10.10.2025, 08:11
(09.10.2025, 09:01)nick_riviera schrieb: ... und anders als den Rost kann man die Probleme von heute nicht mehr handwerklich fixen - und das hat nix damit zu tun, dass Elektronik irreparabel wäre, sondern eher damit, dass Autos heute TÜV relevante Software Funktionen haben, die regelmäßige Updates brauchen und/oder auf einen Server angewiesen sind. Eine exaktere Obsoleszenzplanung ist überhaupt nicht möglich - die Autos müssen nicht mehr kaputtgehen, einfach die Server abschalten, dann fährt die Karre noch bis zum nächsten TÜV, und ist dann obsolet, weil z.B. der vorgeschriebene Notruf Assistent kein Update mehr bekommt.
.... - aber Autos kosten heute schnell weit jenseits der 50000 Euro, haben die Leute wirklich alle so viel Geld, dass sie bei solchen Ausgaben kein Interesse an Nachhaltigkeit haben ?
Gruß Frank
Hallo Frank,
wer heutzutage ein Auto (vor allem Voll-Stromer) jenseits der 50000er Preisgrenze vor der Tür stehen hat, wählt vermehrt das Leasingmodell. Auch das Privatleasing hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Anders ist das fast nicht mehr zu stemmen. Vor allem Elektrofahrzeuge mit etwas älterer und in ihrer Langlebigkeit begrenzter Akkulebensdauer sind nach einigen Jahren auf dem Privatmarkt nahezu unverkäuflich. Der sich daraus ergebende Wertverlust ist so groß, dass es schlussendlich ökonomischer ist, die etwas höhere Leasingrate zu bezahlen, wenn man auf ein Auto angewiesen ist. Modernere Konstrutionen verfügen indes über langlebigere Akkus. Das nutzt natürlich alles nichts mehr, wenn die Softwareupdates nicht mehr verfügbar sind. Dafür muß im Übrigen ein Hersteller nicht unbedingt insolvent werden. Da reicht es schon, wenn die Fahrzeugreihe eingestellt wird. Damit sinkt das Herstellerinteresse, die Softwareupdates überhaupt noch zu pflegen, wenn neue Gesetze dazu zwingen. Wir dürfen nicht vergessen: auch in der Fahrzeug-Software müssen Datenschutzgrundverodnungen und Cyber-Security-Rules usw. usw. regelmässig der aktuellen Rechtslage angepasst werden. Das potenziert sich, wenn die PKWs Selbstfahrfunktionen (=autonomes Fahren) enthalten. Solange ein Fahrzeug also noch keinen H-Status hat, ist man gezwungen, diese Updates auch an einem 20 Jahre alten Fahrzeug durchzuführen. Dabei spielt es selbstverständlich keine Rolle, ob das Fahrzeug bis dahin ohne Auffälligkeit und Unfall bewegt worden ist. Gesetz ist Gesetz - und muß umgesetzt werden. Streicht ein Hersteller eine Fahrzeugserie (besser: eine Software-Serie) aus dem Katalog der zu pflegenden "Weichware", dann war's das für die Besitzer dieser Modelle. Kein TÜV mehr möglich und damit nur noch als Schlachtplatte verkäuflich. In der Regel gehen diese Fahrzeuge dann ins Ausland, wo man mit solchen Regeln noch etwas lockerer umgeht oder diese gar nicht existieren. Im tiefsten Afrika ist es wurscht, wenn ein PKW nur noch im softwarebegrenzten Notbetrieb max. 80 km/h fahren kann. Wenn damit nur über Holperstrecken bis zum nächsten Wochenmarkt ein Dutzend Hühner transportiert werden sollen, spielt diese Begrenzung keine Rolle.
Gruß
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
