Wer liefert TB-taugliche Federwaagen?
#4
Lieber Gerd,

schon wieder besserwisserisch aufzukreuzen, liegt nicht in meinem Sinne...

Federwagen waren in Deutschland (und alliierten Ländern..) für die Messung des Bandzuges tendenziell weniger üblich, weshalb Telefunken (und Alliierte, offenbar hatten wir mehr davon) seinen Werkzeugtaschen auch regelmäßig eine "Tortenschaufel" (Name sollte selbsterklärend sein, auch ohne Schwarzwälder Kirsch .....) beilegte, während Studer gerade in der von dir genannten Familie direkt an den Bandzugwaagen im regulär laufenden Betrieb messen ließ. Das wirst du aber sicher schon in den Handbüchern gelesen haben. Ab B67 MKII gab es dann ja diese Messplättchen, die gerade bei der im Bandzug besser justablen MKII sehr praktikabel einzusetzen sind. 'Brauchse' eine Platte?

Bei altersbedingt lahmenden Federn -und da kommt natürlich ein Mangel dieses Verfahrens ins Spiel- solle man eben -so die Regensdorfer- die Rändelschrauben der Waagenrückhaltefedern solange nachdrehen, bis man wieder elektrisch nachjustieren könne. Na ja. Bei meiner noch vorhandenen, seit 1981 (also Lebensbeginn) fortlaufend in meinem Besitz befindlichen B67MKI konnte ich aber über die nun mehr (oder weniger) gut 25 Jahre Betriebs keinen 'Gang' im Bandzug feststellen, das Ding fährt wie eh' und je. Dabei ist auch eines der Bandzugjustagepotis immer (also ab Werk) auf einer Endlage gewesen, woran sich auch nach dem Durchschlag eines der berühmten RIFA-Entstörkondensatoren im Wickelmotorbereich mit nachfolgender Reparatur (auch du kennst diesen Fall) nichts geändert hat. Spaßeshalber habe ich anlässlich dessen einmal die 'Tortenschaufel' mitlaufen lassen, was sich aber für den einzeln arbeitenden Reparateur als denkbar unerfreuliches Gemurkse herausstellte; Studerverfahren und Messplättchen (oder Zollstock, so lief das früher bei mir) erweisen sich bei der MKI(!) deshalb als der allemal gangbarere Weg: Tortenschaufel ordentlich halten, Maschine starten, Einstellbesteck hersuchen, hinten ins Gerät fingern, (sich vielleicht noch einen holen, danke) falsches (verflixt, dann richtiges) Pot erwischen, einstellen, Schaufel ausreichend sorgfältig ablesen ist fast wie eine M5Astereo zu reparieren. Wer's mag.... (Bei der B67 ist es deutlich schwieriger, Kopf oder Hand zwischen die Chassis zu bekommen.) Bei Studer werden deshalb oftmals die exakten Messwerte für die Tortenschaufel gar nicht erst angegeben.

Das Tentelometer hat eigentlich am meisten für sich (auch preislich, von der Seite des Herstellers...), musste sich aber hier erst durchsetzen. Zu meinen Studienzeiten wurde davon nicht einmal Erwähnung getan. Nachdem mir derlei Messgerät immer zu teuer war, bei EMTEC sämtliche Tenteloi (offenbar weitgehend illegal) 'vergeben' waren -alle mir einschlägig begegnenden Schatullen waren nämlich leer-, beschränkt sich mein entsprechender Besitz heute auf ein kleines Merkblatt. Tja, wer zu spät kommt...

Hans-Joachim
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
[Kein Betreff] - von RS1500 - 19.12.2006, 16:19
[Kein Betreff] - von capstan - 19.12.2006, 17:52
[Kein Betreff] - von RS1500 - 19.12.2006, 17:59
[Kein Betreff] - von PhonoMax - 19.12.2006, 21:16
[Kein Betreff] - von tonvox - 19.12.2006, 21:21
[Kein Betreff] - von RS1500 - 19.12.2006, 22:57
[Kein Betreff] - von tonvox - 20.12.2006, 21:37
[Kein Betreff] - von Nikola - 21.12.2006, 16:07
[Kein Betreff] - von hannoholgi - 23.12.2006, 15:24

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste