Fehler beim Vor- und Rückspulen Grundig TK 46
#2
Hallo Jürgen,

das ist das typische Verhalten einer in die Jahre gekommenen reibradgetreibenen Tonbandmechanik.

Wenn Du in einem Zuge umspulst, wird durch die sich schnell drehenden Spulen nicht so viel Drehmoment von der Reibradmechanik abverlangt, weil die bewegten Spulen wie Schwungmassen wirken.
Es wird nur die Kraft benötigt um die Bewegung zu erhalten und um nicht wesentlich langsamer zu werden.
Stoppst du das Band gegen Bandende und fährst wieder an, dann ist das Übersetzungsverhältnis sehr ungünstig, die treibende Spule ist groß und die gezogene klein, damit wird das maximale Drehmoment von der Reibradmechanik gefordert.
Es ist vergleichbar mit einer Autofahrt:
Du fährst aus dem Stand los und schaltest vom ersten bis zum fünften Gang hoch.
Bei maximaler Geschwindigkeit bremst Du den Wagen bis zum Stillstand ab.
Nun versuche mal mit dem fünften Gang wieder anzufahren...
... so etwa geht es dem armen Tonbandgerät.

Ja, klar dafür ist es ein Tonbandgerät und kein Auto und sollte diese Kapriolen dennoch beherrschen.

Die Reibflächen der Gummiräder sind im Laufe der Jahre verhärtet, porös und verkrustet, so daß ihre Oberfläche den notwendigen Reibwert nicht mehr gewährleisten kann. (Wie lange darf man Autoreifen benutzen und warum?)

Theoretisch müssten sie gegen fabrikneue Teile ausgetauscht werden, aber...

In Ermangelung neuer oder gar frischer Gummiteile muß man sich irgendwie behelfen.
Zuerst versucht man die Reiboberflächen zu reinigen und von anhaftendem Schmutz oder gar Fett zu befreien.
Dazu gehört auch immer die gegenüberliegende Lauffläche.
Dies sollte man gründlichst und auch mehrmals nacheinander tun, um eine
spürbare Wirkung zu erzielen.
Als gummischonendes Reinigungsmittel kommt Isopropanol in Frage.
Bei sehr schlechtem Zustand und hartnäckiger Verschmutzung, kann man auch mal zu etwas "schärferem" (z.B.Aceton, Benzol) greifen, da die entfettende Wirkung stärker ist und man eh nichts mehr viel verderben kann.

Wer die Möglichkeit besitzt, kann die Reibräder ausbauen und in einer entsprechenden Maschine mit präzisem Rundlauf an ihrer Reiboberfläche überschleifen, dadurch wird der oft verhärtete, poröse Teil der Lauffläche entfernt und gleichzeitige Unrundheiten beseitigt.
Devise: Weniger ist manchmal mehr!
Man sollte sich die Funktion der Reibräder vorher genau ansehen, um einschätzen zu können, wie sich eine Durchmesserverringerung auswirkt.

Gutes Gelingen

Bernd
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[Kein Betreff] - von uherjuergen - 26.01.2008, 22:04
[Kein Betreff] - von capstan - 27.01.2008, 18:10
[Kein Betreff] - von uherjuergen - 28.01.2008, 18:25

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