21.07.2008, 19:19
Hallo liebe Bandmaschinen-Verrückte
So, wie schon kurz angekündigt hier noch eine kleine Vorstellung meiner Dokorder 1120. Das Gerät habe ich von einem kleinen Laden welcher mit alten Hifi-Geräten, DVDs, CDs etc handelt. Die Dokorder hat er aber dann, weil das arme Ding wohl (zu Unrecht) ein Ladenhüter war, im Internet zur Versteigerung ausgeschrieben. Zum Glück kann ich nur sagen, die alte Maschine läuft nach einer kleinen Verjüngungskur bisher tadellos, klingt ganz erstaundlich frisch und transparent und ist ja so ein Riesenklotz
Lassen wir ein paar Bilder sprechen.
![[Bild: dokorder_b77.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/dokorder_b77.jpg)
Hier zuerst mal ein Vergleich zwischen Dokorder und der Revox B77. Ich habe nicht gemogelt mit dem Bild, sondern aus einer Aufnahme die beiden Geräte etwas näher zusammen gerückt. Die Dokorder ist höher, breiter, schwerer...
![[Bild: vu_dokorder.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/vu_dokorder.jpg)
Die riesigen VU-Instrumente leuchten extrem hell und sind sehr gut ablesbar. Ob sie auch genau sind kann ich leider nicht beurteilen, bisher sind aber alle danach ausgesteuerten Aufnahmen gelungen. Links und rechts der VUs findet sich noch je eine Peak-LED welche das Einpegeln sehr vereinfachen. Die Revox hat diese natürlich auch. Dazwischen liegen die beiden Monitorschalter, interessanterweise getrennt für die beiden Kanäle.
Darunter noch der EQ-Schalter welcher in Kombination mit dem BIAS-Schalter 4 Vormagnetisierungs-Einstellungen zulässt. Oberhalb der Monitorschalter noch die beiden obligatorischen Record-Druckknöpfe.
![[Bild: Dokorder_keyboard.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/Dokorder_keyboard.jpg)
Die einfache Laufwerkssteuerung bedarf eigentlich keiner Erklärung. Die Tasten sind aber recht schwergängig und Traktorenmässig im Vergleich zur sensiblen Tatstatur einer B77. Das Geräuschniveau der Mechanik steht aber in bestem Verhältnis zur rustikalen Tastatur. Es knallt deftig-heftig wenn die Magnet-Schalter in der Maschine die Bremsen lösen und die Andruckrolle in Position bringen, dann aber läuft die Maschine absolut geräuschlos.
Natürlich besitzt die Laufwerkssteuerung keine Logik, also immer schön alle Funktionen mit der Stoptaste beenden und erst dann die nächste Taste drücken.
Ganz rechts noch zwei interessante Gesellen, die Playback-Regler. Mit diesen kann im Wiedergabe-Betrieb die Lautstärke sowohl am Kopfhörerausgang als auch am Line-Out-Anschluss geregelt werden. Wehe dem, der aber während der Aufnahme den Kopfhörer auf hat und die Monitorschalter auf Source gestellt hat. Die Eingangsquelle wird dann genau so laut wiedergegeben, wie die Aussteuerung eingepegelt ist, und das ist, wie ich erfahren durfte, bei optimal eingepegelter Quelle seeehr laut. Die Playback-Potis haben also bei der Aufnahme auf den Kopfhörerausgang keinerlei Einfluss.
Rechts unten noch den SOS und ECHO-Teil, denn ich aber noch nicht getestet habe.
![[Bild: dokorder-switch.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/dokorder-switch.jpg)
Hier noch die restlichen Knöpfchen welche sich dank klarer Beschriftung selber erklären und ihren Zweck auch bestens erfüllen. Die CUE-Taste dient übrigens dazu, während dem Umspulen das Band auf die Köpfe absenken zu lassen. So kann man prüfen ob das Band Leer oder bespielt ist, Lücken finden etc. Für die Köpfe wohl eher eine üble Sache.... Die Mic- und Line-Eingangsregler hat man je zu einem Doppelpoti zusammen gefasst, sie lassen sich aber doch recht gut bedienen. Der Eingangspegel lässt sich sehr weich und genau einstellen, es sind also keine Zehntelmilimeter-Bewegungen mit zittrigen Fingern nötig.
