Tapedeck-Cassetten-Stammtisch
Vielleicht ist der ja mal ersetzt worden. Zacken abgebrochen oder so. Es gab ja früher so Reparaturets. Das Label an sich sieht jedenfalls schon nach was Offiziellem aus.
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Heute nach Feierabend mal wieder rasch durchs Brockenhaus gegangen und die Kassetten-Wühlkiste inspiziert - dieses Mal sind es diese beiden Memorex Chromium Dioxide, die ich nicht liegen lassen konnte:

   

Auf dem B215 schaffte ich es aber nicht, das Band einzumessen, obwohl es optisch noch soweit gut aussieht. Nun ja, das Band ist halt auch bald 50 Jahre alt... 
Die dunkelblauen Klappboxen aber sind der Hammer, ich benötigte echt einige Momente um das Prinzip zu begreifen und die Boxen öffnen zu können.  Big Grin

Weiss jemand hier ob diese Kassetten noch Einleger hatten? Meine Exemplare hier haben so was, das zwar echt passgenau ist und auch aus hochwertigem Glanzpapier besteht, aber wohl doch eher selbstgemacht zu sein scheint.

LG
Manuel
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Schöner Fund! Einleger gab es in diesen Memorex-Boxen nie, dafür aber viel später bei russischen Nachbauten. Was es aber gab, waren weiße Stöpsel, mit denen die Wickel arretiert wurden, weil ja bei diesem System keine Arretierungen in die Hülle eingebaut werden konnten. Fast niemand setzte diese Stopper nach dem ersten Gebrauch wieder in die Cassetten ein. Und so manche davon fliegen bestimmt noch in zeitgenössischen Cassettenrecordern herum.

Hier sind die Stöpsel bei den eingepackten Exemplaren sichtbar:
http://agfabasf.com/catalog/memorex/memorex-1971-79/

Bei den alten Memorex-Gehäusen sind meistens die Schaumstoff-Andruckkissen platt, was auch gerne zur Nicht-Einmeßbarkeit des Bandes beiträgt. Abspielen geht dann gerade noch, halt etwas dumpf, aber beim Neubespielen hagelt es Aussetzer. Dazu kommt dann noch die Chromdioxid-Alterung, vor der auch die Memorex-Bänder nicht verschont bleiben. Ich hatte schon Exemplare davon, bei denen sich die Beschichtung in kleinen Partikeln überall im Gehäuse verteilte.

So hübsch diese frühen Memorex auch sind - technisch sind sie leider meistens unbrauchbar. Die Eisenoxid-Variante namens MRX2 bzw. 3 Oxide krümelt zwar nicht, stattdessen klebt aber deren Band manchmal, was auch nicht besser ist. ALso alle eher was fürs Museum.

Viele Grüße,
Martin
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Tja, diese Andruckfilze bei Memorex... in Verbindung mit den geklebten Gehäusen ist das schon ein Problem.

Was die Bänder betrifft so fällt mir auf der anderen Seite ein, dass insbesondere die High Bias-Bänder eigentlich doch sehr alterungsbeständig sind; ich habe da etwa zehn Exemplare (blau und schwarz) und bis auf eins, bei dem aber das Band seitlich leicht beschädigt ist, lassen sich die alle noch gut einmessen und bespielen. Mit Chrom Bias habe ich auch bei den neueren blauen Kassetten Schwierigkeiten.

Da zeigt sich halt auch mal wieder die Unterschiede FeCo vs. Chromdioxid bei der Alterung.

LG
Manuel
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Also wenn man den Andruckfilz erneuert laufen die normalerweise alle wieder gut. Eine Chromdioxid Hab ich jetzt nicht, aber die HB II ist topp. Ich glaube die hatten ein eigenes Konzept und dass die geschweissten Gehäuse zu Gunsten der Steifheit waren. Der Andruckfilz ist ja von einem speziellen Abschirmblech umgeben, das den Tonkopf praktisch umschließt. Dementsprechend hätte da so ein Federblech nicht rein gepasst. Die Gehäuse laufen bei mir Alle flüsterleise und butterweich. Ich Habe den Eindruck Memorex hat bei Vielen das Billig Image, ich halte die aber für hochwertige Cassetten, quasi Underdogs. Die hatten das große Fenster schon Jahre vor BASF und die Hüllen hatten auch immer ganz eigene Konstruktionen. Assserdem find ich die Gleitfolien, de einmal um de Hubs gehen voll cool.

