Telex 300 --- Was ist das?!
#8
Zur besseren Allgemeinverständlichkeit vielleicht noch paar ergänzende, Sätze zum Thema:

Schnellkopieranlagen wurden in verschiedenen Bauformen und Kapazitäten gebaut, die mit mehrfacher Originalgeschwindigkeit kopieren und somit erst die wirtschaftliche Massenfertigung bespielter Compact- Cassetten ermöglicht haben.
Eine Schnellkopieranlage besteht aus dem Masterläufer, auf dem der "Master", eine bearbeitete Kopie der Originalaufnahme, wiedergegeben wird, und den "Töchtern" oder "Sklaven", auf denen das Cassettenband bespielt wird.
In kleinen Anlagen für 4...8fache Überspielgeschwindigkeit sind Masterläufer und Töchter (4...6 Kopierstationen) häufig in einem Gehäuse zusammengebaut, während Master und Töchter in größeren Anlagen (16-, 32- und 64fache Kopiergeschwindigkeit und bis zu etwa 15 Töchtern pro Masterläufer) selbständige Einheiten bilden.
Bei 32facher Überspielgeschwindigkeit erreicht der gewöhnlich mit 19,05cm/s bespielte Master eine Laufgeschwindigkeit von 6,096 m/s, die Tochterbänder von 1,523 m/s, der Frequenzbereich von 30Hz...16kHz wird auf 960 Hz bis 512kHz transponiert, wobei jedoch der Wellenlängenbereich unverändert ist(!)
Die Hochfrequenzvormagnetisierung liegt bei 1,5...10MHz.
Diesen Forderungen müssen besonders die Verstärker angepasst werden.
Für die Wiedergabeentzerrung des Masterverstärkers gilt als Zeitkonstante der n-te Teil der Zeitkonstanten bei Originalgeschwindigkeit (also bei Tau = 50+3180 µs und n = 32 : Tau= 1,56+99,4 µs).
In dem einer größeren Zahl von Töchtern gemeinsamen Aufsprechverstärker ist dann auch die Differenz zur Cassetten- Entzerrung mit Tau = 120+3180µs zu berücksichtigen.
Wegen der Reibung zwischen Band und Kopf werden hochverschleißfeste Magnetköpfe eingesetzt.

Für die Vervielfältigung von z.B. Sprachlehrkursen werden Kopierautomaten verwendet, in denen als Master ebenfalls eine Cassette benutzt wird.
Die Überspielgeschwindigkeit ist gewöhnlich 4fach.
Die meisten Kopieranlagen für die Massenfertigung arbeiten mit Endlosbändern (Master loop), die in senkrecht oder waagerecht gestellten Schleifenkästen (loop bin) laufen, so daß sich ein kontinuierlicher Betrieb ohne Totzeiten ergibt.
Das Masterband ist zwischen 1/4" und 1" breit.
Die Kopierbänder werden in Längen von 1800...3000m auf Spule oder freitragend eingesetzt, das Programm wird fortlaufend überspielt, wobei die Spuren 3 und 4 rückwärts kopiert werden.
Das Ende der einen bzw. der Anfang der folgenden Kopie ist durch ein niederfrequentes Signal (cue signal, etwa 7Hz, also unhörbar bei normaler Bandgeschwindigkeit) gekennzeichnet, auf den die Auswerteelektronik des Spultisches, "loader" beim schnellen Spulen anspricht und dafür sorgt, daß das Band an dieser Stelle in dem Wickelkern befestigt bzw. an das Vorspannband angeklebt wird.
Je nach Konstruktion des Loaders werden die einzelnen Kopien entweder zu kleinen Wickeln aufgespult und in Cassettenschalen eingesetzt oder in komplette Cassettengehäuse eingespult, an deren Wickelkern zunächst nur ein aufzutrennendes Vorspannband befestigt ist (C-Null- Cassetten).
An Stelle des Endlosmasters können auch zwei Maschinen im Tandembetrieb arbeiten, die alternierend auf Wiedergabe gehen oder Umspulen, was wohl Totzeiten vermeidet, aber jeweils zwei vierspurig bespielte Masterbänder erfordert.
Alle open-reel- Schnellkopieranlagen zeichnen sich aus durch hohe Wirtschaftlichkeit auf Grund der stark erhöhten Kopiergeschwindigkeit und durch kostengünstigen, flexiblen Betrieb, da auf vorkonfektionierte Cassetten verzichtet wird.
Technisch vorteilhaft ist der Umstand, daß das Tochterband von justierbaren Bandführungen gelenkt wird, so daß eine azimutgenaue Bespielung, unbeeinflußt von Führungselementen einer cassette, möglich ist.

Gruß

Bernd
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[Kein Betreff] - von raphael - 04.02.2007, 10:14
[Kein Betreff] - von PhonoMax - 04.02.2007, 11:34
[Kein Betreff] - von revodidi - 04.02.2007, 13:09
[Kein Betreff] - von raphael - 04.02.2007, 13:16
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[Kein Betreff] - von capstan - 04.02.2007, 19:49
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[Kein Betreff] - von raphael - 05.02.2007, 08:10

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