, aber für das was es ursprünglich gedacht war ist das natürlich sehr gut nutzbar. Jeder dieser Recorder hatte ebenfalls so eine Tasche mit Band dabei. Man kann das Gerät out of the Box mit Batterien füllen, eine Cassette nehmen, das Mikro in das Fach in der Tasche legen und dann direkt eine Straßenumfrage starten. Die Qualität ist deutlich besser, als die eines Diktiergeräts. Die Batterien halten ewig. So einen richtigen Sinn haben sie nicht mehr, aber irgendwie schreien sie „Nimm mich überall mit hin!“. Als Jugendlicher habe ich mir oft den Spaß gemacht und einen EL 3302 mit auf Freizeiten genommen. Ich fühlte mich wie ein Reporter und anstatt einer Videokamera habe ich eben Alles auf Cassetten dokumentiert. Das Gerät ist mir unterwegs nie ausgefallen. Nie und da war es schon 40 Jahre alt. Retrospektiv fühlt es sich an, als hätte ich in den 60ern oder frühen 70ern so ein Gerät besessen und es zu schätzen gewusst. Ich habe mehrere von den Dingern gehabt, sie mit ins Bad genommen und an einer externen HiFi Box meine Cassetten in erstaunlicher Qualität und ganz schön laut gehört. Vielleicht war das früher so ein Familienschatz, den der Vater sich vom Weihnachtsgeld gegönnt hat, dann den Kindern erste Hörspiele gekauft hat und wenn sie lieb waren, durften sie ihn zum Schlafen gehen auch mal benutzen und wenn man in den Urlaub mit dem Käfer gefahren ist konnte man ihn an das Blaupunkt Autoradio oder das Bajazzo mit der Autohalterung anschließen, am Küchenradio die Schlager der Woche oder die Frankfurter Schlagerbörse über das DIN Kabel aufnehmen oder heimlich beim Familiengeburtstag O Töne einfangen. Mein Vater hat alte super 8 Filme von Silvester 68/69, da hat er einen EL 3301. Sie hören dann damit irgendwie Musik, ohne ihn an etwas anzuschließen, jedes iPhone klingt besser! Aber mein Vater hält das Gerät die ganze Zeit in der Hand, er wirkt ziemlich glücklich. Jemand anders hat noch ein Koffertonbandgerät dabei, das natürlich viel besser ist, aber der kleine Recorder scheint ein Highlight auf der Party. Wahrscheinlich haben diese Geräte das was heute längst selbstverständlich ist erst möglich gemacht und deshalb haben sie verdient erhalten zu werden, weil sie doch irgendwie so liebenswert, nahezu niedlich sind, oder?
13.07.2026, 19:41
Danke, sehr schön.
Die schmale Schuhschachtel finde ich immer noch am schrullig-schönsten. Und deren Klappe würde doch auch B-215, AS-3000 und C-844 gut zu Gesicht stehen?
Also an sich finde ich ja den N2203 am Schönsten vom Formfaktor her und auch wunderschön ist der N2503 - ein frühes Stereo Deck zum Anschluss an die Stereoanlage.
