14.01.2016, 14:01
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=184728#post184728 schrieb:ehrlich gesagt sehe ich das ein wenig anders.Ja, ein richtiger Kleinwagen ist es nicht aber heute würde man "Kompaktklasse" dazu sagen, untere Mittelklasse ist was anderes.
Bis etwa Mitte der sechziger dauerte das Sortieren und Bereinigen des Automarktes, danach gab es im PKW-Bereich in Deutschland nur noch wenige "Player": Mercedes, BMW, VW/Audi, Opel und Ford. Echte Kleinwagen wie z.B. den Fiat 500 gab es von deutschen Herstellern überhaupt nicht mehr, auch der Opel Kadett war damals schon untere Mittelklasse.
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=184728#post184728 schrieb:Mercedes und auch schon BMW bedienten den Markt ab Mittelklasse aufwärts, wobei Mercedes hier noch die Führung hatte. VW, Opel und ford bedienten den übrigen Markt,...Opel bediente ab 1964 eigentlich den kompletten Markt, mal abgesehen von richtigen Kleinwagen.
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=184728#post184728 schrieb:Dass Opel noch die KAD-Serie im Programm hatte, lag daran, dass man auf den Konzernbaukasten von General Motors Zugriff hatte, und einfach ein amerikanisches Mittelklasse-Auto 1:1 auf den europäischen Markt transferieren konnte. Dass Opel hier keine großen Ambitionen hatte, erkennt man daran, dass die Serie im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise sofort vom Markt verschwand.Klar war die KAD-Serie stark amerikanisch beeinflusst, das war auch der Grund der ihr den Garaus machte. War aber immerhin bis 1977 weit über die Ölkrise hinaus erhältlich.
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=184728#post184728 schrieb:Dass Opel Mercedes getrieben hat, dass kann ich mir kaum vorstellen. Man braucht sich nur nacheinander in einen Achtzylinder Diplomat und eine Sechszylinder S-Klasse zu setzen, um schnell zu merken, dass der Opel für Mercedes trotz V8 keine ernsthafte Konkurrenz war - das sahen die Käufer damals überwiegend genauso. Wenn Mercedes überhaupt von irgendwas getrieben wurde, dann vom amerikanischen Markt ganz allgemein, wo der V8 zum guten Ton ab der Mittelklasse aufwärts gehörte.Die KAD Serie konnte natürlich technisch nicht mit dem W108/109 mithalten aber darum ging es auch gar nicht. Es geht ganz einfach um Prestige. Spätestens als der 327er Motor im Diplo debütierte sah es komisch aus, dass es bei Mercedes zu diesem Zeitpunkt nur einen R6 mit 3l gab. Völlig egal das beim Opel die Leistung von 230 (DIN) PS nur über eine Zweigang-Powerglide an eine Starrachse mit Blattfedern übertragen wurde. Der Opel hatte 50 PS, 2,4l Hubraum und zwei Zylinder mehr und hängte aus dem Stand den 300SEL ab.
Das Prestige-Thema ist heute noch genau so aktuell. Momentan haben sowohl Audi, BMW und Mercedes 12-Zylinder-Motoren in der Oberklasse. Wenn man sich nun den aktuellen A8 ansieht, erkennt man schnell, dass die aufgeladenen V8 bessere Fahrleistungen bieten als dieser fragwürdige W12-Motor (ein V12 ist aber aufgrund der Konstruktion des A8 nicht verwendbar). Aber S-Klasse und 7er haben nun mal einen V12, also muss ein A8 auch zwölf Zylinder haben - ganz einfach. Dadurch das der W12 wahrscheinlich auch schwerer ist als die V8 TFSI, wird letzerer dem ersten in allen Belangen überlegen sein, hat aber eben keine zwölf Zylinder.
