AUTOS die einem nicht jeden Tag über den Weg laufen
Das stimmt für alle 2-Räder, die haben auch keine Knautschzone.
Strom kann erst dann fliessen, wenn Spannung anliegt.
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Haha, genau. Fahrradfahren ist statistisch gesehen viel gefährlicher als 2CV fahren. Oder es gilt der Spruch: Wenn irgendwo ein Unfall passiert, ist die Ente noch gar nicht da.

Also bei jedem Wetter und Dunkelheit über die Autobahn muß mit so einem Minimal-Auto heute nicht mehr sein. Aber bei Sonnenschein über Land macht bestimmt Freude, und das Risiko bleibt überschaubar.

Viele Grüße,
Martin
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Hallo Tobias,

ich glaube zu wissen, was Du empfindest.

Ich bin selbst viel und gerne Ente gefahren. 
Zu Beginn meiner Rentnerkarriere sogar eine Polente, die war richtig aufsehenerregend. (***)

   
(***)
Meine Polente (links) vor dem Haupteingang der Edelschmiede  "Maihak" (rechts)



Versicherungstechnisch waren die Enten unterdurchschnittlich am Unfallgeschehen beteiligt:

1. Rasen geht nicht. Eine 2CV-Ente beschleunigt nicht, sondern wird nur ganz langsam schneller.
    (siehe hierzu auch Martins Hinweis zum Standort von Enten bei Unfällen)

2. Die gefühlte Festigkeit ist so, daß ein Dreijähriger mit seinem Dreirad an der Ente Totalschaden anrichten könnte.

3. Du hast nur eine Überlebenschance, wenn Du extrem defensiv und vorausschauend fährst.

4. Zwischen zwei Lastzügen ist jeder PKW platt, wenn es richtig kracht. 
    Aber der Entenfahrer schwitzt Blut und Wasser und wähnt sich nicht in 
    trügerischer Sicherheit, sondern läßt sich ganz schnell überholen.

5. Dieses ständige Gefühl, auf einem Pulverfaß zu sitzen, ergibt eine ganz andere Fahrweise,
    als z.B. im 735er BMW, den ich auch mal zeitgleich hatte.

6. Jede Entenfahrt ist ein echtes Abenteuer und selbst Porsche-Fahrer kamen gut mir dem Entchen aus,
    weil der Zündschlüssel auch da war, wo er hingehört - links -

7. Dieses Gefühl der Dankbarkeit dem Schicksal gegenüber, wieder eine Fahrt überlebt zu haben, wird in gleicher
    Intensität wohl nur angenähert beim Bungee-Springen erreicht.

Viele Grüße
Manfred
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Hallo Martin!

Mit "Reflektoren", meinst Du da die UV-malträtieren Abdeckkappen der Rücklichter?
Falls ja, so lautet meine Antwort ebenfalls "ja".

Ich erinnere mich, daß der TÜV nicht begeistert davon war. Es wurde mir nahegelegt,
mich schnellstens um neuen Ersatz zu bemühen. Die Plakette der Vollabnahme (!) gab
es trotzdem. Da war der TÜV großzügiger als heute.

Aber bei dem geteilten Nummernschild hat sich der Prüfer fast in die Grube gestürzt.
Ich wollte sehen, was machbar ist. Hatte aber für den Schlechtfall, mir ein ungeteiltes
Nummernschild mit zwei Nummernschildbeleuchtungen in den Kofferraum gelegt.
Mit wenigen Handgriffen war die Mittelleuchte entfernt, und der Ersatz angebaut.
Noch das Kabel dran gesteckt - dann war der Prüfer zufrieden. Und ich habe der
Orginalausführung damals nicht hinterher getrauert. Das wäre heute natürlich anders!

