Telefunken Magnetophon C 3300 hifi - ein Meilenstein
#1
Moin, moin

Normalerweise werden an dieser Stelle besondere Kassettendecks vorgestellt: Der Beste hiervon, der Größte davon, vielleicht das Lieblingsgerät oder ein Traum aus Jugendzeiten.

[Bild: TFKmC3300_01k.JPG]

Auf das Telefunken Magnetophon C 3300 HiFi trifft eher keines dieser Attribute zu: Ein normaler Toplader mit wenig Köpfen und noch weniger Motoren. Die Ausstattung entspricht bestenfalls der gehobenen Mittelklasse und das Ambiente ragt auch nicht besonders hervor.

Diesen Telefunken stelle ich Euch an dieser Stelle aus zwei Gründen vor: Erstens fliegt er grade bei mir rum:

[Bild: TFKmC3300_02k.JPG]

ein guter Anlaß zumindest, und zweitens – und das ist der eigentliche Grund – hat der Hannoveraner Flachmann zumindest eine Besonderheit: „Der Telefunken Cassetten-Recorder C3300 zeigt bisher einmalige Meßergebnisse, die alle gleichsam deutlich über unseren und den DIN-HiFi-Anforderungen liegen ...“(*), wie es im Test-Jahrbuch der HiFi-Stereophonie 1976/77 zu lesen war.

Man erinnere sich: Mit Beginn der Siebziger Jahre versuchten vor allem Japanische Hersteller mit Kassettenrecordern einerseits den Komfort-orientierten amerikanischen Markt zu erobern, andererseits die Dominanz der deutschen Tonbandgeräte-Hersteller im Bereich der Heim-Aufzeichnungsgeräte auf dem europäischen Markt zu brechen. Eine wahre Flut von Tapedecks aus japanische Produktion rollte los und schwappte auch nach Deutschland.
Dem großen ausländischen Angebot an Dolby-Cassetten-Recordern stehen nur wenige deutsche gegenüber“(*). Hierzulande hatten nämlich die Hersteller Philipsens Compakt Cassette, neben derer angestammten Domäne im Bereich der Diktiergeräte und Anrufbeantworter, scheinbar eher für den mobilen Einsatz im Auge. Dementsprechend wenig eigene Entwürfe setzte man der asiatischen Konkurrenz entgegen, verbaute lieber deren OEM-Laufwerke oder klebte gleich das eigene Firmenschild auf das zugekaufte Gerät. Und selbst hier beschränkten sich die meisten 'Hersteller' auf eher einfache Recorder.

Als der MC3300 im Telefunken-Report von 1975 vorgestellt wurde, hatte das Fachmagazin des Deutschen High Fidelity Institut (DHFI e.V.) HiFi-Stereophonie bereits mehr als zwei Dutzend Tapedecks getestet. Die Meisten waren an der HiFi DIN-Norm 45500 gescheitert. Neben großer Serienstreuung und oft unzureichender Werkseinstellung waren es vor allem Probleme am Laufwerk, die selbst Highend-Geräte, wie Nakamichi 1000 oder Sony TC-177 SD, scheitern ließen. Der BASF 8200 CrO² HiFi war der erste getestete Recorder, der die Bezeichnung DIN-HiFi in Anspruch nehmen durfte (Jahrbuch 1975). Im gleichen Jahr eroberte der Tandberg TCD-310 neben ihm den Referenz-Thron: „Wenn der Recorder TCD310 auch die HiFi-Anforderungen noch nicht in allen Punkten erfüllt, so konnte doch erstmals bei einem Cassetten-Recorder dem produzierten Klangbild die Attribute: „sauber, rauscharm, durchaus noch durchsichtig“ zugeordnet werden.“(***)
Zu dem Tandberg gesellte sich nun also in Nachfolge des BASF der Telefunken als zweite Referenz der HiFi-Stereophonie. Der Norweger brillierte, was die Klangqualität, der Hannoveraner, was die Meßwerte anging. Wie gesagt: Besser als die versammelte internationale Konkurrenz mit zum Teil umfangreichen Kalibrierungs-Möglichkeiten, drei Motoren und drei Köpfen.

Der Telefunken kommt im dezenten, eleganten, fast zierlichen Softline-Design der Modellreihe ab 1974 daher. Er gliedert sich hervorragend in die Serie der damaligen Telefunken Bandmaschinen (Serie M2000 und M3000), Plattenspieler (W248 und W268) und Steuergeräte (Opus, Concertino etc.) ein.
Während Braun und Wega Design als Luxus definierten, praktizierte es Telefunken eher als Massenprodukt. Keine edlen Hölzer oder gebürstete Metallfront, sondern Kunststoff in einfacher Verarbeitung mit lediglich metallenen Zier-Beplankungen verschalen das Blech-Chassis, in dem Antrieb und Elektronik verschraubt sind.
Dafür sind die drei Flachbahnregler auf gutem Niveau und die Kippschalter sehr hochwertig.

