05.05.2017, 20:21
Im August 2015 bot sich mir erstmals in Berlin die Gelegenheit, einen Tesla zu fahren. Um es gleich vorwegzunehmen: es war die Zukunft des Autos. Eine Offenbarung. Danach war alles anders. Alle klassischen "Kisten", die ich danach auf den Straßen sah (inkl. meiner eigenen) und von denen hier soviel geschärmt wird, waren auf einmal ein Ding aus dem 19. Jahrhundert. Von gestern. Unfaßbar altmodisch. Wie aus der Zeit gefallen. Bei diesem Auto war erstmalig alles anders. Es erschien mir tatsächlich neu erfunden ...
Es handelte sich bei diesem Wagen um das damalige Spitzenmodell Tesla model S P85D. Eine klassische Limousine. Volles Ausstattungspaket. Es fehlt an nichts. 130.000 Euro. Mit bis zu sieben Sitzen (davon zwei für Kinder). Nicht gerade schwach motorisiert. Ca. 700 PS. Allrad getrieben. Walzen als Räder. Spitze 250km/h. Gedrosselt. Und mit einer Beschleunigung, die ich noch nie erlebt hatte - außer auf dem Jahrmarkt in einem Katapult.
Bei Annäherung an den Wagen erhoben sich die Türgriffe aus den Türen. Die Klimaanlage neben aller anderen Elekronik war in Funktion. Zwei Kofferräume. Einer vorne. Einer hinten. Einsteigen. Alles total anders. Keinerlei Knöpfe am oder im Amarturenbrett. An der Lenksäule der klassische Schalter für Licht, Blinker etc., auf der rechten Seite ein Schalter für drei Fahrstufen. Vorwärts. "Leerlauf". Rückwärts. Ein ungewohntes großzügiges Raumgefühl. Kein Getriebe- oder Sonstwasfüreintunnel. Kein voluminöser Motor mit komplizierter Steuerung. Einfach nur zwei Elektromotore. Vorne und hinten. Absolute Beinfreiheit. Kein Schalthebel. Wofür auch. Kein Getriebe. Kein Tank. Zwei große Displays gaben Auskunft über alles mögliche. Programmierbares Fahrwerk. Programmierbare Fahrleistungen. Programmierbares Fahrverhalten. Ein "Autopilot" war aufgespielt. Alles Software-kontrolliert. Ständiger Kontakt mit Tesla. Updates (für alles wie z.B. Batteriemanagement, Fahrverhalten etc.) werden über Nacht aufgespielt. Ein Computer auf vier Rädern. Natürlich weiß Tesla in jeder Sekunde, was ich mache. Das ist bei allen modernen Autos so. Wer auf anderes hofft, sollte kein Auto mehr kaufen.
Auf dem zentralen Display nehme ich die ersten Einstellungen vor. Wie auf einem riesigen Tablett. Verhalten der Lenkung und der Federung. Ein neues Software-Update simulierte einen klassichen Automatikwagen: Bei eingeschaltetem Kriechmodus begann der Wagen nun beim Lösen des Bremspedals zu fahren. Wie im Standgas. Es gibt kein Standgas. Alles erscheint nur so. ... Die Beschleunigung schiebe ich beherzt von Sport auf Wahnsinn.