Gruß
Wolfgang

@Tobias:
Niemand zwingt Dich, Ente o. ä. zu fahren, oder auch nur einzusteigen. Es gab damals
noch ganz andere abenteuerlichere Kleinwagen. Und es gab viel weniger Verkehr als
heute. Vor allem gab es nicht diese Straßenpanzer (auch SUV) genannt.
Natürlich hatten früher die Autos weder innere noch äußere Sicherheitsvorkehrungen.
Und es gab, gemessen am Verkehrsaufkommen, viel mehr Verkehrstote als heute.
Das ist Fakt.
Ich habe das alles unbeschadet überstanden, und möchte diese Anfangsjahre meiner
Fahrerlaubnis nicht missen. Aber auch jetzt fahre ich immer noch gerne Auto. Und
das mit einem, was bis auf Sicherheitsgurte und Kopfstützen noch genau so daher
kommt, wie anno dunnemal. Daran wird sich auch nichts mehr ändern.
Nebenbei, mein ältestes Auto war ein 1929er Ford Model A Tudor. Schon in den 60ern
hoffnungslos antiquiert. Der Fahrspaß damit war (und wäre auch heute noch) einfach
abenteuerlich und  verlangte auf längeren Strecken dem Fahrer einiges ab. Schade,
daß ich keinen Platz dafür habe. Sonst...
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Hallo Wolfgang,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich kann gar nicht genau sagen, woher meine extreme Abneigung gegen den 2CV kommt. Ich habe einige Jahre einen Renault R4 gefahren ohne Panikattacken dabei zu bekommen. Vielleicht lag das daran, daß wir in meiner Lehrfirma Renault R4 als Kundendienstautos hatten.

MfG, Tobias

P.S. War das Ford Model A die "Tin Lizzy" ?
Strom kann erst dann fliessen, wenn Spannung anliegt.
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Das Auto, das mit am meisten Angst gemacht hat, war ein vergleichsweise moderner Seat Malaga, den ich mit einem Freund vor dem Schrott gerettet habe. Jemand in seiner Verwandtschaft wollte ihn entsorgen, obwohl er erst zwölf (?) Jahre alt und fahrtüchtig war noch fast ein Jahr TÜV hatte, also haben wir (damals beide ohne Auto) ihn uns für die Restzeit geteilt. Allerdings stellte sich schnell heraus, daß der Gedanke an eine Verschrottung alles andere als abwegig war. Das Ding war in einen fürchterlichen Zustand, schon Bremsen und Lenkung fühlten sich so seltsam verbraucht an, daß ich bei jeder Fahrt Angst um mein Leben hatte. Ich habe ihn dann auch nur zwei oder drei mal für kurze Strecken genutzt. Ich weiß nicht, ob das Modell generell so eine Mistkarre war, oder ob es an der Behandlung durch die vorherigen Benutzer lag.
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Hallo Tobias!

Ein Renault 4 bietet unstrittig mehr Sicherheitsgefühl als der 2CV.
Und hat tasächlich auch mehr Sicherheit (innen/außen) zu bieten.
Wenn auch noch sehr rudimentär.

Nein, der Ford Model A ist der Nachfolger der "Tin Lizzy". Er kam,
gegen den Widerstand von Henry Ford, im Jahr 1927 auf dn
amerikanischen Automarkt. Nachdem Ford mit dem zu lange am
T-Modell festhalten, die Firma fast vor die Wand gefahren hatte.
Alle anderen amerikanischen Hersteller hatten inzwischen viel
modernere Autos. So etwas wie das T-Modell war nicht mehr ge-
fragt.
Es gab später für das Model A auch in Europa eine Fertigung.
Nämlich in Köln. Die Keimzelle für Ford-Autos bis heute. Für
Europa wurde das Model A mit dem sparsameren 2,1l Motor
ausgerüstet. Der leistete 28PS. Was sich nach lahmer Ente an-
fühlt. Was ich aus eigener Erfahrung verneine. Zumindes im
Anzug an der Ampel ging der Ford zügig zur Sache. Sehr zur
Verwunderung der anderen Autofahrer. Hohes Drehmoment
bei niedriger Drehzahl und wenig Fahrzeuggewicht, machten
das möglich. Kanpp 100km/h waren drin. Das aber, ohne Stoß-
dämpfer(!) und mit Gestängebremse und reichlich Lenkspiel
ab Werk, war nur etwas für ganz Unerschrockene. Ich habe
es 1x ausprobiert - und dann nie wieder!

Gruß
Woflgang
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