[Bild: TFKmC3300_03k.JPG]

Die Kurzhubtasten sind, insbesondere in Anbetracht der bei der Konkurrenz massenweise verbauten vollmechanischen Kipptasten, in Verbindung mit den beleuchteten Laufwerks-Funktionsanzeigen in Klarschrift fast schon ein Luxus-Symbol. Die Bandsorten-Umschaltung erfolgt automatisch. Die beiden Drehspul-Aussteuerungsinstrumente sind groß aber im Gegensatz zum kleineren MC2200 nicht angewinkelt und daher schlechter ablesbar. Noch mehr gilt das für das mechanische Bandzählwerk, das aber im Gegensatz zu dem vieler Konkurrenten immerhin hell beleuchtet ist.
Nicht beleuchtet ist das Kassettenfach. Hier geht Telefunken einen eigenen Weg: Ein undurchsichtiger Plexiglas-Deckel verbirgt ein Direct Load-Fach.

[Bild: TFKmC3300_04k.JPG]

Alle Funktionen können bei geöffnetem oder geschlossenem Deckel ausgeführt werden. Ist der Deckel offen, liegt die gesamte Kassette frei sichtbar. Nachteilig für geistig eher einfach gestrickte Menschen ist das Fehler einer Sicherung gegen die Entnahme der Kassette im Betrieb. Aber meinem Auto fehlt auch eine Sicherung gegen versehentliches Überfahren von Fußgängern und ich habe das trotzdem noch nicht ausgenutzt. Wer „das“ beim Telefunken ausnützt, der riskiert übrigens ein Verbiegen der Tonkopf-Halterung und damit ein nicht mehr ganz optimalen Azimuth.

Innere Werte hat der Telefunken auch: „Es handelt sich um ein einmotoriges Laufwerk mit Servo-Gleichstrommotor. Die ausgewuchtete schwere Schwungmasse auf der Tonwelle wird indirekt unter Zwischenschaltung eines Federelementes durch Riemen getrieben. Gesteuert wird das Laufwerk über sehr leichtgängige Tastenelektronik und 4 Zugmagnete.“ (*)
Der Telefunken besitzt zwei Köpfe: Einer zum Löschen, der andere für Aufnahme und Wiedergabe. Der in einem Gehäuse kombinierte Aufnahme-/Wiedergabekopf mit getrennten Systemen war nämlich noch nicht erfunden und die Geräte mit getrennten Aufnahme- und Wiedergabeköpfen hatten nachhaltig damit zu kämpfen, daß die Bandführung der Compact Cassette nur ein Filzpad für den Gegendruck vorsah. Echte 3-Kopf-Geräte brauchten daher einen aufwendigen Dual-Capstan-Antrieb, der das Band zwischen den beiden Antrieben straff hielt; wer den nicht einbauen wollte, der mußte sich automatisch auf eine Kombikopf-Auslegung beschränken und damit auf die Hinterbandkontrolle verzichten. Aber dafür bot Telefunken damals seine Bandmaschinen an.
Insbesondere die Anschlüsse wußten übrigens im Test zu gefallen: „Der DIN-Eingang könnte etwas empfindlicher sein, er ist aber sehr rauscharm und(!) niederohmig (ca. 2kOhm), was als Seltenheit positiv hervorzuheben ist. Der Mikrofoneingang ist auch sehr rauscharm, (...) Die Ausgangsleistung der Kopfhörerstufe ist ausgezeichnet hoch, andere Ausgänge werden nicht beeinflußt...“ (*). Profan? Die Erwähnung bedeutet, das solche Anschlüsse keine Selbstverständlichkeit waren und einige Hersteller daran scheiterten.

