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Angespornt durch die Berichte über Audio-CDs, habe ich mal nach Erkenntnissen zur Haltbarkeit von MDs gesucht, jedoch ausser einem alten Bericht von Einar ( http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic...eadid=5101 ) nicht viel gefunden. Grundsätzlich scheinen MDs recht haltbar zu sein, was wohl auch für Billigs-MDs gelten soll. Dazu ein paar Fragen:
1. Warum ist die MD z.B. haltbarer als eine CD-R?
2. Kann man auf NoName-MDs vertrauen oder muss man Sony/TDK nehmen?
3. Gibt es bei häufigem Überschreiben Verluste?
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Zitat:highlander postete
Angespornt durch die Berichte über Audio-CDs, habe ich mal nach Erkenntnissen zur Haltbarkeit von MDs gesucht, jedoch ausser einem alten Bericht von Einar ( http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic...eadid=5101 ) nicht viel gefunden. Grundsätzlich scheinen MDs recht haltbar zu sein, was wohl auch für Billigs-MDs gelten soll. Dazu ein paar Fragen:
1. Warum ist die MD z.B. haltbarer als eine CD-R?
2. Kann man auf NoName-MDs vertrauen oder muss man Sony/TDK nehmen?
3. Gibt es bei häufigem Überschreiben Verluste?
Hallo Andreas,
zu 1: Das kann erstens daran liegen, weil die Beschichtung anders als bei CDs ist (anderes Aufzeichnungsverfahren). Aber viel wichtiger finde ich die schützende Verpackung, die vor Kratzern usw. schützt.
zu 2: Ich habe keinen Unterschied zu Noname-Medien gefunden. Allerdings gibt es keine Noname-MDs mehr. Bestmedia hat die MD-Produktion leider mittlerweile eingestellt.
zu 3: Sony hat bei seinen Medien mal Versuche mit über 1 Million Schreibzyklen gemacht, ohne dass die Fehlerrate merklich angestiegen sein soll.
Gruß,
Michael/SH
Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ö v. Horvath)
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Zitat:highlander postete
1. Warum ist die MD z.B. haltbarer als eine CD-R?
2. Kann man auf NoName-MDs vertrauen oder muss man Sony/TDK nehmen?
3. Gibt es bei häufigem Überschreiben Verluste?
Ich würde da mal bei dem Minidiscforum www.minidiscforum.de auf Suche gehen. Die "Brüder und Schwestern" haben m.W. etwa 3500 User im Forum.
Ah, das ist jetzt ein gemeinsames mp3/MD Forum; Direkteinstieg:
http://www.minidiscforum.de/forum/index.php
zu 1.
Ich denke a) das Cartridge(Schutzhülle) und b) das Speicherverfahren ist ein MOD= Magneto-Optischer Verfahren. Per Laser wird, wenn ich es recht in Erinnerung habe, die "Pits" ausgerichtet (magenetisiert), Abstasten geht wie bei jedem optischen System (wie bei einer CD) über die "Pits".
zu 2.
Keine Erfahrung, aber ich denke es wird nach unten nicht so sehr streuen, da es nicht viele Hersteller für die Silberlinge gibt. In Japan, der Land der MD, tauchen dann Billigmarken a la "Viktor", was zu JVC, gehört auf. Ansonsten werden die üblichen Verdächtigen wie Sony, Maxell/Hitachi usw. die Finger drin haben.
zu 3.
Angeblich schafft die MD mehrere Hundertausend Bespielvorgänge. Seien wir nachsichtig: Selbst wenn es "nur" mehrere Tausend wären: Das reicht.
Es gibt so 4-5 MDs, die für Radioaufnahmen ein paarmal herhalten mussten: Keine Fehler feststellbar.
Von ca. 130 MDs im Bestand hat eine (!!) geflopt, das war eine EMTEC (Zukaufprodukt), da lag der Fehler an dem metallenen Schiebemechanismus (Zugriff des Kopfes auf die Disc über ein Fenster).
Eine MD verlor Ihr "TOC" (Table of contents"), also das, was die Titelinformation in Textform speichert (was CD-Text auf Seiten der CD wäre). Die Sprungmarken blieben erhalten.
Gruß
Wolfgang
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Hallo,
im wesentlichen wurde hier bereits das Wichtigste geschrieben.
Eine bespielbare MD (früher gab es auch vorbespielte MDs) hat - anders wie eine CD - eine magneto-optische Beschichtung.
Während der Aufnahme läuft von der einen Seite der Disc ein Laser über die Rillen und erwärmt einen Punkt auf der Aufnahmebeschichtung bis zum Curiepunkt, während ein von einem Magnetkopf erzeugtes Magnetfeld auf der anderen Seite der Disc die magnetischen Dipole innerhalb der erwärmten Punktes auf der Beschichtung ausrichtet (wobei die Nord/Süd-Ausrichtung in bezug auf die Daten 0 und 1 entspricht).
Während der Wiedergabe läuft der Laser des MD-Recorders abermals über die Rillen, jedoch mit verminderter Energie, und die Daten werden eingelesen, indem Veränderungen in der Polarisierung des Lichts gemessen werden, das von den zuvor magnetisierten Bereichen reflektiert wird.
WICHTIG: Sobald die Daten auf die Disc kopiert/aufgenommen wurden, sind sie vor magnetischen Feldern und gewöhnlichen Wärmequellen geschützt!!!
Und ein Datenverlust ist bis zu einer Mindestdauer von 30 Jahren nicht möglich !!!
Damit ist die MINI-Disc-Technik nicht nur für uns Tonamteure ideal... was der tägliche zuverlässige Einsatz bei uns seit 1997 beweist.
Gruß, Euer Gunther
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Das von mir geschriebene gilt übrigens nur für MDs, nicht für HI-MDs, da soll es gehäuft zu Problemen gekommen sein. Wohl wegen der größeren Datendichte.
Gruß,
Michael/SH
Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ö v. Horvath)
Hi
Zitat:TBS-47-Audioclub postete
Und ein Datenverlust ist bis zu einer Mindestdauer von 30 Jahren nicht möglich !!!
Nunja, das wird behauptet.
Richtiger ist wohl, daß die Technik überhaupt noch keine 30 Jahre alt ist, solche Aussagen also eigentlich gar nicht getroffen werden können.
Man kann zwar mittels Klimaschränken und anderen Methoden die Medien künstlich altern, dennoch sollte man sich hüten gerade in Hinblick auf die Langzeitarchivierung verbindlich bzw. generelle Aussagen zu machen.
Davon ab, selbst wenn Medien lange Zeit halten sollten, so ist die Verfügbarkeit von Lesegeräten eine ganz andere Geschichte und viel wesentlicher für Fragen der Langzeitarchiverung als die Haltbarkeit einzelner Medien.
Wie bereits öfters diskutiert, hat sich die MD ja längstens aus dem Consumermarkt verabschiedet Lesegeräte gibt es *Neu* nur noch wenige und in der hochpreisigen Variante (zB RH1). Man wird zunehmend also auf den SecondHand-Markt oder sogar Importe angewiesen sein um in Zukunft überhaupt noch die Medien abspielen zu können. Was nützt es da, daß die Medien angeblich 30 Jahre halten sollen. ;-)
Zitat:Damit ist die MINI-Disc-Technik nicht nur für uns Tonamteure ideal... was der tägliche zuverlässige Einsatz bei uns seit 1997 beweist.
Das mag schon sein.
Dennoch sollte man es sich gut überlegen, wenn man denn neu in dieses Hobby/Liebhaberei einsteigt und nicht bereits über ein große Zahl von Medien verfügt, ob man sich wirklich Sony und die MD antun soll, dazu gibt es einfach zu viele und zu gute Alternativen.
Die Aspekte
# "Verfügbarkeit von Abspielgeräten"
# deren hoher Neu-Anschaffungspreis
# die verlustbehaftete Arbeitsweise des Atrac-Firmencodecs
# die Ersatzteilfrage bei Sony
# die evtl. auftretenden Kopierschutzfragen (bei allen Geräten außer dem RH1)
wollen gut überlegt sein.
Gruss
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Was genau ist der RH1?
Michael(F)
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Gemeint ist hier wohl folgendes Gerät:
http://www.mp3-player.de/index.php?page=...fo&ID=3057
der Sony MZ-RH1
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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Das aber ist ein Hi-MD und die ausgerechnet soll man sich ja nicht gönnen
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Hi,
lieber Michael, hier gibt es INFO`s zum RH 1:
http://www.sony.de/view/ShowProductCateg...MD+Walkman
@ "Lego"
Deine Gegenargumente wurden hier im Forum früher schon "durchgekaut".
Fest steht: Ein einfacheres, preiswerteres u. leicht zu bearbeitendes Aufnahmeverfahren wie die MINI-Disc ist - immer noch nicht - in Sicht.
Gruß, Euer Gunther
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Zitat:Michael Franz postete
Was genau ist der RH1?
Das Gerät heißt präzise Sony MZ-RH1 und ist ein Hi-MD-Rekorder, eines von wenigen interessanten Neuvorstellungen der letzten Jahre, wenn man man mal davon absieht, daß man für den Betrieb an Computern immer noch den Sony-Software-Dongle SonicStage oder Connect-Player benötigt.
Ein durchaus interessantes Gerät, ehemals hochpreisig, mittlerweile aber doch für ab 270 Euro zu bekommen, nach dem ersten Run durch die zu niedrigen hergestellten Stückzahlen sogar wieder mit erträglichen Lieferzeiten überhaupt zu bekommen.
Gruss
PS:
Die üblichen Jubel-Bewertungen kann man zwar lesen, sollte man aber nicht allzu ernst nehmen. Auch ähneln sie sich in zu sehr in Stil, Aufbau, Wortwahl als dass sie echt sein können. Echt im Sinne, als nicht von Mitarbeitern oder Helfern generiert, das allübliche Stealth- und Viral-Marketing halt.
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Hi Lego,
auch wenn dies hier gerade etwas am Thema vorbeigeht, würde mich interessieren ob Du den MZ-RH1 Dein eigen nennst und Du damit Erfahrungen hast?
Vor allem wäre es wissenswert zu erfahren, wie lange der Datentransfer einer Standard-MD zum PC benötigt um diese Daten im Anschluss als wav-Datei vorliegen zu haben.
Danke und Gruß
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Zitat:TBS-47-Audioclub postete
@ "Lego"
Deine Gegenargumente wurden hier im Forum früher schon "durchgekaut".
Danke für den Hinweis, aber das war mir bereits bewusst und darauf habe ich auch schon hingewiesen.
Zitat:Wie bereits öfters diskutiert, hat sich die MD ja längstens aus dem Consumermarkt verabschiedet [...]
Zitat:TBS-47-Audioclub postete
Fest steht: Ein einfacheres, preiswerteres u. leicht zu bearbeitendes Aufnahmeverfahren wie die MINI-Disc ist - immer noch nicht - in Sicht.
Nunja, das mag für Deine Sicht und Nutzungsgewohnheiten sicherlich zutreffen. Allgemeingültigkeit erhält es dadurch nicht.
Allerdings relativiert der Medienpreis von etwa 6-8 Euro pro Hi-MD Medium und einige prinzipbedingte Nachteile doch schon wieder einiges.
Aktuell existierende hochwertige Aufnahme-Möglichkeiten wie etwa die hochwertigen mp3-Porti von iRiver oder iAudio sind auch viel zu gut, als dass man obiges Zitat unwidersprochen hier so stehen lassen sollte.
Gruß
Zitat:Gyrator postete
Hi Lego,
auch wenn dies hier gerade etwas am Thema vorbeigeht, würde mich interessieren ob Du den MZ-RH1 Dein eigen nennst und Du damit Erfahrungen hast?
Vor allem wäre es wissenswert zu erfahren, wie lange der Datentransfer einer Standard-MD zum PC benötigt um diese Daten im Anschluss als wav-Datei vorliegen zu haben.
Danke und Gruß
Nein ich habe keinen RH1.
Diese Frage wird aber sicher im www.minidiscforum.de schnell beantwortet werden.
Ich kann mir ohnehin nicht vorstellen, daß dies sonderlich lange dauert.
Gruss
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Hi,
Zitat:Lego postete
Aktuell existierende hochwertige Aufnahme-Möglichkeiten wie etwa die hochwertigen mp3-Porti von iRiver oder iAudio sind auch viel zu gut, als dass man obiges Zitat unwidersprochen hier so stehen lassen sollte.
Gruß
na, dann bearbeite doch mal eine MP3-Aufnahme (so wie es mit der Original-MD geht) direkt am Player... also: EDITIEREN, MOVEN (verschieben), LÖSCHEN, COMBINE (kombinieren).
Ganz abgesehen davon, das ja bei MP3-Playern die Datenreduktion noch viel stärker ist, als bei der MD... von wegen Tonqualität.
Gruß, Euer Gunther
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Da geselle ich mich zum Lagerfeuer und stelle ein paar NewBi-Fragen und kurze Zeit später knallen sich die Cowboys nach hitziger Debatte über den Haufen. Das habe ich zwar nicht gewollt, aber dem Beizuwohnen entbehrt nicht einer gewissen Unterhaltung
Mir ging es nicht um das Für und Wider der MD (hatten wir schon), sondern darum, wie Haltbar der Datenträger 'MD' ist.
Eine weitere Frage ergibt sich aus dem Zusammenhang: wie gut ist das Innenleben der MD denn geschützt? Kann es nicht auch dort vorkommen, dass eindringende Luft(feuchtigkeit) das Material oxidieren lässt?
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Zitat:TBS-47-Audioclub postete
.....
Ganz abgesehen davon, das ja bei MP3-Playern die Datenreduktion noch viel stärker ist, als bei der MD... von wegen Tonqualität.
Gruß, Euer Gunther
Hi Gunther,
diese Aussage ist doch sicherlich ironisch gemeint oder?
Bestimmt bist auch Du Dir dessen bewusst, dass es sowohl beim ATRAC als auch bei der MP3-Kodierung wählbare Qualitätsstufen gibt. Gerade bei MP3 ist die Variationsvielfalt und auch die mögliche resultierende Audioqualität deutlich größer/höher als beim ATRAC einer Standard MD.
Thomas
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Der größte Vorteil beim MZ-RH1 ist ironischerweise sehr gut für den MD-Ausstieg geeignet. Er ist der einzige, der es erlaubt auch im SP-Mode aufgenommene MDs, also die, die mit den ersten Geräten aufgenommen wurden, digital auf den PC zu kopieren. Das hat Sony bei allen anderen Geräten unterbunden. Man kann damit also seine gesamte MD-Sammlung auf den PC retten.
Gruß,
Michael/SH
Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ö v. Horvath)
[OffTopic, weil mit der haltbarkeit von MD hat das alles nix zu tun]
Hi Gunther
Zitat:TBS-47-Audioclub postetena, dann bearbeite doch mal eine MP3-Aufnahme (so wie es mit der Original-MD geht) direkt am Player... also: EDITIEREN, MOVEN (verschieben), LÖSCHEN, COMBINE (kombinieren).
Hmmm,
ich und viele andere brauchen das eigentlich nicht direkt am Gerät, zumal wenn ein PC für Nachbearbeitung eingesetzt wird und man für alles genügend Aufnahmezeit dranbuttern kann? Aufnahmezeit die mir z.B. die MD-Medien entweder nur unter Qualitätsverlust oder über mehrere Medien verteilt anbieten, wohlgemerkt mit einer unvermeidlichen Aufnahmeunterbrechung für den Medienwechsel verbunden.
Davon ab, so richtig rundum überzeugend scheinen die Editierfähigkeiten "direkt am Gerät" der (Hi-)MD auch nicht zu sein, sonst würden nicht so viele Benutzer so schmerzlich die in Europa kaum erhältlichen Hi-MD Decks vermissen und nicht den Upload des RH1 in Richtung PC so "abfeiern", gerade weil man mittels Rechner im nächsten Schritt nun wirklich mächtige Optionen hat, die kaum zu toppen sind.
Zitat:mash postete
Der größte Vorteil beim MZ-RH1 ist ironischerweise sehr gut für den MD-Ausstieg geeignet. Er ist der einzige, der es erlaubt auch im SP-Mode aufgenommene MDs, also die, die mit den ersten Geräten aufgenommen wurden, digital auf den PC zu kopieren. Das hat Sony bei allen anderen Geräten unterbunden. Man kann damit also seine gesamte MD-Sammlung auf den PC retten.
Wohl wahr und so herausgelöst wohl auch das Alleinstellungsmerkmal welches den RH1 zu etwas besonderem unter den (Hi-)MD macht.
Gruß
[OffTopic]
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Wer keinen PC anfassen mag, der ist natürlich dringenst auf die Bearbeitungsmöglichkeiten "am Gerät" angewiesen. Gegenüber dem Tapedeck sind diese in der Tat grandios, gemessen an dem was man gerne bequem machen will gerade mal ausreichend. Begeistern kann ich mich für diese Arbeitsweise nicht. Eine MD "mitlaufen lassen" und nacher in Tracks zu zerlegen finde ich nervig am Gerät. Hier wünsche ich mir eine pc-Lösung, wo ich den ganzen File angucken, zerhackstückeln, umsortieren kann und dann, wenn alles fertig ist, geht's wieder ab auf's Medium.
Immerhin - keine Datenkompression und der Weg zum PC offen - das spricht für den RH1. Ich gebe zu - Medium- und Gerätegebunden arbeiten, daran habe ich mich gewöhnt, das gebe ich ungern auf. Allerdings sind 6.-- bis 8. -- Euro heftig. Wie sieht's denn mit dem Kopierschutz aus? Ist eine digitale Aufnahme, die selbst erstellt wurde dann kopiergeschützt? Bis jetzt hatte noch jeder Hi-MD irgendeinen Pferdefuß, wie steht's da mit dem RH1?
Und wie schnell läuft denn der Datentransfer von MD zu PC und zurück? Doch nicht etwa in Echtzeit?
Michael(F)
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Zitat:Michael Franz postete
Und wie schnell läuft denn der Datentransfer von MD zu PC und zurück? Doch nicht etwa in Echtzeit?
Laut Beschreibung hat das Gerät ein USB2.0-Interface. Somit sind unter idealen Bedingungen 480 MBit/s (entsprechend 60 MByte/s) möglich, womit ein 80-Minuten-Medium in CD-Qualität in knapp 12 Sekunden zum Rechner übertragen wäre.
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Zitat:timo postete
..möglich, womit ein 80-Minuten-Medium in CD-Qualität in knapp 12 Sekunden zum Rechner übertragen wäre.
Ich sag da immer "Druckbetankung" zu :grins:
Zum RH10, auch einem "Recken" : Gleich auf der Einstiegsseite befindet sich ein "Hack" (der Betriebsoftware) die mp3 Modus disabled aber MD/SP (292kbps) Modus enabled. http://www.minidiscforum.de/forum/viewto...&highlight=
Haken der HiMD ist u.a. die fehlende Abwärtskompatibilität bei Aufnahmen im Standard-MD Mode. Da war es dann Essig mit Wiedergabe auf stationären Decks.
Ansonsten treffen hier mal wieder bekannte Philosophien oder besser: Vorlieben aufeinander. Na dann...
Ich selber habe zwei portable MD (Sharp und SoNIE) und einen SoNIE als Station. Ich brauche weder USB noch Druckbetankung oder sonstwas, weil die in erster Linie Radiosendungen aufzeichne, die ich über die Woche abhöre. Das lässt sich recht bequem abwickeln, ohne Laptop & Co und vor allen Dingen kenne ich kein Radio, das in x-facher Geschwindigkeit Sendungen ausstrahlt
Ist die Disk davon interessant bleibt sie, ich kann sie nachbearbeiten (Sprungmarken und Text). Das sind Dinge, die mir ein iRiver Flashplayer (so toll die kleinen Knirpse sind) so nicht bietet. Einem Kollegen haben sie einen iRiver mit 20GB HD geklaut, samt seiner mühsam zusammengestellten, riesigen Sammlung (und er hatte nur fragmentweise Sicherheitskopien).
Bis auf weiteres schwenke ich nicht auf mp3 für unterwegs. Noch machen es meine MD.
Gruß
Wolfgang
Willi Studers Bastelkisten
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Zitat:Michael Franz postete
.. Allerdings sind 6.-- bis 8. -- Euro heftig. Wie sieht's denn mit dem Kopierschutz aus?
.. der Preis gilt aber nur für die 1 GB MD.
5er Packs 80er liegen so um die 5 tEURo.
Für den normalen Hausgebrauch reicht MD-SP (Kompression). Für hochwertige PCM Aufnahmen oder mehr ist ein DAT (soweit vorhanden) oder aber auch ein entsprechender PC m.M. nach besser geeignet, als die gegenwärtig angebotenen HiMD Krücken.
Ansonsten bietet mein MD-Deck den Anschluß einer QWERTY Tastertur an; damit lässt sich sehr bequem nacheditieren (incl. Steuerung und Betitelung).
SoNIE hat die tollen Möglichkeiten, die HiMD geboten hätte, mal wieder konsequent am Anwender vorbeigeplant.
Kopierschutz: Ohje ein SoNIE-typisches Drama. Schweigen wir. Ruf mich mal an.. oder besser frag Gunther (wo ich mich freue mal wieder was von ihm zu lesen, hatte ihn schon vermisst).
Gruß
Wolfgang
Willi Studers Bastelkisten
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Hallo,
Zitat:highlander postete
... wie gut ist das Innenleben der MD denn geschützt? Kann es nicht auch dort vorkommen, dass eindringende Luft(feuchtigkeit) das Material oxidieren lässt?
Bei großen Temperaturunterschieden sollte man schon etwas warten, bis man eine Aufnahme oder Bearbeitung von Aufnahmen durchführt. Da ist es ähnlich wie mit der beschlagenen Brille: Wenn man im Winter von draußen ins Warme kommt.
Eine Oxydation findet keinesfalls statt, da eine MINI-Disc meist nur aus Kunststoff besteht.
