Revox halt. Nur die aufwändigste Lösung ist gut genug.
Aber nicht zuletzt dafür liebe ich diese Teile. Insbesondere das B215 ist radikal: Nix Riemen sondern für jedes Teil einen eigenen Motor. So machte man halt ein Vier-Motoren-Laufwerk. Konsequent.
(11.06.2025, 09:10)DOSORDIE schrieb: Ich find jedenfalls auch, dass es super aussieht!
Schon irre, dass man eine ganze Platine gebraucht hat, nur um ein Display zu beleuchten.
Danke, dann haben wir den gleichen Geschmack
Ich vermute, damals war die LED Technik noch so weit, deshalb hat man sich für diese Leuchtfolie entschieden. Diese hat aber eine sehr begrenzte Lebensdauer. Bei allen B 215s muss man die Leuchtfolie wechseln, da diese sehr schnell altert. Ich habe da mal Bilder aus dem Archiv gekramt, als ich mein B 215s revidiert habe:
Originalzustand, grün, sehr schwach, Display im Schatten:
Neu und alt parallel:
Nach Auswechslung im blauton, da ich grün als Folie nicht bekommen hatte...
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Am Wochenende kommt meine Nichte zu Besuch. Also gut dachte ich mir, nimmste mal was passendes für die Jugend auf ein schönes Tape auf und lässt Dein neues Revox B 215 aufspielen. Es soll ja noch was anderes als Streaming geben...
Gut was könnte der Nichte gefallen? Klar, Mileys neuntes Album „Something Beautiful“. Kassette rein, Aufnahme läuft...
Oh, mein Gott...ich habe selten so ein "dreckig" aufgenommenes Album gehört.
Bei jedem Lied musste ich Vor- und Hinterband vergleichen, weil ich dachte...oh, das rauscht aber mächtig, oh, jetzt verzerrt der Bass, oh, jetzt verzerrt der ganze Track usw. Ist der OPAMP hinüber, stimmt die Vormagnetisierung, Passt der Rec EQ....
...ja, passt alles, das Album ist einfach "dreckig" aufgenommen. Am B 215 liegt es nicht...
Da soll noch einmal jemand sagen, Kassetten klingen schlecht... Nach der ganzen Aktion erst mal "Brothers in Arms von Dire Straits" gefüttert...ach klingt das B 215 herrlich...
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Weiß ja nicht, was die Quelle war. Uploads auf Youtube beispielsweise sind ja öfters grottenschlecht, da manche meinen, obwohl sie keine Ahnung haben ,mit irgendwelcher Audiosoftware daran herumfummeln zu müssen.
Bei gekauften CDs ist aber auch nicht immer alles gut, da gabs vor vielen Jahren schon mal den Ärger, dass Aufnahmen geclippt waren, ganz zu schweigen von zu Tode komprimierter Dynamik. Ist heut leider vieles oft nur noch auf stotterkreischgröhlklopfzischkrachbumm optimiert (ein Toning. ist da dann überflüssig). Nun ja, wers mag....
(13.06.2025, 08:22)Manfred_K. schrieb: Es gab ja auch schon Lieder, da wurde, zwecks "coolness" das Knistern der Platte künstlich mit aufgenommen. So was mag ich halt gar nicht...
Ich auch nicht.
Wobei ich eh hauptsächlich ab Platte aufnehme - und da kommt ist das Knistern dann halt natürlich...
Manchmal hilft eine Plattenreinigung direkt vor der Aufnahme etwas.
Man darf aber nicht die technischen Vorraussetzungen der Quelle mit dem mutwillig mies gemischten Masters moderner Pop Produktionen vergleichen (was ja auch subjektiv ist). Ob YouTube oder Tidal ist technisch eigentlich erst mal egal, weil Alles „gut genug“ und der Cassette haushoch überlegen ist. Da sind eher die Leute, die hinterm Mischpult sitzen oder wenn es von privat kommt die, die keine Ahnung haben, wie man Musik vernünftig digitalisiert bzw. So konvertiert, dass sie dem Standard der Quelle entsprechen. Das war auch zu Tauschbörsenzeiten schon so. Da konnte man 320 kbps MP3s runterladen, die klangen wie 64 kbps, weil die Leute zu doof waren ihre Ripping Software vernünftig zu konfigurieren und es ihnen eh egal war wie es klang, weil die 50 Mark PC Boxen sowieso einen Scheiß Sound hatten. Fürs Meiste war auch damals eine 128 kbps Datei schon ausreichend - wenn man es richtig machte.