Beim Lösen des Bremspedals ändert sich das Display hinter dem Lenkrad. Ein "normaler" Tacho wird sichtbar. Geräuschlos setzt sich der Wagen in Bewegung. Kein Ruckeln. Kein Schalten. Keine Lastwechsel. Einfach Gas geben. Auf freier Strecke hatle ich an. Dann trete ich das "Gaspedal" beherzt durch. Und es ist tatsächlich Wahnsinn. Der Tesla rast scheinbar unhaltbar mit einem scharfen Sirren nach vorne. Kein spürbarer Verzug. Keine wirklichen Motorgeräusche. Ansatzloser Druck. Kein spürbarer Schlupf. Ich werde in den Sitz gedrückt. Ringe nach Luft. Ich kann es nicht glauben. Was passiert denn hier? In etwas über drei Sekunden bin ich auf 100 km/h. Und es geht immer weiter. Nichts bringt dieses "Elektroauto" aus der Ruhe. Selbst bei der irren Beschleunigung bleibt er tatsächlich normal lenkbar. Im Tesla gibt es keine kraftzehrenden Übersetzungs-Kupplungs-und-Blah-Blah-Schlachten eines gewaltigen Gas-Motors. Ich kann es kaum glauben. ... Sein Fahrverhalten war für mich überwältigend. Die schwere Batterie im tiefliegendem Boden der Karosserie läßt ihn fast auf der Straße kleben. Jedes Motorrad, jeden noch so starken PS-Protz lasse ich beim Ampelstart hinter mir. In mir als Autogegner macht sich pure, naive Euphorie breit.
Nach zwei Stunden geht es zurück nach Tesla. Der Wahnsinn hat ein Ende. Unsicher betreten meine Füße den Boden. Ich habe Kopfschmerzen vom ständigen Beschleunigen. Mein Freund auch. Wir können das alles nicht glauben ...
Natürlich kaufe ich mir kein neues Auto. Ich bin ja kein Kind mehr. Sie machen keinen Sinn. Ich wohne in der Stadt. Fahrrad und Bahn sind immer schneller. Ökonomischer und ökologischer. Keine Frage. Was aber Tesla mit seiner Strategie geschafft hat: Sie setzen in der Oberklasse an. Verkaufen kein muffiges Öko-Auto. Sie verkaufen tatsächlich puren Fahrspaß, den man sogar ohne allzu große Reue geniessen kann. Denn sie fahren mit Strom. Rekuperation ist das Zauberwort. Regenetative Energien das andere. ... Vor zwei Jahren traf ich einen Norweger in seinem Tesla in Berlin. Wir kamen ins Gespräch. Er fährt mit seinem Elekro-Auto 700 km. Bei 100 - 120 km/h. Ständige Lastwechsel mag das Elekroauto. Vollgas kostet auch hier Energie. ... Letztes Jahr war ich mal wieder in Kalifornien. Die meistgefahrenen Oberklasse-Auto waren Teslas. Deutschland könnte hier einen Trend verschlafen ...
Es handelte sich bei diesem Wagen um das damalige Spitzenmodell Tesla model S P85D. Eine klassische Limousine. Volles Ausstattungspaket. Es fehlt an nichts. 130.000 Euro. Mit bis zu sieben Sitzen (davon zwei für Kinder). Nicht gerade schwach motorisiert. Ca. 700 PS. Allrad getrieben. Walzen als Räder. Spitze 250km/h. Gedrosselt. Und mit einer Beschleunigung, die ich noch nie erlebt hatte - außer auf dem Jahrmarkt in einem Katapult.
Bei Annäherung an den Wagen erhoben sich die Türgriffe aus den Türen. Die Klimaanlage neben aller anderen Elekronik war in Funktion. Zwei Kofferräume. Einer vorne. Einer hinten. Einsteigen. Alles total anders. Keinerlei Knöpfe am oder im Amarturenbrett. An der Lenksäule der klassische Schalter für Licht, Blinker etc., auf der rechten Seite ein Schalter für drei Fahrstufen. Vorwärts. "Leerlauf". Rückwärts. Ein ungewohntes großzügiges Raumgefühl. Kein Getriebe- oder Sonstwasfüreintunnel. Kein voluminöser Motor mit komplizierter Steuerung. Einfach nur zwei Elektromotore. Vorne und hinten. Absolute Beinfreiheit. Kein Schalthebel. Wofür auch. Kein Getriebe. Kein Tank. Zwei große Displays gaben Auskunft über alles mögliche. Programmierbares Fahrwerk. Programmierbare Fahrleistungen. Programmierbares Fahrverhalten. Ein "Autopilot" war aufgespielt. Alles Software-kontrolliert. Ständiger Kontakt mit Tesla. Updates (für alles wie z.B. Batteriemanagement, Fahrverhalten etc.) werden über Nacht aufgespielt. Ein Computer auf vier Rädern. Natürlich weiß Tesla in jeder Sekunde, was ich mache. Das ist bei allen modernen Autos so. Wer auf anderes hofft, sollte kein Auto mehr kaufen.
