Moderner Klingelbeutel
#5
Moin, moin,

vor eineinhalb Jahren hatte Deutschland einen deutsch-sprachigen "Somerhit", der im Radio und Privat-Fernsehen sogar hoch und runter gespielt wurde.
Als ich im letzten Spätsommer zufällig über ein interview mit dem Interpreten, der versuchte den nächsten "Sommerhit" zu landen, stolperte, hörte ich auch das Lob der Moderatorin, er habe immerhin 20.000 Platten verkaufen können.

Wenn ich mir überlege, in welchen Dimensionen sich die Plattenverkäufe der Deutschen Schlagerstars in den Siebziger und frühen Achtziger Jahren abgespielt haben, frage ich mich, was so ein Sommerhit heute wohl wirtschaftlich bedeutet? Nichts!
Udo Lindenberg hat sein neues Album in den ersten Wochen nach dem Release bereits sechs-stellig verkaufen können. Damit ist die Suite im Atlantic wohl für ein weiteres Jahr gesichert. Aber wie viele Lindenberg's stehen den Pohlmann's dieser Welt gegenüber?
Einem Bekannten in England, Vizepräsident der "British Academy of Songwriters, Composers and Authors", Mitglied im "British record Producers Guild" und ehemals Vorsitzender der "Performing Right Society Ltd." - also im Musik-Geschäft nicht ganz unerfahren und nicht ohne Kontakte -, ist im Herbst der Plattenvertrieb pleite gegangen, obwohl er unter seinem Label immerhin einen internationalen Star vermarktet

Soll heißen, allein die Verteilungspolitik der Plattenverlage ist's nicht. Vielmehr hat die Preis- und Produktpolitik der Verlage einerseits, der hemmungslose Musik-Klau und die damit in Zusammenhang stehende Umorientierung der (insbesondere Taschen-) Geldströme andererseits, dazu geführt, daß die Umsätze im CD-Verkauf unglaublich eingebrochen sind.
Viele Künstler bringen heute keine Singles mehr auf den Markt, weil es sich nicht mehr lohnt die zu produzieren. Einige Künstler verdienen heute schon mit Klingetönen mehr Geld, als mit CDs!

Insofern finde ich es interessant, wenn Künstler versuchen, alternative Wege zu finden Musik zu produzieren.
Mittwoch hörte ich (NDR2, Soundcheck Musikszene Deutschland) von einem Deutschen Künstler, der seine Karriere erfolgreich mit einer geförderten Ich-AG aufgebaut hat. Smile

Übrigens: Erinnert Euch an die frühen Achtziger! Trio hatte damals ein Plattencover als Werbefläche vermietet.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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Nachrichten in diesem Thema
[Kein Betreff] - von PeZett - 21.01.2009, 12:35
[Kein Betreff] - von kaiman_215 - 24.01.2009, 14:28
[Kein Betreff] - von PeZett - 24.01.2009, 17:53
[Kein Betreff] - von highlander - 24.01.2009, 20:38
[Kein Betreff] - von Matthias M - 24.01.2009, 21:54
[Kein Betreff] - von esla - 25.01.2009, 02:36

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