Nachtrag: bemerkenswert finde ich übrigens auch, dass selbst auf dem EL 3300 die bis heute etablierten Symbole für die unterschiedlichen Funktionen sind. Bei späteren Geräten war das nicht immer so und bei Denen anderer Hersteller lange Zeit ohnehin nicht. Wir haben sie wie Buchstaben gelernt. Würde man den N2203 ein bisschen optimieren wäre er super minimalistisch. Aufnahme nicht durch extra Taste sondern durch drücken und dann nach vorn schieben des „Joysticks“, Auswurf durch die Stop Position bei ausgeschaltetem Gerät noch mal nach hinten ziehen. Volume Regler wie bei den ITTs links auf dem Bedienfeld eingelassen, so breit wie das Anzeigeinstrument, genau symmetrisch. Anschlüsse rechts von der Seite weg und unterm Batteriefachdeckel versteckt mit einem kleinen Loch zum raus legen der Kabel mittig hinten. Dann noch Auto Stop und automatische Chromumschaltung und das stünde wahrscheinlich im Museum of Modern Art als timeless item. Übrigens ist die Klappe bei den N Modellen bereits gegen versehentliches öffnen im Betrieb blockiert. (13.07.2026, 18:53)DOSORDIE schrieb: Wahrscheinlich haben diese Geräte das was heute längst selbstverständlich ist erst möglich gemacht und deshalb haben sie verdient erhalten zu werden, weil sie doch irgendwie so liebenswert, nahezu niedlich sind, oder? Klasse! ![]() Genau deshalb habe ich eine Schwäche für solche eher einfachen Geräte der vergangenen Alltagskultur und halte sie für definitiv erhaltenswert. Und gerade die frühen Philips sind historisch bedeutsam, sie sind halt schlicht der Anfang. Auch der deutsche Radiorekorder sollte m.E. etwas Liebe bekommen. Sowas stand in meiner Kindheit bei der älteren Generation in der Küche. Im Radio lief WDR4 oder Radio Niedersachsen und wenn eine Kassette drinsteckte, war das eine Schlagerkompilation vom Großen Preis mit Wim Thoelke, die da schon immer drinsteckte.
13.07.2026, 20:09
Ja kenn ich. Die Geräte sind ja auch keinesfalls schlecht. Ich will manchmal immer noch einen Grundig RR1140, weil ich das Konzept irgendwie spannend finde, auch wenn er in den höheren Lautstärken den Japanern restlos unterlegen sein wird, die Batterieoption mit 9V die sehr beachtliche (HiFi) Leistung leider drosselt, wobei man dem heute mit Lithium Akkus entgegen wirken kann.
Die meisten dieser Geräte klingen jedenfalls ganz gut und haben einen guten Empfang aber ab Mitte/Ende der 70er sind die Meisten schon keine deutschen Entwicklungen mehr.
13.07.2026, 20:11
Danke für diesen Beitrag! Ich finde auch daß diese kleinen Alltagsdudelgeräte von damals genau, so wie die HiFi Decks, es verdient haben, weiterzuleben.
Obwohl ich ein Kind des Ostens bin, kann ich mich auch noch an das EL3302 erinnern, meine Mutter hatte nämlich so eins, das hatte ein ehemaliger Kollege ihren Vaters mal besorgt. Damit hat sie in den 70ern dann samstags immer die ZDF Hitparade aufgenommen, das gab manchmal Zoff, weil mein Vater was anders sehen wollte. Dann ist sie mit mir zu ihrem Bruder, der in der Nähe wohnte, gegangen und hat da ihren Dieter Thomas Heck geschaut und aufgenommen (bei meinem Onkel ging das allerdings nur mit dem Mikro). An diese Episoden, inzwischen ein halbes Jahrhundert her, muß ich immer denken, wenn ich so ein Gerät sehe (hab in der Zwischzeit auch schon einige wiederbelebt, besitze selbst aber keines). Ein N2209 mit Tasche und Mikro hab ich sogar, bei dem fehlt mir allerdings das Netzkabel und die Endstufentransistoren leiden unter Whiskerwachtum (Tausch lohnt nicht, solange kein Kabel da ist). Soweit mir bekannt, wurde der Begriff "MusiCassette" von Philips erfunden, als werbewirksamer Name für die von dort (und Deutsche Grammophon) ja auch angebotenen vorbespielten Cassetten. Gruß Holger
13.07.2026, 21:39
Solche Geschichten sind es doch, die das Salz in der Suppe sind.
Ich habe auch eine kleine Sammlung von Boxkameras. Ich mag solche Sachen einfach.
13.07.2026, 21:40
(13.07.2026, 18:53)DOSORDIE schrieb: Der ITT war auch noch da. Der ist sogar noch mal leiser… so leise sind die meisten HiFi Decks nicht. Den ITT habe ich als SL 55, ist vielleicht ähnlich/gleich oder auch nicht, auf jeden Fall läuft der noch prima. Die Aufnahmeautomatik ist allerdings etwas schräg, sie schaltet bei der Aufnahme zunächst in volle Empfindlichkeit.