Wir müssen halt damit leben, dass der Standard der Meisten Menschen bei Musik nicht besonders hoch ist. Das war aber früher auch nicht anders, denn die Wenigsten hatten ein Revox Cassettendeck. Eine Bausteinanlage mit Komponenten die bei 250 bis 400 Mark pro Stück lagen, war für die Meisten schon was richtig Gutes.
Leute, spult Eure Cassetten zurück, oder steckt sie zumindest in Hüllen mit Arretierung für die Wickel! Diese hier lag nämlich in einer Kiste mit losen Cassetten vom Hüllenfresser:
Bei der ersten Denon HD-M mit derart gekräuseltem Band vor ein paar Jahren schob ich es noch auf schlechte Lagerung, die sah nämlich ziemlich fertig aus. Aber diese hier ist ansonsten sehr gut erhalten!
TDK MA der späteren Serien (so ab den 90er Jahren) verhalten sich manchmal genauso.
das ist durchaus meistens so. Allerdings verformen sich die TDK- und Denon-Metallbänder derart stark, daß man beim Aufwickeln extrem vorsichtig sein muß. Bei einer hat es mir dabei mal das Band zwischen den Wickel und das Gehäuse gezogen - das war auch noch eine CDing IV oder sowas aus Japan mit verschweißtem Gehäuse Und die erste derartig gekräuselte Denon hat es mir damals auch etwas zerknittert (ok, die war sowieso nicht mehr gut). Bei der letzten hier gezeigten konnte ich das Band zum Glück unfallfrei aufwickeln, dann einmal komplett von vorne bis hinten abspielen (waren gruselige 80er-Schlager drauf), jetzt ist sie wieder gut zum neu bespielen.
Danke dass du das auch mal belegst! Ich hatte das mit mehreren späten MAs, die ich damals noch neu gekauft habe nämlich auch und bin dann ständig ausgelacht worden, das sei ein Einzelfall. War es aber nicht. Man muss höllisch aufpassen. Solang sie in der Hülle gelagert werden oder im Gerät bleiben ist alles ok. Aber wenn man sie nur kurz „frei schwebend“ aus den Augen lässt ist ein Unfall zu erwarten!
27.09.2025, 16:59 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.09.2025, 17:36 von Marsilio.)
Heute endlich mal wieder eine Kassetten-Wühlkiste am Flohmarkt. Zumeist das übliche in falschen Hüllen, aber diese zwei Exemplare konnte ich doch nicht liegenlassen:
Diese Ferro Super gab es hier in der CH kaum; fehlte mir daher noch in der Sammlung. Und ja. die performt richtig gut. Weiss das jemand - ist es dasselbe Band wie in der Ferro Maxima oder war das da eine Neuentwicklung?
Die CM II ist die letzte Chroma Maxima offenkundig FeCo-Band und nicht mehr CrO2 wie in den früheren Exemplaren mit diesem Design. Wohl eher nicht dasselbe Band wie in der TP II, oder liege ich da falsch?
28.09.2025, 11:50 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.09.2025, 11:51 von 2245.)
Die blaue Super ist schon ein guter Fang, sowas findet man gar nicht mal so einfach in irgendwelchen Konvoluten.
Dagegen ist die späte Maxima Massenware... das Band ist aber zumindest bei den Exemplaren von 1999 und 2000 dieich hier habe ein anderes als das der Super oder TPII.
Es ist das Band das auch in der Reference Master steckt, gut erkennbar an dem Zebramuster der Beschichtung.
Von wann ist denn deine und hat sie auch das Zebramuster?