Highend aus Hannover? Eher nein! Lächerlich, wenn Geräte der Siebziger Jahre heute in Verkaufs-Angeboten in den gängigen Foren mit diesem Attribut versehen werden. Selbst die Klangqualität, die DIN-HiFi-Geräte von damals zu garantieren vorgaben, wird heute kaum einen Musikfreund wirklich aufrütteln. Auch nicht mit modernen Kassetten. Da können jüngere Recorder mehr. Schaut Euch mal die Technischen Daten an.
Man bedenke: Dieser Telefunken übertraf in allen Punkten die DIN-Norm. Die zweite Referenz, der TCD-310 schaffte schon das nicht. Dual C901, Uher CG-360, Nakamichi 700, Nakamichi 1000, Sony TC-177SD, Tandberg TCD-300, Teac A-450, Harman-Kardon HK-1000 oder Pioneer CT-F 7171, um nur einige weitere getestete Geräte zu nennen, erst recht nicht. Und trotzdem gab auch die Referenz Anlaß zur Kritik: „Leider ist (...) etwas Brumm aus dem Rauschuntergrund heraushörbar. (...) Die Bandgeschwindigkeit (...) pendelt geringfügig langsam um den Mittelwert. Bei Aufnahme läuft das Gerät 0,25% schneller als bei Wiedergabe.“ (*). Außerdem hat der Telefunken Probleme mit dem Fremdspannungsabstand, was die Tester an der ihrer Meinung nach „ungünstigen, aber normgerechten Wiedergabetiefenentzerrung von neuerdings 3180, statt 1590, µs“ (*) festmachten.

[Bild: TFKmC3300_07k.JPG]

Wer also bestmögliche Klangqualität aus der Musikkassette herauskitzeln will, der sollte heute zum „Hatsubishi 2000“ greifen. Der Telefunken ist eher etwas für das Regal, steht neben der inzwischen „zahnlosen“ Allzeit-Referenz Dragon als erstes Kassetten-Tapedeck, das die Anforderungen der DIN 45500 in allen Punkten gleichmäßig übertraf.

Technische Daten:
Toplader
elektronische Kurzhubtasten für die Laufwerkssteuerung
Laufwerkfunktions-Signalisierung mit beleuchteter Klarschrift
Aufnahme-Aussteuerung per kanalgetrennter Flachbahnregler oder Automatik
Eingangswahlschalter Line / Mikro, im Automatik-Aufnahme-Betrieb für die Programm-Umschaltung Sprache/Musik (****)
Aufnahmne-Betriebswahl: Mono / Stereo
Dolby NR mit Leuchtschrift-Signalisierung*
automatische Bandsorten-Umschaltung mit Leuchtschrift-Signalisierung*
beleuchtetes mechanisches dreistelliges Zählwerk mit Memory-Funktion (0-Stop)
elektronisch geregelter Präzisions-Gleichstrommotor**
Riemenantrieb mit mechanischem Tonhöhenschwankungsfilter**, Hohe Gleichlaufkonstanz durch getrennten Antrieb von Tonwelle und Wickelteller über eine elastische Ausgleichskupplung ****
1x Löschkopf, 1x kombinierter HNS-Aufnahme-/Wiedergabekopf** (HNS (Höchste Bandaussteuerung – Niedriger Klirrfaktor – Sicherheit vor Frequenzverlusten) mit Bandlauffläche („Spiegel“) aus „Hochwertiger Sinterbronze“ ****)
Eingänge: Mikrofon (2x 0,2 mV / 2,2 kOhm), Radio (2x 0,2 mV / 2,2 kOhm) und Phono (2x 200 mV / 2,2 Mohm)** bzw. Radio 0,13 mV / kOhm, Mikro: Eingangsempfindlichkeit -73 dBV = 0,22 mV, max. Eingangspegel -32 dBV = 24,5 mV, äquivalente Fremdspannung ca. -122 dBV*
Ausgänge: DIN (2x 580 mV / 4,7 kOhm) und Kopfhörer (2x 2,5 V / 400 Ohm)**
Zwei geeichte Spitzenspannungsmesser, beleuchtet**, schnell ansprechend mit Baß- und Höhenanhebung*, auch bei Wiedergabe in Betrieb ****
Gesamt-Frequenzgang: 30-12.500 Hz (Fe) bzw. 30-15.000 Hz (CrO²) nach DIN 45500 5/71**
Kubischer Klirrgrad bei 333 Hz und Vollaussteuerung: <= 3%**
Ruhegeräuschspannungsabstand (Dynamik) bez. auf Vollaussteuerung (k3=3% bei 333Hz): >= 64 dB (CrO² + Dolby) nach DIN 45511 4/75** bzw. mit/ohne Dolby 48,6 / 57,5 dB*
Fremdspannungsabstand mit/ohne Dolby 47,1 / 47,3 dB (k3=3% bei 333Hz)*
Geräuschspannungsdabstand (Dolby, CrO²) >= 57 dB (DIN/ bzw. >= 64 dB (IEC) ****
Höhendynamik mit / ohne Dolby: 39,2 / 46,7 dB (k3=3% bei 333Hz)*
Gleichlaufschwankungen <= +/- 0,18% nach DIN 45507 bzw. bei Wiedergabe <= +/- 0,12% nach DIN 45500 Bl.4 5/71** bzw. +/- 0,10%-0,145% (DIN) / +/-0,19/0,24% (linear)*
max. Abweichung von der mittleren Geschwindigkeit <= +/- 1,5%** bzw. Anfang/Ende: -0,3 bis +0,05% / -0,6 bis -0,05% *
Löschdämpfung: >= 66 dB nach DIN 45510**
Vormagnetisierungs- und Löschfrequenz: 85 kHz +/- 3 kHz**
Dämpfung einer Spur durch Löschen der anderen <= 2 dB**
elektronische Bandend- und Störerfassung ****
8 ICs, 24 Transistoren, 48 Dioden ****
Abmessungen (BHT) 435 x 110 x 300 mm / Gewicht: 6,7 kg**
Preisempfehlung: DM 950,-**

