AKAI GX 635 D Gleichlaufschwankungen
#9
Hier meldet sich dann auch mal wieder Euer Gleichlauf-Onkel! :-)

Das mit dem Öl ist schon sehr richtig. Es kommt wirklich extrem auf die richtige Schmierung an. Denn die Andruckrolle ist ein doch im maschinenbautechnischen Sinne ein sehr langsam laufendes Bauteil. Bei Gleitlagern (was ja die allermeisten Andruckrollen haben) braucht man einen sogenannten hydrodynamischen Schmierkeil. Dieser bildet sich um so leichter aus, je schneller das Lager läuft (man gucke mal in die Stribeck-Kurve). Deswegen brauchst Du hierfür spezielles Öl, damit das bei dieser langsamen Geschwindigkeit noch funktioniert. Wenn dieser Schmierkeil nicht da ist, dann kratz quasi das Lagermaterial an der Andruckrolle, womit Gleichlaufschwankungen entstehen. Teac schreibt also (nun habe ich auch verstanden, wieso) nicht oohne Grund ein sehr dickes Öl vor (Mobil DTE Light), was allerdings kein Sinterlageröl ist.

Wichtig ist somit, daß die Mechanik nicht leicht laufen muß, sondern sie muß gleichmäßig laufen!

Weiterhin ist die Andruckrolle auch ein großer Störfaktor. Meine Teac lief nun mal mit Super-Gleichlaufwerten, dann wieder mit katastrophalen, trotz immer mit Wattestäbchen und Alkohol gereinigten Rollen.

Der Dreck hatte sich aber, obwohl optisch nichts zu erkennen war, so ins Gummi gefressen, daß die nicht mehr richtig packte. Denn Band und Andruckrolle rutschen immer durch, sonst könnte so ein Antrieb nicht funktionieren (Maschinenelemente 3. Semester). Es muß nur sichergestellt sein, daß das Durchrutschen immer absolut gleichmäßig ist. Ich habe die Andruckrollen nochmal ausgebaut und richtig kräftig mit einem Lappen und Alkohol und ordentlich Druck auf Hochglanz gebracht. Hier einfach so lange reiben, bis kein Gummiabrieb mehr runterkommt auf dem Lappen, das dauert schonmal 5 Minuten pro Rolle. Ist das Gummi noch gut, sind die Gleichlaufwerte gut. War das Gummi schlecht, klebt sich nun möglicherweise das Band an der Rolle fest - alles schon gehabt.

Dies bestätigt nun auch wieder Rollies Erfahrungen, daß bei der Teac der Andruckrollenzustand extrem wichtig ist. Das wird bei anderen Maschinen - gerade bei empfindlichen Laufwerken mit Doppelcapstanantrieb - nicht anders sein. Nun ist auch klar, warum der Doppelcapstanantrieb so empfindlich ist: Man hat hier zwei Stellen im Bandpfad, wo das Band durchrutschen muß. Fehler hierbei schaukeln sich unweigerlich auf.

Hoffe, ich konnte helfen.

Die Andruckrollen-Reinigungsmethoden, die hier im Forum gepostet werden, sind doch sehr unterschiedlich. Man respektiert einfach die Meinungen der anderen Leute, man muß es ja nicht selbst so machen. Schlechte Andruckrollen kann man - so machen es auch nahmhafte Fachwerkstätten - versuchen, auch mit Aceton wiederzubeleben, hat auch schon oft geholfen, aber oft auch nicht. Muß halt jeder selber wissen.

Hier im Forum kristallisieren sich drei Methoden der Reingung raus:

1 ) Reinigung mit trockenem Lappen
2 ) Reinigung mit Alkohol
3 ) Reingung in der Spüle mit Wasser und Spüli

Liebe Grüße
Euer MArtin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!
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[Kein Betreff] - von ronald - 06.02.2009, 07:21
[Kein Betreff] - von PeZett - 06.02.2009, 08:22
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