28.09.2025, 14:24 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.09.2025, 14:26 von Marsilio.)
Meine ist gemäss dem Code von 1998.
Was mir da aufgefallen ist, dass sie nicht so wahnsinnig pegelfest ist bzw. mein B215 bei der automatischen Skalierung relativ wenig Pegel erlaubt. CrO2 schliesse ich aber trotzdem relativ sicher aus; bei der Aufnahme gibt es kaum weiteren Pegelverlust und der Wachsgeruch fehlt komplett. Meine älteren Chrome Maxima mit demselben Design sind von 1994 und zeigen alle deutlich Eigenschaften von Echtchromband.
Mangels einer Reference Master kann ich das mit dem Zebramuster nicht wirklich beurteilen.
@EZ: Yes, in fact, the tape on my first attempt at recording reminds me very much of that of the LH Maxima I. It must be the same.
10.10.2025, 21:21 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.10.2025, 22:00 von SonyKassette.)
Vorhin habe ich dieses Video auf YouTube gesehen und konnte mir nicht vorstellen, dass der Generation Loss beim analogen Kopieren von Kassette so krass sein soll.
Wenn beide Bänder, (nur moderate) Dropouts haben und wenn die Vormagnetisierung etwas zu hoch eingestellt ist, wird es recht schnell dumpf und die Dropouts werden dann so viel, dass es einfach nicht wirklich brauchbar klingt. Da klang schon die 4. Generation schlimm. Und ich hatte bis zur 14. Generation kopiert. Das war dann echt extrem.
Dann nochmal ein Test mit zwei anderen Bändern die kaum/keine Dropouts hatten. Da klang die 2. Generation noch recht gut, die 4. war noch ok, die 6. noch gerade so brauchbar. Weiter habe ich dann nicht getestet. Ich vermute die 8. Generation würde noch für einfachere Rekorder reichen. Aber dann wird es unschön.
Ich vermute, man könnte mit sehr guten Bändern und sehr penibler Pegel- und Biaseinstellung bis zur 10. Generation brauchbar hinkommen.
Naja, er hat auch neuzeitliche Cassetten verwendet, womöglich mit Bandmaterial von NAC oder aus China. Da kann das nicht lange gut gehen.
Es gab eine Szene, die Konzertmitschnitte auf Cassetten untereinander getauscht hat, insbesondere unter Grateful-Dead-Fans, aber auch für andere Künstler. Deren goldene Regel war, möglichst nur Maxell XL II zu verwenden. Schon TDK galt als Notlösung. Das kam nicht von ungefähr: Die Maxell-Bänder produzierten einfach die wenigsten Aussetzer und waren mechanisch am unempfindlichsten, die Gehäusequelität durchgehend gut, und die Einmessung paßte bei den allermeisten Geräten auch ohne Nachhelfen von Anwendern, die sich besser mit der Musik als mit der Technik auskannten.
Ab und zu kommt mal so ein Deadhead-Tape in einem Konvolut mit, und die sind tatsächlich meistens gut anhörbar, obwohl wahrscheinlich in x Generationen kopiert. Solange bei keinem der Kopiervorgänge grobe Azimutfehler passieren, leiden die hohen Frequenzen weniger. Die vielen Generationen hört man dann stattdessen an immer aufdringlicherem Rauschen, was bei Live-Mitschnitten von Rockmusik allerdings eher zweitrangig ist. Kritisch wird insbesondere auch der Gleichlauf, da addieren sich die Unregelmäßigkeiten aller beteiligten Geräte.
Ja, gerade diese ganzen verschiedenen BASF Typ II Kassetten, da blicke ich beim besten Willen nicht mehr durch. Manche in meinem Fundus sind Top, andere dagegen lassen sich noch nicht mal mehr richtig einmessen.
Die besten Erfahrungen habe ich auch mit Maxell Kassetten gemacht. TDK ich schon deutlich abgeschlagen.
CS II und CM II sind ab 1996 FeCo-bänder, TP II sowieso immer. Die sind alle gut bis sehr gut und haben keine Alterungsprobleme.
