11.07.2005, 07:19
Hi,
darüber wurde mal im www.analog-forum.de ausgiebig diskutiert.
Zu finden in der Rubrik "Studiotechnik"
Thema Internationale/Nationale Schichtlage
Datum 14.09.2004, 22:56
Vom User supertoforte wurde folgende Erklärung gepostet, die ich hier im Langtext einfüge, da ich der Link auf das AAA-Forum nicht richtig auslöst.
-------------------- Zitat Begin --------------------
Es ist durchaus sinnvoll, Bänder in deutscher Schichtlage zu archivieren, wenn sie länger liegen sollen.
Das "erzwungene" Rückspulen, um Echos teilweise zu löschen, ist sicher ein Vorteil der internationalen Schichtlage. Durch das rasche Spulen werden die zarten Kopierechomagnetisierungen, die ja nicht so stark sind wie die die vom Aufsprechkopf veranlaßten, teilweise wieder vom band "fortgerissen".
Dennoch bleiben die Probleme von Vor- und Nachechos bei Aufnahmen, die ohne Kompander gemacht wurden. (Der Kompander senkt ja bekanntlich die Echos stark ab, weil sie erst NACH der Aufnahme aufs Band kommen und deshalb nur in die Expansionsstufe geraten.)
Da VOR-Echos viel stärker stören (weil sie in der Regel in Stille fallen) als NACH-Echos, sollte man also bevorzugt Vorechos vermindern. (Das oben erwähnte Umspulen hat nur eine ganz minimale Wirkung!)
Um Aufnahmen Head-Out (deutsche Lage) zu lagern, damit man sie ohne Umspulen abspielen kann, müßte also das Band so gelagert sein, daß während der Lagerung KLEINE Vorechos und GRÖSSERE Nachechos entstehen - statt umgekehrt.
Beide Bedingungen (also Head-out für den einfacheren Betrieb UND kleine Vorechos) kann nur die deutsche Lagerung. Das muß man sich aufzeichnen, um es zu verstehen: Ist die Schicht außen, strahlt die Kopiermagnetisierung zwar in beide Richtungen (also auf die Trägerfolie der weiter AUSSEN liegenden Wicklung und durch die „eigene“ Trägerfolie bis hin auf die OBERFLÄCHE der weiter INNEN liegenden Wicklung). Aber das Vorecho ist wesentlich schwächer, weil die zum Vorecho gehörenden Feldlinien nur in den UNTEREN Bereichen - also weg vom Abspielkopf - der weiter AUSSEN liegenden Wicklung magnetisieren.
Das ist aber NUR so, wenn man Head-out lagert. Aber das will man ja gerade, um es „einfacher“ zu haben beim Abspielen.
Ein weiterer Vorteil der deutschen lage ist, daß man beim Schneiden besser mit dem Markierstift „malen“ kann: Es ist umständlich, von vorn (internationale Lage) mit verrenkter Hand einen Strich auf der Bandrückseite zu machen( egal, ob man sitzt oder steht), aber es ist leichter, von hinten bei leichtem Vornüberbeugen einen Strich mit entspannter Hand zu machen. Ich habe bei manchen LPs 400 Schnitte (Klassik) gemacht ... da weiß man das zu schätzen.
Daß bei deutscher oder internationaler Lage die Schicht mehr oder weniger an bandführenden Teilen entlangschrammen soll, ist mir nicht klar: Bei einer echten Studio-W-Führung (also zwei Umlenkrollen je links und rechts, und nicht wie bei Hifi-ReVox oder „Halbstudio“ Studer A807 nur Umlenkrollen oder gar starre Stifte auf einer Seite) läuft bei deutscher Lage die Magnetschicht zwar nicht an diesen W-Umlenkrollen vorbei, bei internationaler Lage aber sehr wohl an jeder zweiten der vier Rollen. Aber das sind ja wirklich Rollen, und an denen schrammt nichts. Der Unterschied zwischen den beiden Lagen ist vernachlässigbar. Denn: Viel schlimmer wäre ja echtes „Vorbeischrammen“! Und das tut das Band bei beiden Schichtlagennormen, und zwar jeweils an drei Tonköpfen.
Und daran kann man nichts ändern.
