...es gehört schon eine Menge Selbstbewusstsein dazu, diesen ...äh... "Schuhkarton" über die
Jahrzehnte zu bewahren und dann mittels H-Zulassung auch noch als historisches Fahrzeug
zuzulassen. Dass diese Kiste, die dereinst als Ami8-Nachfolger angeboten wurde und Quellen zufolge auch den
2CV ersetzen sollte, völlig aus dem Straßenbild verschwunden ist, macht sie schon wieder zu einem Eye-catcher.
Meine Augen sind jedenfalls unlängst an dem Visa hängen geblieben. Schon allein der heutzutage rar
gewordenen Farbe wegen (...sie mag "shocking blue" geheissen haben, ganz wie die damalige niederländische Popgruppe... ).
Auch wenn der Visa wie geschrieben den 2CV ablösen sollte, so hat Letztere (die Ente) den Visa dann
am Ende auch an Produktionsjahren überlebt. Da war das "hässliche Entlein" dann wohl doch in der
Käufergunst als beliebteres Vehikel empfunden worden.
Dabei hatte sich Citröen wirklich Mühe gegeben, den Visa auch für dynamische Käufer attraktiv zu machen.
Es hat sogar eine verspoilerte GTi Variante mit 115 PS gegeben, gesehen habe ich so einen Flitzer
allerdings noch nie. Oder er ist mir nicht mehr in Erinnerung geblieben, wohl auch, weil ich damals
beim Anblick eines Visa immer schnell weggeguckt habe, bevor ich "Augenkrebs" bekommen hätte.
Das hat sich nun geändert - andernfalls wäre das Foto nicht entstanden.
Gruß
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
Ich vermute mal, daß Steuer und Versicherung für das Modell sehr niedrig sind und der Besitzer es deshalb so lange erhalten hat. Reparaturen sind vermutlich auch nicht teuer, weil noch kein HighTech.
so ein teil hatten wir auch, war eigentlich ganz ok, hatte aber 2 schwachstellen:
die kühlung, also längere bergfahrten sollte man vermeiden und als zweites, der auspuff.
der war regelmässig alle halbe bis 3/4 jahre löchrig. naja bestand ja nur aus trompetenblech,
wir hatten ein wechselteil zu liegen ;o)
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
Die Kiste gab es auch als Kastenwagen, nannte sich C15, C15D oder C15 Electrique.
Citroën hat schon in den 80er Jahren versucht, ein elektrisches Nutzfahrzeug zu etablieren.
Danke für den Visa! In dem Blechkleid gab es ja sehr unterschiedliche Antriebskonzepte, vom luftgekühlten 2-Zylinder-Boxer mit 32 oder 34 PS, über die wassergekühlten Reihen-Vierzylinder von Peugeot mit um die 50 PS, bis zu den Sportversionen GT, GTi, Chrono und sogar einen "Mille Pistes" mit Allradantrieb. Dabei unterschieden sich die Konstruktionen unterm Blech erheblich. Während die einfacheren Versionen quasi Peugeot 104 mit anderem Design und eben teilweise den Citroën-eigenen Boxerrmotoren waren, stammte bei den Sport- und Dieselversionen der Vorderwagen vom Peugeot 205, wurde hinten aber unverändert belassen, außer beim 4x4.
Ich hatte fast zehn Jahre lang einen Visa Diesel. Der rannte gut und komfortabel, verbrauchte nicht viel, und es ging so gut wie nie was kaputt. Das Auto war wesentlich besser als sein Ruf. Rost - naja, wurde dann am Ende leider doch ein Thema, aber da war er auch 18 Jahre alt und viel rumgekommen, bei jedem Wetter.
C 15 Electrique war mir bisher gar nicht bekannt, danke für die Info! Das wäre mal ein schöner Hobby-Oldtimer, wenn sich noch einer auftreiben läßt.
03.04.2026, 21:13 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.04.2026, 21:14 von tk141.)
Den Visa fand ich schon immer gut, ja, gerade auch das Urmodell mit der Schweineschnauze. Aber ich mag auch den DAF/Volvo 340. Und man darf nicht vergessen, dass der Visa in den 80ern zusammen mit dem BX als der solideste und zuverlässigste Citroen galt.