Alle CE II und die älteren Jahrgänge CS und CM II beinhalten mehr oder weniger Chromdioxid und sind daher der Alterung ausgesetzt. Die sind dann je nach Lagerung entweder auch noch gut oder eben nicht mehr, selbst wenn das Band aus derselben Charge stammt. Die gut gelagerten haben zwar auch etwas an Empfindlichkeit verloren, lassen sich aber noch einmessen.
Spoiler: Die Bänder der amerikanischen Firma NAC (National Audio Company), mit der Revox eine Kooperation vereinbart hat, sind von zweifelhafter Qualität.
Was ich mich frage ist, besteht die B77 MK III aus Restbeständen der alten Geräte und etwas neuer Elektronik oder werden da aktuell neue Teile gefertigt?
Ich bin gespannt ob da der Xte Tanashin Clon raus kommt oder wirklich mal was Neues. Wenn die Preise allerdings denen der B77 entsprechen sehe ich schwarz und das könnte dann auch den Markt negativ beeinflussen und die Preise insgesamt nach oben treiben. Die "High End Master Kopien" auf "Neu gefertigtem Typ II Band von NAC" wo dann eine Cassette 80 oder 100 Euro kostet und die Tapedecks für 10.000 und in den High End Foren wird dann toll geschwurbelt wie geil der Revox Walkman für 800 Euro klingt und Alles Digitale in den Schatten stellt.
Nee, noch schlimmer: Das wird dann als Bestätigung genommen, daß Cassetten schon immer sch*** waren. "Wenn selbst Revox nicht mehr aus dem Format rausholen kann..." oder ähnlich.
Die B77 Mk III besteht nach allem, was wir bisher gesehen und zusammengetragen haben, aus Altgeräten, die Revox über die Jahre angekauft hat, beispielsweise wenn ein Kunde nach dem Kostenvoranschlag von einer Reparatur abgesehen hat. Vielleicht auch teilweise aus unverkauften Restbeständen. Diese werden nun mit neuen Köpfen bestückt, unbekannte Anteile der Elekronik erneuert, und letztendlich die Optik aufgehübscht. Für den hohen Preis bekommt man also nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein vom Hersteller einmal komplett überarbeitetes Gerät.
Im Cassettenbereich planen sie zunächst einen "portable" - das wird, vermute ich, wirklich auf den nächsten Tanashin-Klon hinauslaufen, ein eigenes Design bekommen, vielleicht auch eine Funktion, die den Konkurrenten fehlt, und etwas teurer als die entsprechenden Modelle von Fiio, We are Rewind und RTM verkauft werden, aber mehr als 250 Euro können sie für sowas auch nicht verlangen. Selbst 250 wäre schon sehr hoch gegriffen, würde aber von einigen Fans bestimmt trotzdem gekauft - das wird der Markt regeln, wie man so schön sagt :-)
Eine kleine Hoffnung habe ich, daß sie analog zur B77 auch alte B710 oder B215 im komplett revidierten Zustand anbieten. Das wäre dann nochmal ein amtliches Cassettendeck. Allerdings würde das kaum unter 10 000 Euro abgehen, von daher auch wieder für viele unerreichbar. Als junges Gebrauchtes für die Hälfte würde ich dann allerdings schon ins Grübeln kommen... immerhin nimmt es weniger Platz weg als ein weiteres altes Auto.
31.10.2025, 12:51 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.10.2025, 12:51 von SonyKassette.)
Eine Frage zu meinem Denon DRM540;
Ich hatte vor ein paar Jahren den Riemen und die Andruckrolle gewechselt. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass das Gerät, wenn es sich erwärmt nach ca. 30-60 Minuten anfängt geringfügig hochfrequent zu leiern. Also nicht so langsame Gleichlaufschwankungen, wie ich es bei einige Sharp GFs gesehen habe. Diese haben auch eher wenig gestört, sondern eher wie ein Flattern, was dann vor allem auffällt wenn im Musiksignal entsprechend hohe aber lang genug anhaltende Töne vorhanden sind.