Ich bin seit 1957 aktiver Tonamateur u. kenne keinen anderen Tonträger der so zuverlässig, haltbar u. robust ist, wie die MD.
Gruß, Euer Gunther
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Zitat:TBS-47-Audioclub postete
Ich bin seit 1957 aktiver Tonamateur u. kenne keinen anderen Tonträger der so zuverlässig, haltbar u. robust ist, wie die MD.
Ich denke mal, das stellt auch niemand in Frage.
Dennoch bleibt die Frage;
was mit einem Medium anfangen, welches möglicherweise langlebiger ist als andere, dennoch aber ein Wechselmedium bleibt mit seitens des Herstellers gewollt nur eingeschränkter Gerätekompatibilität und niemals frei verbreiteten Firmenformat (Codec) wie Atrac(x) mit kaum vorhandener Interoperabilität, mit allen weiteren damit verbundenen Nachteilen. Von der DRM-Problematik abgesehen.
Für jemand der bereit ist sich auf Ebay zu versorgen und über Fähigkeiten im Bereich Gerätereparatur verfügt, trotz sicher in Kürze bald fehlender Ersatzteilversorgung (wir alle kennen den Sony-Konzern), stellt das ein kleines Problem dar.
Für die "Anderen" aber (also die Mehrzahl), stellt es ein immenses Problem dar, wenn sie selbst oder jemand im Bekanntenkreis nicht in der Lage ist eines oder mehrere Abspielgeräte instandzuhalten. Ohne die passenden Abspielgeräte (Dongels) geht nämlich nichts. Man hat also ein potenziell langlebiges Wechselmedium vor sich, dessen Inhalte man vielleicht irgendwann einmal nicht mehr erreicht, wenn man sich vielleicht jetzt aktuelle gezwungenermaßen eine Brücke mittels des RH-1 als *letzte Chance* baut. Langlebigkeit und Unempfindlichkeit sind also irrelvant, weil es keine ebenso freien und langelebigen Abspielmöglichkeiten gibt, wofür bewusst die Patente und der hersteller selbst gesorgt hat.
@Gunther
Schade, daß Du auf diese entscheidenden Argumente nicht näher eingehst, dennoch bleiben sie wichtig.
Ich muss trotz Deiner langjährigen Erfahrung mehrfach formal widersprechen und kann aus vielen auch genannten Gründen nur davon abraten sich der MD mit so etwas wie einer Erwartungshaltung von Zukunftsträchtigkeit zu nähern. Logisch auch, dass für Liebhaber, Bastler und Altgeräte- und Schrottverwerter oben aufgeführten Argumente nur bedingt zutreffen, dennoch sind sie für alle anderen Konsumenten und Interessierten von großer Bedeutung und solten keinesfalls aus Liebhaberei und Fanboyism negiert und totgeschwiegen werden.
Es ist jedenfalls noch nicht einmal ansatzweise damit zu rechnen, daß zukünftig so etwas wie Potenzial in dieser einzelmedienbasierten Technik liegt, wie sie die (Hi-)MD-Meiden anbieten, zumal nur noch ein Konzern sie mit nur noch geringer Gewinnorierentierung "hochhält" und sie nur in jährlichen Abständen, mit großen Pausen und europaweit nur wenigen und teuren Geräten anbietet. Den Consumer also über den "Pflegepreis" und den Aufwand auch bewusst verlieren will, nur um dann irgendwann "wegen mangelhaftem Absatzes und Interesse" das Thema aufgeben zu können.
Im Gegenteil wir sind zig Jahre weiter und die Archivierung (auf die die ursprüngliche Frage ja auch hinaus will) geht seit weit mehr als einem halben Jahrzehnt einen völlig anderen Weg, repliziert verlustfrei die Inhalte um die es eientlich geht, löst sie von jeder Art vergänglichem Medium ab und verteilt sie soweit es geht auf mehrere Orte. Dies hat sich insbesondere bei Digitalien (MD ist eine solche) als zeitsparendere und kostenärmere Alternative bewährt, welche versucht, die Musik vor der "drohenden physikalischen Vorrottung" zu retten. Ob diese im Falle der MD nun 2007 oder 2030 beginnt ist für sowas wie Langzeitarchiverungsstrategien unerheblich.
Auch fällt auf, daß sich Teile derer die (Hi-)MD aus der Praxis kennen ihre Liebhaberei pflegen gern alle Diskussion in Richtung wohlmeinender philophischer Ansätze verschieben wollen, zB auch in richtung einer von der Realität abgelösten "Langlebigkeitsdiskussion" drängen, eben diese aber doch durch eine schnell abnehmende Medienverfügbarkeit und die vergleichsweise extrem hohen Preise (1GB Speicherplatz ab ca. 6 Euro) für eben diese Medien und die bereits erklärte Loslösung des letzten verbliebenen Herstellers (SoNie selbst) hinwegsehen.
An dieser Stelle macht es Sinn darauf hinzuweisen, daß einige erklärte Liebhaber dieser nicht mehr gepflegten und weiterentwicklungfähigen Technik darauf schauen sollten, das jemand wie zB. ich nicht mittels "übler Nachrede" versucht die (Hi-)MD kaputtzureden, sondern nahezu jeder Sargnagel aus dem Hause SoNie selbst kam. Die gesamte Marketingpolitik und der Umgang von SoNie dem zahlenden Kunden gegenüber strotz traditionell nur so vor Arroganz, Hochnäsigkeit und nötigenden Vorgehensweisen gegenüber dem zahlenden Konsumenten. Auch ist von einem Konzern der sich dadurch unbeliebt gemacht hat und wirtschaftlich in Not geraten nicht unbedingt zu erwarten, daß er an einer überkommen Technik festhält, die sich als defizitär erwiesen hat, also Verluste in Europa einfährt.
Seien wir doch mal ganz ehrlich:
Wem kann man guten Gewissens wirklich empfehlen, sich in eine Abhängigkeit zu SoNie bewegen. Insbesondere dann wenn die vermeintlich erklärten Vorteile einer solchen Abhängigkeit auch noch in eine Zeit zurückweisen, wo das (Hi-)MD-Konzept noch nicht keine Konkurrenz durch seine Nachfolger hatte und heute 2007 keine Praxisrelevanz mehr spürbar ist.
Für die Praxis sind fast alle Vorteile der (Hi-)MD nur noch "außer Konkurrenz" relevant und für Liebhaber sinnig.
Selbstverständlich äußere ich diese Erkenntnisse mit einer gewissen Befangenheit, weil ich mich hier in Zusammenhängen bewege in der man gern "Liebhabereien" pflegt, aber dennoch gibt es Dinge, die ausgesprochen gehören.
Gruss
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Wenn es um die nackte, physikalische Haltbarkeit geht, dann schlägt sich die MD wacker. Bekomme ich lieblos in einen Karton oder eine Tüte geworfene Exemplare dieses abgelegten und abgelebten Mediums, dann laufen diese in der Regel problemlos, und das auf Geräten, auf denen sie mit Sicherheit nicht aufgezeichnet worden sind. Sorglose Behandlung verzeiht die MD mehr als jedes andere mir bekannte Recording-Medium, Steintafeln ausgenommen.
Ob sie jedoch wirklich 30 Jahre lebt, wird sich zeigen, wenn es soweit ist. Bis jetzt ist alles Spekulation, und auf den letzten Metern, die im Übrigen noch lange nicht erreicht sind, kann noch viel passieren.
Vor allem - was sind 30 Jahre und was nützt die physikalische Haltbarkeit des Mediums alleine? Hier muss ich Lego beipflichten.
Es ist Wesen der Liebhaberei, daß man sich freiwillig und bar jeglicher Vernunft willkürlichen Beschränkungen unterwirft und wunschlos glücklich damit ist, daß Wesentliches fehlt.
Insofern ist die MD reine Liebhaberei und nur als solche gehört sie hierher. Praktisch passend ist diese Technik nur noch für ein immer kleiner werdendes Häuflein unentwegter Tonamateure, die die gleichen Ideale und Ziele verfolgen wie zur Geburtsstunde des Tonamateur-Hobbys und die sich dabei der prinzipiell gleichen Mittel bedienen wie damals:
- Aufnahme mit speziell dafür konzipierten Geräten
- Aufnahmen auf Medien
- Kopieren in Echtzeit
- Programmtransport durch Medientransport von Gerät zu Gerät
Der Fortschritt gegenüber der analogen Magnetbandtechnik besteht bei der MD neben der höheren Robustheit darin, daß quasi ohne Verluste kopiert werden kann und daß der MD-Recorder Möglichkeiten zur Nachbearbeitung bietet, die man beim Tape nicht hat.
Bei allem Respekt vor der Tätigkeit dieser Liebhaber - sie wären falsch beraten zu glauben, sie seien die einzigen verbliebenen Creativen . Ein großer Teil der Tonamateure hat "audio only, no pics" als Beschränkung angesehen und ist zu den bewegten Bildern per Schmalfilm oder Video gewechselt. Das war wohl der größte Aderlass für die Tonbandclubs. Vor den PCs wird auch heute durchaus creativ gearbeitet, in dem Sinne, wie es Gunther vor vielen Jahren begonnen hat. Nur sind die Themen anders, die Medien und die Techniken, der reine Ton nur noch eine Komponente. Letzteres könnte sich durch die sich abzeichnende Hörspielrenaissance im Fahrwasser der modischen Hörbücher wieder etwas ändern.
Für Tonamateure vom Typus Gunther, die sich seit Einführung der MD auf dem technologischen Gipfel wähnen, den zu verlassen nicht lohnt, spielt die Zukunftssicherheit der Medien keine große Rolle mehr.
Wer in den 50ern/60ern begeistert Tonamateur war, der hat, so er noch lebt, schon mancher Kollegenwitwe den Nachlass verscheppert und auch manchen Vereinskameraden auf seinem letzten Umzug begleitet. Dabei hat er auch, wo er schon mal da ist, den Friedhof nach einem lauschigen Plätzchen gescannt, auf dem dereinst vielleicht seine letzte Umzugskiste versenkt wird.
Daheim stehen dann noch ein paar Regalmeter Aufnahmen, für die sich aus der Familie niemand wirklich interessiert, die aber für Historiker interessant sein könnten ... in ein paar Generationen. Sich durch alte Aufnahmen zu hören ist sehr spannend. Bestimmte Redewendungen, die Wortwahl, die Hinweise auf damals aktuelle Ereignisse öffnen ein Fenster hinter dem die zurückliegende Zeit wieder lebendig wird. Schriftsteller wie Kempowski haben sich zu Nutze gemacht, das Geschichte nicht nur durch die offiziellen Verlautbarungen von Technik, Wirtschaft und Politik geschrieben wird, sondern auch in den Tagebüchern der kleinen Leute von der Straße. Ein Schallarchiv kann so eine Funktion erfüllen. Könnte, muss es vielmehr heissen.
