16.05.2007, 11:20
Lieber Matthias,
diese Frage setzt voraus, dass man regelmäßig ab Analogband hörte. Das liegt bei mir schon lange nicht mehr vor, einmal abgesehen davon, dass ich in meinem Leben so viel hörte, dass ich es heute nicht mehr brauche, geschweige denn, dass ich etwas dabei empfände. Brauchte ich etwas, so kann ich es mir vorstellen und mich damit ohne Gerätegebundenheit beschäftigen.
Das ist zweifellos Ergebnis/Ausdruck tiefster Enttäuschung über bestimmte Vorgänge meines Lebens, die ich nicht in geplante/gewünschte/erhoffte Wege drängen konnte und daher resignativ als unvermeidlich hinzunehmen habe, aber nicht als gemeingängig voraussetzen darf.
Ich höre demnach aus wohl von einem Großteil hier lesender Mitforanten abweichenden Gründen. Dies sind primär und im weitesten Sinne des Wortes 'historische'. Damit bleiben aber die entsprechenden Aktivitäten auf Einzelfälle beschränkt, weshalb es letztlich völlig 'wurscht' ist, welches Band da aufliegt. Einmal ein LGH von 1950 wiederzugeben, ist kein Mal, zumal die Maschine bei mir eben nicht tagaus, tagein nudelt: Denn nicht zuletzt der Lautsprecher erweist sich für mich als eine weitere, systemeigene Klippe.
Aus klangqualitativen Gründen (und der Beschaffenheit meines -funktionstüchtigen- Gerätebestandes) ginge ich nicht vor 528 zurück, wenn ich -als Klassikmann mit den für mich gängigen Vorstellungen- irgendetwas neu in analoger Technik aufnähme, was dann außerdem und ohnehin nur bei 38 cm und über Dolby A bzw. TelcomC4 liefe. Eher aber bediene ich mich ganz profan (???) meines Sadie bzw. Sequoia, ziehe also zwei Rechner heran. Eine analoge Aufnahme (die Kopie ab Tonträger/Medium ist für mich eigenntlich eher die Ausnahme) auf Magnetband kämpft mit so vielen Einschränkungen, die ungeteilte Aufmerksamkeit verlangten, die ich -Asche auf mein Haupt- nicht mehr aufzubringen willens bin...
Zum Band:
Von 528 an bestehen selbst bei höchsten Anforderungen nicht die geringsten Bedenken. Das heißt, alles, was an ernst zu nehmendem Bandmaterial diesseits des 525 vorliegt, kann rauf und runter verwendet werden, ohne mit einem Verschleiß rechnen zu müssen, der über das unvermeidliche Maß hinausginge.
Übrigens garantierte AEG-Telefunken schon zur 525er-Zeit eine Kopflebensdauer (Vacodur, 38,1 cm/s), die erst nach knapp zwei Jahren ununterbrochenen Betriebes rund um die Uhr, tagaus, tagein (!) erreicht werden kann (15000 Stunden).
Darauf gründet ja auch meine Aussage, dass Amateurköpfe entweder zu früh oder zu spät getauscht werden, neben der Bitte, immer erst genau zu messen, ehe man sich zum Ausrufen der Katastrophe entschließt. Wenn die restliche Maschine solch eine Balastung havariefrei durchsteht, kann man von ihr nicht gerade als einer Montagskonstruktion sprechen.
Generell sollte man natürlich darauf achten, dass das Band beim schnellen Bandtransport völlig von den Köpfen abgehoben wird.
Dr. Götz Corinth wies mehrfach auf andere Probleme hin, die mit dem neuzeitlichen, relativ hochkoerzitiven Material auftreten können, wenn magnetisierte Schichtpartikel sich auf bewegten Bandführungen (Tonwelle, -rolle, Beruhigungs- und Leitrollen mit Schichtkontakt) ablagern. Weist jenes Partikelchen nämlich eine hohe Magnetisierung auf, so kann es diese beim Kontakt mit der Schicht geringer ausgesteuerter, vorbeilaufender Bandbereiche als feine Knackstörung an diese weitergeben, die dann nicht mehr (na ja, mit Rechnerhilfe gewht heute allerlei...) zu beseitigen ist. Man tut also bei neuzeitlichem Bandmaterial sehr gut daran, Tonwellen, -rollen, Leitrollen und Beruhigungselemente mit 'Publikumskontakt' regelmäßig zu reinigen; bitte ohne dass Hochprozentiges literweise ins Kapstanlager abfließt.
Man sieht aber auch daran, was es mit den Ansprüchen an die Selbstreinigung des Bandweges auf sich hatte. Dummes Spiel irgendwelcher Wichtigtuer war es nicht.