Wieso kommt das leiern anscheinend ausschließlich bei Erwärmung vor?
(31.10.2025, 11:56)ikrone schrieb: Auch 5 Mille kämen für mich für ein einziges Gerät nie in Frage.
Man kann auch ohne Revox leben.
Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos (Loriot).
Wahrscheinlich würde ich es auch für 5k nicht kaufen, zumal bereits ein B215 vorhanden ist. Ich wollte damit nur ausdrücken, daß so ein Preis nicht völlig aus der Welt wäre. WIe viel jeder einzelne ausgeben kann und mag, ist idividuell höchst verschieden.
31.10.2025, 16:02 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.10.2025, 16:15 von Olllafff.)
Dieses Jahr war ich mal wieder beim RevoxFanTreffen in Dietikon/ Schweiz, Standort der neuen Revox-Zentrale und des ebenfalls neuen Studer- und Revoxmuseums. Was in diesem Museum aufgrund privater Initiative bisher zusammengetragen wurde, hat mich sehr beeindruckt.
Ziel des Museums ist es u.a. die Geräte nicht nur auszustellen, sondern diese auch funktionstüchtig und betriebsbereit zu halten. Kein Museum war nach Aussage des Museumsgründers bereit, seine Sammlung zu übernehmen. Alle angefragten sagten aus Platzgründen und/ oder aus Mangel an fachkundigem Personal ab. Viele ehemalige Studer- und Revoxmitarbeiter arbeiten (wohl auch ehrenamtlich) an der Idee mit und halten die Geräte instand. Noch ist das Wissen und die Kenntnis vorhanden, aber auch junge Leute sind wohl dabei und werden entsprechend geschult - wenn ich das richtig verstanden habe. Es ist immer noch erstaunlich, wieviele verschiedene Geräte Studer- und Revox hergestellt hat - gerade auch Sonderanfertigungen für spezielle Einsatzzwecke.
Aber das Museum war nicht der Hauptzweck der Veranstaltung - auch wenn man sich von diesem einen Synergieeffekt erhofft. im Mittelpunkt standen vor allem die neuen Produkte von Revox. Die Firma wil ja schließlich weiter existieren. Der Beitrag des Hobbyschraubers ist dafür nur marginal und wird keine Firma in ihrer Existenz unterstützen. Man muß schließlich Geld verdienen. Zu diesen Produkten kann man nun stehen, wie man will. Revox arbeitet heute eher auf der Ebene einer Manufaktur. Man versucht seine Nische zu finden. In heutigen Zeiten nicht einfach. Die Mitbewerber sind heute die größten Player der Welt. Apple, Google usw. gehören heute zu den reichsten Unternehmen der Welt. Für die ist es kein Problem mal eben eine Milliarde US-Dollar in eine Idee zu stecken, um Neues (?) zu entwickeln. Für Unternehmungen wie Revox ist das unmöglich. Sie spielen in einer kleinen Nische. Und sie zehren von ihrer Geschichte. Und zu der gehört auch die B 77. Sie wurde natürlich ausführlich vorgestellt.