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Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
13.07.2026, 21:51
Genau SL 55 seit ca. 1970 bei mir, läuft noch immer prima, mal neue Riemen bekommen und in meiner Kindheit viel gelaufen
Lars
Revox B77 MKII 2 Spur / A77 MK III (2&4 Spur) / A77 MK IV 2 Spur, Tandberg 10X / TD20 / TCD 340, Akai GX215, Philips 4419/4515, Uher Report 4000 IC & Monitor, Uher CR 240, Grundig TK 147
13.07.2026, 21:57
Das mit der Automatik ist bei den alten Kisten oft so, da ist beim Start der Aufnahme der erste Moment oft übersteuert (eine Pausentaste hatten diese Geräte ja nicht). Bei meinem Stern-Recorder ist das auch so, andere Geräte (auch RFT, zB. Sonett, Anett) konnten das besser, die haben weich eingeblendet, bei manchen reagiert die Automatik auch schnell genug, so daß die Pegelüberschreitung am Anfang nicht auffällt.
Gruß Holger
14.07.2026, 04:43
Schöne Geschichten :-) Danke für eure Rückmeldungen!
Also das mit der Automatik kenn ich aber auch von den meisten Geräten so. Hat halt immer den Nachteil, dass kleine Peaks den ganzen Pegel hart runter ziehen können oder bei zu langen leisen Stellen extrem hoch gezogen wird. Bei späteren Geräten war der Pegel dann wohl teilweise fest. Bei meiner JVC Kompaktanlage mit Full Logic Autoreverse Deck habe ich solche Artefakte nie erlebt, Radio war eigentlich immer perfekt ausgesteuert, ältere CDs waren oft etwas leise. Ich hatte lange Zeit einen SKR 700 im Bad, wenn da morgens Radio lief hab ich gelegentlich einen Song als „Merkzettel“ aufgenommen, wo die Playlisten noch nicht im Internet standen. Die Aufnahmen wirkten mit dem nicht abschaltbaren ALC irgendwie immer „angezerrt“, selbst auf den ORWO Cassetten. Chrom konnte man mit West Cassetten natürlich gar nicht richtig nutzen weil die Empfindlichkeit ja auf die Ost Cassetten abgestimmt war, aber auch ORWO Chromdioxid klang darin nicht gut. Da war leider alles mit festen Widerständen. Dieses blöde Lizenz Laufwerk hat dann Probleme gemacht, die ich nicht mehr in den Griff gekriegt hab, auch das Fetten hat nix gebracht und das Ding nehm ich nicht noch mal auseinander. Hab noch einen SKR551, falls den einer haben will, der hat ähnliche Probleme. Da bleibt das Laufwerk nach Nicht Nutzung oder zu wenig Batteriespannung in der Mitte hängen und man kriegt das nur in den Griff, wenn man das Gerät öffnet und mit dem Finger nach hilft, falls den einer haben will. Das ist es mir nicht wert, den SKR700 hab ich dann weg gegeben. Der Mechanismus im R4100/SKR500 ist deutlich solider.
14.07.2026, 14:26
O ja, das berühmt- berüchtigte MU300 Laufwerk. So lange das Gerät neu war, funktionierte alles prima (etwa so 3 bis 4 Jahre, wenn man Glück hatte), dann ging der Ärger los. Der Antrieb mußte, speziell beim Einfahren des Kopfschlittens, gegen relativ stramme Federkräfte ankämpfen und die Übersetzungsverhältnisse in der Mechanik waren ungünstig. So kam es dann, daß kurz vor Erreichen der Endposition des Kopfschlittens, in Folge der dann auftretenden großen Kraftspitze der Riemen, sobald er ein ganz klein wenig schlaffer geworden war, durchrutschte. Ergebnis: Das Laufwerk hing fest, nix ging mehr, nicht mal die Cassette ließ sich noch bergen. Letzteres konnte, bei entsprechendem Cassetteninhalt, zu peinlichen Momenten führen, weshalb ein Kollege von mir damals sein Gerät (SC1800) trotz Garantie zu mir und nicht in die Werkstatt brachte. Bei Video gabs das letztgenannte Problem ja dann öfters.
