Fragen zu REVOX B77
#4
Lieber Mann im Matrosenanzug,

wenn das Geräusch nur im Wiedergabeprozess auftritt, tendiere ich dazu, es als das typische Bandlaufgeräusch zu interpretieren, das vom Band verursacht wird, nicht von einem der Motoren. Letzte Sicherheit habe ich nicht, weil du -ganz Angehöriger des Rechnerzeitalters- keinerlei Referenzen für das 'Störgeräusch angibst. Für mich ist/wäre es daher zulässig, deinen 'Gerätelärm' (ich vermute, dass der kaum zu hören ist) zwischen 42 und 92 dB(A) anzusiedeln. Ich neige dabei jedoch eher den 42 dB(A) zu.

Ein Tonbandgerät 'lebt' zwischen Mechanik, Chemie und Physik, ist ein feinwerktechnisches Gebilde mit teilweise ordentlichen (Revox) im Studiobetrieb erheblichen, betriebsnotwendigen Massen, die mit entsprechendem Aufwand (ursprünglich rein mechanisch!) bewältigt werden müssen. Das geht nicht lautlos oder mit 'willkürlichen', sondern nur sehr natürlichen Geräuschen ab. Erst die letzte Generation von Studiobandgeräten bei Studer nützte die Computertechnologie in extenso für die Bandbewegung, womit gerade für den traditionell kundigen Zuschauer apokalyptisch erscheinende Geschwindigkeiten bei der Bewegung von 2"-Bändern möglich wurden, hinter denen ja ordentlich Masse steht, namentlich bei den von Studer (außerhalb der Norm) vergrößerten Bandspulen. Die Motoren (sie kamen nach langen Jahren studerintern anderer Politik wieder von einem Zulieferer) sind da auch einen Blick wert. Man sieht, was vor Ort los sein kann.

Beachte deinen Bandlauf, höre auf Gleichlaufschwankungen (jaulen, wimmern), versuche die Bekanntschaft mit einer B77 eines anderen Besitzers in ähnlicher akustischer Umgebung zu machen, berichte hier, wenn sich die Situation bei dir verschärfen sollte. Man hilft dir im Rahmen des für dich Sinnvollen. Hier im Forum sind genügend Leute, die sich mit der Handfestigkeit von A77 und B77 auskennen, so dass mich getrost der Herzinfarkt überholen kann, ohne dass du alleine dastündest.

Netzspannung (ich vergaß das vorhin, bitte sieh mir das nach):
Ich gehöre zu denjenigen, die angesichts der heute gängigen Netzspannung empfehlen (in München meist um 226 V, Spitzen des in meiner Wohnung üblich belasteten Netzes: Minimum 216V, Maximum bis 235V), 220 Volt stehen zu lassen. Transistor(mess!)geräte stecken in der Regel einen Spannungsnenngebrauchsbereich von ±10% um die Nennspannung ohne Änderungen der Betriebsparameter(!) weg. Nun ist eine A77/B77 kein Messgerät und verfügt über intern traditionelle Spannungsregler, die Unterspannungen mit potenziell leicht erhöhtem Brumm im Audioteil beantworten (können). Den brauchen wir nicht, weshalb du -sofern kein Ärger im klitzekleinen Digitalteil der B77 auftritt- 220 Volt stehenlassen solltest.

Bei Röhrengeräten ist das etwas anders, weil Konstrukteure in ihnen nicht nur mit der etwas kritischen Heizspannung ihrer Verstärkungselemente tricksten (U47), diese fast nie stabilisierten, weil das als sehr aufwändig zu teuer war (schon eine Gleichrichtung kommt nur ausnahmsweise vor; Georg Neumann nützte hier die von IHM entwickelten gasdichten NiCad-Zellen!), sondern weil Röhren auch harsch reagieren können, wenn man sie dauernd überheizt. Nachdem manches vom dem 'Zeugs' heute nicht mehr oder nur sehr teuer beizuziehen ist (eine gute AC701 kostet schon eine 'Reformweihnachtsgratifikation', eine gute VF14, so sie überhaupt hergeht, bereits ein kleines Vermögen), sollte man da aufmerksam sein.

A und B 77 werden aber auch heute in Position 220 Volt betrieben.

Ärger kenne ich ich nur von meinem großen Siemens (aha) Celsius M, dessen Weitbereichsnetzteil man offenbar nicht vom Netz trennen darf, ohne dass davon zwischen Fujitsu & Siemens (Skylla & Charybdis, hüstel) irgendwo Erwähnung getan würde. Macht man das dennoch mehr als ein Dutzend Male, knallt das Schaltnetzteil des Celsius M[angel] durch, was ich nun innerhalb von 12 Monaten 2 Male erleben durfte. Aha; technischer Fortschritt, der sich sich mit dem Namen des Oberelektrikers Siemens (Trambahn nach Lichterfelde, Bhf.) verbindet. Er indes dürfte sich (hoffentlich vielleicht doch) im Grabe umdrehen, wenn er läse, welchen Quatsch seine Nachfolger (H.v.P. in: "Zwischen Profit und Moral", München 2003) allen Ernstes zu verzapfen sich anschickten: Das Telekom-Phänomen (siehe Thread) ist überall.

Willis Heimat indes war das nicht. Wenn man experimentierte, wusste man warum. Es gab ja durchaus Ärger.

Hans-Joachim
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