Die B 77 Mk III soll über Features auf höchstem Niveau verfügen. An folgenden Stellen wurde weiterentwickelt (übernommen aus der Kurzübersicht des Referats):
• Die Funktionalität ist ganz deutlich in Richtung STUDER verschoben
• Das seit Jahrzehnten bewährte Antriebskonzept wurde übernommen
• Spezielle Andruckrolle mit Doppel Kugellager Design in Verbindung mit neu produziertem Capstanschaft für sehr niedrige Gleichlaufschwankungen
• Audio Elektronik ohne Elektrolyt- oder Tantal Kondensatoren im Signslweg
• High End Kopfhörerverstärker - Impedanzen ab 30 Ohm
• Neu designte Tonköpfe - Produktionsort bewährt seit Jahrzehnten
• Digital Counter - Länge- und Zeit Anzeige
• Pause Tasten Funktion
• Ab Werk auf LPR90 und SM900 Tonbänder eingemessen (2 Qualitätsstufen)
• XLR- und RCA/Cinch Anschlussmöglichkeiten (Studio und Amateurpegel)
• Alle gängigen 1/4" - 2 Spur Tonbänder können abgespielt werden
19 cm/Sek. - 1/4" - 257 nWb/m - NAB
38 cm/Sek. - 1/4" - 320 nWb/m und 510 nWb/m - NAB und CCIR
• Kein Computer, kein Touchscreen, kein Zukunftsproblem
• Gebaut im ReVox Klangwerk in Villingen-Schweningen / Deutschland
• Über 400 neu konstruierte und/oder neu produzierte Teile
• Handfertigung jeder einzelnen Tonbandmaschine
• Umfangreicher Funktionstest
• Derzeitige Produktionskapazität von 20 Stück B77 MK III im Monat
• Serien Lieferbeginn Mai 2025
Dazu kann man nun stehen, wie man will. Es wurde demonstriert, wie lange der Capstan nach dem Ausschalten noch ausrollt. Es waren nach meiner Erinnerung zwei Minuten. Natürlich stelle ich mir die Frage, was das bringen soll, wenn der Bandzug nicht geregelt ist.
Natürlich stelle ich mir die Frage, wem das alles 20.000 Euro wert ist.
Und natürlich wünsche ich Revox viel Erfolg, damit ihre Geschichte lebendig bleibt und ich noch einen Ansprechpartner habe, der sich um meinen Krempel kümmern kann. Gerade ist meine Revox B215 in der Reparatur. Die Tonköpfe sind durch. Es werden neue eingesetzt. Das finde ich toll.
Den Tonfall hier im Forum (an anderer Stelle) gegenüber Revox finde ich von daher nicht immer angebracht. Manchmal hat er etwas Gehäßiges, Neidisches, Nörgelndes und Niedermachendes, obwohl man vom Angebotenen nichts kaufen muß. Wir in diesem Forum sind definitiv nicht der Adressat! Und wenn irgendjemand bereit ist, sich solch ein neues, altes Gerät zu kaufen, dann nur zu. Es rettet Arbeitsplätze. Revox will und muß Geld verdienen. Aber klar ist auch, Revox wird nie mehr in der Liga spielen, wie noch im Audiobereich vor 35 Jahren. Die Zeiten haben sich geändert.
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut
Deinen Ausführungen stimme ich absolut zu. Ich bin ja auch ein Revox B 215 Fan. Die Maschinen sind für mich das Non Plus Ultra der Tonband- und Kassettentechnik. Von der Ersatzteilversorgung können Fans anderer Marken nur träumen...
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Danke! Aber war es nicht so, daß das Preis für den Service ist? Man muß also erstmal ein B215 dort abgeben, das zumindest noch halbwegs beisammen ist. Interessant finde ich das Angebot trotzdem, auch wenn gerade kein eigener Bedarf besteht.
Noch besser. Hoffentlich gibt es den Service auch noch nach ein paar Jahren, wenn mein Gerät wieder danach verlangen sollte.
Mal etwas ganz anderes - Hier hat jemand Verkaufsstatistiken verschiedener Medienformate in den USA über mehr als 50 Jahre zusammengetragen und eine nette Animation daraus gemacht:
Kann man ruhig mit erhöhter Geschwindigkeit laufen lassen. Interessant finde ich unter anderem, daß dort die Cassetten mittlerweile wieder die CDs überholt haben. Allerdings geht nicht hervor, ob auch Leermedien mitgezählt wurden, und wenn ja, dann welche (nur Audio- oder auch Daten-CD-R).
11.11.2025, 20:50 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.11.2025, 20:51 von tape--fan75.)
Hallo,
ist denn bekannt, ob es bei den 90 Minuten Cassetten der BASF Chrome Super II von ca. 1989 unterschiedliche Bänder gab? Ich habe gesehen, dass die rückseitigen Werte im gleichen Modell eine Verbesserung von 0,5dB, sowohl bei der Dynamic bei 315Hz, als auch bei der Dynamic bei 10kHz, erfahren haben. Außerdem ist der Print through von manchmal 53dB auf 55dB verbessert angegeben. Gab es bei diesem Modell im Lauf der Zeit unterschiedliche eingespulte Bandrezepturen - meines Wissens wurden diese Cassetten alle in Willstätt produziert? Danke.
