Kleines Portrait Dokorder 1120
#1
Hallo liebe Bandmaschinen-Verrückte


So, wie schon kurz angekündigt hier noch eine kleine Vorstellung meiner Dokorder 1120. Das Gerät habe ich von einem kleinen Laden welcher mit alten Hifi-Geräten, DVDs, CDs etc handelt. Die Dokorder hat er aber dann, weil das arme Ding wohl (zu Unrecht) ein Ladenhüter war, im Internet zur Versteigerung ausgeschrieben. Zum Glück kann ich nur sagen, die alte Maschine läuft nach einer kleinen Verjüngungskur bisher tadellos, klingt ganz erstaundlich frisch und transparent und ist ja so ein Riesenklotz Smile

Lassen wir ein paar Bilder sprechen.

[Bild: dokorder_b77.jpg]

Hier zuerst mal ein Vergleich zwischen Dokorder und der Revox B77. Ich habe nicht gemogelt mit dem Bild, sondern aus einer Aufnahme die beiden Geräte etwas näher zusammen gerückt. Die Dokorder ist höher, breiter, schwerer...

[Bild: vu_dokorder.jpg]

Die riesigen VU-Instrumente leuchten extrem hell und sind sehr gut ablesbar. Ob sie auch genau sind kann ich leider nicht beurteilen, bisher sind aber alle danach ausgesteuerten Aufnahmen gelungen. Links und rechts der VUs findet sich noch je eine Peak-LED welche das Einpegeln sehr vereinfachen. Die Revox hat diese natürlich auch. Dazwischen liegen die beiden Monitorschalter, interessanterweise getrennt für die beiden Kanäle.
Darunter noch der EQ-Schalter welcher in Kombination mit dem BIAS-Schalter 4 Vormagnetisierungs-Einstellungen zulässt. Oberhalb der Monitorschalter noch die beiden obligatorischen Record-Druckknöpfe.

[Bild: Dokorder_keyboard.jpg]

Die einfache Laufwerkssteuerung bedarf eigentlich keiner Erklärung. Die Tasten sind aber recht schwergängig und Traktorenmässig im Vergleich zur sensiblen Tatstatur einer B77. Das Geräuschniveau der Mechanik steht aber in bestem Verhältnis zur rustikalen Tastatur. Es knallt deftig-heftig wenn die Magnet-Schalter in der Maschine die Bremsen lösen und die Andruckrolle in Position bringen, dann aber läuft die Maschine absolut geräuschlos.
Natürlich besitzt die Laufwerkssteuerung keine Logik, also immer schön alle Funktionen mit der Stoptaste beenden und erst dann die nächste Taste drücken.
Ganz rechts noch zwei interessante Gesellen, die Playback-Regler. Mit diesen kann im Wiedergabe-Betrieb die Lautstärke sowohl am Kopfhörerausgang als auch am Line-Out-Anschluss geregelt werden. Wehe dem, der aber während der Aufnahme den Kopfhörer auf hat und die Monitorschalter auf Source gestellt hat. Die Eingangsquelle wird dann genau so laut wiedergegeben, wie die Aussteuerung eingepegelt ist, und das ist, wie ich erfahren durfte, bei optimal eingepegelter Quelle seeehr laut. Die Playback-Potis haben also bei der Aufnahme auf den Kopfhörerausgang keinerlei Einfluss.
Rechts unten noch den SOS und ECHO-Teil, denn ich aber noch nicht getestet habe.

[Bild: dokorder-switch.jpg]

Hier noch die restlichen Knöpfchen welche sich dank klarer Beschriftung selber erklären und ihren Zweck auch bestens erfüllen. Die CUE-Taste dient übrigens dazu, während dem Umspulen das Band auf die Köpfe absenken zu lassen. So kann man prüfen ob das Band Leer oder bespielt ist, Lücken finden etc. Für die Köpfe wohl eher eine üble Sache.... Die Mic- und Line-Eingangsregler hat man je zu einem Doppelpoti zusammen gefasst, sie lassen sich aber doch recht gut bedienen. Der Eingangspegel lässt sich sehr weich und genau einstellen, es sind also keine Zehntelmilimeter-Bewegungen mit zittrigen Fingern nötig. Wink


[Bild: r_bandfuhrung.jpg]

Die rechte Bandführung mit einem interessanten Detail: Die Andruckrolle lässt sich in 10 Sekunden ohne Werkzeug demontieren. Sehr praktisch zum reinigen und austauschen....falls man noch eine finden sollte.


[Bild: l_bandfuhrung.jpg]

Auch links eine ähnliche Konstruktion: Die Bandführung besteht aus einem Alu-Drehteil mit einer Stahlbüchse welche ebenfalls nur durch wegschrauben entfernt und gereingt werden kann. Einfach aber eine tolle Idee.


[Bild: dokorder_heads.jpg]

Hier noch ein Blick auf die recht interessante Kopfplatte, Blick von unten, die Köpfe und Bandführungen sind eigentlich "hängend" montiert. Wenn man sich die Konstruktion anschaut werden sich da wohl schon ein paar Ingenieure den Kopf zerbrochen haben.


Mein bisheriges Fazit:
Die Dokorder 1120 ist ein Exot mit teils üblem Ruf, warum ist mir absolut schleierhaft. Die rustikale Bedienung und Geräuschkulisse ist im Vergleich zu anderen Maschinen natürlich heftig und mag anfangs etwas erstaunen. Die Maschine funktioniert aber tadellos, spult auch grosse Spulen kräftig ab und auf und legt eine Soundqualität an den Tag, die "hochwertigeren" Maschinen in nichts nachsteht. Der innere Aufbau ist recht servicefreundlich, und simpel. Ok, die vielen Druckschalter sind nicht jedermanns Sache, die Kiste kann im Winter nach 20 Minuten Betrieb als Heizgerät verwendet werden und das Design ist wie immer im Auge des Betrachters. Aber eins kann man diesem Traktor auf keinen Fall absprechen: Charakter! Ich mag das Teil Wink
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#2
Zitat:Gorchel postete

Mein bisheriges Fazit:
Die Dokorder 1120 ist ein Exot mit teils üblem Ruf, warum ist mir absolut schleierhaft.
Auch mir ist es ja bekanntlich immer ein Rätsel gewesen, warum die 1120 so einen schlechten Ruf hat. Wohl aus Unkenntnis. Oft wird ja über Geräte geurteilt ohne sie je selbst mal life gesehen, geschweige denn besessen zu haben.
Jedenfalls danke für deinen objektiven Bericht. Ich denke er rückt die Dokorder ins rechte Licht.
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#3
Hallo,

ich denke, der schlechte Ruf von Dokorder ist nicht zuletzt Folge von 3 Dingen:

1. Die sehr aggressive Werbung, die sich keine große Mühe mehr gab, die technischen Besonderheiten herauszustellen, sondern in 2-seitigen Anzeigen, z.B in der HiFi-Sereophonie, auf der ersten Seite eine Mülltonne abzubilden und darüber den Satz:" Sie werfen Ihre alte auf den Müll" (wen eigentlich?? und müßte man "alte" nicht groß schreiben, bzw. hätte man das im Jahre 1976 nicht groß schreiben müssen??), auf der 2.Seite, nach dem Umblättern: "wenn Sie die neuen von Dokorder gehört haben." ( Auch bei den "neuen", wäre wohl "Neuen" besser gewesen, weil das die Kleinschreibung rechtfertigende Substantiv weggelassen worden war. Entschuldigend kann man höchstens anführen, daß Vivanco in Ahrensburg residierte, und damit sicher so 500 -600 km von der bayrischen Grenze)

1975/76 war die Zeit, in der andere Hersteller mit Besonderheiten wie Glas-Ferrit-Köpfen geworben haben (auch nicht immer geistreich, wie z.B. Akai), und meisten halbwegs seriös dabei wirken. Die Werbung von Dokorder, oder besser, dessen Vertrieb Vivanco, stellte nicht nur meiner Meinung einen Tiefpunkt der Werbung für Hifi-Equipment zur damaligen Zeit dar.

2. Das Design anderer japanischer Hersteller hatte bereits die Niederungen der Kopie amerikanischer Vorbilder verlassen und durchaus Tendenzen zu einer gewissen Nüchternheit und Funktionalität erkennen lassen: Chrom war, wie auch im Automobilbau, megaout, und dann baut da jemand ein Gerät, das Bedienelemente mit Chrom umrandet, NAB-Adapter verchromt....
Die Dokorder sah neben Sony (TC 755, TC 880), Akai (GX-650 etc.) aus wie aus den 60-igern. Von Revox, Braun, später ASC, Uher, Tandberg möchte ich gar nicht reden.

3.Dann erschien 1977 ein Test der Dokorder 1122 in der "HiFi-Sereophonie".
Ohne auf alle Einzelheiten einzugehen fiel der desaströs aus: die Gleichlaufschwankungen bei 19 cm/sec betrugen 0.16 % bewertet und bis 0.22% unbewertet. Dementsprechend war das Urteil: "Die Dokorder 1122 zeigte unter Berücksichtigung der besonders hohen bzw. semiprofessionellen Ansprüche....deutliche Konzeptionsfehler und klangliche Unzulänglichkeiten.....Als Heimgerät kann eine gute Zweispurmaschine mit Dolby-NRS die bessere Lösung sein". (Woran mag der Autor wohl gedacht haben?? Immerhin wurde die Dokorder 1122 für 2000 DM verkauft...( die A77 Dolby kostete 1974 so um die 1842...))

Bei aller Einfachheit und Robustheit, die sicher auch Vorzüge hat, wurde für das Teil recht viel Geld genommen...

Frank
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#4
Die Dokorder-Werbung in den USA war interessant: In allen mir bekannten Anzeigen wurden die Geräte ganz offen mit denen von TEAC verglichen. Aussage: Wir sind kleiner und weniger bekannt, aber genau so gut und preiswerter.

http://reel2reeltexas.com/vinAd75Dokorder.jpg

"We're one of two major companies seriously and exclusively into the manufacture of high performance tape recorders" - also, an mangelndem Selbstbewußtsein sind sie nicht gescheitert, schon eher an Verkennung des Tonbandmarktes. ;-)
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#5
Zitat:Frank Stegmeier postete

Bei aller Einfachheit und Robustheit, die sicher auch Vorzüge hat, wurde für das Teil recht viel Geld genommen...
Die Preise damals interessieren mich heute wenig. Damals hätte ich mir die Dokorder auch nicht gekauft, da auf dem deutschen Markt zu teuer und als sie angeboten wurde vom Design her überholt. Lag vermutlich daran, dass Vivanco, als freier Importeur wohl eine Charge von Onkyo aufgekauft hat und die dann jahrelang versucht hat auf dem deutschen Markt abzusetzen.
Ich kann mich erinnern, dass Vivanco noch die Dokorder bis in die späten 70er angeboten hat. Da gab es von anderen Herstellern schon moderneres.
Mitte der 70er exportierte Onkyo nämlich selbst seine Geräte nach Deutschland und die hatten ihre Bandmaschinen nicht mehr im Programm.

Das spielt aber für mich heute keine Rolle mehr. Für mich sind die heutigen Gebrauchtpreise relevant, in Relation zur gebotenen Qualität und Reparaturfreundlichkeit.
Und da schneidet die Dokorder meiner Ansicht relativ gut ab.
O.K. zugegeben, ein paar "Experten" verlangen für die Kisten ab EUR 300,-- aufwärts. Aber wie Gorchel zeigt, kann man auch für unter EUR 100,-- zu einer schönen Maschine kommen. Zugegeben mit etwas Aufwand. Aber da die Dokorder relativ einfach aufgebaut ist, kann auch ein Nicht-Elektrotechniker die Probleme meistern (mit Hilfe des Forums). Und mit diesen Qualitäten werden solche Maschinen in Zukunft klar in Vorteil sein.
In 20-30 Jahren fragt nämlich keiner mehr ob z. Bsp eine Philips 7300 moderner aussieht oder in den 80ern mal einen besseren Gleichlauf hatte. Da interessiert nur noch, ob die Kiste zum laufen zu bringen ist oder nicht.
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#6
Sacht mal, die Tonköpfe sehen aus, als wären sie mit den Technics-Köpfen identisch.

Und der Kopfträger sieht - von etwas anderer Anordnung abgesehen - seeeeehr nach Teac aus.

;-)

Sehr interessanter Bericht!

Gruß
MArtin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!
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#7
Hallo,
ich hatte mal 1981 für kurze Zeit eine Dokorder 1120 hier.
Im Vergleich zu der Akai GX-620, die ich damals hatte, rauschte die Dokorder recht heftig.
Deshalb habe ich mich nach wenigen Wochen wieder von dieser Maschine getrennt.
Jetzt interessiert es mich, ob das stärkere Rauschen eine generelle Eigenschaft dieses Gerätes ist.
Gruß, Enno
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#8
Ohne nachttreten zu wollen:

Martin postete irgenwann ´mal:

"Alle Bandmaschinen mit höheren Gleichlaufschwankungen als 0,15% sind für mich untauglich. Dies entspricht ungefähr (weil nicht wirklich vergleichbar) eine bewerteten Messung mit 0,06%."

Die HiFi-Stereophonie fand 1977 für die Dokorder 1122:
"...die Gleichlaufschwankungen bei 19 cm/sec betrugen 0.16 % bewertet und bis 0.22% unbewertet. ..."

Ob die Gleichlaufschwankungen besser werden mit den Jahren??
Aber vielleicht wird die Verschlechterung des Gleichlaufs überkompensiert durch die Verschlechterung des Gehörs.

Man könnte ja ´mal die Musiker, die Tonbandgeräte immer wieder als eine Art Effektgeräte einsetzen möchten, fragen: so ein Tremolo , das käme doch vielleicht ganz gut...
Falls Bedarf besteht: ich habe noch eine Kiste rumstehen die erhebliche Gleichlaufschwankungen produziert (nein, keine Denki-Onkyo Dokorder..)


Frank
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#9
Hallo Richard,

...will mich auch wieder melden.

Danke für das kleine Dokorder-Intro, dem ich einiges hinzufügen
möchte.

Dem vermeindlich schlechten Ruf einer Dokorder bin ich bisher auch
noch nicht auf die Spur gekommen. Immerhin: man hört allenthalben
"Finger weg...". Begründet? Oftmals wohl eher nicht. Technisch sauber
auf- und eingestellt dürfte sie einen ähnlich guten Job machen wie
eine Sony 755 oder eine Akai 630 (...mit denen ich sie konzeptionell
etwas vergleiche).

Den von Dir geschilderten und bebilderten Details möchte ich hinzufügen,
dass ich die VUs nicht so toll finde - ihre Beschriftung ist mir persönlich
zu "fett" und zu sehr gedrängt. Das hat zwar nur subjektive Einwirkung
auf die Ablesbarkeit (ich schätze, besser ablesbare VUs sind auch nicht
genauer...) aber es stört mich ein wenig. Auch die Wertigkeit der an der
Oberfläche verwendeten Materialien ist mir etwas zu dürftig. Die Potiknöpfe
wackeln etwas (...das durfte an dünnen Potiachsen liegen), die Beschriftung
verwischt leicht (VORSICHT mit aggressiven Reinigern!), Die verchromten
Plastikdetails (einschliesslich der NABs) gefallen allenfalls aus 2 Metern
Entfernung (oder auch nicht), näheres Hinsehen fördert etwas dürftige
Machart zu Tage. Auch die Markierung der Pegelsteller könnte sich besser
von den geriffelten Nuten abheben - bei nicht optimalen Beleuchtungs-
verhältnissen kann ich sie nicht gut erkennen (...weshalb ich bei
meiner 1120 die Markierung wohl rot nachziehen werde...).

Im Gegensatz dazu die inneren Werte. Die wirklich vorzüglich kontaktierten
Platinen sitzen in sicheren, soliden Haltern. Die Stecker sind mit Schrauben
(über Andruckfedern !!!) zusätzlich gesichert - so etwas ist wirklich rar!
Das Kampfgewicht ist etwa auf Sony / Akai-Niveau - eine B77 ist
da in der Tat grazieler.

Alles in allem eine Maschine mit eigenem Charakter (wie Du ja schon
schreibst...), die durchaus über einige interessante Details verfügt.

@Enno

Das Rauschverhalten der 1120 ist mir zumindest bei Nutzung des Kopfhörer-
Ausganges auch schon negativ aufgefallen. Meine GX620 ist da aber
noch schlimmer und ich schiebe das ein wenig auf den Alterungsprozess
der Bauteile (und/oder des verwendeten Bandmaterials, das ich zum
Zeitpunkt des Probelaufes gerade zur Hand hatte) zurück.

@King-Louis

Woher Dokorder stammt und zu wem sie gehörten, versuche ich schon
seit Jahren rauszukriegen.
Die in der Wikipedia erwähnte Namensgleichheit zu Onkyo (gegründet
als "Osaka Denki Onkyo K.K" ) weist auf Verwandschaft hin.
Dagegen sprechen andere Quellen.

Hier http://www.thevintageknob.org/THEVAULT/D...K1140.html
wird erwähnt, dass Onkyo nichts mit Dokorder zu tun hatte.
(Dokorder hatte übrigens seinen Firmensitz in Tokyo und nicht in Osaka,
was aber auch nichts heissen muss). Auch der Hinweis auf den Kauf
von Dokorder durch Luxman deutet zumindest darauf hin, dass es sich
bei Dokorder um eine eigene Sparte gehandelt haben könnte. Unter diesem
Namen wurden übrigens auch Tapedecks und 8-Spur-Cassettengeräte
produziert (sh. hier: http://www.8trackheaven.com/component.html )

Was mich ebenfalls verwundert, ist die Tatsache, dass Dokorder-Geräte
in den 70ern (wie Du ja schon schreibst) von Vivanco in Deutschland ver-
trieben wurde. Dies zu einem Zeitpunkt, als Onkyo bereits ebenfalls
eine direkte Handelsniederlassung hatte. Das kann allerdings auch Gründe
in älteren Vertragsabschlüssen gehabt haben.

Immerhin - auch hier hinter verbirgt sich für mich ein Stück
Technikgeschichte, das ich gerne noch etwas erhellen möchte.
Wer also noch etwas über die Herkunft und Geschichte der Marke
Dokorder sagen kann, möge dies bitte tun.

Viele Grüsse
an Alle...


Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#10
Vielen Dank schon mal allen, die sich bisher zur Dokorder geäussert haben.

Natürlich ist mein kleiner Bericht nicht vollständig und sicher auch eher subjektiv denn objektiv. Dies liegt sicher nicht zuletzt daran, dass ich von der Maschine nicht viel erwartet habe in Bezug auf Aufnahme- und Wiedergabequalität und auch zur ganzen Konstruktion als solches.
Die Maschine hat mir, als ich zufällig im Internet über ein Bild gestolpert bin, in ihrer etwas „herben“ Aufmachung gefallen und natürlich war da auch der Reiz, ein Gerät zu besitzen das nicht jeder im Wohnzimmer hat.
Natürlich findet man beim „zerlegen“ der Maschine kein Alu-Druckgusschassis sonder halt div. Stahlbleche und Platten die mit unzähligen Schrauben verschraubt sind. Das ist natürlich weniger elegant, aber nicht minder stabil. Auch die Seitenteile aus dickem, schwarzen Kunststoff sind sicher nicht jedermanns Sache, und wie man auf den Bildern sieht, hatten diese auch schon etlichen „Feindkontakt“. Aber alles ist funktional gebaut, einfach zu demontieren, übersichtlich und hat einen gewissen Charme, so empfinde ich zumindest.

@Peter

Du hast natürlich recht, die VUs könnten wohl besser beschriftet sein, aber wärs dann nicht auch einfach 0815? Wink Schlussendlich pegelt man ja eh nach den LEDs aus, dass klappt bestens. Und die Potis sind wirklich nicht so stabil, wie sie auf den Fotos ev. wirken, und die schwarzen Markierungen auf den Pegelstellern findet man wirklich fast nur mit der Taschenlampe. Früher waren solche Nachteile sicher gewichtiger als heute, wo man sich freut, dass so ein Elektromechanisches Wunderwerk auch nach über 30 Jahren noch bestens funktioniert. Dies nicht zuletzt dank der Superhilfe hier in diesem Forum  Die Beschriftungen sind bei meinem Gerät zum Glück noch alle wie neu.

@Frank

Bezgl. Gleichlaufschwankungen kann ich leider nicht viel sagen, ausser dass mittels Gehör nichts in der Richtung negativ festzustellen ist. Ab wie viel % kann man nach Gehör Schwankungen wahrnehmen?

@Enno

Wie Peter auch schon sagte, ist mir ebenfalls das Rauschen via Kopfhörer aufgefallen, dies auch wenn auf Pause geschaltet wird, also liegt das Problem wohl eher im elektronischen Teil als beim verwendeten Band. Im Betrieb über Lineout an der Anlage kann ich das Rauschen nicht mehr ausmachen.

@Martin

Leider habe ich keine Ahnung, ob die Köpfe und deren Träger etwas mit Teac am Hut haben. Angesichts der aggressiven Vergleichs-Werbung mit TEAC-Geräten wäre das aber schon sehr frech Wink
Zumindest zeigen die Köpfe fast keine Abnutzungen, wobei ich natürlich auch nicht weiss, wie oft die Maschine gelaufen ist.

Auch mich würde es interessieren, was noch über die Marke Dokorder und deren Herkunft herausgefunden werden kann. Dies ist ja nicht zuletzt auch einer der interessanten und spannenden Aspekte bei dem ganzen Bandmaschinen-Hobby.

Beste Grüsse

Richard
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#11
Wenn man gaaaaanz genau hinhört, kann man ab etwa unbewerteten 0,15% Gleichlaufschwankungen wahrnehmen.

Mitden oben erwähnten bewerteten 0,06% habe ich vielleicht etwas zu hoch (bzw. zu niedrig ;-) )gegriffen.......

Es tut mir leid! Jeder lernt dazu!

Liebe Grüße
Martin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!
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#12
Zitat:Ab wie viel % kann man nach Gehör Schwankungen wahrnehmen?
Es gibt Quellen, die besagen, unterhalb 0,1 % wären die
Gleichlaufschwankungen nicht mehr hörbar. Worauf sich diese
Angabe stützt, ist mir nicht bekannt.

Die DIN45500 (sogen. HiFi-Norm) legt die max. zulässigen
Gleichlaufschwankungen für Spulentonbandgeräte mit max. +/- 0,2 %
fest.

Ein geschultes Ohr mag solche Schwankungen bei einem einzeln
angeschlagenen Klavierton z.B. durchaus heraushören. Erstrecken sich die
Schwankungen über einen grösseren Zeitraum und/oder handelt es sich
um ein komplexes Signalgebilde (sprich: Musikstück, an dem mehrere
Instrumente u. Stimmen beteiligt sind...), wird es sicher schwierig.

Gruss

Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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