Gruß Holger
14.07.2026, 14:43
Also ich mein bei Video kann das natürlich extrem peinlich sein, wenn es sich um - wie ein Arbeitskollege immer sagte - einen "Film für die Hydraulik" handelte. Aber bei Musik? In der DDR versteh ichs ja, wenn es sich um West Aufnahmen oder Privatgespräche, Hörspiele mit zweifelhaftem politischen Inhalt handelte, aber sonst müsste man sich ja nicht dafür schämen, ausser man hat ein Rocker oder Punker Image und hört heimlich Sandra, Dieter Bohlen oder Roy Black…
LG Tobi
14.07.2026, 15:47
Na ja, das war damals schon etwas speziell und, wie ich fand, übertrieben. Eigentlich hätte man das nicht als peinlich empfinden müssen, es war ja mehr eine Witzplatte namens "Hallo Detlev" auf der Cassette. Der Besitzer selber war auch nicht so einer, er hatte ein ganz normales Familienleben, einschließlich Tochter, Familie und Bekannte wußten auch von dem Band und haben selber drüber gelacht. Aber gut, ihm wars halt peinlich, vielleicht hatte er ja Angst, daß die RFT Werkstatt das der Stasi meldet. Lang, lang ists her, längst vergangen und vergessen.
Gruß Holger
14.07.2026, 15:56
Das Laufwerk kenne ich auch, wobei es im SC1800 besser für Aufnahmen taugt als im SKR700, bei dem klangen alle Aufnahmeversuche doch recht bescheiden. Mit dem SC1800 habe ich aus Faulheit schon mal Playlists vom Rechner aufs Tape überspielt, die Automatik ist recht ok. Aber dass am Anfang erst oft fast gar nichts aufgenommen wird und dann mit einem Mal nach 15-20s die Aufnahme einsetzt, nervt schon sehr. Man kann sich behelfen, indem man vorher ein paar mal die Aufnahme startet und stopt. Und dann sollte die Aufnahme möglichst unterbrechungsfrei die ganze Seite durchlaufen. Auch das Gefühl, dass die Tasten alle irgendwie klemmen, ist beim leichten SKR700 ausgeprägter. Das Laufwerk ist in der Tat keine allzu glückliche Konstruktion. Mein SKR700 ist aber aufgrund des An/Aus-Lautstärkereglers nicht mehr sinnvoll nutzbar. Das Ding ist dermaßen ausgeschlagen, dass Kontakt reine Glückssache ist.
(14.07.2026, 15:56)tk141 schrieb: [¨]Mein SKR700 ist aber aufgrund des An/Aus-Lautstärkereglers nicht mehr sinnvoll nutzbar. Das Ding ist dermaßen ausgeschlagen, dass Kontakt reine Glückssache ist. Bist Du Dir sicher, dass es ein An-/Aus-Lautstärkeregler beim SKR 700 ist? Der Netzschalter ist ja separat links an der Schmalseite unten (ein runder roter Knopf und schaltet nur die Sekundärseite des Netzteils beim SKR700). Der Lautstärkesteller ist sicher keine Ausgeburt an Robustheit, aber einen Schalter hat der nicht. Hatte selber mal SKR 700 und 701.
Viele Grüsse, Sebastian
15.07.2026, 08:18
Stimmt, grundsätzliches An und Aus ist nochmal extra, der Lautstärkeregler ist trotzdem Grütze und sorgt ursächlich dafür, dass nur noch manchmal, wenn der Mond für ein paar Sekunden richtig steht, Ton herauskommt (nachdem man vorher lange vorsichtig an ihm herumgefummelt hat).
