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Hallo Forum,
so langsam mache ich meine ersten Erfahrungen mit Studiomaschinen und der verwendeten 2-Spurtechnik. Dabei bin ich auf gebrauchtes Bandmaterial angewiesen, typischer Weise PER 525/528/555, BASF LGR 50/30 und auch mal ein PEM 468.
Trotz der schon oft erwähnten Penibelität der deutschen Rundfunkanstalten stelle ich immer wieder unterschiede bei ein und der selben Bandsorte fest. Vor kurzen erst kam ein LGR50 mit brauner Magnetschicht daher, der nächste Wickel mit LGR 50 mit dunkelgrauer Magnetschicht, beide mit unterschiedlichen Austeuerungsverhalten. Üblicher Weise klebe ich mir einen Wickel mit ca. 1000 Metern eines Bandmaterials zusammen.
Das Problem: Selbst mit gleichen Bandsorten sind diese Bänder nicht mit gleichbleibender Qualität zu bespielen. Die Unterschiede an den Schnittstellen sind hörbar. In meinen Augen macht es also keinen Sinn sich einen Bandwickel zu kleben und ihn anschließen für eine Aufnahme zu nutzen.
Wie sieht Eure Erfahrung aus?
Gruß, Thomas!
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Da hast Du in Deinen Beobachtungen völlig Recht!
Man kann es häufig echt vergessen, aus kurzen Stücken gleichen Bandtypus ein langens Band zusammenzuschneiden.
Am Besten geht es noch bei Maxell, auch wenn dies kein Sudioband ist. Hier gibt es quasi keine Schwankungen. Die ham halt wohl bei Maxell ihre Mixtur über zwei (?) Jahrzehnte gleich gelassen. Die "Keine Experimente Einstellung" offenbart uns heute das Ergebnis: Es gibt keine sich zersetzenden Maxellbänder. Die ham halt so lange damals was zusammengerührt, ausgiebig getestet und dann verkauft und dann 20 Jahre diese Rezeptur nicht mehr angefaßt.
Bei den Studiobändern sieht das leider anders aus. Man merkt hier deutlich die (Weiter)Entwicklung. Agfa PEM 468 ist schonmal ein völlig anderes Band als das BASF SM468, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Schneide zwei Stücke davon zusammen und Du wirst feststelllen: Maschine auf SM 468 eingemessen, bei Wechsel auf Agfa, je nach Alter, zwischen 1 und 3dB Pegelabfall, bei den Bändern mit großem Pegelabfall ist der Klang dumpf und das Band übersteuert sehr schnell in den Tiefen. Deswegen nehme ich auch nur noch Agfa neueren Datums (karierte Kartons) (von wann bis wann gabs die eiegntlich?).
Diese Pegeldifferenzen wirken sich natürlich am Schlimmsten bei der Verwendung eines pegelabhängiigen Rauschunterdrückungssystems aus, wie bei mir zum Beispiel DBX bei der X2000R.
Hier ist wirklich die Maxellbrühe am geeignetsten. Aber SM468 ist auch super, vor allem, weil mit dem dicken Band der Bandlauf nicht aus der Ruhe zu bringen ist, auch wenn uunser Agfa-Band das wieder völlig anders sieht.
Ich nehm nur noch SM468, PEM468 neuen Datums, XL-I und ab und zu nen UD (wenns billig ist). Ich bin übrigens derjenige, der Ebay hier bei den bezahlbaren Bändern seit knapp einem Jahr leerkauft......
Gruß
MArtin
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Es ist nun mal wie es ist und wir müssen heute damit leben.
Verbesserungen in den Beschichtungsmixturen sind immer mehr oder weniger allmählich in die Produktion eingeflossen.
Damals ist das kaum aufgefallen, da es diese großen Altersunterschiede unmittelbar nebeneinander nicht gab.
Der Rundfunk hat seine Bandchargen gleich tonnenweise eingekauft und über Jahre mit dem gleichen Material gearbeitet.
Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich dann nichts spürbar verändert.
Beim Zusammenschneiden gleicher Bandsorten sollte man auf die Chargennummern achten.
Immer erst genügend Bandstücke zusammensuchen, welche in diesen Nummern nicht allzuweit auseinanderliegen.
Man kann beim Gebrauchtbandkauf Chargen- Gruppen sammeln.
