19.05.2008, 10:16
Lieber Frank,
Matthias' Hinweis trifft's, denn ich stellte seinerzeit zu meiner Zeit fest, dass der Bandzug der HS-A77 für 468 -als einem 50µ-Band- eigentlich doch etwas zu niedrig ist; man hat da am A77-Regulärkonzept von Löffinger Seite nicht gerührt.
Nun kann das zwar auf der Audioseite von uns über die VM etwas ausgeglichen werden, dies aber nicht beim Umspulbetrieb. Weil das aber nicht unbedingt im Sinne des Erfinders war, beschritten die Regensdorf-Löffinger für die ORF ja auch den von Matthias skizzierten Weg und legten die Wickelmotoren auf die (hier -vor B77- noch separate) Versorgung des Tonmotors auf, womit dann der Betrieb eines Standardbandes 'im Sinne des Erfinders' möglich wurde.
Wenn du dir die Laufwerksschaltung der ORF im Vergleich zur Standardversion ansiehst, erkennst du, wohin der Hase läuft. Ob dies in deinem Falle erfolgen muss/sollte, wirst du dann anhand der Bedürfnisse des Kunden entscheiden. In meinen Sturm- und Glanzzeiten habe ich im Freundeskreis diverse "HS" auf Laufwerksschaltung "ORF" umgebaut, was aber nur mit irgendeinem Kompromiss ging, den ich jetzt nicht nachgesehen habe, weil die ORF für die Spulengrößen-Umschaltung ein Relais spendiert bekam. Sonst diel sie ja eher spartanischer aus. Nachdem du mit einer klassischen Amateurmaschine (DOLBY B) hantierst, sollte diesem Punkt besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, weil Amateurs gemeinhin mehr an 18-cm-Spulen als am schönen Bandwickel interessiert sind. Der ist bei der A77HS in Regulärversion (und AEG-Kernen) nämlich schlicht gefährlich labberig.
Mit dem Kopiereffekt hätte ich angesichts von 19 und Dolby eher weniger Sorgen, rate bei der A77, den verfügbaren 900-1100 Metern ("reicht bis zur Pause allemal...") vom Doppelspielband ab. Die von der A77 bereitgestellten Aussteuerungsreserven eines 50µ-Bandes sollte man aber nützen, weshalb du ja auch mit dem Vorschlag 468 kamst. Beachten sollte man dann noch, wie die Einmessung von 468 gegen ein aktuell verfügbares Langspielband ausfällt, will sagen, inwieweit die Pegel- und Frequenzlinearität über das Dolby hin mit den dem A77-Dolby-Nutzer zugänglichen Einmessmöglichkeiten ausreichend gewährleistet bleibt. Das gehört ja zu den wirklich kritischen Dingen beim Verfahren Dolbys. Darauf, dass dieser Einstellvorgang nicht als Nutzerschikane erfunden wurde, sondern prinzipbedingte Funktionsvoraussetzung ist, solltest du deinen Kunden auch dezidiert hinweisen.
Man glaubt ja nicht, wie schnell jahrzehntelang selbstverständlich kolportierte und allgemein vorhandene Wissenselemente mangels Nutzung im Orkus der Geschichte verschwinden und dann kurz darauf als dollste "Geschichten vom Pferd" aus zweifelhaftesten Löchern kriechend fröhliche Urständ' feiern. Man versteht sie aber inzwischen nicht mehr und versieht sie daher mit Garnituren, über die der dem entsprechenden Wissen noch nicht gänzlich Entwachsene nur den Kopf schütteln kann.
Insofern: Aufklärung tut Not.
Hans-Joachim
Matthias' Hinweis trifft's, denn ich stellte seinerzeit zu meiner Zeit fest, dass der Bandzug der HS-A77 für 468 -als einem 50µ-Band- eigentlich doch etwas zu niedrig ist; man hat da am A77-Regulärkonzept von Löffinger Seite nicht gerührt.
Nun kann das zwar auf der Audioseite von uns über die VM etwas ausgeglichen werden, dies aber nicht beim Umspulbetrieb. Weil das aber nicht unbedingt im Sinne des Erfinders war, beschritten die Regensdorf-Löffinger für die ORF ja auch den von Matthias skizzierten Weg und legten die Wickelmotoren auf die (hier -vor B77- noch separate) Versorgung des Tonmotors auf, womit dann der Betrieb eines Standardbandes 'im Sinne des Erfinders' möglich wurde.
Wenn du dir die Laufwerksschaltung der ORF im Vergleich zur Standardversion ansiehst, erkennst du, wohin der Hase läuft. Ob dies in deinem Falle erfolgen muss/sollte, wirst du dann anhand der Bedürfnisse des Kunden entscheiden. In meinen Sturm- und Glanzzeiten habe ich im Freundeskreis diverse "HS" auf Laufwerksschaltung "ORF" umgebaut, was aber nur mit irgendeinem Kompromiss ging, den ich jetzt nicht nachgesehen habe, weil die ORF für die Spulengrößen-Umschaltung ein Relais spendiert bekam. Sonst diel sie ja eher spartanischer aus. Nachdem du mit einer klassischen Amateurmaschine (DOLBY B) hantierst, sollte diesem Punkt besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, weil Amateurs gemeinhin mehr an 18-cm-Spulen als am schönen Bandwickel interessiert sind. Der ist bei der A77HS in Regulärversion (und AEG-Kernen) nämlich schlicht gefährlich labberig.
Mit dem Kopiereffekt hätte ich angesichts von 19 und Dolby eher weniger Sorgen, rate bei der A77, den verfügbaren 900-1100 Metern ("reicht bis zur Pause allemal...") vom Doppelspielband ab. Die von der A77 bereitgestellten Aussteuerungsreserven eines 50µ-Bandes sollte man aber nützen, weshalb du ja auch mit dem Vorschlag 468 kamst. Beachten sollte man dann noch, wie die Einmessung von 468 gegen ein aktuell verfügbares Langspielband ausfällt, will sagen, inwieweit die Pegel- und Frequenzlinearität über das Dolby hin mit den dem A77-Dolby-Nutzer zugänglichen Einmessmöglichkeiten ausreichend gewährleistet bleibt. Das gehört ja zu den wirklich kritischen Dingen beim Verfahren Dolbys. Darauf, dass dieser Einstellvorgang nicht als Nutzerschikane erfunden wurde, sondern prinzipbedingte Funktionsvoraussetzung ist, solltest du deinen Kunden auch dezidiert hinweisen.
Man glaubt ja nicht, wie schnell jahrzehntelang selbstverständlich kolportierte und allgemein vorhandene Wissenselemente mangels Nutzung im Orkus der Geschichte verschwinden und dann kurz darauf als dollste "Geschichten vom Pferd" aus zweifelhaftesten Löchern kriechend fröhliche Urständ' feiern. Man versteht sie aber inzwischen nicht mehr und versieht sie daher mit Garnituren, über die der dem entsprechenden Wissen noch nicht gänzlich Entwachsene nur den Kopf schütteln kann.
Insofern: Aufklärung tut Not.
Hans-Joachim