Hans-Joachim
diese Frage setzt voraus, dass man regelmäßig ab Analogband hörte. Das liegt bei mir schon lange nicht mehr vor, einmal abgesehen davon, dass ich in meinem Leben so viel hörte, dass ich es heute nicht mehr brauche, geschweige denn, dass ich etwas dabei empfände. Brauchte ich etwas, so kann ich es mir vorstellen und mich damit ohne Gerätegebundenheit beschäftigen.
Das ist zweifellos Ergebnis/Ausdruck tiefster Enttäuschung über bestimmte Vorgänge meines Lebens, die ich nicht in geplante/gewünschte/erhoffte Wege drängen konnte und daher resignativ als unvermeidlich hinzunehmen habe, aber nicht als gemeingängig voraussetzen darf.
Ich höre demnach aus wohl von einem Großteil hier lesender Mitforanten abweichenden Gründen. Dies sind primär und im weitesten Sinne des Wortes 'historische'. Damit bleiben aber die entsprechenden Aktivitäten auf Einzelfälle beschränkt, weshalb es letztlich völlig 'wurscht' ist, welches Band da aufliegt. Einmal ein LGH von 1950 wiederzugeben, ist kein Mal, zumal die Maschine bei mir eben nicht tagaus, tagein nudelt: Denn nicht zuletzt der Lautsprecher erweist sich für mich als eine weitere, systemeigene Klippe.
Aus klangqualitativen Gründen (und der Beschaffenheit meines -funktionstüchtigen- Gerätebestandes) ginge ich nicht vor 528 zurück, wenn ich -als Klassikmann mit den für mich gängigen Vorstellungen- irgendetwas neu in analoger Technik aufnähme, was dann außerdem und ohnehin nur bei 38 cm und über Dolby A bzw. TelcomC4 liefe. Eher aber bediene ich mich ganz profan (???) meines Sadie bzw. Sequoia, ziehe also zwei Rechner heran. Eine analoge Aufnahme (die Kopie ab Tonträger/Medium ist für mich eigenntlich eher die Ausnahme) auf Magnetband kämpft mit so vielen Einschränkungen, die ungeteilte Aufmerksamkeit verlangten, die ich -Asche auf mein Haupt- nicht mehr aufzubringen willens bin...
Zum Band:
Von 528 an bestehen selbst bei höchsten Anforderungen nicht die geringsten Bedenken. Das heißt, alles, was an ernst zu nehmendem Bandmaterial diesseits des 525 vorliegt, kann rauf und runter verwendet werden, ohne mit einem Verschleiß rechnen zu müssen, der über das unvermeidliche Maß hinausginge.
Übrigens garantierte AEG-Telefunken schon zur 525er-Zeit eine Kopflebensdauer (Vacodur, 38,1 cm/s), die erst nach knapp zwei Jahren ununterbrochenen Betriebes rund um die Uhr, tagaus, tagein (!) erreicht werden kann (15000 Stunden).
Darauf gründet ja auch meine Aussage, dass Amateurköpfe entweder zu früh oder zu spät getauscht werden, neben der Bitte, immer erst genau zu messen, ehe man sich zum Ausrufen der Katastrophe entschließt. Wenn die restliche Maschine solch eine Balastung havariefrei durchsteht, kann man von ihr nicht gerade als einer Montagskonstruktion sprechen.
Generell sollte man natürlich darauf achten, dass das Band beim schnellen Bandtransport völlig von den Köpfen abgehoben wird.
Dr. Götz Corinth wies mehrfach auf andere Probleme hin, die mit dem neuzeitlichen, relativ hochkoerzitiven Material auftreten können, wenn magnetisierte Schichtpartikel sich auf bewegten Bandführungen (Tonwelle, -rolle, Beruhigungs- und Leitrollen mit Schichtkontakt) ablagern. Weist jenes Partikelchen nämlich eine hohe Magnetisierung auf, so kann es diese beim Kontakt mit der Schicht geringer ausgesteuerter, vorbeilaufender Bandbereiche als feine Knackstörung an diese weitergeben, die dann nicht mehr (na ja, mit Rechnerhilfe gewht heute allerlei...) zu beseitigen ist. Man tut also bei neuzeitlichem Bandmaterial sehr gut daran, Tonwellen, -rollen, Leitrollen und Beruhigungselemente mit 'Publikumskontakt' regelmäßig zu reinigen; bitte ohne dass Hochprozentiges literweise ins Kapstanlager abfließt.
Man sieht aber auch daran, was es mit den Ansprüchen an die Selbstreinigung des Bandweges auf sich hatte. Dummes Spiel irgendwelcher Wichtigtuer war es nicht.
Hans-Joachim