Quellen:* HiFi-Stereophonie Test-Jahrbuch 1976/77, ** HiFi-Jahrbuch Nr. 8, *** HiFi-Stereophonie Test-Jahrbuch 1975, **** Telefunken Report 1975

Tschüß, Matthias


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Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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#2
Hallo Matthias,

der Telefunken C 3300 hifi ist aber doch auch schon Made in Japan, oder? Meine Telefunken-Kassettendecks und -Rekorder sind bisher alle ausnahmslos irgendwelche Hitachi-Modelle mit Telefunken-Aufschrift am Gehäuse. Was aber nicht heißen soll, daß sie deswegen schlecht wären. Habe immer nur gute Erfahrungen mit dieser Marke gemacht, auch wenn es hie und da altersbedingte Schwächen gibt.

Was ich vermisse, ist ein Praxistest, wie macht sich das Gerät denn heute im Jahr 2008 denn so? Wo liegen die Schwächen, auf was sollte man achten?

Viele Grüße,
Manuel
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#3
Danke für diesen Bericht, denn genau dieser Recorder interessiert mich.
Die Kombination Toplader und Tiptasten deutet irgendwie auf etwas besonderes hin.
Das Telefunken die bedeutendste Boxenschmiede der 60er / 70er war weis ich mittlerweile.
Das sie damals auch gegen Nakamichi anstinken konnten hätte ich nicht gedacht, aber es freut mich natürlich schon. Was muss man für dieses Teil anlegen? Besonders häufig bekommt man diesen Recorder ja nicht angeboten. Die kleineren Modelle mit mechanischen Tasten gibt es alle Nase lang, den "grossen" fast nie. Wie macht sich das Teil im Alltagsbetrieb? Ist der Löschoszillator stark genug für moderne Cassetten?
Da es mittlerweile keine Reinesenbänder mehr gibt würde er ja von der Bandsortenvielfalt her ausreichen.
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#4
Zitat:Manuel postete
der Telefunken C 3300 hifi ist aber doch auch schon Made in Japan, oder?
Das RC300 ist auch nicht Made in Japan. Und in den 70ern war es eh noch Wertarbeit.
Ich glaube kaum das Telefunken aus den 70ern schon Made in Japan war. Das kam erst in den 80ern.
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#5
Moin, moin

Hallo Manuel,

der MC3300 ist "Made in Western Germany". Zumindest steht das drauf.

Anscheinend hat Telefunken in den Siebzigern die Kassettendecks tatsächlich selbst gebaut. Auch Nachfolger wie STC-1 oder TC-450, -750 etc. haben mir schon ihr "Made in Germany" gezeigt.

Die Japaner kamen dann zunehmend nach der ersten Insolvenz um 1980.

Einen Praxistest kann ich leider noch nicht bieten. Dafür muß ich erstmal einen Riemen suchen. Smile

Hallo Matthias,

warum soll der Oszi nicht für moderne Kassetten reichen? Die Standards waren doch schon die gleichen, oder?

Wenn Du einen ähnlich "modernen" Toplader suchst, dann würde ich mir an Deiner Stelle mal den Grundig CN-1000 anschauen. Den stelle ich demnächst vielleicht auch noch vor.
Preislich liegt der Telefunken recht günstig (immer unter fünfzig Euro). Kennt ja keiner mehr...

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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#6
Zitat:Matze postete
Ich glaube kaum das Telefunken aus den 70ern schon Made in Japan war. Das kam erst in den 80ern.
Doch, ist alles rein japanisch. Ich habe viele Kassettenrekorder und -decks von Telefunken in meiner Sammlung, von 1972 bis 1980, ist alles durch und durch Japan. Steht auch überdeutlich auf den Aufklebern zu lesen, die entweder auf den Platinen oder dem Motor oder dem Lautsprecher oder sonstwo angebracht sind. Auch die koventionellen Bauteile sind nicht aus Deutschland. Bestenfalls die knallroten Gleichrichter (sofern verbaut) sind von AEG.

