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#13
Lieber Hermann,

die Datenblätter werden von den Bandherstellern herausgegeben, weil die bandeigenen Parameter den bei weitem größten Einfluss auf die Arbeitspunktfestlegung haben. Spaltbreite und -beschaffenheit, Kopfspiegelform, Kopfmaterial etc. pp. bleiben zwar auch nicht folgenlos, rangieren aber in einem Bereich, der gemessen an den Eigenschaften des Bandes überschaubar und daher eher peripher bleibt.

RMGI in Oosterhout hat die übigens lange und u.a. von unserem Forenkollegen Friedrich betreuten, beispielhaften, anschaulichen und gut verständlichen Datenblätter der BASF übernommen und bis heute bewahrt und führt diese Tradition fort:

http://www.rmgi.nl/studio.htm

Wenn du dir die entsprechenden Bänder (also 468/911 vs. LPR35/368) heraussuchst und vergleichst, kannst du auch ableiten, was sich zur niedrigen Bandgeschwindigkeit und hin tut, die du ja in erheblichem Maße verwendest. Reduziert man auch noch die Schichtdicke (Doppelspiel- und Langspielband) geht zumindest im Bereich tiefer Töne die erzielbare remanente Magnetisierung zurück, weshalb solche Bänder ihrerseits noch einmal geringer aussteuerbar sind (ehe sie die Sättigung erreichen).

Aufgrund meiner Berufsansprüche (primär der Schnitt, sekundär die Aussteuerbarkeit) kamen für mich Bandgeschwindigkeiten unter 19,05 cm/s grundsätzlich nicht in Betracht, weshalb ich nie -außer in "meiner Kindheit und Jugend"- in diesem der Eigenproduktion eher feindlichen Terrain wildern musste, das höhere Ansprüche nur bei vorweg überwachter Dynamik befriedigen kann. Gemeinhin kopierte und kopiert der Amateur ja.
Wo das analoge Verfahren dabei an Grenzen stößt, kann man aus den besagten Datenblättern sehr schön ableiten. Weiterhin zeigt sich, wie relativ komfortabel das Verfahren historisch schon sehr früh zu den beiden hohen Bandgeschwindigkeiten hin werden konnte. Das erklärt zwanglos, warum hochwertige Aufnahmen, die bis heute mithalten, schon in den 1940ern und 1950ern problemlos (na ja, da war schon Abgleichaufwand nötig....) möglich waren.

Seit den mittleren 1970ern hat sich übrigens im Magnetbandbereich nichts Dramatisches mehr ereignet, das Verfahren ist ausgelotet. Die B77 entspricht daher grundsätzlich dem Stand der letzten Technik. Dennoch lohnt(e) sich gerade bei Studers Abkömmlingen eine Einstellung auf das verwendete Bandmaterial und eine Kontrolle der Spaltsenkrechtstellung.
Eine veränderte bzw. zu verändernde Spalteinstellung hat aber natürlich Einfluss auf die Wiedergabe archivierter Aufzeichnungen, eine Änderung jetzt hätte für dich damit nicht nur vorteilhafte Folgen.

Im professionellen Bereich durchlief daher ein Bandgerät vor der eigentlichen Inbetriebsetzung ein Abnahmeverfahren, in dem das Gerät eingemessen, auf die ortsüblichen Usancen eingestellt und auf die vom Hersteller garantierten Mindestdaten hin abgeklopft wurde. Man entging damit 'a priori' dem angesprochenen Problem.

Hans-Joachim
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[Kein Betreff] - von wiedi73 - 10.10.2006, 20:42
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