Es gibt doch den Herrn Hennebach glaub ich noch. Da hatte ich einen neuen Input Switch für den SKR 551 bestellt, der war nämlich - wie man es kennt - kaputt. Mit dem Lautstärkeregler am SKR 700 hatte ich allerdings keine Probleme, aber ich kann bestätigen, dass der (doch sehr robust wirkende) Power Schalter rot und rechts sitzt. Einige Modelle hatten wohl sogar eine 75 Ohm Antennenbuchse im Batteriefach. Ich muss allerdings sagen, dass mich die Empfangsleistung von dem Gerät nicht vom Hocker gehauen hat. Da sind viele der großen Japaner besser, dafür Rauschen die in Stereo schon sehr früh. Ich hatte bei mir im Bad immer Probleme WDR5 damit zu empfangen, was wohl auch mit der Trennschärfe zu tun gehabt haben muss.
BTW diese Hallo Detlev Platte kenne ich, war damals schon flach, aber ne Zeit lang Mode. Allerdings finde ich die Bezeichnung „So Einer…“ ein bisschen fragwürdig, auch wenn das in der DDR vermutlich ein Problem gewesen wäre, was man ja nach außen hin abstritt, aber wer weiß was da Alles rein interpretiert worden wäre, wenn das der „Richtige“ gehört hätte.
28.07.2026, 21:00
Grüezi mitanand,
Welche Compact-Cassette war, in der Schweiz, die kostspieligste? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
28.07.2026, 21:03
28.07.2026, 21:08
(28.07.2026, 21:03)kesselsweier schrieb: das war einfach, gell? Nuja. Ein bisschen hat es bei mir gedauert, aber der Witz ist gut!
Viele Grüsse, Sebastian
28.07.2026, 22:47
Ich habe heute bei meinem Frankenstein Deck das Gewinde rechts wo der Schallkopf angeschraubt ist mit einer Metallfeile etwa einen Millimeter abgeschliffen. Jetzt ist kaum mehr länger als das linke. Die Metallspäne habe ich dann mit einem kleinen Magneten der mal an so einer weißen Magnet Pinnwand war oder so halbwegs um diese Stelle am Laufwerk eingesammelt. Der Schallkopf war komplett demontiert und nicht in der Nähe, der Löschkopf war noch dran.
Ist es nötig eine eventuelle Magetisierung der Capstanwelle und anderer Metall Laufwerksteile mit einer Entmagnetisier Drossel zu entfernen? Ist da überhaupt realistisch was? Kann der Löschkopf magnetisiert sein? Ich sehe sonst keine auffälligen Metallspäne mehr, die sich irgendwo in Bandpfadnähe sammeln. Akustisch beim Kassette hören ist auch alles unauffällig. Im Grunde würde ich nur die Entmagnetisier Drossel so 2m vor dem Gerät anschalten, das Gerät muss die ganze Zeit an sein, da elektronische Klappe, und dann langsam mit der Drossel zum Kassettenschacht, langsam da drin ein bisschen rumbewegen, über die Köpfe und Capstanwelle gehen und dann wieder langsam entfernen und ab ca. 2m Distanz die Drossel wieder aus machen. Ist das überhaupt sinnvoll, oder kann ich damit eher Schaden anrichten?
Gruß
Lorenz
29.07.2026, 10:17
Schleichende Magnetisierung verschwindet normalerweise kurz danach wieder. Bestimmt schon Alles wieder weg ;-)
29.07.2026, 14:30
Übrigens voll vergessen… der CHF Gag ist n Grower! Aber die CHF ist optisch auch echt sehr schön. Vielleicht sogar meine Lieblings Standard Cassette aus den 70ern. Bisher hat bei mir auch noch nie eine den Dienst verweigert, abgesehen von der relativ schlechten Dynamik, die sich aber mit der LH und ähnlichen Bändern messen kann klingt sie immer noch erstaunlich gut und sieht im Vergleich zu anderen Cassetten aus der selben Ära doch sehr fortschrittlich und für ihre Klasse sehr hochwertig aus. Ich mag das Rauchglas Gehäuse. Schade, dass es die höheren Versionen nur in schwarz gab. Aber vielleicht ist das auch eine Kodierung für „Cobalt Anteil“. Die Sony Cassetten sahen aber schon sehr früh sehr modern aus. Die großen Fenster und Label freien Gehäuse kamen ja bereits 1984. Da haben Maxell, TDK und Co. Noch ein paar Jahre auf Gold gesetzt und BASF steckte eh in den 70ern fest.