Wenn Du Deine Geräte nicht aufmachen möchtest, werfe einfach mal einen Blick auf den Netzstecker. Ist "Hitachi Japan" eingeprägt? ;-)

Es gab aber Modelle, zu denen der C 3300 hifi gehören könnte, die noch Made in Germany waren. Weiß das aber nicht mit Sicherheit.

Viele Grüße,
Manuel
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#7
Huch, da war ich zu langsam.
Danke, Matthias, also ist der C 3300 tatsächlich noch ein deutsches Produkt. Naja, wunderbar. Noch ein Grund mehr, es der Sammlung hinzuzufügen. :-)
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#8
Der Grundig CN1000 war ja damals das Top Model. Aber ich sammle Grundig nicht mehr.
Der TFK würde mir jetzt mehr zusagen. Wenn du den mal wegschmeisst...
Hat der CN1000 eigentlich schon 3 Köpfe oder Motoren?
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#9
Zitat:Matze postete
...Hat der CN1000 eigentlich schon 3 Köpfe oder Motoren?
Moin, moin,

Motore? Einen. Köpfe? Drei: 1x Ferrit-Löschkopf, 1x AW Longlife-Kopf und 1x Dia-Pilottonkopf. Das hast Du nicht erwartet, was? Smile

Vorstellung kommt.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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#10
Also ähnliche Machart wie der TFK. OK.
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#11
Hallo zusammen,

dies ist mein erster Beitrag hier und ich habe mich frisch angemeldet, um mich bei Matthias M zu bedanken.
Auch wenn dieser Thread schon > 4.400 Tage alt ist, mein C 3300 ist älter. Smile

Durch diesen Thread und Matthias ausführlichen Bericht über das C 3300 bin ich auch dieses Deck aufmerksam geworden und habe mir eines angeschafft (natürlich defekt).

Sonst habe ich schon einiges an Tapedecks besessen und habe noch 8 Stück (meist hochwertige Decks), von denen 4 Stück regelmäßig in Verwendung sind, denn ich habe eine Sammlung von aktuell - Moment bitte - 980 vorbespielten Kassetten aus Rock, Pop, Klassik und Jazz. Das sagt mir zumindest Discogs. Und Kassetten sind mein Lieblingsmedium, auch wenn es vermutlich nur einige nachvollziehen können. Ich habe sonst auch Vinyl, CDs und höre auch alles digital über meine NAS. Aber diese kleinen, handlichen Plastikdinger sind einfach meins geworden.

Gerade stehen 3 defekte Pultdecks bei mir, die auf meine Hilfe warten. Ein Dual C 919 läuft, das Telefunken C 3300 hifi nun auch wieder und wird morgen noch geputzt. Ein Diatone DT-4300 (gab es nur in Japan, da habe ich es auch her) und ein Technics RS-275CU (ebenfalls aus Japan, beides sind 100V-Geräte) warten noch. Und dann mag ich auch die kleineren Rekorder, wenn sie mir gefallen. So wie dieses Philips, das ich auch instandgesetzt habe:

[Bild: 35728165dl.jp] [Bild: 35728165dl.jpg]


Das Telefunken gefällt mir immer besser und ich liebe diese robuste Technik. Es erinnert etwas an eine echte Maschine, und die Technik der ersten Tapedecks der 70er diverser Hersteller waren technisch und konstruktiv wohl an die Bandmaschinen angelehnt.
Das C 3300 ist optisch kein Designerstück in meinen Augen. Aber trotz des vielem verwendeten Kunststoffs hat das Gerät 'was... ist mir einfach symphatisch.

Die Defekte waren nur die Riemen, die ich ersetzt habe und alle Zugmagneten waren fest. Die Riemen waren leicht zu tauschen. Und das zweite Problem war auch leicht zu lösen, entweder durch kräftigen Fingerdruck oder mit Hilfe eines leichten Hammerschlags. Eventuell sind noch ein paar Lampen zu wechseln, das muss ich noch prüfen oder tausche sie prophylaktisch.

Morgen wird es chic gemacht. Und dann wird es erstmal benutzt. Ich freue mich!

Viele Grüße
Robert
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#12
Guten Morgen an alle,
ich stelle mich kurz vor, Volker, 57 Jahre alt und Liebhaber der guten alten Musik (60er, 70er, 80er), aber vor allem der analogen Musikwiedergabe.
Ich habe ein Telefunken C 3300 in optisch sehr gutem Zustand.
Von jetzt auf nun geht nur noch der schnelle Vorlauf, Play und Rücklauf nicht mehr.
Wenn ich den Wickeldorn per Hand drehe, läuft es auch nicht an, es dreht sich nur noch das Bandzählwerk.
Wo liegt der Fehler?