Sobald genügend etwa beieinanderliegender Nummern angefallen sind, werden sie verklebt. Man kann sich auch gegenseitig mit den entsprechenden Nummern aushelfen.
Ich habe auch immer auf den Farbton und die Richtung geachtet.
Gruß
Bernd
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Mit dem Farbton meinst Du die Schichtfarbe?
Mit der Richtung die Bandlaufrichtung?
Selbstverständlich klebe iich die Bänder immer so zusammen, daß die Schrift auf der Rückseitenbeschichtung immer richtigrum durchläuft.
Das mit der Chargennummer klappt selbstverständlich in der Theorie hervorragend. Da ich mich da aber noch gar nicht auskenne, möchte ich die Frage in den Raum werfen, ob man auch anhand der Nummern auf der Bandrückseite zusammenpassende Bandstücke herausfinden kaann, da die Bandstücke wohl heuzutage seltenst in den richtigen Originalkartons lagern.....
Liebe Grüße
MArtin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!
Hallo
Irgendwo hatte ich mal ein paar Bilder hier von Bandbeschriftungen gepostet. Ich finde den Thread aber leider nicht mehr. Da ging es glaube ich um das PER 528 in rosa o.ä. Aufgefallen ist mir, dass es bei dem Rosa div. Farbtöne gab, die sicher auch auf unterschiedliche Chargen hinweisen. Villeicht hilft es schon eine Farbskala zu benutzen. Dabei fällt mir auch wieder der Thread mit der Kennlinienerfassung für Bandtypen ein ;-)
VG
Michael
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Ich wage zu bezweifeln, dass ich als einfacher Mann mit diesem Hobby solche Mengen an Bandmaterial anhäufe, die mir ein sortieren nach Chargennummern erlaubt. Im Moment klebe ich die Bänder zusammen, anschließend nehme ich mit meiner Otari und dem eingebautem Frequenzoszillator 1 und 10 khz Töne auf und vergleiche den Pegel.
Der Weisheit letzter Schluß ist das aber nicht.
Gruß, Thomas!
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Lieber Thomas,
in klassischer Zeit lief das ja auch genau anders herum: Man legte sich ausreichende Mengen ungeschnittenen (!) Bandes einer kontrollierten Charge für die Produktion bereit und arbeitete damit. Hier standen dann -beim Rundfunk zeitweise als Einzelwickel abgenommene (!!!)- Bänder zur Verfügung, die definitiv den Konstanzvorgaben der Datenblätter entsprachen.
Da wurden eben genau nicht gleichsam beliebige Reste ungewissen Ursprungs zusammengehängt und dann abgenudelt. Wie sollte man sich das auch vorstellen? "Tontechniker X wird dazu abgeordnet, die Restbänder des letzten Dreivierteljahres nach Chargennummern zu sortieren....", erscheint nicht nur undenkbar. Das Band war zu billig, die Mannstunde zu teuer.
Tante Fanny und Onkel Sepp produzierten und schnitten dagegen in der Regel sowieso nicht oder bestenfalls mal ein Grünband davor oder ein Rotband hintendran. Und wenn es ganz hoch herging, ließ man auf 38 irgendein Konzert live auf einer 18er- und einer 26,5er- Spule PE36 oder Revox 601 mitlaufen, das eine Stunde netto dauerte. Das ging mit Pausen aus der genannten Bandmenge heraus.
Geschnitten wurde dann in der Pause zwischen erstem und zweitem Stück.
Das geht heute noch ganz genauso, ohne dass dabei etwas zu hören wäre. In diesem Zusammenhang könnten die jährlichen Absatzziffern von Cutter-Boxen durch AGFA und BASF vielleicht gewissen Aufschluss über die Schnittaktivitäten im Amateurbereich der Jahre 1970-1985 geben.
Dein Problem heute, das ja durch die Überlagerung von Anforderungen des Liebhabers und des Profis entsteht, bestand damals also weder in der professionellen noch amateurhaften Szene. Solange ich damals, in der Halbwelt zwischen Amateur und Profi gefangen, wegen des Fehlens eines Dolby-Satzes noch 601 verwendete, kaufte ich das Bandmaterial kistenweise, womit die Wahrscheinlichkeit hoch war, geschlossene Chargenbestände zu erhalten.