![[Bild: r_bandfuhrung.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/r_bandfuhrung.jpg)
Die rechte Bandführung mit einem interessanten Detail: Die Andruckrolle lässt sich in 10 Sekunden ohne Werkzeug demontieren. Sehr praktisch zum reinigen und austauschen....falls man noch eine finden sollte.
![[Bild: l_bandfuhrung.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/l_bandfuhrung.jpg)
Auch links eine ähnliche Konstruktion: Die Bandführung besteht aus einem Alu-Drehteil mit einer Stahlbüchse welche ebenfalls nur durch wegschrauben entfernt und gereingt werden kann. Einfach aber eine tolle Idee.
![[Bild: dokorder_heads.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/dokorder_heads.jpg)
Hier noch ein Blick auf die recht interessante Kopfplatte, Blick von unten, die Köpfe und Bandführungen sind eigentlich "hängend" montiert. Wenn man sich die Konstruktion anschaut werden sich da wohl schon ein paar Ingenieure den Kopf zerbrochen haben.
Mein bisheriges Fazit:
Die Dokorder 1120 ist ein Exot mit teils üblem Ruf, warum ist mir absolut schleierhaft. Die rustikale Bedienung und Geräuschkulisse ist im Vergleich zu anderen Maschinen natürlich heftig und mag anfangs etwas erstaunen. Die Maschine funktioniert aber tadellos, spult auch grosse Spulen kräftig ab und auf und legt eine Soundqualität an den Tag, die "hochwertigeren" Maschinen in nichts nachsteht. Der innere Aufbau ist recht servicefreundlich, und simpel. Ok, die vielen Druckschalter sind nicht jedermanns Sache, die Kiste kann im Winter nach 20 Minuten Betrieb als Heizgerät verwendet werden und das Design ist wie immer im Auge des Betrachters. Aber eins kann man diesem Traktor auf keinen Fall absprechen: Charakter! Ich mag das Teil
So, wie schon kurz angekündigt hier noch eine kleine Vorstellung meiner Dokorder 1120. Das Gerät habe ich von einem kleinen Laden welcher mit alten Hifi-Geräten, DVDs, CDs etc handelt. Die Dokorder hat er aber dann, weil das arme Ding wohl (zu Unrecht) ein Ladenhüter war, im Internet zur Versteigerung ausgeschrieben. Zum Glück kann ich nur sagen, die alte Maschine läuft nach einer kleinen Verjüngungskur bisher tadellos, klingt ganz erstaundlich frisch und transparent und ist ja so ein Riesenklotz

Lassen wir ein paar Bilder sprechen.
![[Bild: dokorder_b77.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/dokorder_b77.jpg)
Hier zuerst mal ein Vergleich zwischen Dokorder und der Revox B77. Ich habe nicht gemogelt mit dem Bild, sondern aus einer Aufnahme die beiden Geräte etwas näher zusammen gerückt. Die Dokorder ist höher, breiter, schwerer...
![[Bild: vu_dokorder.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/vu_dokorder.jpg)
Die riesigen VU-Instrumente leuchten extrem hell und sind sehr gut ablesbar. Ob sie auch genau sind kann ich leider nicht beurteilen, bisher sind aber alle danach ausgesteuerten Aufnahmen gelungen. Links und rechts der VUs findet sich noch je eine Peak-LED welche das Einpegeln sehr vereinfachen. Die Revox hat diese natürlich auch. Dazwischen liegen die beiden Monitorschalter, interessanterweise getrennt für die beiden Kanäle.
Darunter noch der EQ-Schalter welcher in Kombination mit dem BIAS-Schalter 4 Vormagnetisierungs-Einstellungen zulässt. Oberhalb der Monitorschalter noch die beiden obligatorischen Record-Druckknöpfe.
![[Bild: Dokorder_keyboard.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/Dokorder_keyboard.jpg)
Die einfache Laufwerkssteuerung bedarf eigentlich keiner Erklärung. Die Tasten sind aber recht schwergängig und Traktorenmässig im Vergleich zur sensiblen Tatstatur einer B77. Das Geräuschniveau der Mechanik steht aber in bestem Verhältnis zur rustikalen Tastatur. Es knallt deftig-heftig wenn die Magnet-Schalter in der Maschine die Bremsen lösen und die Andruckrolle in Position bringen, dann aber läuft die Maschine absolut geräuschlos.
Natürlich besitzt die Laufwerkssteuerung keine Logik, also immer schön alle Funktionen mit der Stoptaste beenden und erst dann die nächste Taste drücken.
Ganz rechts noch zwei interessante Gesellen, die Playback-Regler. Mit diesen kann im Wiedergabe-Betrieb die Lautstärke sowohl am Kopfhörerausgang als auch am Line-Out-Anschluss geregelt werden. Wehe dem, der aber während der Aufnahme den Kopfhörer auf hat und die Monitorschalter auf Source gestellt hat. Die Eingangsquelle wird dann genau so laut wiedergegeben, wie die Aussteuerung eingepegelt ist, und das ist, wie ich erfahren durfte, bei optimal eingepegelter Quelle seeehr laut. Die Playback-Potis haben also bei der Aufnahme auf den Kopfhörerausgang keinerlei Einfluss.
Rechts unten noch den SOS und ECHO-Teil, denn ich aber noch nicht getestet habe.
![[Bild: dokorder-switch.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/dokorder-switch.jpg)
Hier noch die restlichen Knöpfchen welche sich dank klarer Beschriftung selber erklären und ihren Zweck auch bestens erfüllen. Die CUE-Taste dient übrigens dazu, während dem Umspulen das Band auf die Köpfe absenken zu lassen. So kann man prüfen ob das Band Leer oder bespielt ist, Lücken finden etc. Für die Köpfe wohl eher eine üble Sache.... Die Mic- und Line-Eingangsregler hat man je zu einem Doppelpoti zusammen gefasst, sie lassen sich aber doch recht gut bedienen. Der Eingangspegel lässt sich sehr weich und genau einstellen, es sind also keine Zehntelmilimeter-Bewegungen mit zittrigen Fingern nötig.

![[Bild: r_bandfuhrung.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/r_bandfuhrung.jpg)
Die rechte Bandführung mit einem interessanten Detail: Die Andruckrolle lässt sich in 10 Sekunden ohne Werkzeug demontieren. Sehr praktisch zum reinigen und austauschen....falls man noch eine finden sollte.
![[Bild: l_bandfuhrung.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/l_bandfuhrung.jpg)
Auch links eine ähnliche Konstruktion: Die Bandführung besteht aus einem Alu-Drehteil mit einer Stahlbüchse welche ebenfalls nur durch wegschrauben entfernt und gereingt werden kann. Einfach aber eine tolle Idee.
![[Bild: dokorder_heads.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/dokorder_heads.jpg)
Hier noch ein Blick auf die recht interessante Kopfplatte, Blick von unten, die Köpfe und Bandführungen sind eigentlich "hängend" montiert. Wenn man sich die Konstruktion anschaut werden sich da wohl schon ein paar Ingenieure den Kopf zerbrochen haben.
Mein bisheriges Fazit:
Die Dokorder 1120 ist ein Exot mit teils üblem Ruf, warum ist mir absolut schleierhaft. Die rustikale Bedienung und Geräuschkulisse ist im Vergleich zu anderen Maschinen natürlich heftig und mag anfangs etwas erstaunen. Die Maschine funktioniert aber tadellos, spult auch grosse Spulen kräftig ab und auf und legt eine Soundqualität an den Tag, die "hochwertigeren" Maschinen in nichts nachsteht. Der innere Aufbau ist recht servicefreundlich, und simpel. Ok, die vielen Druckschalter sind nicht jedermanns Sache, die Kiste kann im Winter nach 20 Minuten Betrieb als Heizgerät verwendet werden und das Design ist wie immer im Auge des Betrachters. Aber eins kann man diesem Traktor auf keinen Fall absprechen: Charakter! Ich mag das Teil