Gruß Volker
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#13
Hallo Volker

Ich würde es mal öffnen und nachschauen ob einer der 4 Riemen gerissen ist.

Unbedingt vorher den Netzstecker ziehen !

Grüsse

Heinz
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#14
Hallo, Heinz!
Danke für die schnelle Antwort.
Wie gesagt, Rücklauf geht und die Cassette schaltet am Ende auch ab.
4 Riemen:
1 für Play
1 für Vorlauf
1 für Rücklauf 
1 für Bandzählwerk 

Ist das richtig?

Gruß Volker
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#15
Photo 
So sieht es aus


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Grüsse

Heinz
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#16
Hallo, Heinz!
Ist das schwer, die Riemen zu wechseln oder geht das relativ einfach?

MfG
Volker
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#17
Hallo Volker

Ich würde sagen sollte einfach sein, ausser du hast 2 linke Hände  Wink


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Grüsse

Heinz
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#18
Obwohl die Vorstellung ja schon etwas älter ist, möchte ich da nochmal meinen Senf dazu geben.
Mittlerweile habe ich so ein Gerät geschenkt bekommen. Der Vorbesitzer hatte es einem TFK Mitarbeiter abgekauft und es war mal neu eingemessen worden. Ich muss sagen, das Ding klingt nicht wie 1974, sondern jünger. Allerdings kann man nur eine Bandsorte einmessen. Es war wirklich ein Meilenstein. Denn letztendlich ist der Punkt ja der, wenn ich mich 1975 entscheiden muss ein Tonbandgerät oder ein Cassettengerät zu kaufen, dann sind ja auch die Unterhaltungskosten von Bedeutung. Und wenn Telefunken mit dem C 3300 ein Cassettengerät hat das das klanglich so gut ist, das man kein Tonbandgerät mehr braucht, dann kann man das in der Unterhaltung günstigere Cassettengerät nehmen.
Damals machte man Aufnahmen von Schallplatte oder Rundfunk.
Bei den Vierspurgeräten war das "durchwummern" der Rückseite sehr störend. Das ist bei der CC wegen der niedrigeren Bandgeschwindigkeit nicht aufgetreten. Und die Bandkosten waren bei der CC geringer, wenn man Markenbänder gekauft hat. Ich denke das Geräte wie der C3300 einer der Srgnägel für das Heimtonbandgerät waren. Hätte ich damals die Entscheidung treffen müssen und rein nach Vernunft entschieden, ich denke ich hätte den C3300 statt eines Tonbandgerätes gekauft.
MfG Matthias
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#19
Ich denke, das Nichtvorhandensein von Übersprechen ("durchwummern") bei der CC liegt nicht an der niedrigen Bandgeschwindigkeit, sondern an der Spurlage. Die ist bei der CC im Gegensatz zu Viertelspur beim Tonbandgerät nicht verschachtelt.

Gruß
Wenni (der auch ein C3300 hat)
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#20
Beides hat seinen Anteil. Das Übersprechen von Spur zu Spur wird bei höherer Bandgeschwindigkeit stärker.
Das soll ja auch einer der Gründe gewesen sein sein, weshalb sich Kassette mit 9,5cm/s und Vierspur mit 38 cm/s nicht durchgesetzt haben. Der an sich bessere Klang bei der höheren Geschwindigkeit, wird durch das stärkere Übersprechen der Rückseite zunichte gemacht. Obwohl die Philips CC ja nicht perfekt ist, scheint man einfach den besten Kompromiss zwischen Klang und Betriebskosten gemacht zu haben.
MfG Matthias
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#21
Hinderungsgründe für eine weitere Verbreitung der Geschwindigkeit 9,5 cm/s bei Cassetten waren andere: Der Qualitätsunterschied interessierte nur sehr wenige Nutzer - die meisten halbwegs anspruchsvollen griffen einfach zu Typ II oder IV Cassetten und waren zufrieden, wer mehr wollte, nahm gleich Spulenband. Vor allem aber waren die Aufnahmen nicht mehr kompatibel auf allen Geräten abspielbar. Dieser universelle Aspekt der Compact Cassette war Philips sehr wichtig, weshalb der Erfinder derartige Auswüchse des Systems zumindest nicht unterstützte. Genauso war es auch mit Quadro-Aufnahmen auf CC, die man aus technischer Sicht ohne Not wie bei Schallplatten meistens SQ- oder QS-kodiert anfertigte, anstatt einfach alle vier Spuren in einer Laufrichtung zu nutzen. Und letztendlich wären 22,5 Minuten Laufzeit pro Seite den meisten Nutzern auch zu wenig gewesen.

