12.06.2008, 12:51
Da, lieber Thomas, möchte ich vielleicht doch noch dazwischen.
Wenn man mit einem technisch sehr aufwendigen Bandpass arbeitet wie du mit deinem HP-Dingen, dann rennt das durchaus. Wenn man aber mit einem Gerät arbeitet, das Holger oben ansprach ("THD+Noise"), wird das etwas enger, weil die Unterdrückung des 1. Partialtons (Grundwelle) dabei mit einem extrem kritisch abgestimmten Wienbrückenfilter bewerkstelligt wird, aus dem der Messton durch stärkere Gleichlaufschwankungen des Tonbandgerätes durchaus (in frequenz und/oder Pegel) herauslaufen kann, was (bei niedrigen THD-Werten) dann zu einer recht instabilen oder ungenauen Anzeige führen kann, weil schlecht abgestimmt gemessen werden muss.
Natürlich hast du mit deiner Aufforderung, die Kirche im Dorf zu lassen, genauso Recht, denn schon einen Klirrfaktor von 0,1 % über Band zu messen, dürfte zu den mittleren Wunschträumen gehören. Bei Amateurgeräten ohnehin.
Deine pragmatische Sicht wird auch durch meine 'Erfolge" in jenen Zeiten belegt, in denen auch ich solch eine Messbrücke "THD+Noise" einsetzte (IM 5258 als Bausatz von Heathkit, also ein Ahnherr von Holgers ELV-Baukasten). Das ging nicht zuletzt deshalb tadellos, weil prinzipbedingt der K3 sowohl vormagnetisierungs- wie pegelabhängig im Klirrsignal eines Magnetbandgerätes eine einsame Spitzenstellung beansprucht. Man misst also in erster Linie ihn, K2, K4, K5 treten deutlich zurück, haben ihre Minima über der VM-Änderung aber etwa an derselben Stelle. Es gibt daher keinen Grund die generelle Eignung der K3-Messung anzuzweifeln, egal ob man mit selektivem Voltmeter messen kann oder einem Wienbrückenfilter messen muss.
Wenn es wegen der Gleichlaufschwankungen oder sonstiger Instabilitäten (schon der Pegel allein reicht ja) mit der stabilen Abstimmung zu schwierig wird, muss man halt doch auf die Fast-Fourier-Transformation umsteigen, die heute über kleine Rechnertestprogramme für unsere Ansprüche vergleichsweise wohlfeil zu haben ist. Natürlich 'passt' das dann wieder nicht so ganz zum Bandgerät, aber ... Selektive Voltmeter sind bekanntlich (...) eher selten auf dem Markt; da muss man schon an den Quellen sitzen.
Übrigens tut es meine oben genannte Klirrfaktormessbrücke nach einer kürzlich erfolgten Überholung (mit Beseitigung einer kalten Lötstelle von 1975..., geht's anders??) nach 33 Jahren noch immer glänzend. Auch insofern kann man Holger nur ermuntern, sinnvolle Erfahrungen mit seinem Opus zu sammeln.
Hans-Joachim
Wenn man mit einem technisch sehr aufwendigen Bandpass arbeitet wie du mit deinem HP-Dingen, dann rennt das durchaus. Wenn man aber mit einem Gerät arbeitet, das Holger oben ansprach ("THD+Noise"), wird das etwas enger, weil die Unterdrückung des 1. Partialtons (Grundwelle) dabei mit einem extrem kritisch abgestimmten Wienbrückenfilter bewerkstelligt wird, aus dem der Messton durch stärkere Gleichlaufschwankungen des Tonbandgerätes durchaus (in frequenz und/oder Pegel) herauslaufen kann, was (bei niedrigen THD-Werten) dann zu einer recht instabilen oder ungenauen Anzeige führen kann, weil schlecht abgestimmt gemessen werden muss.
Natürlich hast du mit deiner Aufforderung, die Kirche im Dorf zu lassen, genauso Recht, denn schon einen Klirrfaktor von 0,1 % über Band zu messen, dürfte zu den mittleren Wunschträumen gehören. Bei Amateurgeräten ohnehin.
Deine pragmatische Sicht wird auch durch meine 'Erfolge" in jenen Zeiten belegt, in denen auch ich solch eine Messbrücke "THD+Noise" einsetzte (IM 5258 als Bausatz von Heathkit, also ein Ahnherr von Holgers ELV-Baukasten). Das ging nicht zuletzt deshalb tadellos, weil prinzipbedingt der K3 sowohl vormagnetisierungs- wie pegelabhängig im Klirrsignal eines Magnetbandgerätes eine einsame Spitzenstellung beansprucht. Man misst also in erster Linie ihn, K2, K4, K5 treten deutlich zurück, haben ihre Minima über der VM-Änderung aber etwa an derselben Stelle. Es gibt daher keinen Grund die generelle Eignung der K3-Messung anzuzweifeln, egal ob man mit selektivem Voltmeter messen kann oder einem Wienbrückenfilter messen muss.
Wenn es wegen der Gleichlaufschwankungen oder sonstiger Instabilitäten (schon der Pegel allein reicht ja) mit der stabilen Abstimmung zu schwierig wird, muss man halt doch auf die Fast-Fourier-Transformation umsteigen, die heute über kleine Rechnertestprogramme für unsere Ansprüche vergleichsweise wohlfeil zu haben ist. Natürlich 'passt' das dann wieder nicht so ganz zum Bandgerät, aber ... Selektive Voltmeter sind bekanntlich (...) eher selten auf dem Markt; da muss man schon an den Quellen sitzen.
Übrigens tut es meine oben genannte Klirrfaktormessbrücke nach einer kürzlich erfolgten Überholung (mit Beseitigung einer kalten Lötstelle von 1975..., geht's anders??) nach 33 Jahren noch immer glänzend. Auch insofern kann man Holger nur ermuntern, sinnvolle Erfahrungen mit seinem Opus zu sammeln.
Hans-Joachim
