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Registriert seit: Jun 2004
Zynischer Sarkast...
Meine Augen taugen nichts mehr, Männööö, also:
Runtergeturnt, Schaltzeichnung links liegend (Vorsicht, nicht verknittern, man braucht die DINA3-(Einzel-)Kopien der Imperiallappen aus dem Hause Telefunken ja sicher noch öfter....); Brille (Gleitsicht, Titan, vergammelt....) abgesetzt, weil man mit ihr die Beschriftungen der verbauten Widerstände zur Lokalisierung des Schaltungsortes (Anklemmen der Messgeräte) nicht erkennen kann; Vorsicht, nicht drauftreten, lebensnotwendig, Lupenbrille aufgesetzt, Widerstände/Schaltungsort gesucht, mutmaßlich gefunden, Rückversicherung in der Schaltzeichnung, mit Lupenbrille unleserlich, also Brille (Gleitsicht) gesucht, endlich gefunden, aufgesetzt, kontrolliert, stimmt, Lupenbrille gesucht, aufgesetzt, Vorsicht, nicht mit den Fettpratzen auf die Optik fassen, man sieht ja sonst wieder nichts mehr, ins Gerät abgetaucht, Kabel angeklemmt, Stirn am Halogenbrenner verbrannt, Mist, Messgeräte mit Lupenbrille nicht ablesbar. Brille (Gleitsicht) gesucht, endlich gefunden, aufgesetzt, Messgerät versucht abzulesen, Kabel springt ab. Scheiße. Also von vorn: Brille abgesetzt, Lupenbrille gesucht, gefunden, aufgesetzt, Kabel anzuklemmen versucht, Erfolg. Nach der Gleitsichtbrille quasi blind gefischt, dabei zweite Verbrennung an der Stirn, weil dem für mich sichtnotwendigen Halogenbrenner zu nahe gekommen (das parallele Licht der Leuchtstofflampen tuts für mich inzwischen nicht mehr...). Verflixt nochmal, das musste nicht sein. Nase voll. Vielleicht nächste Woche wieder.
Und das zweckmäßigerweise im Vergleich beider Kanäle und an insgesamt und pro Kanal fünf Prüfstellen, für deren Examinierung man das Gerät -70 Kilo, da braucht man ja einen Gleisbauer und einige Aufmerksamkeit für den Parkett-Fußboden, denn auf Tische 'ex-pediere' ich den Boliden natürlich nicht- lieber flach auf die Seite legt und zu 90° bleibend und ohne Absicherungserfordernis durch das mickrige Alu-Stützrohr aufklappt, denn in meinem Falle war das obere Chassis betroffen. Von der ursprünglichen, telefunkenersonnenen, z-förmigen Aufstellerei der drei Chassis zu "Einstell-und Prüfzwecken" hatte ja schon der Vorbesitzer "Deutsche Grammophon" über interessante bauliche Maßnahmen Abstand genommen. Ich weiß heute, warum.
Ende von Lied: Alles dauert ewig, man kommt bei nur minimal erhöhten Außentemperaturen sofort kapital ins Schwitzen (Sauna ist ein Witz dagegen), denn man bewegt ja besser sich selbst als das Gerät, Telefon klingelt zwischendrin, an der Tür will jemand rein, wo fährt die Brille, äh, die Lupenbrille herum. Das Schaltzeichnungsblatt ist auch schon wieder weg. Stelltrafo auf 220 Volt unter Last nachstellen, man will ja sichergehen. Der Trafo steht abseits vom Gerät, natürlich, denn auf dem Fußboden arbeitet man normalerweise eher ungern, bei 70 kg Gerätemasse aber gezwungenermaßen.
Tür bimmelt: Dorr Bagetbode aus Halle/Saale hat wieder etwas; Unterschrift, freundlich bleiben, man braucht den Mann ja noch; und tschüss; das Telefon klingelt, ist denn niemals Ruhe, zwei Brandblasen an der Stirn (inzwischen wieder verheilt), der Schweiß läuft drüber, es reicht: Fall für den psychotherapeutischen Beratungsdienst, denn dat Dingen jault als Reibradgurke von 1958 ja sowieso....
Tja:
"Wenn einer eine EMM-Fümf hat, dann kann er was erzählen." Eine zweite brauche ich nicht auch noch, und in Wolf Hädrichs Verfilmung von Bölls "Dr. Murkes gesammeltem Schweigen" stehen dann unter den Augen von Dieter Hildbrandt und Heinz Schubert (!, etwas vor der Menge-Tetzlaff-Zeit) drei von den Dingern nebeneinander im Betrieb, eingebaut in einer Truhe....
Die werden eine Freude gehabt haben, hatten aber auch einen Messdienst. Mir ging beides jeweils mehr oder minder ab. Außerdem fehlt mir eben doch der Platz.
Hans-Joachim