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=184728#post184728 schrieb:Wenn ich mal wie Du die Marken Opel und Mercedes gegeneinanderstelle, dann hat sich Opel seit Ende des Krieges zuerst nur vom Rekord / Olympia ernährt, einem Mittelklasse-Auto.Du hast den Kapitän vergessen, der sich auch recht gut verkaufen ließ.
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=184728#post184728 schrieb:Da auch der kleinste W114 oberhalb der größten Volumenmodelle von Opel angeordnet war, gab es auf dem Volumenmarkt keine Berührungspunkte, und das meinte ich mit friedlicher Koexistenz.Neben den W114 würde ich den Commodore stellen. Aber klar, im Volumenbereich gab es kaum Berührungspunkte.
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=184728#post184728 schrieb:Mit Omega und Vectra glaubte dann ein Herr Lopez, mit Opel Know How ins Premiumsegment vordringen zu müssen. Das Ergebnis kennen wir, es hat Opel von einem Erfolgsunternehmen zu einem Niemand gemacht. Am Anfang funktionierte die Strategie, ich weiß z.B., dass bei meinem damaligen Arbeitgeber der ganze Aussendienst von Mercedes und VW auf Opel umgestiegen wurde, als Omega und Vectra auf den Markt kamen. Besonders der Omega brauchte sich von seinen Fahreigenschaften wirklich nicht hinter einem Mercedes W124 zu verstecken - das Desaster kam dann schnell, in Form von grausigen Qualitätsmängeln, weil man versucht hat, Premium zum Standardpreis zu produzieren. Während bei Mercedes oder BMW in solchen Fällen große Kulanzprogramme aufgelegt wurden, verhielt man sich bei Opel, wie man es mit Käufern von Billigautos gewöhnt war. Wer Flottenkunden vergrault, weil er es ablehnt, bei zwei Jahre alten Autos einen Motorschaden auf Kulanz zu nehmen, oder der eine hängende Fahrertür "repariert", indem er bei jeder Inspektion die durchgescheuerte Schwellerleiste auswechselt, der braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm die Kunden laufen gehen.Das ist grundsätzlich richtig, der Vectra hat aber mit dem Omega gar nichts zu tun. Er ist der direkte Nachfolger des schon frontgetriebenen Ascona C und drang damit auch ein kein anderes Segment vor. Die Qualitätsmängel betrafen aber die gesamte Flotte gleichermaßen. Senator und Omega waren aufwendig konstruierte Fahrzeuge die sich technisch und konzeptionell nicht hinter 5er und E verstecken brauchten. Die teilweise katastrophalen Mängel zerstörten dies aber komplett.
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=184728#post184728 schrieb:Im Preiskrieg der automobilen Holzklasse war Mercedes genauso verloren wie Opel in der Premiumklasse. Über die Jahre ist Opel dann zum peinlichen "Nachmacher" geworden - die Krone ist für mich der Opel Adam, mit dem man krampfhaft versucht, das Mini-Konzept zu kupfern, und den man für 69 Euro Leasingrate bei Tchibo anbieten muss, um ihn überhaupt auf die Strasse zu kriegen. Der Eiertanz um das Bochumer Werk mag vielleicht nötig gewesen sein, es bringt aber zusätzlichen Kundenverlust, weil der regionale Bezug verloren gegangen ist. Wenn der Wagen mit dem Blitz eh aus Korea oder Spanien kommt, dann kann ich auch gleich einen Hyundei kaufen.Die Schließung des Bochumer Werks war eine Machtdemontration von GM und im nachhinein betrachtet wahrscheinlich ein wirtschaftlicher Fehler, da die Verkaufzahlen wieder steigen. Der Adam zielt klar in die Sparte der "Lifestyle-Autos" wie Mini, Fiat 500 usw. verkauft sich aber gut und wird im Corsa-Werk Eisenach hergestellt. Sonst produzieren auch alle anderen deutschen Hersteller im Ausland und einen Hyundai kaufen kann man sich sehr wohl. Z.B. einen Genesis.
Grüße,
Wayne
Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
Wayne
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