Bei den frühen HB II ist es nur leider so, dass sie sich meistens nicht vollständig löschen lassen. Das haben ja viele frühe FeCo Cassetten. Für ihr Alter haben sie auch recht gute Dynamikwerte. Ich meine mal einen großen Test von Anfang der 80er gelesen zu haben wo Memorex ganz vorn mit dabei war. Und ich glaube die waren auch relativ günstig.

LG Tobi
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In den 80ern hatte ich auch ein paar Memorex Typ II. So gut wie TDK SA und Maxell XL-II waren sie für mich nicht, aber gute, brauchbare Cassetten.
Vor ein paar Jahren habe ich es damit noch mal versucht. Da verhielten sie sich ähnlich wie die Agfas. Gute Aufnahmen waren nicht mehr möglich.

Grüße
Ingo
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Die neueren, blauen Chrome Bias II Super sind aber FeCo-Bänder von SKM. Diese hier:
https://www.ez647.sk/cc/memorex_crxii.html

Memorex-Cassetten waren eher im gehobenen Preissegment, solange sie noch Eigenkonstruktionen waren und in USA und teilweise Irland hergestellt wurden, also bis etwa 1985. Das Design der Gehäuse und Hüllen gefiel mir auch sehr gut: Immer eigenständig, aber trotzdem sehr "clean" und schnörkellos. Beim Bandmaterial konnten sie durchaus mit der Konkurrenz mithalten, auch wenn sie nie wirklich die besten waren. Aber die verschweißten Gehäuse waren, obwohl sie schick aussehen, eher lausig. Nicht nur wegen der unsäglichen Andruckkissen. Auch die Präzision ließ zu wünschen übrig. Und die glatten Gleitfolien waren doch eher Schmirgelfolien und trugen nicht gerade zu sauberen Wickeln beim Umspulen bei. So klemmen die alten Memorex-Gehäuse dann auch recht gerne. Das wurde erst in den 80ern abgestellt, als stattdessen transparente Wellen-Gleitfolien eingesetzt wurden. Es gibt auch noch die Legende von "Wilhelm", der in den 70ern bei BASF USA darauf drängte, die deutschen Gehäuse verwenden zu dürfen, weil die amerikanischen BASF-Gehäuse die zweitschlechtesten auf dem US-Markt gewesen seien, nur Memorex sei noch schlechter.

Das Billig-Image von Memorex kam dann in der zweiten Hälfte der 80er, als die Cassetten fast alle in Korea zugekauft wurden, und das Einstigesmodell dBS in bunten Verpackungen und bunt bedruckten Gleitfolien in Transparentgehäusen günstig verkauft wurde. Bei den Amis heißen diese Cassetten "Clown Car Tapes". Die höherwertigen und noch von Memorex oder dem neuen Eigentümer Tandy selbst produzierten Modelle HBX II und CDX II wurden scheinbar gar nicht mehr nach Europa exportiert. Es gab hier also irgendwann nur noch bunte Einstiegs-Cassetten von Memorex.

Viele Grüße,
Martin
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This?
https://ez647.sk/cc/memorex_hb.html
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(08.03.2025, 15:04)EZ647 schrieb: This?
https://ez647.sk/cc/memorex_hb.html

Hier der Überblick der Typ II von Memorex nach der Klappbox-Generation: 
   

Obere Reihe: die blaue Generation - links Chromium Dioxide, rechts High Bias
Mittlere Reihe: die silberne und schwarze Generation - links Chrome Bias, rechts High Bias
Untere Reihe: die letzte "richtige" Memorex-Generation. Links FeCo bereits von SKM Korea, Mitte High Bias US-made, rechts Metal Particle US-made.