Denn nachdem man Opas Krempel aus Pietätsgründen noch ein paar Monate / Jahre zwischen Keller und Garage hat pendeln lassen in der hehren Absicht, etwas Würdiges damit zu machen, überverantwortet man schlussendlich doch alles einem Trödler, der damit auch nicht viel anfängt. Kleine Teile solcher Archive werden überleben, es wird auch Spezialisten geben, die diese Archive noch nutzen können - für die breite Masse ist das Lebenswerk dieser Schaffenden perdu.
Statt sich über die Haltbarkeit der Medien zu sorgen wäre es angebracht, sich Gedanken darüber zu machen, was der Rest der Welt mit den tödlicher Sicherheit anfallenden Hinterlassenschaften anfangen wird. Wem das egal ist, braucht ab einem bestimmten Alter auch kein langlebiges Medium mehr
Persönlich hege ich große Sympathien für die MD. Der PC, der alles viel besser kann, wird von mir benutzt, aber er ist nicht in mein Leben integriert, ich richte mich auch nicht nach ihm aus. Es wäre schön, mit einem Berg Platten vom Flohmarkt zu kommen, beim Anhören den angeschlossenen MD-Recorder mitlaufen zu lassen um die Aufnahme bei nächster Gelegenheit einem Freund zu schenken. Vielleicht sogar mit ein paar nachträglich gesprochenen Kommentaren dazu?
Nur - wenn der Freund kein Abspielgerät mehr hat, und das ist flächendeckend der Fall, läuft der Charme der MD ins Leere. Er verendet dann in Foren wie diesen, dessen Inhalt größere Überlebenschancen hat wie die Aufnahmen auf MD.
Ironie des Schicksals - in 100 Jahren ist von Gunther vielleicht keine MD mehr übrig, nur noch seine Postings hier ...
;-)
Michael(F)
Zitat:Michael Franz postete
Persönlich hege ich große Sympathien für die MD.
Die MD ist ja ein System das grob von Kindern der 70er Jahre benutzt wurde.
Nun frage ich mich was dir beim Durchhören deiner abgestaubten MD Sammlungen so durch den Kopf geht wenn dir die Bösen Onkels, The Inchtabocatables oder dergleichen entgegen tönen. Oder löscht du die immer gleich?
Zitat:Ironie des Schicksals - in 100 Jahren ist von Gunther vielleicht keine MD mehr übrig, nur noch seine Postings hier ...
;-)
Meinst du so lange kann man das Backup auslesen?
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Hallo Matze ...
Du hast den wunden Punkt genau in der Mitte getroffen! In der Tat finde ich kaum eine bespielte MD, die mir gefällt :-( Dabei sind mir die Onkels noch gar nicht begegnet. Die kenne ich wenigstens vom Namen her und ich hätte mir zumindest mit Interesse angehört, was dahinter steckt - ich kenne nix von der Band. Es ist so komisches Dance-Zeux. Ich würde sagen Techno oder das Gedöns, von dem ich mir vorstelle, daß es in Diskotheken läuft. Aber genau kann ich das auch nicht sagen. Ich war erst 2 x im Leben in einer Disko, das letzte mal ist schon über 15 Jahre her.
Löschen fällt mir schwer, ist auch nicht immer nötig, denn es gibt genug leere Disks, und so viel mache ich auch nicht damit. Ich benutze das System zur Majestätsbeleidigung und zeichne Vinylplatten darauf auf, damit ich die anderweitig hören kann, vor allem ohne umzudrehen. Bei den billigen Medien ist es mir auch egal, wenn sie nicht ganz voll sind. Lediglich die Kombination von Knistern und Klavier bringt Atrac gelegentlich an die Grenzen und führt vereinzelt zu unschönen Hörerlebnissen.
Ob man die Foren-Backups auslesen kann, weiss ich nicht. Man hat zumindest die Chance dazu, wenn man Datensicherung so betreibt wie man sie betreiben sollte. Das ist ja die digitale Strategie: Weg von Medien, die Inhalte werden so kopiert, daß sie mit aktuellen Techniken lesbar sind. Man sollte natürlich tunlichst nicht allzuviele Generationen auslassen. Die Möglichkeit, alles über die Zeit zu retten erzeugt zugleich auch den Druck, das tun zu müssen - das wird von vielen auch als Nachteil gesehen.
Michael(F)
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Im Gegensatz zur Musike, deren kostenfreie Weitergabe Todsünde ist, kann das Forum jeder lesen und jeder könnte sich das eine oder andere speichern, so dass auch nach vielen Jahren noch irgendwo ein Fragment unseres Geschreibsels auffindbar sein müsste.
Vielleicht sollten wir die Eingangsfragestellung ändern in 'Ist die MD zuverlässig' und dies sogleich bejahend abhaken. Dennoch: die CD kam ungefähr Mitte der 80er, Mitte der 90er die MD. Von der CD könnte es bereits über 20 Jahre alte Medien geben, von der MD immerhin über 10 Jahre alte. Ob es nun 30 Jahre werden könnten, ist eher nebensächlich. Wenn ich die Postings richtig interpretiere, sollte man einer MD größeres Vertrauen entgegenbringen können als einer CD...
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Es wird natürlich viel kopiert, und so sind die Überlebenschancen für Informationen, wenn sie mal auf PC gespeichert sind, größer als bei Speicherung auf Medien. Das Problem sehe ich weniger darin, daß die Daten nicht mehr lesbar sind sondern eher darin, daß sie nicht gefunden werden.
Wer kopiert schon und dokumentiert das Archivierte fein säuberlich?
Michael(F)
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...ich!
Zitat:Michael Franz postete
Wer kopiert schon und dokumentiert das Archivierte fein säuberlich?
Ich auch.
Frank Bicking, meinereiner und ein ganzes Team füllen eine ganze Homepage nur mit diesen Themen, wie man sich eben das (Langzeit-)Archivieren, Indizieren und Katalogisieren erleichtern kann. ;-)
Gruß
Zitat:highlander postete
Im Gegensatz zur Musike, deren kostenfreie Weitergabe Todsünde ist, kann das Forum jeder lesen und jeder könnte sich das eine oder andere speichern, so dass auch nach vielen Jahren noch irgendwo ein Fragment unseres Geschreibsels auffindbar sein müsste.
Nunja, innerhalb der Familie und unter Freunden steht der freien Weiterverteilung der von Dir gekauften Musik ja nichts entgegen. Gesetze jedenfalls schon mal nicht.
Das ausgegebene Gebot der UhG-Novelle 2003, daß man keinen Kopierschutz umgehen dürfe, jedenfalls juckt mich im privaten Bereich schon mal nicht in Bohne. Mal ganz abgesehen davon, daß ich seit jeher auf nahezu keine kopiergeschützen Werke auf CD treffe, weil ich keine "Klingelton-Boygroups" konsumiere und mich die Jamba-, Bravo-, Sony- und Edel Record-Hits auch nicht interessieren, ich als Zielgruppe für das bundesdeutsche Abmahnunwesen ausscheide. Die von der MI, ihren Anwälten und der Entertainment-Industrie formulierten "Todsünden" jedenfalls ist doch ohnehin eine Lachnummer und dient eigentlich nur dem Schutz von bestimmten Teilmärkten, generiert sie vielleicht sogar erst. Ohne die Möglichkeit für die MI die von den Steuerzahlern finanzierte Juristerei, samt Abmahnunwesen und Copyright-Politik zweckentfremden zu können ginge es in diesen Fragen wesentlich ruhiger und mit mehr Fairness dem Verbraucher gegenüber zu.
Zitat:highlander posteteVielleicht sollten wir die Eingangsfragestellung ändern in 'Ist die MD zuverlässig' und dies sogleich bejahend abhaken.
Das würde ich auch bejahen.
Allerdings sollte man sich auch immer mal fragen, ob bestimmte Medien, die durch Dauerhaftigkeit glänzen oder denen Dauerhaftigkeit zugesprochen wird auch wirklich für dieses Ziel entwickelt wurden. Bei der MD war Robustheit gegenüber Umwelteinflüssen sicherlich ein Entwicklungsziel, Sammlungen kann man damit aufbauen, wenn man die verlustbehaftete Speicherweise akzeptiert und mit dem Kompromiss leben lernt. Für eine Archivierung allerdings ist MD (egal welche Form) aufgrund seines verlustbehafteten proprietären, fast schon ausgestorbenen Codecs und des zusätzlich auch noch verlustbehafteten Firmenformates denkbar ungeeignet. Der mitunter sogar noch erschwerte Zugang durch den Einsatz von Verschlüsselung (DRM) und die Zugangssperren wie etwa über SCMS verhindert den Einsatz im Bereich Langzeitarchivierung.
Den "Weg zurück" gibt es auch nicht, analoge Medien leiden unter Qualitätsverlust sobald man sie öfter abspielt und auch die Wiedergabequalität im Sinne einer möglichst guten Übertragungsqualität läßt bei LP und Tonband (im Querschnitt) doch stark zu wünschen übrig, so man sich nicht eines heute kaum mehr zu vertretenden Aufwandes und damit verbundener Kosten bedient. Die Trägermedien können außerdem schimmeln, verrotten, verloren gehen oder duch falsche Lagerung irreperabel geschädigt werden. Manchmal verkleben mehrere Lagen Bandmaterial miteinander oder eine geringe Kopierdämpfung eines zu dünnen Bandmaterials sorgt dafür, daß der eigentlich zu aufbewahrende Inhalt zerstört wird, weil nicht oft genug das Bandmaterial umgespult wird. Genügend Beispiele wie wertvolle Unikate, *Kulturschätze* oder einfach nur private Werte verloren gehen können weiß sicher jeder hier zu berichten. Dies geht aber nicht nur den hier Mitlesenden so, sondern auch Bibliotheken, Musikhochschulen, bekannten Privatsammlern und Rundfunkanstalten. Einmal verlorenes ist nicht wieder zurückholbar, sobald die Originale verloren gehen.
Es stellt sich mir die Frage, ob nicht die einzige Möglichkeit so etwas wie eine zuverlässige Langlebigkeit der Lagerung, also Langzeitverfügbarkeit und eine Übergabe eines Kulturerbes nur über das freien Verteilen der Inhalte möglich ist.
Eigentlich ist es doch ein Segen, daß alle Arten von Inhalten verlustfrei, oder notfalls definiert verlustarm gesammelt und in ein Community-Backup übergeben werden könnten. Lassen wir einmal die Albernheiten der Musik- und UrheberrechtsIndustrie völlig außen vor, so stellen Filesharing-Communitys doch eine wirklich interessante Aufbewahrungsstrategie dar. Soweit ich Gunthers AudioClub verstehe tut er doch nichts anderes, als sich durch das Verteilen der Inhalte ein zusätzliches Backup aufzubauen, sodaß ihn zum Beispiel ein Verlust seiner Privatsammlung kaum treffen würde, solange er alles frei verteilt und es in einer genügenden Anzahl von Kopien kursiert.
Einmal verteilt ist jede Art von Inhalt fast immer auch noch nach Jahren erreichbar, solange sie einen gewissen Sammlereiz auslöst. Dieser Reiz kann sein, die Seltenheit, daß der Inhalt den pers. Geschmack trifft oder sich gemeinsam verpflichtet hat auf ein Ziel hinaus zusammenzuarbeiten, wie dies etwa Brauchtumsvereine auch tun.
Systemgrenzen jedoch verhindern die freie Verteilung, die Benutzung und die Kosten für SoNie MD sind nicht gerade das was ich als barrierearm, niederschwellig und dem Zweck förderlich ansehe.
Im Moment hänge ich sogar eher an dem Gedankengang, daß die vielfachen Inkompatibilitäten der MD und mangelhafte Verbreitung dafür sorgen, daß sich Gunthers Club und das dort gemeinsam gepflegte Hobby nicht weiterverbreiten können, weil es keine oder eine zu schwach definierte Schnittstelle zu aktuellen Verbreitungsstrategien für die Inhalte gibt. Schließlich ist es doch so, daß sich das damalige Hobby "Radio mit dem Kassettenrecorder" aufzuzeichnen schon längst weiterbewegt hat, zu einer ähnlich weitverbreiteten Form zB. des Aufzeichnens von mp3-Webradio. Die Entsprechung des MC-Tausches auf dem Schulhof in den späten 70ern/Anfang der 80ern bekam seine heutige Entsprechung mit dem Tausch von mp3 und dem Filesharing.
Irgendwie fällt aber die einzelmedienabhängige Sammlungs- und Verteilungsweise auf Basis der MD aus allen mir geläufigen Mustern heraus. Das auf der Webseite des AudioClubs gezeigte "Archiv" ist allenfalls als Sammlung anzusehen, weil der niederschwellige Zugang zu den Inhalten, die Erfassung des Bestandes und eine vergleichende vereinheitlichte Verschlagwortung der Inhalte nicht möglich ist. Die vielleicht für tausende weitere Interessierte wertvolle Sammlung bleibt der Öffentlichkeit verborgen solange sie nicht weitgehend übertragbar und verständlich in bestehende Suchsysteme eingebunden wird.
Es stellen sich nun natürlich einige hypothetische Frage, die sich blendend beispielhaft an Gunthers AudioClub aufhängen ließen.
Urheberrechtsaspekte können komplett außen vorgelassen werden, weil es sich um Privatsammlungen von Eigenaufnahmen handelt. Wenn man wirklich an Langlebigkeitsaspekten und Langzeitarchivierung als formuliertem Ziel interessiert wäre; macht es dann nicht Sinn möglichst viele der bereits aufbereiteten Inhalte, also das was der AudioClub gemeinsam verwaltet und was dort kursiert und ohnehin frei "gestreut" wird einer zusätzlichen und größeren Community als Backup anzuvertrauen. Das würde bedeuten, daß man die verfügbare Schnittstelle mit Geräten wie dem RH1 nutzt um jetzt die Inhalte auf soviele Computer wie möglich zu migrieren und breiter zu verteilen als dies bisher geschieht, damit sie auch morgen und in Zukunft überhaupt erreichbar sind.
Ein anderes Beispiel wären private Webseiten auf denen hochinteressante Inhalte liegen können, die aber nicht von der Öffentlichkeit erfasst werden können, also nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Zwar gibt es Webarchive wie etwa http://www.archive.org , aber auch die erreichen nicht alle Seiten, die vielleicht für die "Nachwelt" und "künftige Generationen" von Belang sein könnten.
Gruss
EDIT:
Ich habe gerade festgestellt, daß es auf der Seite des Audioclubs trotz seines 30jährigen Bestehens kein Angebot gibt einmal in das "Rundband" reinzuhören, besitzt man kein MD-Gerät so wird man auch nie erfahren, was für Inhalte es hat.
Würde der Inhalt des Rundbandes in ein mp3/ogg/flac/Podcast als Trägermedium überführt, so könnte der Content sehr viel mehr Menschen erreichen und sie für diesen Vorläufer des heutigen Umgangs mit dem PC als Standard-Aufnahmegerät interessieren.
Dies müsste doch genau die Intention des Clubs treffen?
Zitat:Für uns ist das, was man mit dem Medium "Tonträger" machen kann, immer noch wichtiger als die jeweils benutzte Methode der Aufzeichnung!
Downloadkosten sind doch heute nun wirklich kein Argument mehr sowas mal als Ergänzung auszuprobieren, notfalls benutzt man Bittorent zum Verteilen. Wer die herkömmliche und traditionelle Verteilungsweise vorzieht, kann diese doch auch weiter praktizieren.
Jedenfalls kann man davon ausgehen, daß sobald man mittels niederschwelligem Zugang selbstproduzierten Content verteilt man auch eine erhöhte Chance hat, wahrgenommen und in die Zukunft weitergetragen zu werden.
Immerhin würde man so unabhängig vom MD-System, zumal ja doch schon einiges im hauseigenen Forum des Clubs an Fragen aufläuft, was die Zukunftssicherheit betrifft.
Zitat:Michael Franz postete
Hallo Matze ...
Du hast den wunden Punkt genau in der Mitte getroffen! In der Tat finde ich kaum eine bespielte MD, die mir gefällt :-(
Mir geht es da im Prinzip ähnlich. Bei den Tonbändern hast du entweder Folxmusik oder BonyM und Kollegen. Das was man sich erhofft hat findet man nicht. Das ist ein Punkt der mich dazu gebracht hat die Sammellei aufzuhören. Es ist Nadeln im Heuhaufen suchen, und da habe ich die Geduld nicht zu. Und dann der Platz den das ganze Zeug wegnimmt. Letztenlich bringt es das nicht.
Zitat:Es ist so komisches Dance-Zeux. Ich würde sagen Techno oder das Gedöns, von dem ich mir vorstelle, daß es in Diskotheken läuft.
Ja, das kommt zeitlich hin. Die Generation die MD verwendete hatte wohl meistens so einen Geschmack
Zitat:Aber genau kann ich das auch nicht sagen. Ich war erst 2 x im Leben in einer Disko, das letzte mal ist schon über 15 Jahre her.
Du gehst aber oft weg. Ich war noch nie in der Disco.
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Zitat:Michael Franz postete
Es ist so komisches Dance-Zeux. Ich würde sagen Techno oder das Gedöns, von dem ich mir vorstelle, daß es in Diskotheken läuft.
Vieles von diesem Gedöns lief aber in den vergangenen beiden Jahrzehnten nicht nur in Diskotheken, sondern auch im Radio, Fernsehen, so ziemlich überall.
Vor ein paar Wochen gab's auf RTL eine Sendung "Die erfolgreichsten Stars der 90er Jahre", bei der die deutschen Single- und Albencharts nach einem Punktesystem ausgewertet wurden. Auf Platz 1 der so ermittelten Rangliste lagen Snap (was ich auch erstaunlich fand - richtig große Hits hatten die doch eigentlich nur zwei?!), und auf den vorderen Plätzen, weit vor Michael Jackson und Madonna, tummelten sich weiterhin Culture Beat, U96, Two Unlimited, Haddaway und Ace Of Base.
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Zitat:Michael Franz postete
...Dabei sind mir die Onkels noch gar nicht begegnet. Die kenne ich wenigstens vom Namen her und ich hätte mir zumindest mit Interesse angehört, was dahinter steckt - ich kenne nix von der Band. Es ist so komisches Dance-Zeux. ...
Die Onkels sind auch nicht mein Gebiet, ganz sicher nicht  Extrem laut, so wie permanetent laut schreiend Brett vor den Kopf hauen, mit 'extremen' Songtexten. Sehr sehr cool und abgefahren, kommt gut an bei den jungen Leuten. Ich kann's ja verstehn', ich kann's ja verstehn'...
@timo
Two unlimited find isch goil  Muss ich ja zugeben...
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Zitat:highlander postete
@timo
Two unlimited find isch goil Muss ich ja zugeben...
Hast Du schon mal erwähnt, und ich habe mich schon da gefragt, ob es Dir ernst war. :-)
Meine Meinung zu diesen Eurodance-Titeln der 90er ist differenziert. Bei vielen "Bands" nervt mich ausgerechnet das bekannteste und erfolgreichste Stück (Ace Of Base: All That She Wants; U96: Das Boot; Culture Beat: Mr. Vain...), während ich mit dem Rest teilweise ganz gut leben kann. Ace Of Base haben übrigens vor allem auf dem zweiten Album für dieses Genre wirklich erstaunlich gute Kompositionen.
Darüber hinaus gab es ein paar Perlen, die ich wirklich mag. Capella und Corona (die ja ihre Ursprünge noch in der Itallo-Disco-Szene der 80er-Jahre haben, der Produzent von Corona hatte z.B. 1985 als Interpret unter dem Namen "Lee Marrow" mit "Shanghai" einen Hit) z.B. waren großartig. Und "Are You Ready To Fly" von Rozalla ist seit Jahren eines meiner Lieblingslieder. Pharao hatten bei "I Show You Secrets" und "There Is a Star" auch sehr schöne, eingängige Melodien.
Aber Two Unlimited gehen gar nicht. Das einzige Lied, bei dem ich so etwas wie eine Melodie bemerkt habe, ist "Tribal Dance", der Rest hat bestenfalls Tonfolgen. Vor allem "No Limit" find' ich absolut uninspiriert und einfach zum Weglaufen. :-(
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Es ist mir ernst! Die Mucke hätte man auch 'zu meiner Zeit' in den 70ern und 80ern in der Disco spielen können.
Btw.: wie kommt man von der Haltbarkeit einer MiniDisc zu 'Two unlimited'?
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Zitat:highlander postete
Btw.: wie kommt man von der Haltbarkeit einer MiniDisc zu 'Two unlimited'? 
Wie Matze schon schrieb: Die MD ist so etwas wie ein typisches Two-Unlimited-Medium. ;-)
(Fortsetzung des Disko-/ Two-Unlimited-Themas, wenn gewünscht, hier.)
ich ergänze noch mal meine Ausführungen zur MD, bzw zum RH1: ;-)
[*] mit ca. 270 Euro aufwärts ist das Gerät vergleichsweise teuer, wenn es nur dazu dienen soll das damals aufgezwungene DRM und die fehlenden Schnittstellen zu heute üblichen Standards "zu umgehen". Geräte wie das RH1 sind aber nun mal nötig um überhaupt noch an die Inhalte von Altmedien zu gelangen (lässt man mal die LineIn Aufnahme an einem PC außen vor). Dumm an der Sache nur, daß man sich dafür einen teuren Recorder kaufen muss, den man vielleicht später kurz nach dem Kauf für Recording gar nicht mehr benutzt.
[*] Das RH1-System arbeitet mit für heutige Verhältnisse riesigen Wechselmedien um darauf gerade einmal 1GB Inhalt zu speichern.
Als Vergleich:
![[Bild: 22275.jpg]](http://www.3dnews.ru/_imgdata/img/2006/07/19/22275.jpg)
[*] Der mechanische Aufwand beim Abspielen der (Hi-)MD ist im Vergleich zu den heute üblichen und wirklich preiswerten Flash-Medien unverhältnissmäßig hoch.