Mit 9,5 cm/s auf Cassette habe ich schon etwas gespielt. Der größte Vorteil ist die erreichbare Qualität mit einfachsten Typ-I-Bändern. Dazu noch ein paar prinzipbedingte Vorteile wie geringere Gleichlaufschwankungen und Unempfindlichkeit gegen Aussetzer, die aber nicht ins Gewicht fallen, wenn das Gerät schon auf Normalgeschwindigkeit 4,75 cm/s ordentlich arbeitet. Bei richtig guten Typ-II-Cassetten ist der Klangvorteil dann minimal. Übersprechen der Gegenspuren war kein Thema.

Viele Grüße,
Martin
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#22
Aha. Sehr Interessant. Ich hatte nie ein Gerät mit 9,5 cm/s. Du schreibst, das man die Quadro Aufnahmen codiert hat anstatt alle 4 Spuren zu nehmen.
Nun kenne ich mich mit Quadrophonie nicht so aus, aber gab es da nicht ein Trägerfrequenzverfahren, wo die zusätzlichen Kanäle ähnlich wie bei UKW Stereo auf einen zusätzlichen Träger moduliert wurden? Oder kamen bei der CC nur Matrixverfahren ähnlich Dolby Surround zur Anwendung?
MfG Matthias
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#23
Wie das Verfahren genau technisch gelöst war, können andere sicher besser erklären. Jedenfalls gab es Quadro-MC entweder als QS oder SQ, die hier beide als Matrixverfahren beschrieben werden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Quadrofoni...tem_4-2-4)

Viele Grüße,
Martin
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#24
[quote pid="235970" dateline="1561574462"]
Das C 3300 ist optisch kein Designerstück in meinen Augen. Aber trotz des vielem verwendeten Kunststoffs hat das Gerät 'was... ist mir einfach symphatisch.
[/quote]

Das kann man so nicht sagen. Ich habe vor einigen Monaten einen Receiver Opus 6060 mit zwei Telefunken Boxen TL700 sehr günstig bekommen, und als ich mich dann etwas mit der überraschend gut klingenden Kombination beschäftigt habe, entstand der Wunsch, eine komplette Telefunken Anlage im 1974/75 Stil aufzubauen. Zuerst sollten ein Plattenspieler S500 und ein Tonbandgerät Magnetofon 3000 dazu, als ich dann aber über einen Forumskollegen von der Existenz eines frühen Spitzen Tapedecks erfahren habe, ist noch ein C3300 dazugekommen. Aus dem Magnetofon 3000 ist dann noch ein 3002 geworden, das ist das 3000 mit integrierten Endstufen, hierzu suche ich jetzt noch zwei kleinere Boxen, aber das ist ein anderes Thema.

Hier mal ein schnelles "Lagerfoto" der Geräte ohne Receiver - der ist mit den Boxen noch im Keller eingelagert:

   

Ich finde schon, dass das Design nicht hinter Braun aus der Zeit zurückstehen muss. Man darf nicht vergessen, dass das C3300 im Jahr 1974 auf den Markt kam, und man muss es auch im Vergleich zu dem bewerten, was 1974 an Cassettengeräten auf dem Markt war. Die Cassette hat in der zweiten Hälfte der siebziger nochmal einen gigantischen Sprung gemacht, und das C3300 wird alleine schon dadurch geadelt, dass es zwischen der Mittelklasse von 1980 gar keine so schlechte Figur abgibt.

Was ein wenig ärgerlich ist, ist, dass man von Telefunken zwar Cassette und Tonband parallel abgeboten, aber selbst bei dem größten Receiver keine Anschlussmöglichkeit für zwei Bandgeräte vorgesehen hat. Das Problem mit dem Geiz bei den Anschlüssen gab es aber noch bis in die 1980iger Jahre hinein. Man sagt ja Telefunken immer nach, dass sie im Studio Spitze waren, es im Heimbereich aber besser sein gelassen hätten. Bei meiner 1974iger Anlage kann ich aber nichts entdecken, was irgendwie schlecht wäre. Der S500 wird z.B. immer gerne auf den Ortofon Tonarm reduziert, er hat aber ganz nebenbei noch eine Laufwerkskonstruktion, die auch im Vergleich zu Platzhirschen wie Dual und Thorens heraussticht. Das Tonbandgerät war damals das einzige Heimtonbandgerät, das schon bei 4,75cm/sek die HiFi Norm erfüllt hat, und die Boxen aus der Baureihe werden gerade teuer, seit immer mehr Leute merken, dass Telefunken nicht nur Studiomonitore konnte. Ich war schon bei der Acusta von 1969 sehr positiv überrascht von Telefunken, diese Anlage ist ein würdiger Nachfolger, und das HiFi Studio 1, mit dem meine "Telefunken-Reise" angefangen hat, ist auch so eine Kiste, die den Pelz nach innen trägt - eher nüchterner Auftritt, aber ein Klang, den ich so noch von keinem Radiorecorder gehört habe, auch nicht von den gehypten japanischen Riesen-Gettoblastern aus der Zeit.