Hans-Joachim
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Lieber Hans-Joachim,
hätte ich doch damals Kistenweise.........aber nun gut. Ich gehe dazu über, genügend lange Reste für meine Zwecke zu nutzen, der Schnitt erfolgt an den Leerstellen der einzelnen Stücke, wenn ich denn mal eine ältere LP oder sonstiges Material auf Band banne.
Mitschnitte a la Sendungen der DLF Kultur o.ä. fallen aber auf Grund der geschilderten Mängel flach, hier hilft nur ungeschnittenes Material.
Grüße, Thomas!
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Lieber Thomas,
es gab noch etwas, --- zumindest bei mir:
Eine richtig praxisnah überlegte Anlage zur Messsung der gesamten, vollsymmetrischen Anlage, die über Kreuzschienenverteiler (passive Schaltermatrixen, ich habe davon mehrfach geschrieben) verkabelt war. Da alles unter einer Nennvollaussteuerung von 1,55 V lief, konnte man durch geschickte Wahl der Messpunkte innerhalb der Anlage zum Beispiel den Hub der im Empfänger angewählten Sender ebenso überprüfen wie die Aussteuerung/Schnelle einer auf dem Teller liegenden Platte, die Pegelung der Dolbys oder eben die Einmessung der Bandgeräte einschließlich des 710, den ich auch auf 1,55 V symmetrisch umgepfriemelt hatte.
Das Studer 269 hatte als Schaltstelle von mir über den Originalbestand hinaus einen vernünftigen, pegelkonstanten Tongenerator mit fünf oder sechs Festfrequenzen erhalten, womit bei neuem Band dieses nur aufgelegt werden musste, um bei -20 dB (durch die +20dB-Taste auf 0 dB geliftet) die Festfrequenzen durchzudrücken. Was die Maschine hinten herausgab wurde gemessen, Abweichungen waren sofort sichtbar. Eine komplette Frequenzgang- ud Pegelüberprüfung dauerte so nur etwa 15 Sekunden. Nachzustellen war fast nie etwas. Und wenn etwas gewesen wäre -beim Cassettenrecorder kam das häufiger vor-, justierte man eben nach. Hatte man die Geräte offen, war damit auch innerhalb von 2 Minuten durchzukommen.
Meine A77ORF mussten für eine angemessene Zugänglichkeit aber ebenso wie der 710 umgestaltet werden, weil bei beiden der Zugang zu Pegel, VM und Equalizing ab Werk etwas zu umständlich war: Die A77 bekamen einen Lederhosenklapplatz auf der Vorderseite (Sammlers Alptraum: Ich sägte eine scharniergeführte Klappe ins Gehäuse....), der durch Öffnen zweier Reiber direkten Zugang zu den Einstellorganen gestattete, während sich das Gerät in seinem Koffer befand. Beim 710 teilte ich die Abdeckplatte, so daass die Schrauben von oben, nicht von hinten gelöst werden konnten.
Unter diesen Umständen kontrollierte man lieber einmal mehr als einmal zu wenig; was übrigens auch für die Dolbys galt, für deren Eichton (-8,9 dB) ich mir auf der Skala meiner Lichtzeiger (Müller&Weigert) eine Marke anbrachte, die bei den RTW-Bargraphs zur Markierung des Funkhauspegels im Verhältnis zum Postübergabepegel (da liegen 9 dB dazwischen) bereits vorgesehen waren.
Meine Eichtöne von damals stehen noch heute 'bretthart', was ich nicht zuletzt dieser konsequent optimierten 'Peripherie' zuschreibe. Sorgfalt war hier kein Alptraum, sondern machte Spaß.
Hans-Joachim
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Also ich nehme meist max. so um die 5 Schnitte in Kauf. Meist mache ich es umgekehrt: Wenn bei mir mal ein zu stark geschnittes Band aufschlägt, zerlege ich es lieber in kleinere, möglichs ungeschnitte Häppchen und spule die auf Kern oder - wenn es geht- auf 13er Spulen. Solch kleinen Längen bespiele ich mit nur einem Stück.
Ich nehme auch nur PER528/528 oder LGR/LGR Zusammenschnitte, also möglichst von einer Sorte. Ich vermute - auch beim Rundfunk- war ein Stück Interview oder Musiktitel auch nur auf einem Bandmaterial, nur bei Montagen war z.B. die Moderation oder angefügte Musiktitel, eingespielte Jingles usw aus anderen Bandsorten.
Gruß
Wolfgang
Willi Studers Bastelkisten
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