--------------------------- Zitat Ende ----------------------------
Gruß
Wolfgnag
darüber wurde mal im www.analog-forum.de ausgiebig diskutiert.
Zu finden in der Rubrik "Studiotechnik"
Thema Internationale/Nationale Schichtlage
Datum 14.09.2004, 22:56
Vom User supertoforte wurde folgende Erklärung gepostet, die ich hier im Langtext einfüge, da ich der Link auf das AAA-Forum nicht richtig auslöst.
-------------------- Zitat Begin --------------------
Es ist durchaus sinnvoll, Bänder in deutscher Schichtlage zu archivieren, wenn sie länger liegen sollen.
Das "erzwungene" Rückspulen, um Echos teilweise zu löschen, ist sicher ein Vorteil der internationalen Schichtlage. Durch das rasche Spulen werden die zarten Kopierechomagnetisierungen, die ja nicht so stark sind wie die die vom Aufsprechkopf veranlaßten, teilweise wieder vom band "fortgerissen".
Dennoch bleiben die Probleme von Vor- und Nachechos bei Aufnahmen, die ohne Kompander gemacht wurden. (Der Kompander senkt ja bekanntlich die Echos stark ab, weil sie erst NACH der Aufnahme aufs Band kommen und deshalb nur in die Expansionsstufe geraten.)
Da VOR-Echos viel stärker stören (weil sie in der Regel in Stille fallen) als NACH-Echos, sollte man also bevorzugt Vorechos vermindern. (Das oben erwähnte Umspulen hat nur eine ganz minimale Wirkung!)
Um Aufnahmen Head-Out (deutsche Lage) zu lagern, damit man sie ohne Umspulen abspielen kann, müßte also das Band so gelagert sein, daß während der Lagerung KLEINE Vorechos und GRÖSSERE Nachechos entstehen - statt umgekehrt.
Beide Bedingungen (also Head-out für den einfacheren Betrieb UND kleine Vorechos) kann nur die deutsche Lagerung. Das muß man sich aufzeichnen, um es zu verstehen: Ist die Schicht außen, strahlt die Kopiermagnetisierung zwar in beide Richtungen (also auf die Trägerfolie der weiter AUSSEN liegenden Wicklung und durch die „eigene“ Trägerfolie bis hin auf die OBERFLÄCHE der weiter INNEN liegenden Wicklung). Aber das Vorecho ist wesentlich schwächer, weil die zum Vorecho gehörenden Feldlinien nur in den UNTEREN Bereichen - also weg vom Abspielkopf - der weiter AUSSEN liegenden Wicklung magnetisieren.
Das ist aber NUR so, wenn man Head-out lagert. Aber das will man ja gerade, um es „einfacher“ zu haben beim Abspielen.
Ein weiterer Vorteil der deutschen lage ist, daß man beim Schneiden besser mit dem Markierstift „malen“ kann: Es ist umständlich, von vorn (internationale Lage) mit verrenkter Hand einen Strich auf der Bandrückseite zu machen( egal, ob man sitzt oder steht), aber es ist leichter, von hinten bei leichtem Vornüberbeugen einen Strich mit entspannter Hand zu machen. Ich habe bei manchen LPs 400 Schnitte (Klassik) gemacht ... da weiß man das zu schätzen.
Daß bei deutscher oder internationaler Lage die Schicht mehr oder weniger an bandführenden Teilen entlangschrammen soll, ist mir nicht klar: Bei einer echten Studio-W-Führung (also zwei Umlenkrollen je links und rechts, und nicht wie bei Hifi-ReVox oder „Halbstudio“ Studer A807 nur Umlenkrollen oder gar starre Stifte auf einer Seite) läuft bei deutscher Lage die Magnetschicht zwar nicht an diesen W-Umlenkrollen vorbei, bei internationaler Lage aber sehr wohl an jeder zweiten der vier Rollen. Aber das sind ja wirklich Rollen, und an denen schrammt nichts. Der Unterschied zwischen den beiden Lagen ist vernachlässigbar. Denn: Viel schlimmer wäre ja echtes „Vorbeischrammen“! Und das tut das Band bei beiden Schichtlagennormen, und zwar jeweils an drei Tonköpfen.
Und daran kann man nichts ändern.
--------------------------- Zitat Ende ----------------------------
Gruß
Wolfgnag
Willi Studers Bastelkisten