Gruß Frank
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#25
Sieht doch mal sehr schick aus. Ich frage mich, warum die Zierblende vorne am Dreher nicht die gleiche Höhe wie beim Deck hat. Warum auch immer Wink .
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#26
(26.08.2024, 09:16)Kirunavaara schrieb: Wie das Verfahren genau technisch gelöst war, können andere sicher besser erklären. Jedenfalls gab es Quadro-MC entweder als QS oder SQ, die hier beide als Matrixverfahren beschrieben werden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Quadrofoni...tem_4-2-4)

Viele Grüße,
Martin

Es gibt so ein Trägerverfahren, allerdings nur für Schallplatten, es nennt sich CD4. Das Problem bei dem Verfahren ist, dass die Geräte und die Medien stabil Frequenzen bis etwa 50kHz übertragen können müssen. Für die Schallplatte wurde das "Half Speed Mastering" erfunden, um die hohen Töne in die Rillen geschnitten zu bekommen, und für die Wiedergabe wurden Nadelschliffe mit besonders kleinem seitlichem Radius erfunden, die bekannteste Schliff-Form dieser Art ist Shibata. Rundfunkübrtragung von CD4 war nicht möglich, Bandaufzeichnung auch nicht.

Diem Matrixverfahren, von denen SQ das bekannteste war, sind schon angesprochen worden, für die reichte normales Stereo Equipment, und Radioübertragung war möglich, das große Problem damals war die extrem geringe Kanaltrennung zwischen vorne und hinten. SQ kann man sich eigentlich schenken, die Pseudo-Verfahren mit Stereoaufnahmen klingen kaum schlechter.

Für Bandaufzeichnungen wurde das diskrete Verfahren benutzt, also, jeden Kanal auf einer separaten Spur aufzuzeichnen. Philips strebte bei der Cassette eine volle Stereo- und Mono-Kompatibilität an, was bedeutet hätte, dass die linke und rechte Spur auf dem Band nochmal durch zwei hätte geteilt werden müssen, und das gab damals die Technik nicht her. Es hat nur eine einzige Firma gegeben, die Achtspur Cassettenrecorder in Stückzahlen gebaut hat, die Firma Tascam mit den Portastudios, und hier wurde eine Spurlage genutzt, die nicht kompatibel zum Philips Standard ist. Aus Japan, neben den USA das einzige Land, in dem sich Quadro halbwegs durchgesetzt hat, gibt es eine Menge vierkanalige Spulentonbandgeräte, wo einfach alle vier Spuren gleichzeitig in einer Laufrichtung aufgezeichnet werden. Tapedecks, wo vier Kanäle in eine Richtung aufgenommen werden, sind mir keine bekannt, wohl aber welche wie das Dual C901, wo man an den Aussparungen im Chassis erkennen kann, dass hier eine Quadroversion schon konkret in Planung war.

Leider war das Ganze sehr schnell wieder gestorben, in Deutschland fand anders als in den USA und Japan auch keine Weiterentwicklung statt - Quadro und später Surround waren die ersten Themen, wo die deutschen Hersteller nur noch zugekauft und nichts mehr selber investiert haben. Es gibt auch keine vierkanaligen Magnetbandgeräte aus deutscher Produktion - lediglich von der Revox A77 wurde eine Kleinserie gebaut, und Braun bot für das TG1000 einen Quadro Zurüstsatz an, mit dem man vierkanalige Bänder abspielen konnte. Wahrscheinlich zielte man mit dieser Erweiterung auf den amerikanischen Markt, wo es viele bespielte Quadro Tonbänder im Plattenladen zu kaufen gab.

Gruß Frank
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#27
(11.12.2024, 13:25)RalfR schrieb: Sieht doch mal sehr schick aus. Ich frage mich, warum die Zierblende vorne am Dreher nicht die gleiche Höhe wie beim Deck hat. Warum auch immer Wink .

ich glaube, dass das a) am Foto liegt, und b) daran, dass sich die Verklebung der Blende am S500 gelöst hat. Ich schau nochmal nach, die Geräte müssen eh alle noch aufgearbeitet werden.

Gruß Frank
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