11.11.2025, 23:39 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.11.2025, 23:40 von Kirunavaara.)
Hallo, während der Produktionszeit dieser Serie gab es tatsächlich eine kleine Änderung, die Cr Super und Maxima betrifft (die ja im Prinzip beide das gleiche Band hatten, nur waren bei der Maxima die Toleranzen etwas enger gesteckt, so daß man jeweils ca. 1 dB bessere Werte draufschreiben konnte). Es waren aber nach wie vor Zweischicht-Chromdioxidbäder, die Unterschiede vorher/nachher eher akademischer Natur.
Ungefähr gleichzeitig wurde auch bei den beiden Modellen die Länge C-100 neu eingeführt; ich meine, die Gesamtdicke der 90er Bänder hätte sich bei der Umstellung auch etwas geändert. Oder sieht das nur so aus, weil die Füllmenge von 132 auf 135 m erhöht wurde, was auch irgendwann innerhalb dieser Serie passierte?
12.11.2025, 20:21 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.11.2025, 20:24 von tape--fan75.)
Also in allen meinen 90 Minuten Cassetten bei beiden Print through-Werten (53dB bzw. 55dB) sind Bandlängen mit 132m enthalten - das hat sich also nicht verändert und ist leider auch keine Erklärung für die verbesserten Messwerte. Daher meine Vermutung bzw. Frage, ob bekannt ist, ob es während dieser Cassettenserie eine leichte Veränderung/Verbesserung der Pigmente oder Beschichtungen gab?
Unabhängig davon ist es wohl richtig, dass es Cassetten mit 100 Minuten gab, auf denen zu lesen war, dass diese die gleiche Banddicke haben wie die 90 Minuten Cassetten. D.h. in die 100 Minuten Cassetten wurde das gleiche Band eingespult wie in den 90 Minuten Cassetten nur eben mit 10 Minuten entsprechend mehr Bandlänge. Das beantwortet leider aber die obige Frage nicht, denn eine Verbesserung von 2dB print through in der geichen Serie bzw. Sorte ist schon beachtlich und ohne irgendeine Veränderung nicht plausibel erklärbar, denke ich.
12.11.2025, 20:40 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.11.2025, 20:41 von Kirunavaara.)
Hat ja auch niemand behauptet, daß die Verbesserung der magnetischen Daten etwas mit der eingespulten Bandlänge zu tun hätte. Das wäre auch ziemlich absurd :-) Natürlich wurde an der Magnetschicht selbst etwas geändert - nur was genau, feinere Pigmente oder höhere Packungsdichte, darüber weiß ich leider nichts Genaues. Zu der Zeit warf die Marketing-Abteilung leider bereits lieber mit Slogans wie "Verdammt nah an der CD" und "99,9% Rauschfrei" um sich, als technische Details kund zu tun.
Was ich nur meinte: Es gab innerhalb der Serie 1988-91 eben ein paar kleine Änderungen, die nicht unbedingt exakt gleichzeitig stattgefunden haben müssen. Mit fiel mal auf, daß eine Cr Maxima 90 mit den alten dB-Werten und eine Cr Maxima 90 mit den neuen dB-Werten unterschiedlich große Wickel haben, was entweder ganz banal an der geänderten Bandlänge liegen kann, aber eben auch an einer geänderten Beschichtung oder Trägerfolie. Für letztere wäre wiederum die Einführung der C-100 das wahrscheinlichste Argument.
Warum haben sich damals, ich glaube es war Ende der 70iger Jahre, diese 2 Schichtenbänder "Ferro Chrom" Typ 3 Kassetten nicht durchgesetzt. Da wäre doch bestimmt noch Entwicklungspotential vorhanden gewesen. Eine vertane Alternative?
14.11.2025, 15:23 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.11.2025, 15:23 von Kirunavaara.)