Auf dem zentralen Display nehme ich die ersten Einstellungen vor. Wie auf einem riesigen Tablett. Verhalten der Lenkung und der Federung. Ein neues Software-Update simulierte einen klassichen Automatikwagen: Bei eingeschaltetem Kriechmodus begann der Wagen nun beim Lösen des Bremspedals zu fahren. Wie im Standgas. Es gibt kein Standgas. Alles erscheint nur so. ... Die Beschleunigung schiebe ich beherzt von Sport auf Wahnsinn.
Beim Lösen des Bremspedals ändert sich das Display hinter dem Lenkrad. Ein "normaler" Tacho wird sichtbar. Geräuschlos setzt sich der Wagen in Bewegung. Kein Ruckeln. Kein Schalten. Keine Lastwechsel. Einfach Gas geben. Auf freier Strecke hatle ich an. Dann trete ich das "Gaspedal" beherzt durch. Und es ist tatsächlich Wahnsinn. Der Tesla rast scheinbar unhaltbar mit einem scharfen Sirren nach vorne. Kein spürbarer Verzug. Keine wirklichen Motorgeräusche. Ansatzloser Druck. Kein spürbarer Schlupf. Ich werde in den Sitz gedrückt. Ringe nach Luft. Ich kann es nicht glauben. Was passiert denn hier? In etwas über drei Sekunden bin ich auf 100 km/h. Und es geht immer weiter. Nichts bringt dieses "Elektroauto" aus der Ruhe. Selbst bei der irren Beschleunigung bleibt er tatsächlich normal lenkbar. Im Tesla gibt es keine kraftzehrenden Übersetzungs-Kupplungs-und-Blah-Blah-Schlachten eines gewaltigen Gas-Motors. Ich kann es kaum glauben. ... Sein Fahrverhalten war für mich überwältigend. Die schwere Batterie im tiefliegendem Boden der Karosserie läßt ihn fast auf der Straße kleben. Jedes Motorrad, jeden noch so starken PS-Protz lasse ich beim Ampelstart hinter mir. In mir als Autogegner macht sich pure, naive Euphorie breit.
Nach zwei Stunden geht es zurück nach Tesla. Der Wahnsinn hat ein Ende. Unsicher betreten meine Füße den Boden. Ich habe Kopfschmerzen vom ständigen Beschleunigen. Mein Freund auch. Wir können das alles nicht glauben ...
Natürlich kaufe ich mir kein neues Auto. Ich bin ja kein Kind mehr. Sie machen keinen Sinn. Ich wohne in der Stadt. Fahrrad und Bahn sind immer schneller. Ökonomischer und ökologischer. Keine Frage. Was aber Tesla mit seiner Strategie geschafft hat: Sie setzen in der Oberklasse an. Verkaufen kein muffiges Öko-Auto. Sie verkaufen tatsächlich puren Fahrspaß, den man sogar ohne allzu große Reue geniessen kann. Denn sie fahren mit Strom. Rekuperation ist das Zauberwort. Regenetative Energien das andere. ... Vor zwei Jahren traf ich einen Norweger in seinem Tesla in Berlin. Wir kamen ins Gespräch. Er fährt mit seinem Elekro-Auto 700 km. Bei 100 - 120 km/h. Ständige Lastwechsel mag das Elekroauto. Vollgas kostet auch hier Energie. ... Letztes Jahr war ich mal wieder in Kalifornien. Die meistgefahrenen Oberklasse-Auto waren Teslas. Deutschland könnte hier einen Trend verschlafen ...
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut
