Bandknitter bei N4420
#4
Lieber Thommy,

die von dir beobachteten Symptome deuten häufig auf eine zur Tonwelle nicht völlig parallel stehende bzw. laufende Andruckrolle bzw. Andruckrollenoberfläche hin, was meist miteinander zu tun hat:
Wenn die (bandwirksamen) Achsen von Welle und Rolle nicht mehr ordentlich fluchten, wird die Rollenoberfläche schief und treibt das Band nach oben oder unten. Natürlich können dabei ebenso Reibungsunterschiede über die mit dem Band in Kontakt stehenden Oberflächen von Welle und Rolle einwirken wie auch Andruckrollenbauarten, die zur Veränderung der Rollenoberflächen neigen, wenn irgendwelche Weichmacher ausgedampft sind und damit Kräfte auf das 'Gummipaket' entstehen, die dessen Oberfläche minimal deformieren.

Bandführungen können ihrerseits durch Dejustage unselige Aktivitäten entfalten, wobei diese in deinem Falle wohl zu den eher unwahrscheinlichen Engpässen gehören dürften, nachdem du im Forum nicht gerade als Kombizangenreparateur bekannt geworden bist. Wir müssen in deinem Fall deshalb wahrscheinlich Probleme an der Andruckrolle bzw. Motorwelle näher bis nächst in Betracht ziehen.
Ist wirklich alles sauber -also Bandführungen, Tonwelle und Andruckrollenoberfläche über die gesamte Breite-? Hast du Spiel im Tonwellenlager, gibt es solches um die beiden kritischen Parallelitäten bei der Andruckrolle, also in beiden Richtungen? Bestehen Abweichungen von der Senkrechten zur Bandlaufrichtung und von der Parallelität auf die Tonwelle zu? Ist die Andruckrolle unter Umständen an der Kontaktstelle mit dem Band hohl ausgelaufen?

Nachdem du den Ärger am ehesten bei Doppelspielband beobachtest, spricht vieles für die ausgelaufene Andruckrollenoberfläche. Solltest du über ein Haarlineal verfügen, lässt sich das ggflls. schon visuell taxieren. Sitzt der Motor fest im Rahmen, gibt es sonst mechanische Auffälligkeiten an deiner Andruckrolle nebst Führung? Je nach Bauart deines Gerätes kann ein präziser Nachschliff deiner Andruckrollenoberfläche da Abhilfe schaffen, zumal Philips-Andruckrollen sicher nicht mehr zu beschaffen sind und spezifische Auswege erzwingen. Für den Korrekturschliff benötigt man aber Zugang zu einer entsprechenden Schleifeinrichtung, weil das Glaspapierfreihandverfahren in der Regel erheblich mehr Unheil als Abhilfe stiftet.


Wie diffizil dies Gebiet ist, sieht man daran, dass Grundig -mit keineswegs katastrophalem Erfolg- Andruckrollenführungen konzipierte, die sich 'selbsttätig' auf den senkrechten Betrieb an der Tonwelle einstellten, also nicht gerade mit der Aggressivität parallel zur Tonwelle geführt wurden, die man z. B. von einer G36 aus Regensdorf/Löffingen kannte/kennt.

Hans-Joachim, dem alten Grundsatzler
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[Kein Betreff] - von Thommy74 - 05.12.2007, 20:19
[Kein Betreff] - von 4504 - 05.12.2007, 20:50
[Kein Betreff] - von Thommy74 - 06.12.2007, 15:14
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