Es steckte tatsächlich recht viel Peugeot darunter, denn den echten Ami-Nachfolger "Project Y" hat Peugeot nach der Übernahme von Citroen nicht gebracht, weil sie sich durch eine Übernahme von Peugeot 104-Komponenten eine Kostenersparnis versprachen. Der Visa sah dem Project Y durchaus ähnlich - und der Originalentwurf wurde dann nach Rumänien verkauft, wo (ähnlich wie bei Renault/Dacia) ein Joint Venture namens Olcit entstand. Und der wurde dann auch dort gebaut - allerdings in schauerlicher Fertigungsqualität. In den späten 80ern wurde der Olcit als Citroen Axel auch auf einigen Westmärkten angeboten (nicht in Deutschland), allerdings mit überschaubarem Erfolg, er war halt mies zusammengeschustert. Der dürfte inzwischen richtig rar sein, ich habe genau einmal einen im Straßenverkehr gesehen und das ist 30 Jahre her.
Axel hat man in Frankreich hin und wieder mal gesehen. So einen würde ich gerne mal ausprobieren, leichte Karosserie mit den Vierzylinder-Boxermotoren aus dem GS macht bestimmt Spaß, dazu Drehstabfederung und Bediensatelliten, womöglich auch noch innenliegende Bremsen an der Vorderachse? Es war das letzte Modell, das von Citroën in Eigenregie durchkonstruiert wurde.
Als Nicht-Auto-Fachmann muss ich eine möglicherweise dumme Frage stellen:
Die Form erinnert mich an einen Jaguar, was die Vemutung durch das XJ irgendwie vestärkt!
Das hat aber nix miteinander zu tun, oder?
Der XJ40 mit 12-Zylinder ist dafür superselten, weil sie ihn nur sehr kurz gebaut haben. Zunächst wollten sie nämlich für die neue Modellreihe (1986 vorgestellt) auf den Zwölfer verzichten, deshalb passte auch keiner rein, dann kam aber BMW mit dem neuen Siebener, der einen Zwölfzylinder hatte (und auch Mercedes in Zugzwang brachte, mitzuhalten), die Nachfrage blieb hoch, also wurde erst einmal das alte Modell weitergebaut... 1993 hatten sie dann endlich die Zwölfzylinderversion des XJ40 fertig (wofür der ganze Vorderwagen umkonstruiert werden musste) - um ihn dann nur noch gut ein Jahr lang zu bauen, denn 1994 kam schon der Nachfolger X300 - diesmal aber von Anfang an mit optionalem Zwölfzylinder.
Bei Jaguar war Daimler die gehobene Version, Bentley war bei Rolls Royce hingegen die sportlichere und mit dem schlichteren Grill auch dezentere Offerte (und sogar etwas günstiger als der Rolls).
19.06.2026, 19:29 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.06.2026, 10:39 von Rabia sorda.)
(03.04.2026, 17:25)Kirunavaara schrieb: Danke für den Visa! In dem Blechkleid gab es ja sehr unterschiedliche Antriebskonzepte, vom luftgekühlten 2-Zylinder-Boxer mit 32 oder 34 PS, über die wassergekühlten Reihen-Vierzylinder von Peugeot mit um die 50 PS, bis zu den Sportversionen GT, GTi, Chrono und sogar einen "Mille Pistes" mit Allradantrieb. Dabei unterschieden sich die Konstruktionen unterm Blech erheblich. Während die einfacheren Versionen quasi Peugeot 104 mit anderem Design und eben teilweise den Citroën-eigenen Boxerrmotoren waren, stammte bei den Sport- und Dieselversionen der Vorderwagen vom Peugeot 205, wurde hinten aber unverändert belassen, außer beim 4x4.
....
Viele Grüße,
Martin
Moin,
Ich bin hier gerade eher durch Langeweile reingestolpert und laß diesen Beitrag über den Visa.
Ich besaß Ende der 90er einen Lizenzbau des Visa aus Rumänien.
Citröen durfte er sich nicht nennen und er wurde "Oltcit" genannt.
Er war BJ. 1989 und es gab damals einen Importverbot für DE und weitere EU-Länder.
Dennoch hatte ihn wohl irgendjemand hier hin verschafft und es gab offiziell nur 2 Stück in DE. Einen besaß ich.
Grundsätzlich war es ein Citröen Visa, jedoch mit einem 1,3 Liter 4-Zylinder öl- und luftgekühlten Boxermotor mit 60 PS aus einem Citröen GSA aus den 1970ern.