Die Ferrochrom-Bänder hatten einen Pferdefuß: Die beiden Magnetschichten waren durch die verwendeten, grundverschiedenen Pigmente zu unterschiedlich in ihren Eigenschaften. Die Tiefendynamik-Werte waren traumhaft, aber die Höhenaussteuerbarkeit (oft als SOL angegeben) litt darunter, daß der Arbeitspunkt nie wirklich zu beiden Schichten paßte. Dazu noch der Badewannen-Frequenzgang, den zwar eine gut abgestimmte Aufnahmeentzerrung einigermaßen ausgleichen konnte, aber bei den meisten Geräten wurde dieser Zusatzaufwand leider nicht betrieben, selbst wenn sie eine Typ-III-Umschaltung hatten. Die veränderte in vielen Fällen leider nur den Bias und nahm die gleiche Aufnahmeentzerrung wie für Typ II.
Im Grunde wurde Ferrochrom weiterentwickelt zu den Zweischicht-Chromdioxid und später Zweischicht-FeCo-Bändern. Da paßten die magnetischen Eigenschaften der beiden Schichten viel besser zueinander, damit stimmte auch die Höhendynamik, und sie waren weitgehend kompatibel mit den bereits vorhandenen Typ-II-Einstellungen an den Geräten.
Die Ferrochrom-Idee lebte also als Chromdioxid Super und als SA-X weiter, und viele andere Zweischichtbänder sollten noch folgen, vereinzelt sogar für Typ I (Denon DX4, BASF LH-MX I und einige Fuji/Axia).
Martin, dein Wissen beeindruckt mich immer wieder. Ich freue mich jedes Mal von dir zu lesen. Vor Allem die Geschichten im Zuammenhang mit BASF finde ich immer wahnsinnig spannend! Vielen Dank. Immer wenn ich denke, ich hätte Alles gelesen kommt wieder so ein spannendes historisches Detail von dir.
Ich finde diesen Thread Absolut beachtlich und hochinteressant, als jemand der sich gerade in das Thema reinfuchst.
Versteht mich nicht Falsch... Absolut neu ist mir das auch nicht, jedoch habe ich meine letzte Cassette aufgenommen, da müsste ich 10 Jahre alt gewesen sein. Das war 2002. Als jemand der als Kind damit hauptsächlich Kontakt gehabt hat (und dann auch noch in dem Zeitraum) ist da natürlich viel Fachwissen und Erfahrung rund um das Thema liegen geblieben. Auch wenn ich natürlich viel an Vaters Anlage aufgenommen habe.
Umso mehr freut es mich an Tagen heute ein wenig Kindheit aufkommen zu lassen. Ich habe momentan noch wirklich wenig Kassetten (5x TDK D und eine BASF Chrome Extra 2) und wollte einfach mal wieder das Gefühl einer neuen Cassette erleben. Also habe ich zugeschlagen, bei einem Modell, das mir wirklich äußerst gut Gefällt!
Ich habe schon viel über sie gelesen und nach einem Test bin ich sehr Positiv angetan!
Ich bin kein Sammler und möchte Spaß an der Musik haben. Es war irgendwie etwas besonderes nach der Zeit mal eine Cassette auszupacken.
Das Lächeln wurde aber bei einer Probeaufnahme deutlich größer! In meinem Technics Deck optisch total stimmig, lässt sich toll aussteuern und ist gegen das was ich sonst da habe echt ein Luxus Tape!
Mehr NOS ist nicht zwingend notwendig, aber ich merke trotzdem, ich brauche Nachschub. Dann reichen mir aber auch gern gebrauchte. Trotzdem nichts desto trotz war das irgendwie etwas besonderes für mich.
Manchmal sind es die kleinen Dinge...
Tolles Band!
Du hast damit eigentlich alles richtig gemacht.
Ich bin etwas älter und kenne daher auch einige anderen Tapes.
Ich war immer ein "Kind" von Maxell und That´s und mit denen bin ich aufgewachsen. Diese möchte ich dir somit auch ans Herz legen.