LG Tobi
Ja, die Sony-Kassetten habe ich diesen Sommer auch quasi wiederentdeckt - und die erste Serie mit den grossen Sichtfenster hat's mir ebenfalls angetan. Ist gerade mein Sommer-26-Projekt, die gescheit zu bespielen, damit mein gelber Walkman wieder Futter hat.
Verblüffend gut finde ich die HF-S und HF-ES. Das sind ja "nur" typ I, aber die performen überragend. Besser als so manches renommierte Typ II-Band. LG Manuel
29.07.2026, 20:20
So. Nun habe ich tage an einem funktionierenden Philips N2209 gearbeitet. So ganz bin ich mit dem Drift noch nicht einverstanden. Wo er her kommt weiß ich allerdings nicht. Ich habe aus 3 1 gemacht und unterschiedliche Motorregelungen ausprobiert, es ist bei Allen das Gleiche, die Geschwindigkeit weicht immer mal wieder stärker ab. Den Capstan hab ich aufgeraut, ob der Selengleichrichter damit zusammen hängt? Batterie hab ich noch nicht ausprobiert. Messen mag ich jetzt nicht mehr, grad läuft die Cassette konstant. Vielleicht muss sich der frisch geschmierte Antrieb auch erst mal einfahren. Evtl. ist es aber auch der Motor, den hab ich nicht auseinander genommen, bei den alten Dingern ist das meist doch riskant.
Und ausschliessen, dass da nicht überall der selbe Germanium Transistor oder Kondensator kaputt ist kann ich auch nicht. Gemessen hab ich nicht tiefer, weil augenscheinlich Alles läuft. Fakt ist: Das Laufwerk an sich ist in seiner ursprünglichen Form HiFi tauglich. Es ist ja quasi unverändert im Ur Recorder verbaut gewesen. Ich bekomme 0,11-0,13% W&F WRMS raus und die Aufnahmen werden auf so einer alten BASF Low Noise Cassette von 1970 auf wundersame Art hervorragend, erstaunlich gut ist das beiliegende Mikrofon, das vom EL 3302 ist nicht so besonders. Natürlich ist das kein HiFi und nur Mono, aber wenn ich mir spätere Recorder dieser Klasse anhöre und damit vergleiche was da so raus kommt ist das schon wirklich beachtlich. Zu einer Zeit wo Singles und UKW häufig noch Mono waren und der Bass eh nie tiefer als 50 Hz ging war damit gut zu leben. Ein HiFi Tonbandgerät wäre mit selber Musik kaum überlegen gewesen. Das selbe Gerät in Stereo (Was es ja in anderer Ausführung mehr oder weniger gab) war schon echt ausreichend. Gäbe es dieses Gerät in der selben Form in Stereo Ausführung wäre ich sein Fan. Aber weiß evtl. Jemand wie weit die Geschwindigkeit zwischen liegend und Senkrechtbetrieb abweichen darf? Das ist mir doch ein Bisschen viel...
29.07.2026, 20:58
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.07.2026, 21:05 von Analoghoerer.
Bearbeitungsgrund: Nachtrag
)
Ursache der Geschwindigkeitsabweichungen ist meist der Kontaktsatz sk2, der Polwender zum Umkehren der Drehrichtung bei Rücklauf hat mitunter Kontaktprobleme. Die Schaltung ist kein "echter" Regelkreis sonderen nur eine Steuerung (Spannungsstabilisator, der durch Mitkopplung den Innenwiderstand des Motors kompensieren soll, um Drehzahlschwankungen bei Belastungsänderung auszugleichen). Diese Kompensation wird jedoch durch den zusätzlichen variablen Übergangswiderstand des Kontakts direkt im Motorstromkreis gestört, so daß die Drehzahl aus dem Ruder läuft. Beschränkte Abhilfe ist nur durch penibles regelmäßiges Reinigen der betroffenen Kontakte möglich.
Eine lageabhängige konstante Drehzahl (waagerecht anders als senkrecht), deutet auf Motorverschleiß bzw. innere Verschmutzung des Motors hin (zu großes Axialspiel der Motorwelle, sich lageabhänig ändernder Bürstenübergangswiderstand). P.S.: In stereo hats Geräte mit diesem Laufwerk, dann mit Drucktastenbedienung, auch gegeben, zB. N2400, N2506. Gruß Holger
30.07.2026, 05:35
Ich danke. Ja, ich kenne diese Laufwerke, nur gab’s die halt nicht mit dem Joystick.
Dann muss ich wohl doch mal so einen Motor auseinander nehmen, hab ja genug, die vom 3302 von denen ich vermutlich auch noch 4 oder 5 Leichen hab sollten ja ebenfalls gleich sein. Und an den Polschalter kommt man ja relativ leicht dran, hatte die Kontakte schon angekratzt, weil ich sowas vermutet habe, aber anscheinend reicht das dann nicht oder es kommt halt grundsätzlich durch den Motor.
31.07.2026, 12:11
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.07.2026, 12:12 von kesselsweier.)
Salve,
die Kollegen von Tapeheads haben einen 1984er Test der BBC von verschiedenen Calibration Cassette Tapes verlinkt: https://www.tapeheads.net/threads/facebo...es.121091/ Interessant ist m.E. besonders die Unsicherheit bei der Frage, welcher Cassetten-Azimut denn nun der annähernd richtige sei... ![]() Die 83 britischen Pfund für eine BASF Bezugsbandcassette entsprächen bei einem 1984er Wechselkurs von 1:3,64 einem Preis von, hüstel, 302,12 DM. Schöne Grüße Frank
31.07.2026, 12:24
Gestern ging diese Testcassette von BASF auch für gutes Geld weg.
Gutes Geld, muss aber ja 2 Leuten es wert gewesen sein, einer hat gewonnen.
Andreas
* *Hier finden Sie die Signatur.
31.07.2026, 20:19
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.07.2026, 20:21 von tape--fan75.)
(29.07.2026, 14:30)DOSORDIE schrieb: ...Die großen Fenster und Label freien Gehäuse kamen ja bereits 1984. Da haben Maxell, TDK und Co. Noch ein paar Jahre auf Gold gesetzt und BASF steckte eh in den 70ern fest. Also soweit mir bekannt, hatte die BASF seit Ende der 70er Jahre als erster Hersteller überhaupt eine Cassette mit transparantem Sichtfeld (Chrom Super, dann später die Maxima im Eulen-Design), durch das man die Spulen sehen konnte. Das hatte physikalische Gründe: Die beiden unterschiedlichen Plastikstoffe sollten sich gegenseitig dabei unterstützen Gehäusevibrationen und damit Modulationsrauschen, durch das Gehäuse selbst verursacht, zu reduzieren. Freilich waren das zu Anfang noch zwei getrennte und geklebte Plastikteile, aber später wurden die dann auch gleichzeitig in der Form gespritzt und nicht mehr eingeklebt. Die BASF war doch in der Kunststofffertigung quasi zu Hause, da wurden auch ständig neue hitzefeste Kunststoffe für die Autobranche usw. entwickelt, die mussten auch hitzebeständig und nicht verformbar sein unter Hitze. Zudem flossen ab Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre auch immer mehr Forschungsergebnisse von Herrn Götz zur Bedeutung der Präzision des Cassettengehäuses in die Produkte mit ein, so dass ich den Satz "... die BASF steckte eh in den 70ern fest." nicht nachvollziehen kann. Spätestens mit dem damals neu eingeführten Cassettenhäuse mit Deckel, bei dem die Bandführungselemente nur auf einer Seite sehr präzise geformt wurden und die andere Seite nur als Deckel fungierte und das Gehäuse das längliche durchsichtige Sichtfeld hatte, waren die BASF Cassettenhäuse mindestens so präzise wie die japanischen. Durch die bei diesem damals neuen Gehäuse umgesetzten Präzisionsinnovationen waren sie sogar die präzisesten überhaupt, auch was garantierte Hitzebeständigkeit bis über 80 Grad Celsius anbelangt.
