19.08.2009, 09:14
Zitat:Über die VEB-Maschinen weiss ich auch nicht allzu viel, ausser dass sie wohl anfänglich von Sander&Janzen hergestellt wurden, und unter den Namen RFZ und Thurow auftauchen.Hallo Simon und zuerst mal herzlich willkommen!
Die Motorenfabrik Sander & Janzen, Berlin, entwickelte sich bis in die Mittfünfziger zum Hauptlieferanten von professionellen Magnetbandgeräten für Studio- und Rindfunkzwecke.
Nach dem die Inhaber die DDR Richtung Westberlin verlassen hatten, nahm Edgar Thurow die Geschicke des Unternehmens in seine Hände. Es kam dann zur Umfirmierung in die THUROW KG. Dort wurden weiterhin die Motore und Maschinen der bewährten SJ-Baureihen produziert. Ebenfalls diente auch die Thurow KG als Produktionsstätte der im RFZ entwickelten Gerätschaften. Das RFZ war und ist keine Firma sondern, wie der Name "Rundfunk- und Fernsehtechnisches Zentralamt" schon sagt, eine staatliche Einrichtung mit Entwicklungsauftrag und entsprechend personell-technischer Struktur und Ausrüstung gewesen.
Aus der Zwangsehe von Thurow KG und der ehem. VEB Tonmöbel Berlin resultierte die neue Firma VEB Tonmechanik Berlin.
Das ziehe ich jetzt nurmal so aus meinem etwas löchrigen Gedächtnis weil ich deswegen nicht extra in den Grundlagen wühlen will.
Eine der Spitzenmaschinen ist die SJ 103 welche unter Thurow dann T 103 betitelt wurde. Dieser Apparat ist wohl das unversellste, was es an Studiobandmaschinen dieser Ära überhaupt gibt. Es kann mit den Vorschüben 9,53 und 19,05 neben den obligatorischen 38,1 cm/s gearbeitet werden; ein verdeckter Schalter gestattet eine Verriegelung der 38,1 und natürlich ist die Kiste fernsteuerbar. Ach ja, nochwas was mir von keiner anderen TFK etc. bekannt ist: Senkel kann sowohl mit deutscher als auch internationaler Spurlage gefahren werden. Ein Umbau oder Kopfträgerwechsel ist nicht nötig. Die Umschaltung erfolgt vollautomatisch. Diese Kiste, also nur das Laufwerk mit dem Relaiseinschub bringen stolze 80 kg auf die Wage - lecker für die Bandscheiben :mrgreen:
Nachtrag:
SAJA war nur ein Hersteller professioneller Bandmaschinen in der DDR. Es gibt da noch mindestens ein halbes Dutzend weiterer Produzenten, deren Bedeutung aber nie an der Größe und Leistungsfähigkeit von SAJA >> Tonmechanik kratzen konnten. Zu erwähnen wären da zuallererst Gebr.Israel, Gülle und Piniek sowie die Fa. Brause, welche ihre komplette Studiotechnik allerdings vorwiegend exportierte.