LG
Manuel
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Hast Du die HBX II und CDX II aus der unteren Reihe bei uns gekauft, oder sind die inoffiziell über den Atlantik gekommen? Beide Modelle habe ich damals nämlich nie gesehen, die CRX II von SKM dagegen durchaus.

Echtchrom ist da nur in der oberen linken und vielleicht noch in der Chrome II mitte links. Letztere gab es übrigens auch noch kurzzeitig mit blauem Gehäuse aus der Vorgänger-Serie.

Zwischen der zweiten und der dritten Reihe gab es noch eine weitere Generation in schwarzen SKM-Gehäusen. Bei der HB II war das Etikett identisch zum Original in der zweiten Reihe. Die silberene Chrome II wurde ersetzt durch die Chrome Bias II Super, die ausgepackt der HB II zum Verwechesln ähnlich sah:

http://agfabasf.com/images/content/img12105.jpg
https://www.45spaces.com/audio-compact-c...=aud927686

Bei einem kleinen Verpackungs-Update wechselte die Spielzeit die Farbe:
https://www.45spaces.com/audio-compact-c...=aud256378

Viele Grüße,
Martin
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Die HBX II in der unteren Reihe kaufte ich vor einigen Jahren bei Ebay in Deutschland. Die CDX II habe ich von einem Tausch mit Sebastian, der hier auch ab und zu mitschreibt. Ich muss ihn mal fragen woher er sie hatte. Das Band ist übrigens weit weg von der IEC-Norm und zumindest mein Exemplar ist auf dem B215 praktisch uneinmessbar.

Die HBX II, die übrigens sehr anständig performt (und endlich auch normale Andruckfilze hat) taucht ab und zu mal gebraucht in der Bucht auf, wenngleich nicht oft.

Die CDX II ist selten, ab und zu wird sie aber in England angeboten; möglicherweise stammen die HBX II und die CDX II auch aus England und Irland.

LG
Manuel
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Interestingly as with the HBII USA Memorex, the tape is black, similar to the Realistic HD in green packaging. Complicated kailbration, but it's not really chrome.
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Von diesen Memorex Kassetten habe ich auch so einige. Die in der blauen Klapphülle hatte ich im anderen Thread auch mal gezeigt, wenn ich mich recht erinnere.
Die HBX II finde ich von der Optik her total gelungen, alleine der eingeprägte "Memorex" Schriftzug macht was her.
Von den CRX II habe ich einige neu bespielt und war überrascht, dass die doch recht gut performen. Nur leider neigt das Band zwischendurch immer wieder zu Dropouts und kurzzeitigem Pegelabfall, das ist etwas schade. Gibt ja aber genug Alternativen  Wink

Irgendwo im Bestand sind noch ein paar dbs.
Und auch eine "Sound Invasion"
Eine solide Planung ist die Grundvoraussetzung einer gelungenen Improvisation
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Bei der CRX II ist halt die Frage, wie alterungsbeständig das SKM-Band ist. EZ647 hat auf seiner Website ja aufgezeigt, dass es mit dem SKM-Typ II-Band Probleme geben könnte.

Hier übrigens der Direktvergleich Memorex CRX II und das Original von SKM, die SKC HX:
   

LG
Manuel
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A propos SKM - hier habe ich noch eine als Allorgan.
         

Bislang kannte ich die Allorgan eher als ICM. 

Was hat es eigentlich mit der Marke Allorgan auf sich? Wo gab es die? Weiss jemand von Euch mehr?

LG
Manuel
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Also ich hab noch so eine 70er Jahre 120er Memorex. Die ist eine Superferro mit einem ziemlich komplizierten Namen, aber sie verformt sehr gut und lässt sich sehr hoch aussteuern. Die Gehäuse laufen bei mir Alle noch sehr gut, Azimut ist mit neuem Andruckfilz dann auch ok. Eine Echtchrom habe ich irgendwo, aber die performte wirklich ähnlich wie eine spätere AGFA Stereochrom mit "Bandfraß", allerdings sind die FeCo Memorex Bänder, wenn sie nicht geschunden wurden bei mir Alle noch gut nutzbar bis auf den o.g. Löscheffekt. Allerdings kann ich auch gegen spätere SKM Cassetten Nichts sagen, die sind nicht wirklich schlechter…

Dieser Wilhelm postet im tapeheads Forum und hat genau diese BASF Story da auch so geschrieben, das liest sich wie ein Wirtschaftskrimi, halte ich aber für möglich, denn die "JAMPROOF" Cassetten der 70er von BASF scheinen wirklich nicht so dolle zu sein. Zeitlich kommt das mit den Gehäusen jedenfalls Alles hin, was er schreibt und auch das mit den Duplizierwerken klingt sehr plausibel...
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Some Tapeheads members have found damage to the heads after using selected SKM FeCo Type II's, in a milder form than the damage from the Mexican Aurex (Sony) So the caution I give to all these Type II tapes is precautionary.
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Can you say which SKM Tapes are causing this?
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As a precaution, I have stated this for most Type II SKMs.
Realistically there were complaints about Memorex CD2 Made in China and Fuji DR-II Made in China.
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Not sure but the Only SKM Cassettes I have in use are Scotch XS II from 1990.
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Maybe it will be okay.
SKM has changed their recipe formulations and the look and color of the tape many times, and the problems are typical of the newer ones made in the latter half of the 90's, but caution is always needed.
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Ich habe in der Bucht mal wieder eine SK-Variante entdeckt, die ich so noch nie gesehen habe:
https://www.ebay.de/itm/116557947535?_sk...R-rR1oDIZQ

Hat jemand von Euch eine Ahnung, was für ein Gehäuse das ist? Ist es das typische frühe mutmasslich italienische Gehäuse einfach in einer vereinfachten Variante?

LG
Manuel
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Das ist eine Kopie des klassischen SNC-Gehäuses (Soda Nikka, Japan), welches bei uns allerdings vor allem durch den ersten Nachbau von Saehan bekannt wurde. Hier haben wir wiederum den Nachbau des Nachbaus, erkennbar an der abweichenden inneren Konstruktion, vor allem oben bei den Löschsicherungen.

Woher diese Gehäuse wirklich kommen, weiß ich noch nicht. Es kommt bei iranischen Cassetten der Marke Dena vor, kann aber auch von wo ganz anders dorthin und nach Neuenrade geliefert worden sein.

Viele Grüße,
Martin
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Vielen Dank. Die Vielfalt der Kassetten, die bei SK verarbeitet wurde, ist schon erstaunlich - und auch woher sie die Dinger bezogen.

LG
Manuel
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Derzeit läuft bei mir gerade diese Kruidvat Chroom - die habe ich vor vielleicht acht oder neun Jahren bespielt. 

Eigentlich dachte ich, das sei ein Chromdioxidband, kann aber fast nicht sein. Erstens haben die Aufnahmen im Laufe der Zeit absolut keinen Pegelverlust erlitten und zweitens hatte ich die Kassette damals mit für Echtchrom mit deutlich zu viel Pegel aufgenommen - die Aufnahmen sind aber nirgends verzerrt sondern im Gegenteil ausgezeichnet erhalten geblieben. Der Wachsgeruch fehlt auch. Ich denke daher, dass das FeCo ist. 

   

Diese Kassette gab es auch als Rossmann. Vielleicht hat hier jemand eine zum Zeigen.  Smile

LG
Manuel
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Sunkyong Korea (SKM, SKC)
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Kann man den Transistor, der dafür sorgt, das der Motor eines Sony WM D6C zu viel Volt bekommt nicht einfach durch einen passenden Widerstand oder ein kleines Potentiometer ersetzen?

Quelle:
https://old-fidelity-forum.de/thread-9941.html
Gruß
Lorenz
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Hallo!