Bei einem Ölwechsel waren daher gute 9 Liter Öl fällig.
Ersatzteile gab es kaum.
Bei Citröen (in DE) kannten sie nichts über den Wagen ( ) und versprachen mir dennoch Ersatzteile. Diese passten aber wegen irgendwelchen versetzten Nuten/"Nasen" aber überhaupt nicht.
Durch einen 2CV-Club wurde ich auf die "Besonderheiten" meines Oltcit aufmerksam gemacht. Die original Ersatzteile hatten auch ein Importverbot und sie könne man nur in Rumänien und Griechenland bestellen, die dann auch nur bis zur nächsten Grenze Deutschlands geliefert werden. Somit müsste man sie also an der Grenze abholen.
Nach etwa 2 Jahren waren dann sämtliche Fahrwerksteile defekt und habe ihn dann an den 2CV-Club für gutes Geld verkaufen können. Die hatten mir nämlich damals ein Angebot gemacht. Egal wie schrott er sein sollte, die würden ihn mir abkaufen.
Mit dem Hintergrund, dass der Motor in einen 2CV passt.
60 PS in einer Ente fand ich schon sportlich, aber es war ganz anders ....
Der Vorstand verklickerte mir, dass es von Citröen ein Motortuning-Kit gab und es beinhaltete Schmiedekolben, eine elektronische Zündanlage, eine Einspritzanlage, 2 andere Zylinderköpfe und einen Turbolader.
Dies würde 120 PS mehr ergeben!
So eine Ente würde damit gute 230 km/h laufen ....
bei dem Hitzewetter schlendert man am liebsten über den Oldtimertreff anstatt Gartenarbeit zu verrichten.
Hier mal wieder ein paar Ergebnisse diesen Tuns....
Da hätten wir zuerst einen putzigen Lloyd Alexander. Vor 60 Jahren zum Strassenbild gehörend, heutzutage nur gelegentlich anzutreffen Lloyd Alexander
"Wer den Tod nicht scheut, der fährt Lloyd!" ...ein Schmähspruch, der aber wohl sicher nicht auf den Alexander gedichtet worden ist sondern
sich eher auf den Goliath bezog. Jener soll ja ein etwas kippeliges Fahrverhalten gehabt haben.
Dann eine frühe automobile Revolution, der leider nie die gerechtfertigte Anerkennung zuteil wurde, die sie verdient hätte. NSU Ro80
Technisch und designerisch ganz weit vorn.
Als NSU dann die Kinderkrankheiten fast im Griff hatte, war der Ruf bereits unten durch. Kurze Zeit später war NSU ohnehin Geschichte als der Hersteller
dann spurenlos hinter den vier Ringen verschwand.
Und das folgende Fahrzeug hier ist schon zu seinen Produktionszeiten sehr selten gewesen. Innerhalb von etwa 3 Jahren sollen etwa 2-3000 Stück davon hergestellt worden
sein, was ich nicht für unbedingt wenig halte. Zum Vergleich: der MB 300SL Roadster (W198 II) wurde knapp 2000 mal gebaut. Heutzutage taucht der Benz aber häufiger
auf Treffen auf, als das abgebildete Fahrzeug. Zugegeben: einen W198 am Leben zu erhalten ist wirtschaftlich ungleich attraktiver, als den abgebildeten "Silberfisch".
Zudem war ein W198 auch in den späten 50ern kein "poor man's sportcar" sondern luxuriös in jederlei Hinsicht. Also wurde er entsprechend sorgfältiger gepflegt und gewartet, sodass
mehr Fahrzeuge die Zeit überdauert haben. Der Gesuchte war da schon eher als "Jedermanns Schätzchen" ersonnen worden, wenn auch sein damaliger Neupreis zu der Zeit die breite Masse aussen vor ließ.
Wer (er)kennt ihn noch?
Gruß
Peter
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Schöner Hüftschwung!
Als "Silberfisch" kenne ich nur die üppig verchromte Farewell-Sonderauflage des VW T2b (Bulli) mit ebendiesem Metalliclack von ~1979.
21.06.2026, 14:45 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2026, 14:46 von PeZett.)
