06.05.2017, 13:43
Olllafff,'index.php?page=Thread&postID=204634#post204634 schrieb:Nun denn: Ich beziehe ökologisch hergestellen Strom für unser Haus. Greenpeace Energy ist der Lieferant. Erneuerbare Energien sind die wichtigste Stromquelle in Deutschland. Ende des Jahres 2016 betrug die Stromerzeugnung durch erneuerbare Energien etwa 31% des in Deutschland erzeugten Stroms (Angaben Bundesministerium für Wirtschaft und Energie). Das ist kein kleiner Prozentsatz! Genau da kommt mein Strom her. Der Wind bläßt auch nachts. Das wäre die Zeit, wo ich meine Batterie laden würde. Ich nenne hier Fakten, die allgemein bekannt sind. Und auch das noch: Zu der Zeit, als Daimler das Auto erfand, gab es keine einzige Tankstelle. Benzin kaufte man in der Apotheke. ... Wo ein Wille, da ein Weg.
Das ist sehr lobenswert. In Österreich ist der Prozentsatz erneuerbarer Energie angeblich noch höher (genaue Zahlen habe ich nicht parat). Und viele Anbieter sind stolz darauf, dass auch kein Atomstrom verkauft wird. Bei näherer Betrachtung sind diese Angaben nicht ganz haltbar. Man kann sich den Strommarkt wie ein großes kommunizierendes Gefäß vorstellen, in das die Betreiber ihr Wasser pumpen und die Konsumenten es daraus abzapfen. Entscheidend ist, dass der Druck im Gefäß nicht unter eine kritische Marke fällt und der Druck wird eben von allen Anbietern gemeinsam hochgehalten. Der entnommene Strom basiert immer auf dem Energiemix, der durch die Betreiber zur Verfügung gestellt wird und letztlich ist dadurch auch die Klimaschädlichkeit bestimmt. Nur wenn wir alle weniger Energie verbrauchen, kann ich das Klima schützen.
Selbst wenn ich Strom von einem ökologischen Anbieter kaufe, der den aus den eigenen Wasserkraftwerken bezieht, so muss ich dennoch damit rechnen, dass hier Atom- oder welcher Strom auch immer zum Verkauf kommt, da in Zeiten von Überkapazität Strom genutzt wird, um Wasser die Speicherkraftwerke hochzupumpen, das dann, wenn Bedarf besteht, wieder im Kraftwerk zu Strom gemacht wird. Ich habe zwar grünen Strom gekauft, im Paket war aber Atomstrom.
Ja, ist ein komplexes Thema und versteht mich nicht falsch, es ist wichtig Alternativen zum derzeitigen Energiehunger zu entwickeln und wenn wir schon Strom verbrauchen, dann ist es unsere einzige Möglichkeit auf die Nachhaltigkeit Einfluss zu nehmen, indem wir die Anbieter ökologisch verträglicher Energie unterstützen. Wir sollte dabei aber auch nicht allzu blauäugig sein. Und die Gefahr, die ich sehe ist, dass wir die Energie, die wir derzeit in Form von Sprit in unsere Autos sicht- und fühlbar einfüllen, in Zukunft quasi unbemerkt von einem großen Unbekannten beziehen, der schon so anständig sein wird ökologisch und verantwortungsvoll zu agieren. Wir werden die Verantwortung dann in Zukunft ganz auf die Energielieferanten abschieben können. Und wir düsen in unseren E-Autos drauflos, als bräuchten sie in Wahrheit gar keine Energie.
Viele Grüße
Lukas
Lukas