Beim Umräumen gefunden:

   

Gruß
Wolfgang
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Hallo Zusammen,

hier mal wieder in meinen Augen ein recht gutes Angebot. Manchmal braucht ja der eine oder andere ein paar mehr Kassetten. Die Dame hat einiges im Angebot, falls jemand Interesse hat:

https://www.kleinanzeigen.de/s-bestandsl...d=43274159

Falls jemand Interesse hat.

Viele Grüsse
Volker
Womit ich derzeit Musik höre: 
Kenwood KA-801 | KT-815 | KX-1060 | KD-4100R | Lautsprecher NUMAN Retrospective 1977
SONY TA-FE510R | ST-SE500 | TC-K690 | TC-KE600s | CDP-XE220 | MDS-JE330
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Ich stelle mal an dieser Stelle eine blöde Frage in den Raum:

Maxell UD Cassetten sind Ferrobänder
Maxel XL Cassetten sind Chrombänder

Gehe ich dann recht in der Annahme das Maxell UDXL II Ferrochrom Bänder sind ?
Was dagegen spricht ist, das sie die Schlitze für Chromcassetten haben und es ja auch UDXL I Bänder gibt.


Maxell UDXL II in der älteren Ausführung mit dem edlen Schwarz/Goldnen Inlay...meine absolute Lieblingscassette, da hab ich bestimmt 20 Stück von.

[attachment=81010]

Ich suche ja noch eine 18 cm Tonbandspule Maxell UDXL II, aber die werden ja wie Goldbarren gehandelt.....
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chromdioxid no exist
https://ez647.sk/cc/bb/maxell_udxl9075d.JPG
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Also die Hierarchie hat sich glaub ich ab Anfang der 80er verändert.

Es gab UD, UDXL, UD II und UDXL II.

Später gab es UD, XL I, XL I-S und UD II, XL II und XL II-S

Das Eine eben Typ I und das Andere Typ II aber jeweils unterschiedliche Klassen.

Und nein, Chromdioxid ist das Alles nicht, es sind Ferro und Ferro Cobalt Bänder.
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Aber die UDXL hat die Schlitze für die Chrom Bandsortenerkennung ....auch wenn wohl kein Chrom Band drin ist
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there is no detection nor holes for chromdioxide, there is only High Bias Type II, which includes chromdioxide, Ferrocobalt cassettes and even metal type II.
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Typ II ist nicht automatisch Chrom. Also ursprünglich ja, aber die Deutschen hatten hohe Lizenzgebühren worauf sie Japaner ihre eigene Formeln entwickelt haben, die mit den Eigenschaften von Echtchrom kompatibel waren. Es sind aber Ferro Cobalt Bänder. Bis auf ein paar frühe japanische Sorten, sind Alle Ferro Cobalt oder Reineisen, das die Eigenschaften von Typ II hat.

Und nein die Maxell UDXL bzw. Später UDXL I ist kein Typ II Band, nur die UDXL II ist es.

Echtes Chromdioxid findet sich in deutschen Cassetten von BASF, AGFA, PDM/Dupont/Philips und auch ORWO aus der DDR. Hinzu kommen Hersteller wie Magna, Permaton und Kaufhaus Marken, die ihre Bänder zugekauft haben und ein paar Exoten aus dem europäischen Umland. Sony hatte in seinen Ferrochrom Cassetten noch bis zur Einstellung 1984 eine Echtchrombeschichtung. Die haben aber auch exklusive Chromdioxid Lizenzen für Japan gehabt.

Ein paar internationale Namen wie Scotch oder memorex hatten auch noch einige Chrom Cassetten im Segment, aber parallel auch immer Ferro Cobalt (nicht zu verwechseln mit Ferrochrom), auch viele bessere „Superferro“ Bänder haben Cobalt zugemischt, man erkennt das an ihrer meist dunkleren Farbe.

Anfangs war Echtchrom dem Ferro Cobalt oder auch Chromsubstitut (also Chromersatz) überlegen. Die Japaner haben aber Mitte der 80er stark aufgeholt. BASF hat noch lange an seinem Echtchrom fest gehalten bis etwa 1996. Als Dance und Hip Hop die Charts dominierten war Chromdioxid klar im Nachteil. Ein weiterer Punkt ist die Alterung. Die magnetischen Eigenschaften von Chromdioxid verändern sich im Laufe der Zeit. So eine Chromdioxid Cassette erreicht heute nicht mehr ihre originalen Spezifikationen. So ein Ferro Cobalt Band schafft das auch noch nach 40 Jahren.
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XL steht für Epitaxial. Das ist Maxells Bezeichnung für mit Kobalt angereichertes Eisenoxid, auch Ferrokobalt genannt, oder abgekürzt FeCo. UD steht für Ultra Dynamic und wurde von Maxell für alle Bandsorten irgendwann mal verwendet, es gab in Japan sogar eine Metal-UD (Typ IV).

Dieses Material wird sowohl für (höherwertige) Typ-I- als auch für Typ-II-Bänder verwendet. Auch eine Typ III mit FeCo gab es, die Denon DX 5 - aber das war eher eine Randerscheinung.

FeCo-Bänder von Maxell sind folgende:

Typ I:
- UD-XL -> UD-XL I -> XL I (wurde im Lauf der Jahre mehrmals umbenannt und verbessert)
- XL I-S
- wahrscheinlich auch UD und UD I ab ca. 1983, sowie die SX I und UD-I-CD mit zur jeweils aktuellen UD I identischem Bandmateiral

Typ II:
- UD II, sowie SX II und UD-II-CD, die auch wieder identisches Bandmaterial hatten
- UD-XL II -> XL II (auch hier umbenannt)
- XL II-S
- CD Chrome (billige 5er-Packs Mitte der 90er; nein, da ist kein Chromdioxid drin, auch wenn der Name es suggeriert)
- SQ (3er-Packs von Lidl; sind genau genommen gar keine Maxell, sondern Bänder von Saehan und Raks, aber trotzdem FeCo)

Chromdioxid gab es bei Maxell nur kurzzeitig Anfang-Mitte der 70er Jahre, das Modell hieß schlicht Maxell CR, und ist sehr selten zu finden. Bei den allermeisten Typ-II-Cassetten von Maxell handelt es sich also um FeCo.

Viele Grüße,
Martin
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And to add a bit of confusion to the texts Big Grin
Maxell, Sony, Fuji and TDK briefly made real chrome tape for a few years until they developed their own ferrocobalt particles.
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Yes, the Sony Chrome are not too uncommon, as they were made until 1979 before they were replaced by the FeCo tape in CD-a/EHF/JHF. Maxell, Fuji and TDK had quit pure chrome earlier, by 1975 at the latest, so there are not as many survivors.

I also have a Sanyo CR with pure chrome tape somewhere, late 70's design, would be interesting to find out who made the tape.

Regards
Martin
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Sanyo CR? Interesting, they mostly bought from Denon, so this would need to be checked to see if it is just marketing.

Regards EZ
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Really, looking at pictures from the internet, apparently they used one of the four manufacturers in Japan at the time, but I wouldn't know how to tell the tapes apart.
Realistically, I have the Japanese Sony and TDK KR chromdioxides.
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Abgesehen von Wirtschaftlichkeit, sollte es doch eigentlich kein größeres Problem sein FeCo Cassetten für die  Ferro- und Chromposition herstellen zu können. Chromdioxid wäre ja gar nicht nötig. Oder ist das "Doping" mit Kobalt so kompliziert?

Viele Grüße

Michael
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Es ist zumindest schwieriger, als ein klassisches Eisenoxidband herzustellen. NAC produziert ja sogar aktuell ein FeCo-Band für Typ II, aber dessen Qualität ist zumindest fragwürdig:

https://www.nationalaudiocompany.com/pro...e2-cobalt/

Die Herausforderung wird darin bestehen, das Material auch für die vergleichsweise geringen Mengen, die heute nachgefragt werden, mit stabiler Qualität herstellen zu können. Andererseits sind die Typ-I-Bänder von NAC genauso grottig; wenn sich also einer der anderen noch aktiven Hersteller an FeCo versuchen würde, könnte dabei sogar etwas Gutes herauskommen.

Viele Grüße,
Martin
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(21.05.2025, 09:26)Dietmar-67 schrieb: Ich suche ja noch eine 18 cm Tonbandspule Maxell UDXL II, aber die werden ja wie Goldbarren gehandelt.....

Meines Wissens nach gab es gar kein UDXL II Tonband.
Es gab UD-XL, was dann vom XL-I abgelöst wurde.
Das XL II (EE Band) gab es nur so in der Nomenklatur (also ohne UD).
Das XL II Band macht aber auch nur dann Sinn, wenn eine EE-Band taugliche Maschine vorhanden ist.

Lieben Gruß
Thorsten
Eine solide Planung ist die Grundvoraussetzung einer gelungenen Improvisation
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Schließe nicht aus, das ich da nicht so genau hingeguckt habe...aber irgendwas mit UDXL war das auf jeden Fall

Und die Box in Schwarz/Gold
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Jetzt hab ich voll Bock irgend einen early 80s stuff auf eine UDXL II Cassette aufzunehmen!
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Einige freie Tage und Regenwetter - ideal, um mal einige Tapes neu zu bespielen. 

Nicht besonders spannend waren für mich bislang die Sony UX-S der früheren und mittleren 1990er-Jahre; die kaufte ich damals neu und hatte ich einfach zu oft ;=)
Sie funktionieren halt einfach und die Aufnahmen, die ich vor 30 Jahren gemacht hatte, sind alle tadellos erhalten. Aber die Einleger sind und bleiben für mich in der Gestaltung langweilig.

Wie auch immer, ich habe von denen noch ziemlich viele hier und nahm sie mir nun mal etwas genauer zur Hand. Optisch unterscheiden sich die früheren französischen und die späteren europäischen Modelle: Die frühe hat noch grüne Bandklemmen, zudem ist das Sichtfenster leicht hellgelb getönt (auf dem Bild unten gut zu sehen, das ist kein Farbfehler und auch kein gefärbter Einleger), die Wickel haben nur wenige kleine Löcher und die Gehäuse sind dunkel-anthrazit gefärbt; das Gehäuse scheint auch einen etwas ruhigeren Lauf zuzulassen und wirkt insgesamt hochwertiger als die späteren Versionen mit dem nicht mehr getönten Sichtfenstern, dem etwas helleren grauen Gehäuse und den einfacher gelochten Bandwickeln.

   

Und weil ich ja frei habe, beschloss ich, mal wieder eine solche Kassette mit einem schönen LP-Mix zu bespielen. Mein bester Tonabnehmer an den Plattenspieler geschraubt, Phono-Vorverstärker passend eingestellt und das Band eingemessen (was auf dem B215 auf Anhieb kappte). Ich nehme mir dann fürs Aufnehmen immer viel Zeit und pegle jeden Song aufs neue aus. Tja, und das Aufnahmeresultat ist dann auch allerbestens ausgefallen.  Cool

Mein Fazit: Grundsätzlich sind das, obwohl nicht verschraubt, richtig gute Kassetten. Dieser rote Bandführungsblock (aus Plastik und nicht Keramik wie bei den früheren UX-Pro) bringt sicher was, der Bandlauf ist tadellos. Vor allem aber ist das Band von hervorragender Qualität - sowohl bei den früheren als auch den späteren Versionen. Die TDK SA-X aus der gleichen Zeit kann meines Erachtens aus heutiger Sicht nicht mehr ganz mithalten (weniger präzise Gehäuse; Railroading-Tendenz beim Band). Und wenn man in Betracht zieht, was für Preise mittlerweile für OVP-Maxell XLII-S und -TDK SA-X aufgerufen werden, dann sind diese vergleichsweise günstigen UX-S eine prima Alternative. Ich jedenfalls werde künftig wieder vermehrt auf diese Bänder setzen.

LG
Manuel
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Ich meine mich zu erinnern, dass das Gehäuse dieser UX-S  in den Tests nicht so dolle abgeschnitten hat, aber das Band war Top. Die eingesetzte Bandführung dieser UX-S und auch der späten UX-Pro sind aus Kunststoff und haben nicht die Qualität der ursprünglich aus Keramik bestehenden Bandführung.

Viele Grüße 

Michael
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Es gibt ja einige Versionen von diesen UX-S mit rotem Bandlauf, besonders die ersten hatten Probleme mit der neuen Verschweißtechnik* und somit mit der Azimutpräzsion.
Auch das Gehäusematerial wurde ab 1994/95 geändert, die neueren Gehäuse sind auch mehr hitzefest. 
Produziert wurden die in Bayonne FRA und Rovereto ITA, das Band für die Sony Cassetten aus europäischer Produktion kam seit 1991 aus DAX FRA
Aber insgesamt gibt es bei dieser Serie schon deutlich mehr Qualitätsschwankungen als bei den Vörgängern.  Hitzefest waren die aber auch nicht.

Ich bleibe bei SONY dank genügend Vorrat lieber bei den Cassetten bis 1992 auch optisch gefallen mir die erheblich besser.

*Edit: Daran kann es ja auch nicht liegen, bereits Jahre vorher wurden ja Metal XR und Turbo auch schon verschweißt und das sehr sauber und präzise.
Das problem mit den schon oft optisch schief zusammengedengelten Cassetten trat ja erst mit den 1992er UX-S und Esprit Gehäusen auf.
Wahrscheinlich einfach Sparmaßnahmen, die die Qualität verschlechtert hat.  Der Kostendruck war ja enorm, die Cassetten zu dieser Zeit durch den ruinösen Preiskampf tatsächlich zu billig.
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(29.05.2025, 14:15)2245 schrieb: Ich bleibe bei SONY dank genügend Vorrat lieber bei den Cassetten bis 1992 auch optisch gefallen mir die erheblich besser.

Darum habe ich mich ja auch nie gross mit diesen Mitt-90er-UX-S beschäftigt - die Vorgänger ab etwa 1988 mit den schick getönten Gehäuse und den farblich angeglichenen Schachteln waren bislang ebenfalls meine erste Wahl. Auch die kaufte ich damals neu, mein Taschengeld liess zwar nur die UX zu, aber auch die haben die Jahrzehnte prima überstanden. Als Schwachpunkt kann man über diese Generation in den Foren lesen, dass die Bandklemmen abbrechen. Zumindest mir ist das aber noch nie passiert.

Wenn wir es schon von dieser Generation haben: Hier die Sony UX Turbo - eine weitere Kassette, die ich vorbehaltlos weiterempfehlen kann:

   

So ganz verstehe ich zwar nicht, warum die fürs Auto besonders geeignet sein sollen. Ob da die etwas dickere Gehäuseschale im Vergleich zu den normalen UX und UX-S viel ausmacht...? Aber egal, man wird damals mit denen genauso eine Käufergruppe angesprochen haben wie mit der Walkman-Serie.

LG
Manuel
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Von meinen eigenen 88-92 Sonys mit den Tonbandkernen ist mir auch noch nie ne Klammer gebrochen.
Ich habe aber vor einigen Jahren ne Riesensammlung übernommen da waren auch etwa 200 UX-S 88 und 90 drin.
Meist eine Klammer ist bei mehr als 20 Stück dieser Cassetten bei ersten Umspulen gebrochen.
Die betroffenen Kerne hatten einen schon vor dem Versagen einen gut sichtbaren Spannungsriss. Die ohne Riss waren voll belastbar.
Ich schätze das war ein Chargenproblen beim Zulieferer Enaplas.

   
   

Zitat:So ganz verstehe ich zwar nicht, warum die fürs Auto besonders geeignet sein sollen. Ob da die etwas dickere Gehäuseschale im Vergleich zu den normalen UX und UX-S viel ausmacht...?
Das ist wohl eine andere Styrol Kunstoffmischung und damit hitzestabiler zudem nicht verschraubt, was ebenfalls das Verziehen des Gehäuses verringert.
Das Gehäuse ist nicht  dicker oder schwerer als die normale UX-S...
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