Hallo Andreas,
absolut korrekt, wobei man streng genommen OSI Ford sagen müsste, da OSI ein eigenständiger italienischer Hersteller war,
der mit Ford insofern kooperierte, als dass eben die 6-Zylinder-Antriebstechnik vom P5 verbaut wurde.
Genau das dürfte auch den Erfolg des OSI etwas gebremst haben. Mit dem doch etwas angejahrten P5-Sechszylinder (2.0 L mit 90
und 2.3 L mit 108 PS) musste man auf der Autobahn 1968 dem spritzigen 2002 BMW (anfangs noch ohne Ti / Tii - 100 PS) links Platz machen. Und das
für ein paar Tausender günstiger als der OSI. Aber Exklusivität hatte schon immer ihren Preis.
Gruß
Peter
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21.06.2026, 14:49 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2026, 14:52 von PeZett.)
Hallo Frank,
die Bezeichnung "Silberfisch" stammt in dem Zusammenhang von mir und ist nicht ernst zu nehmen. Der abgelichtete OSI sah ohnehin etwas
nach "Spraydosen-lackiert" aus und wartet vielleicht noch auf seine endgültige Fertigstellung. Bei den Kursen, die mittlerweile für eine
Fahrzeuglackierung aufgerufen werden, kein Wunder.
Gruß
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...und deshalb lebt der oben noch und fährt herum, da er ein späteres Modell mit normaler Rostanfälligkeit ist. Die wenigen mit den kleinen Rückleuchten oder gar dem frühen Schwalbenschwanz-Heck, die noch übrig sind, dürfen vermutlich nur mal das Tageslicht sehen, wenn drei Wochen ohne Regen angekündigt sind. Deshalb hatten sie den Golf II dann nahezu übertrieben konserviert, damit sowas nicht noch einmal passiert.
Den 924 finde ich gut, gerade wegen der verbauten Audi- und VW-Technik. Er ist dadurch nämlich bezahlbar instandzuhalten.
(04.07.2026, 10:16)Paulchen Panther schrieb: und er ist nach den vielen Jahren immer noch genauso ... eckig
Und genau das fehlt mir am aktuellen Einheitsbrei.
Ein befreundeter PI vertrat mir gegenüner die Ansicht, dass alle "ungeradzahligen" Golfs mit verstärktem Rost zu kämpfen hätten und sich dies bis in die jüngeren Modellreihen fortsetzen würde. Ich selbst habe vor einigen Wochen meinen 22-jährigen Golf V weggeschmissen: beide Schweller durchgerostet. Da war nix mehr zu retten... .
05.07.2026, 20:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.07.2026, 20:37 von tk141.)
(04.07.2026, 23:59)Spitzenwitz schrieb:
(04.07.2026, 10:16)Paulchen Panther schrieb: und er ist nach den vielen Jahren immer noch genauso ... eckig
Und genau das fehlt mir am aktuellen Einheitsbrei.
Vor allem eine simple, funktionale Form. Ein Auto, das einfach ein Auto ist. Das gilt natürlich für viele Fahrzeuge vergangener Zeiten...
...was Kompaktwagen der 70er angeht, da hat Giugiaro für die Konkurrenz m.E. noch bessere Entwürfe geliefert, z.B. Alfasud (der den frühen Golf I leider auch beim Rosten noch übertrumpft hat), Lancia Delta und (noch eckiger) Fiat Panda sprechen mich auf der emotionalen Ebene mehr an. Der Golf ist halt so nüchtern... ich kann aber auch verstehen, wenn jemandem gerade das im Zeitalter beleuchteter BMW-Nieren gefällt.
Ich möchte mal meinen Oldtimer euch vorstellen. In diesem Thread ist ja die Oberklasse von Opel fast gar nicht vertreten. Das sie damals und heute sehr selten anzutreffen sind finde es ich immer wieder schön an Treffen zu fahren und den Leuten mal wieder einen "Diplomat V8" zu zeigen. Meiner ist ein Export Modell das aber GM Biel (Schweiz) ging das heisst bessere Hohlraum konservierung und im absoluten Original Zustand.
An den K-A-D-Opel habe ich frühe Kindheitserinnerungen, mein Opa hatte einen gelben Admiral mit schwarzem Vinyldach. Das Auto war sooo groß wie ich klein.
Das Jaguar XJ-Coupé fand ich immer sehr gelungen, sie haben es leider nur kurz gebaut.