28.02.2022, 16:02
(28.02.2022, 12:14)timo schrieb: Stichwort Haltbarkeit: Sind die bei Euch in Schweden noch regelmäßig anzutreffen? Seit ich das Exemplar letzte Woche entdeckt habe, habe ich mal drauf geachtet: Es scheint hier weit und breit der einzige überlebende 9000er zu sein (900er gibt es dagegen noch recht viele).Zwar nicht mehr ganz so oft wie noch vor 5 Jahren, als man jeden Tag mindestens 1-2 Stück sehen konnte. Trotzdem immernoch häufig für ein Modell, deren letzte Exemplare vor 24 Jahren gebaut wurden. In der Altersklasse sieht man höchstens noch mehr kantige Volvos (7xx, 8xx, 9xx), die ja auch bis kurz vor die Jahrtausendwende gebaut wurden. Aber die hatten von Anfang an einen wesentlich höheren Marktanteil.
In Deutschland waren Saab ja schon immer ziemliche Exoten und auch eher im hochpreisigen Segment angesiedelt. Da sind die übriggebliebenen guten Exemplare längst bei Enthusiasten, die sie nur noch als Schönwetterauto halten. In Schweden laufen die noch als Alltagswagen.
(28.02.2022, 12:14)timo schrieb: Und der hier hat eine schöne Farbe. Die Ferro Super LH würde übrigens gut dazu passen.
Und wenn es dann anfängt zu quietschen, muß man erstmal lokalisieren, ob es vom Keilriemen oder doch nur aus dem Autoradio kommt...
(28.02.2022, 12:14)timo schrieb: Auch bei den 100ern/200ern wundert mich übrigens, wie selten sie inzwischen geworden sind. Ich dachte immer, durch die Vollverzinkung seien die fast unkaputtbar, aber in der letzten Jahren habe ich nur noch eine 100er Limousine und gestern diesen 200er Avant gesehen.
Auch wenn die Karosserie verzinkt ist und die Motoren langlebig sind, so gehen an einem alten Auto lauter Kleinigkeiten kaputt. Da muß noch nicht einmal das lebenswichtige Ersatzteil fehlen. Viele geben einfach genervt auf, wenn hier mal ein Handbremsseil festgebacken ist, dort eine Kraftstoffleitung porös wird, der Anlasser oder die Lichtmaschine zickt, der Motor aus- und wieder eingebaut werden müßte um eine Dichtung zu wechseln, damit er nicht mehr Öl verliert. Das kann ich auch verstehen, da es meist nicht mehr wirtschaftlich ist, solche Sachen von einer Werkstatt richten zu lassen. Dazu sind die Sitze durchgesessen, man wünscht sich moderneres "Infotainment". Also wird nicht mehr viel investiert, man kauft sich was Neues.
Es sind doch meistens so Verrückte wie wir, die > 20 Jahre alte Autos bewegen. Das ist sogar mit relativ geringen Kosten möglich - aber auch nur, wenn man Eingeninitiative entwickelt und entweder viel selber macht, oder gut vernetzt ist und sich gegenseitig hilft. Man muß also Interesse daran haben und zumindest Zeit investieren. Für den "Normalkunden" ist es spätestens vorbei, wenn die erste Reparatur kommt, deren Kosten den Zeitwert übersteigen, oder die nicht innerhalb von 1-2 Tagen erledigt ist.
Unter den Umständen haben von den Audi 100/200 C3 wohl noch etwas mehr überlebt als von ähnlichen Fahrzeugen anderer Massenhersteller. Ausnahme: Mercedes, was neben der langen Verfügbarkeit von Ersatzteilen auch mit der Mentalität der Erstkäufer zu tun haben dürfte. In den 80ern war es oft noch so, daß ein Mercedes privat gekauft und als langfristige Investition angesehen wurde, die man von Beginn an gehegt und gepflegt hat. Das gab es bei anderen Massenherstellern eher weniger, höchstens noch bei besonderen Coupés und Sportwagen.
Viele Grüße,
Martin