[*] Um das RH1 nutzen zu können, ist man (glaub ich) zwingend auf SonicStage als Software-Dongle und Transfersoftware angewiesen, (ich müßte aber recherchieren um sagen zu können ob ein direkter Zugrff auf den Massenspeicher überhaupt möglich ist)
[*] Was den Recorder betrifft, so ist prinzipbedingt nach etwas mehr als 90 Minuten Aufnahme (in PCM) ein Medienwechsel fällig. Die Aufnahme ist zu unterbrechen bis das Gerät die TOC geschrieben hat und das Medium gewechselt werden kann. Aufnahmen können zwar auch über die verlustbehafteten Atrac-Modi laufen, verlängern auch die Aufnahmezeit spürbar, sind aber wohl für "hochwertige Aufnahmen" (im Rahmen der Möglichkeiten eines RH1) in den meisten Fällen eher unerwünscht, zumal es den aufgenommenen Dateien im Atrac-Format dann auch noch spürbar an Kompatibilität fehlt. Aufnahmen in Vorbis, AAC, Flac, Sony Lossless oder mp3 wären hier deutlich angenehmer in unsere heutige Formate-Welt zu integrieren.
[*] Das RH1 benötigt um in hochwertigem PCM aufnehmen zu können übrigens die Hi-MD Medien, die im "normalen Handel" m.I.n. nicht (mehr) erhältlich sind, von den gängigen Ketten auch oft nicht mehr ins Sortiment eingestellt werden, oder schon gar nicht mehr bestellt werden können. Mal eben um die Ecke "Medien besorgen gehen" funktioniert also nicht. Kaufen im Web aber möglich. Medienpreis einer Hi-MD: 8.90 Euro!
[*] der GB-Preis von deutlich über 5 Euro (egal welche Variante MD) für nur ein Medium ist heutzutage völlig indiskutabel, in Kombination mit dem hohen Gerätepreis ergeben sich kaum mehr vertretbare Luxuspreise pro Minute Aufnahmezeit.
[*] Die Zuverlässigkeit der (Hi-)MD-Medien ist gegenüber der alten MD etwas geringer, Benutzer berichten ua. auch über Totalausfälle. Diese sind aber vermutlich in ähnlicher Zahl hinzunehmen wie bei gebrannten CD/DVD auch(?), also eher selten, aber dann eben umso trauriger, weil evtl. eine komplette Aufnahme-Session zu wiederholen ist.
[*] Ohne einen PC ist die Betitelung und das Etikettieren der Audiodateien mit ausführlicheren Meta-Informationen (Tags) nicht möglich, rudimentäre Schnittmöglichkeiten und Simple-Tags können aber durchaus direkt am Gerät ohne einen Computer ausgeführt werden. Die im Atrac üblichen Tags sind übrigens auch mit keinen der heute üblichen Tag-Standards kompatibel.
[*] Seine volle Leistungsfähigkeit entfaltet die (Hi)-MD ohnehin nur wenn ein sog. *Deck* hinzukauft, diese Hi-MD Decks sind aber in Europa nur noch durch Import zu beschaffen.
[*] Die Interoperabilität des Atrac-Format, selbst wenn man die Dateien auf einen Rechner über einen Upload hochgeschaufelt hat, ist stark defizitär. Außer SonicStage und Connect steht eigentlich auch keine Software für diesen Zweck zur Verfügung die mit den Atrac-Audiodateien etwas anzufangen weiß und Zugriff auf die MD erhält. Die Bearbeitung ist auch nur eingeschränkt möglich, solange man im Atrac-Format bleiben will und nicht die Dateien in WAV neurendert.
[*] Alle Arbeitsgänge die aufgrund der heute nicht mehr zeitgemäßen Technik in Echtzeit durchgeführt werden müssen, sind ja wohl auch nur ätzend, zumal sie bei jedem Kopiervorgang (der kein Upload ist) anfallen, hierzu haben sich aber bereits andere genug geäußert, dem möchte ich nicht hinzufügen, jedenfalls muss man schon eine Liebhaberei zur MD pflegen um das auch noch "toll" zu finden.
[*] der RH1 hat kein zusätzliches Batteriefach
[*] der RH1 hat keine Titelanzeige am Gerät (nur über Fernbedienung)
Für Atrac und das MD-System stehen viele heute üblicher Annehmlichkeiten nicht oder nur aufs Nötigste eingeschränkt zur Verfügung. Solange man nicht das Format verlassen will, zB indem man Atrac über den Hi-MD Renderer in interoperabele Formate über PCM-WAV wandelt. Andererseits ist das heute erhältliche ATRAC3plus-Format durchaus in der Lage mit Bitraten von 192 kbps ebenso wie alle anderen hochwertigen Lossy-Formate tansparente Audiodateien zu erstellen.
Auch fehlt(e) es hier in Europa an kompatiblen Abspielgeräte im Bereich Car-Hifi, stationären Decks. Die Wiedergabe von Atrac ist meist ebenfalls von SonicStage abhängig und so man nicht im Besitz eines RH1 ist, muss man sich mit DRM und den Eigenheiten des über die Jahre gewachsenen Atrac-Formate-Zoos herumschlagen, dieses zT. sogar völlig sinnfrei bei Eigenaufnahmen. Überhaupt keine Worte braucht man über SonicStage zu verlieren, welches über Jahre hinweg sicherlich die meistgehasste Software schlechthin war, aber aktuell wohl wenigstens durchweg als brauchbar und weitrichend funktionierend bezeichnet werden kann.
Die MD war schon immer ein prorietäres, nur für das Hifi und das *simple Homerecording*, konzipiertes System, welches an allen nur möglichen Stellen bewusst unzugängliche Insel- oder besser Nischen- Lösung anbot, die allenfalls im Hifi eine gewisse Verbreitung und Bekanntheitsgrad hatte, die aber immer schon wegen des lästigen DRM, Sonicstage dem Firmenformat Atrac und der damit verbundenen Gängelung durch den Sony-Konzern den Konsumenten eine große Geduld und Leidensbereitschaft abverlangt hat.
Der RH1 übt nach heutigen Massstäben allenfalls auf diejenigen einen Reiz aus, die sich aus welchen Gründen auch immer mit den rudimentären Schnittmöglichkeiten am Gerät zufriedengeben, zB um auf einen Computer verzichten zu können und natürlich diejenigen, die ihre Altmedien und vorhandenen Bestände (sicherlich vielfach von manchmal hohem idiellem Wert) auf den Compuer migrieren wollen um den Ausstieg aus der (Hi-)MD zu vollziehen.
ein typisches Beispiel
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Geräte, wie sie zB mit der iRiver Hx-Serie vor Jahren erschienen sind, waren bereits in vielen Belangen deutlich überlegen, sind heute als SecondHand oder Auslaufgerät deutlich preisgünstiger zu bekommen, bringen in Kombination mit einem PC beeindruckende Möglichkeiten mit sich, ohne dass auffallend größere Kompromisse hinsichtlich des Klangs gemacht werden müssen.
Solche mp3-Lösungen glänzen dann zusätzlich noch mit hervorragender Interoperabilität durch Benutzung verbreiteter, freier und seitens einer gigantisch großen Community auch akzeptierter Standardformate. Auch stehen für Formate wie etwa mp3, Vorbis, FLAC und andere quelloffenen Standards zahlreiche Softwarelösungen zur Verfügung, angefangen bei Datenbanken, einer reichen Auswahl an Abspielsoftware, Brennsoftware, Taggern uvm ... Abgesehen davon verfügt mittlerweile fast jeder Haushalt über ein oder gar mehrere Abspielgeräte um die selbsterstellten Aufnahmen wiedergeben zu können. Mit Sicherheit kann man aber davon ausgehen, dass in "normalen Haushalten" für eine MD keine Abspielmöglichkeit existert.
Das System als Konzept hatte schon in seinen Anfangsjahren seine liebe Not gegen Hifi-CDBrennern als Alternative zu konkurrieren, zumal es anfangs auch noch vom Start weg Qualitätsmängel zeigte. Mit der wachsenden Verbreitung von PCs und dem Preisverfall der CD-Brenner (im PC) hatte es dann Ende der 90er schon einen weiteren Mitbewerber, der nicht die "Geissel des latent immer spürbaren DRM und SCMS" mit sich brachte. Gegen das Aufkommen der verlustbehafteten Codecs hatte es als System überhaupt auch klanglich erst eine Chance mit der Weiterentwicklung und Integration von ATRAC3+, während gleichzeitig schon ab 2001 als Alternative aber schon der LAME-Codec zunehmend eine so hohe Qualität erreichte, dass ATRAC und große Teile des ATRAC-Formate-Zoos uninteressant wurden, man sich mp3-fähige MD wünschen musste, zumal die quelloffene mp3-Lösung in ihrer Skalierbarkeit hinsichtlich Dateigröße und Qualität positiv auffiel (-alt preset standard = APS). Als niederperformantes Firmenformat war und ist Atrac3 ebenso wie lange Zeit das WMA-Format (MS-Audio) von Microsoft, zurecht völlig uninteressant geworden und zurecht *verpönt* war es auch noch. Ähnlich verpönt wie die Kompromisse, die man auch aktuell noch hinsichtlich der Qualität nahezu sämtlicher DRM-behafteten Web-"Kaufloads" machen muss. Im Grunde genommen treffen sich Pat und Patachon, also zwei Nervensägen vom gleichen Schlage, für die man schon eine sehr große Kompromissbereitschaft erübrigen muss(te).
Sony lieferte also erst vor kurzem nach langjährigen Versuchen wie weit sich die Frustrationstoleranz zahlender Kunden austesten lässt mit dem RH1 hier also "höchstselbst" und mit *gefühlten Jahrzehnten* verspätet etwas, was schon vor der Net-MD hätte kommen müssen um gegen CD-Brennerei und mp3 evtl. vielleicht eine geringe Chance gehabt hätte. Geliefert wird aber nun eigentlich nur noch der Ordnung halber eine Lösung, wie man dem Firmenformat und der Abspielgeräte- Abhängigkeit vollständig "entkommen" kann. Mit der Upload-Möglichkeit kommt etwas, was schon zur Jahrtausendwende möglich und notwendig gewesen wäre um den Transfer und das Kopieren der Inhalte halbwegs komfortabel und zeitgemäß zu gestalten. Unter anderem an solchen Stellen wurden durchaus in der Rückschau erkennbare Potentiale von gierigen „Nieten in Nadelstreifen“, „verbeamteten Bedenkenträgern und MI-Lobbyisten zunichte gemacht.
Im Grunde genommen wurde die geringe Verbreitung sogar richtig hart erkämpft, indem man versuchte eine Produkt-Politik umzusetzen, die berechtigte Bedürfnisse zahlender Kunden mit beachtlichem Aufwand konterkarierte. Legitime Bedürfnisse übrigens, die mit der UhG-Novelle 2003 auch noch zusätzlich unter Druck stehen, obwohl man davon ausgehen kann, dass sich selbst ansonsten auffallend Gesetzestreue im privaten Raum und bei Privatkopien einen feuchten Kehricht um eben diese merkbefreiten Regelungen kümmern. Vielmehr kann man sogar davon ausgehen, dass im Regelfall überall dort wo ein DRM oder eine Kopiersperre sich zeigt, diese auch unterlaufen wird. Besonders auffällig ist auch, dass eben dieser „Regelfall“ nahezu immer auf eine hohe Akzeptanz in allen Gesellschafts- und Einkommensschichten trifft. Man verweigerte in diesen Dingen sogar einfach die Kooperation mit den berechtigten Anliegen der Käufer und insbesondere Sony fällt seit Jahren dadurch auf, dass sie eigentlich keinen Wert auf Kundschaft legen, ihm sogar mit feindlicher Gesinnung gegenüberstehen, sobald er sich nicht steuerbar zeigt und auf Alternativen zu diesem Unfug ausweicht. Dinge wie Abmahnungen durch Kansleih Waltorf sowie der Skandal um XCP zeigen nur zu offensichtlich, welche „Leitbilder“ und Konzepte sich Sony in einer Beziehung mit einem Kunden wünscht und welche Gesinnung in den Schaf-Etagen wohl vermutlich die vorherrschende ist. Am Beispiel der MD als Repräsentant lässt sich sehr schön der Weg aufzeigen, mit wie viel Energie man Missmanagement und Strategien voran treiben kann um gegen den erklärten Willen eines Marktes und seine potentielle Käuferschaft zu agieren, nur um Eigeninteressen duchzusetzen.
Die mp3-Kompatibilität, welche mit der Net-MD eingeführt wurde war ganz simple "Kundenverarsche". Alle mp3-Dateien wurden einfach verlustbehaftet ins Atrac-Format transcodiert, sowas ist Etikettenschwindel und hat nichts mit der originären Bedeutung von Kompatibilität zu akzeptierten Standars zu tun. Im Gegenteil, sowas wirkte damals schon "drangebastelt", unzeitgemäß und unprofessionell. Auch hat man es sich so mit vielen vielen Konsumenten und Multiplikatoren verscherzt, nur um sich über die Zeit zu retten.
Davon ab kann man seit Jahren beobachten, dass Wechselmedien aus zahlreichen praktischen Gründen zunehmend abgelehnt werden, der Umgang mit den von Trägermedien losgelösten musikalischen Inhalten sogar schon eine triviale Alltagsbeschäftigung darstellt, die Kapazitäten (in Minuten Spielzeit/bei vergleichbarer Qualität) selbst von preiswerten Alltagsgeräten teilweise schon Volumina erreicht, dass den Konsumenten die Übersicht abgeht und der sinnvolle und komfortable Umgang fast nur noch mittels Synchronizationssoftware und Datenbanken möglich ist.
Sobald man mittels Computer sammelt, erreicht man schnell Sammlungsgrößen die man in 0,x TB (und >) angeben kann ohne sich lächerlich zu machen, das ganze auch noch in hervorragenden Qualitäten, die zT das überhaupt erreichbare Niveau der MD übersteigen kann und sich hinsichtlich der Qualität, des Benutzerkomforts und der Kompatibilität hervorragend skalieren läßt. Portablen Abspielgeräte wie etwa der iPod erreichen mittlerweile auch schon beachtliche (vor allem auch bezahlbare) Gesamt-Abspielzeiten und es ist davon auszugehen, daß die angebotenen Volumina als Option sicherlich noch weiter wachsen werden, da "max. GB" scheinbar ein äußerst tragfähiges Instrument der Diversifikation im Markt und Aufhänger im Marketing zu sein scheinen.
Da wir grad bei Volumina sind, letzendlich begrenzt nur noch das max. Volumen einer Festplatte den Mitschnitt von Webradio, Dateien landen sogar geschnitten, getaggt und ordentlich benannt auf der HD. Vergleicht man diese moderne Form des Radiomitschnittes mit dem Mitschnitt per MD in den hinlänglich bekannten und qualitativ ebenso minderwertigen LP-Modi in Atrac3, so fällt auf, daß die MD mehr als umständlich in der Handhabung ist gegenüber einem ordinären mp3-Player ist und auch noch ätzenderweise die Medien eine begrenzte Gesamtspielzeit aufweisen, die es nicht mal eben nebenbei ermöglicht "ordentlich Auswahl" für Unterwegs auf ein transportables Abspielgerät zu packen.
Auch sieht die Hi-MD steinalt aus, wenn mal Preise und Volumina gegenüberstellt.
RH1 + 80 Medien (mitsamt allen bereits von mir und anderen aufgeführten Nachteilen und fehlender Kompatibilität des Systems in zahlreiche Richtungen) = fast 700 Euro (1380 DM)
iPod 80 GB (mit dem Vorteil der Kompatibilität in alle Richtungen und sogar hohem Wiederverkaufswert bei Nichtgefallen) = etwa 340 (670 DM) Euro
Ehrlich gesagt, geht mir beim Lesen vieler Beiträge in diesem Thread jedwedes Verständnis ab, wie man MD-basierte Technik heute noch guten Gewissens empfehlen kann. Gerade heute, wo schon man fast damit rechnen muss, dass bald die morgendliche Munddusche und die Kaffemaschine als "kleinsten gemeinsten Nenner" mp3-fähig sind, kann man MD mMn völlig zurecht als tot bezeichnen und es dort ansiedeln, wo auch andere Liebhabereien zu finden sind, nämlich dort wo auch andere früher einmal ans Herz gewachsene Technologien zu finden sind.
Genau dort ist aber die MD, insbesondere weil man mit ihr auch HomeRecording betrieben kann, hervorragend aufgehoben, kann sogar klanglich mit ihren Eigenschaften gegenüber anderen Alt-Technologien richtig glänzen, wenn man nicht gerade die niedrigen LP-Modi und billige "Nur MD-Abspielgeräte" vorführt, deren schlechter Klang den Kennern sicherlich über den Modellnamen über MundzuMund-Propaganda bekannt ist. Als Maßstab sollte man nämlich ab und an auch mal die preiswerten MD-Player hernehmen und sich nicht immer nur an dem guten Klang der aktuell erhältlichen Hochpreis-Geräte wie dem RH1 und orientieren.
Übrigens ist nicht davon auszugehen, daß Sony in Zukunft nochmal irgendwelche Energien in ihr System investieren wird. Das Unternehmen selbst ist der letzte verbleibene Anbieter für Abspielgeräte, Medien und Hardware. Die Alternativen zum RH1 und insbesondere die Neuererscheinungen im Markt (Hi-)MD sind schnell aufgezählt und das ganze System ist schon, ähnlich wie Tonband, Schellack, Vinyl und Wachsrolle, heute im Bereich "Liebhaberei" und "Second Hand" beheimatet. Davon ab, war das System sieht man mal ob HiFi ab, auch nie ernsthaft verbreitet, so man als Vergleich die CD-Brennerei oder mp3 hernimmt.
Im Bereich semiprofessionelles Homerecording mag das System vielleicht noch so etwas wie ein Refugium und eine Existenzberechtigung im LowBudget haben, aber auch hier ist der Druck der durch die Alternativen ausgelöst wird, ein gar nicht mal geringer und die MD ist dort ja auch nicht erst seit gestern auf dem Rückzug seit Sony als letzter verbliebener Anbieter keine Energien mehr in die Sortimentspflege investiert. Allerdings reagiert dieser Markt ohnehin (auch auf Grund seiner geringen Größe, Umsatzes und Bedeutung) nur sehr langsam auf diesen Druck.
Evtl. spielt dort auch eher eine konservative Grundhaltung eine gewisse Rolle.
"sinus1982 schrieb:Wiedergabe mit Lücken IST ein Problem von MP3, alles andere ist entweder ...
- ein anderer Codec (AAC, WMA etc.), oder
- Vorgaukelei durch das Zusammenmischen von zwei MP3s Diese Aussage stimmt seit Jahren schon nicht mehr.
Die Kombination LAME/Foobar2000 ermöglicht es seit langem gapless auf einem Rechner abspielen. Winamp und iTunes verfügen ebenfalls seit vergangenem Jahr über diese Eigenschaft.
Zutreffend ist die Aussage natürlich für zahlreiche andere Kombinationen, die wie Du ja schon völlig richtig geschrieben hast nur über Gaukeleien wie Crossfader oder andere Arten des Kaschierens Knackser zu vermeiden versuchen.
Im Bereich Porti gab es vor langer Zeit schon Geräte der Firma Rio die ebenso wie man das seit letzten Jahr vom iPod kennt gapless abspielen können. Im Falle des iPod ist dafür zwar noch die exakte Längenberechnung in iTunes nötig, aber immerhin funktioniert das mit allen Mp3. Geräte wie der Trekstor Vibez der im letzten Quartal 2006 erschienen ist, können das aber auch mittlerweile schon von sich aus.
Wer also mp3 gapless hören möchte, der kann das auch. Die Verbreitung des Pott und Geräte wie der Trekstor Vibez sorgen schon dafür, daß ein entsprechender Druck entsteht, sodass sich das Verhältniss umkehren wird, also Geräte welche nicht gapless abspielen können negativ auffallen werden.
Was Atrac/MD betrifft, so funktioniert mWn gapless in vielen Fällen auch nur in der ersten Generation, also CD->MD. Kopien einer MD in ATRAC(x) sind nicht gapless, weil die exakte Längenberechnung nicht möglich ist.
ATRAC verliert gapless-Eigenschaft nach Konvertierung?
Ebenso gelingt dann natürlich auch das Brennen nicht ohne, dass es zu Aussetzern oder Knacksern an den Titelübergängen kommen kann.
Beispiel
Mp3 und andere kompromissbehaftete AudioCodecs, aktuell setzt sich dies ja mit den Lossless fort, haben ihre Verbreitung in alle Lebensbereiche und Preisklassen hinein deshalb machen können, weil sie von Communities getragen und weiterverbreitet wurden und mit dem Format weder ein Konzern noch irgendeine Art von Zugangbeschränkung, oder gar ein DRM als "geisselnde Instanz" verbunden waren. Jedenfalls stelle ich immer wieder mit einer gewissen Genugtuung fest, dass Sony mit seinen Verhaltensweisen von den Communities immer wieder die passende Quittung erhält.
Gruss
PS:
Diese Zusammenfassung habe übrigens für diesen Thread im HF erstellt und dachte, hier wäre auch ein gewisses Interesse dafür.
Nachschlag des Tages:
Verläßlichen Unkenrufen zufolge, verschwindet der RH1 gerade aus den Regalen?
Wer also noch ein gewisses Interesse an der letzten Inkarnation der HI-MD verspürt, der sollte jetzt wohl tendentiell eher zuschlagen. ;-)
In Kürze ist ebay und *gebraucht* angesagt, wenn Sony nicht noch wider Erwarten eine Überraschung parat hat.
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Hallo,
bitte nicht in Panik machen!
Wer nicht unbedingt HI-MD haben will, bekommt immer noch genügend MD-Decks fabrikneu im Internet. Das z.Z. preiswerteste für rd. 150 € .
Gruß, Euer Gunther
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Nun ja, als MD-Benutzer und -Liebhaber fast von der ersten Stunde an möchte ich mich auch zu diesem Thema äußern.