31.07.2026, 21:16
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.07.2026, 21:19 von Rabia sorda.)
Zitat:Durch die bei diesem damals neuen Gehäuse umgesetzten Präzisionsinnovationen waren sie sogar die präzisesten überhaupt, auch was garantierte Hitzebeständigkeit bis über 80 Grad Celsius anbelangt. Naja, die war bei den damaligen Kassettentests in den 80ern eher nicht sonderlich erwähnenswert, denn selbst die Fuji GT-II, die extra deshalb als "FOR CAR STEREO" angepriesen wurde, wurden dabei beide von der regulären "schweren" Maxell XLII-S übertroffen.
31.07.2026, 21:42
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.07.2026, 21:54 von tape--fan75.)
(31.07.2026, 21:16)Rabia sorda schrieb:Zitat:Durch die bei diesem damals neuen Gehäuse umgesetzten Präzisionsinnovationen waren sie sogar die präzisesten überhaupt, auch was garantierte Hitzebeständigkeit bis über 80 Grad Celsius anbelangt. Zitat:DOSORDIE schrieb: ...Die großen Fenster und Label freien Gehäuse kamen ja bereits 1984. Da haben Maxell, TDK und Co. Noch ein paar Jahre auf Gold gesetzt und BASF steckte eh in den 70ern fest. Die Maxell XLII-S kam doch erst so um 1987 auf den Markt mit dem neuen Gehäuse. Das hat doch mit den Verbesserungen der BASF, die schon Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre in deren Gehäuse einflossen und dem obigen Kommentar nichts zu tun. Es ging bei meinem Kommentar doch darum aufzuzeigen, dass die BASF eben nicht wie oben geschrieben angeblich "in den 70er Jahren stecken" geblieben wäre mit ihren Cassetten. Die Gehäuseformen - auch wenn selektiert - waren auf jeden Fall gut genug für professionelle Bezugsbänder und Messcassetten. Das 1987/88 Gehäuse der Maxell XLII-S war schon sehr gut und hielt wohl um die 15 Grad Celcius mehr Hitze aus, als die 85 Grad Celsius Hitzebeständigkeit der damaligen BASF Gehäuse. Aber ob man das für hochwertige Aufnahmen dann auch brauchte, die man wohl kaum im Auto liegen lässt? Zumal das eingespulte Band in der damaligen XLII-S seine eigenen Eigenheiten hatte und diese Cassetten auch vergleichsweise hochpreisig waren. Außerdem waren die Gehäuse der Cassettengeneration davor vergleichsweise schon sehr hitzeempfindlich und verformbar im Vergleich zu den BASF Gehäusen der gleichen Cassettengeneration.
31.07.2026, 21:50
Zitat:Die Maxell XLII-S kam doch erst so um 1987 auf den Markt mit dem neuen Gehäuse. Das hat doch mit den Verbesserungen der BASF, die Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre in deren Gehäuse einflossen und dem obigen Kommentar nichts zu tun. Es ging bei meinem Kommentar doch darum aufzuzeigen, dass die BASF eben nicht wie oben geschrieben angeblich "in den 70er Jahren stecken" geblieben wäre mit ihren Cassetten. OK, da gebe ich mich nun geschlagen. Wenn es zeitgleich nichts anderes gab was gleichwertig oder gar besser war, dann wird das BASF-Gehäuse natürlich zu diesem Zeitpunkt das non plus ultra gewesen sein. Dies meine ich jetzt so wie ich es schrieb und somit nicht negativ, weil ich erst seit den 80ern jegliche Kassettentests kenne. |
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