Um einmal auf die ursprüngliche Frage (ähm, was war das noch gleich *mal schnell nachschau*) zurückzukommen:
Zitat:Kann man auf NoName-MDs vertrauen oder muss man Sony/TDK nehmen?
Ich hatte mit diversen preiswerten MDs, auch von Markenherstellern, in früheren Zeiten öfters Probleme mit Aussetzern, Disc Errors, etc. (wobei die Fehler i.d.R. gleich oder kurze Zeit nach der Aufnahme auftraten, also nichts mit der Alterung zu tun haben), und das auf vielen verschiedenen Geräten. Mit MDs von Sony hatte ich solche Probleme nie, was auch der Grund dafür ist dass ich seit vielen Jahren nur noch Sony MDs kaufe.
Zur Haltbarkeit insgesamt kann ich sagen, ich besitze viele hunderte MDs, die ältesten sind jetzt knapp 12 Jahre alt, und alle, wirklich ausnahmslos alle, funktionieren noch einwandfrei und unterscheiden sich in den Bitfehlerraten nicht signifikant von neuen MDs. Insofern halte ich eine Haltbarkeit von mindestens 30 Jahren, eher sogar noch deutlich mehr, für durchaus wahrscheinlich. Bezüglich der Geräte mache ich mir keine Sorgen, in 30 Jahren noch an einen funktionsfähigen MD-Recorder/Player zu kommen, wenn man bedenkt wie viele MD-Geräte täglich bei Ebay den Besitzer wechseln.
Um noch kurz auf die allgemeine für/wider - Diskussion einzugehen:
Ich habe einen beachtlichen Teil meiner Musiksammlung auf MD, zumindest alles, was ich beabsichtige jemals auch außerhalb meiner Wohnung zu hören. Ich habe einen MD-Recorder an der Hifi-Anlage, einen Walkman (den zuvor schon genannten RH1) sowie einen MD-Radio im Auto. Egal wo ich die Musik nun hören möchte, ich muss einfach nur die gewünschte MD aus dem Regal nehmen, nichts irgendwo hinkopieren oder sonstwas. Ich kann von jeder beliebigen Quelle, egal ob analog oder digital, sofort und unkompliziert, an jedem beliebigen Ort studiotaugliche Aufnahmen machen, wobei sich ein Umkopieren auch hier erübrigt, da ich die Aufnahmen gleich direkt auf der MD bearbeiten kann.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, auf andere Systeme (MP3/WAV-Recorder, etc.) umzusteigen, allerdings existiert bislang kein Gerät, das mir all die Vorteile bietet, die ich seit Jahren an der MD genieße. Abgesehen davon sehe ich auch keine Notwendigkeit zu einem Systemwechsel, warum sollte ich jetzt krampfhaft versuchen mir irgend ein anderes System zu suchen mit dem ich dann - vermutlich über irgendwelche Kompromisslösungen - das gleiche machen kann wie mit der MD? Darüber werde ich mir erst dann gedanken machen, wenn die MD wirklich vom Markt verschwindet, und das wird vermutlich noch einige Jahre dauern...
Zitat:...in Kombination mit dem hohen Gerätepreis ergeben sich kaum mehr vertretbare Luxuspreise pro Minute Aufnahmezeit
In Anbetracht der Tatsache, dass wir uns hier in einem Bandmaschinenforum befinden, finde ich diese Aussage sehr amüsant
Gruß,
zlois
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Zitat:highlander postete
2. Kann man auf NoName-MDs vertrauen oder muss man Sony/TDK nehmen?
Blöde Frage: Gab es denn überhaupt eine nennenswerte Zahl von No-Name-Anbietern? Die einzigen MDs mit weniger bekannten Markennamen, die ich mal gesehen habe, waren von MMore und Bestmedia. Das waren aber absolute Ausnahmen. In den meisten Läden, in denen ich mich umgesehen habe, wurden nur Sony, TDK, Maxell und BASF/Emtec angeboten.
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Hallo,
die Ausführungen von "zlois" kann ich voll bestätigen. - Allerdings... u. damit beantworte ich auch gleich die Frage von "timo":
"Gab es denn überhaupt eine nennenswerte Zahl von No-Name-Anbietern?"
Früher JA ! - Und im Gegnsatz zu "zlois" habe ich stets auch mit No-Name-MDs gute Erfahrungen gemacht. Sie haben sich in keinem Bereich gegenüber den anderen negativ bemerkbar gemacht.
Gruß, Euer Gunther
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Hier auch.
Amtlich: Sony stellt CONNECT und ATRAC ein
Wobei, man beendet ja nur etwas, was schon lange lange siechte.
Trotz möglicherweise vorhanderer und evtl. anerkennenswerter Vorzüge.
Dem Sammler und Liebhaber war eh' klar das dieser Schritt schon lange an- bzw. ausstand und irgendwann einmal der Zeitpunkt kommt, wo keine neuen Geräte mehr vorgestellt werden und man ATRAC sowie SonyStage adé sagt.
Damit ist die (Hi)MD dort angekommen, wo Bandmaschine und MC auch angekommen sind, es wird nur noch der Bestand und Gebrauchtes auf Ebay hin- und hergeschoben und das wars dann.
Aus einem anderen Blickwinkel gesehen nimmt sich Sony nun langgehegter Kundenwünsche an, für das Befüllen aktueller und zukünftiger Geräte wird keine Zwangssoftware mehr benötigt und das verhasste "mp3 ist illegal"-Format ebenso wie WMA samt besser sortierter Kaufload-Shops wird Standard auf den portablen Wiedergabegeräten. Was will die breite Masse man mehr.
Die einzig offene Frage die noch bleibt ist, wie grundlegend verpeilt die Sony-Vertriebsmanager sind, WMA und MP3 als offene Formate zu bezeichnen. Nur noch Siemens und BenQ leistet sich größere und teurere "Schenkelklopfer" im Bereich des Managements. (Wobei das "BlueRay-Desaster" bei Sony ja noch aussteht und alles bisher dagegewesene an Missmanagement und "Prollerei am Markt" vorbei toppen wird)
Nunja, dass Sony-Manager verpeilt sind, wussten ja schon einige di sich in der Audiokompression auskennen, aber man wirklich mittels Connect vier Jahre lang Geld verbrannt hat, weil man meinte Sprüche klopfen zu müssen ist schon eine tolle Leistung. ;-)
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So so, die MD ist also damit Geschichte. Na dann... unvorbereitet trifft es mich nicht.
Aus Zufall hatte ich gestern in einem "Blödmarkt" einen MZ RH1 in der Hand gehabt. Sehr wertiger Eindruck aber mit knapp 290 EUR doch recht teuer. Neben den fehlenden HiMD-Decks ist so ein Gerät einfach zu teuer verglichen mit den kleinen mp3 Sticks für um 50 EUR.
Bezahlbare Portis gibt es nun schon lange nicht mehr und ich habe auch den Eindruck das große MiniDisk Deck "980" ist gar nicht in den Onlineshops erhältlich. Preissuchmaschinen führen oft genug auf tote Links.
So wie ich SoNIE kenne fliegt der Ersatzteilbestand in wenigen Jahren aus den Regalen. Einem Deck billige ich auch nicht unbegrenzte Lebenszeit zu. Vermutlich wird man gar nicht mehr feststellen können ob eine MD haltbar genug war (Ausgangsfrage!) weil bis dahin jedes Auslesegerät den Dienst quittiert hat.
Ich habe mir vor einem 3/4 Jahr einen einfachen Sharp Porti als Reservegerät in 3-2-1 geschossen. Die 40 EUR waren es mir wert. Ansonsten hatte ich für einen einfachen Plasikplayer (MZ N 520) zugelegt, nachdem nach 8 Jahren rauhem Unterwegsbetrieb mein erstes MD Gerät eben nicht mehr wollte.
Da es praktisch nur noch SoNIE als Anbieter gibt wird spätestens in einem Jahr die Reste an Neuware aus den (Online-) Handelsketten verschwunden sein. Na dann...
Eine Bekannte turnt in Tokyo rum. Die sagte mir letztes Jahr schon das die Angebote an MD drastisch zurück gegangen sind und Jugendliche dort kaum noch MD kaufen. Interessanterweise gibt es zuhauf C10 Typ I Musikkassetten - vermutlich für Karaoke.
Ich werde mir irgendwann ein anderes Medium suchen müssen, das einerseits mit einem Wechseldatenträger arbeitet und anderseits auch ohne PC auskommt. Diesen Vorzug möchte ich mehr erhalten: Instantfähiges Recording ohne Windoof & Co.
Gruß
Wolfgang
Willi Studers Bastelkisten
Zitat:analogi67 postete
[...] Aus Zufall hatte ich gestern in einem "Blödmarkt" einen MZ RH1 in der Hand gehabt. Sehr wertiger Eindruck aber mit knapp 290 EUR doch recht teuer. Neben den fehlenden HiMD-Decks ist so ein Gerät einfach zu teuer verglichen mit den kleinen mp3 Sticks für um 50 EUR.
Zitat:analogi67 postete
[...]Ich werde mir irgendwann ein anderes Medium suchen müssen, das einerseits mit einem Wechseldatenträger arbeitet und anderseits auch ohne PC auskommt. Diesen Vorzug möchte ich mehr erhalten: Instantfähiges Recording ohne Windoof & Co.
Zufall
Ich war dieser Tage auch mal wieder am überlegen mir einen gebrauchten iRiver samt OKM2 oä. zuzulegen.
290 Euro für einen RH-1, der Preis erscheint mir auch zu teuer, zumal noch die Wechselmedien dazukommen und deren Beschaffung villeicht auch bald nur noch Glücksache ist.
Jetzt noch mit der MD "in die Kiste zu gehen" erscheint mir auch als völliger Quatsch, außer die RH-1 als Aufnahmegeräte gäbe es samt 10 Medien für etwa 130-170 Euro, aber das wird noch ne Weile dauern, bis die Preise derart zusammenrutschen. Außerdem ist noch die Frage, ob überhaupt genug Geräte verfügbar sind, oder die Geräte nicht sofort von Sammlern als Spekulationsobjekte gehortet werden.
Abspielgeräte:
Ansonsten reicht mir mein Trekstor Vibez, der mit 8GB nach nur einem halben Jahr bei 140 Euro steht.
Gruss
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Hallo,
Zitat:analogi67 postete
Einem Deck billige ich auch nicht unbegrenzte Lebenszeit zu. Vermutlich wird man gar nicht mehr feststellen können ob eine MD haltbar genug war (Ausgangsfrage!) weil bis dahin jedes Auslesegerät den Dienst quittiert hat.
Wolfgang
völlig falsch! - Wir haben in unserem AUDIOCLUB MD-Decks der ersten Jahre stehen, die immer noch voll funktionsfähig sind ! -Und das, bei einer weit höheren Benutzung, wie es bei jedem "Privatmann" der Fall ist.
Das gilt auch für die (Tonträger) MDs selbst. Ich/wir kennen niemand, der selbst bei extremer sachgemäßer Benutzung Datenausfällen hatte.
Gruß, Euer Gunther
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