Tandberg 10 XD: Frequenzgang krumm
#6
Zitat:hannoholgi postete
Hallo,
also: eine schnelle Überprüfung des Wiedergabefrequenzgangs ist nicht möglich, weil ich nur über ein Bezugsband 19 H/IEC 2 (50 + 3180 µs) verfüge. Die Maschine ist aber nach NAB entzerrt!.
Das, lieber Holger, verstehe ich nicht: 19H ist NAB. 19IEC/CCIR (und was das Herz mehr will) wären 70 µs.
Außerdem fällt auf, dass die Höhenanhebung -6 dB!!- offenbar unabhängig von der Bandgeschwindigkeit (also auch bei der niedrigsten, was ja wohl 9,5 oder gar 4,75 sein müsste) zu konstatieren ist. Beim Übergang von -20 auf -16 dB und 16 kHz (so die überhaupt noch realisierbar sind) dürfte man über Band bei 9,5 der Sättigung schon fühlbar nahekommen, bei 4,75 misst du etwas anderes, denn 16 k kommen da nicht mehr. Die Anmerkung gilt daher auch nur insoweit, als 4,75 auf deinem Tandhügel vorhanden sind. Wenn nicht, Schwamm drüber.

Ich vermute, dass trotz der durch Platinenuntersuchung bereits ausgeschlossenen Bastelei an der Entzerrungplatine dennoch eine solche vorliegt, weil sonst das oben geschilderte geschwindigkeitsunabhängige Frequenzverhalten kaum denkbar wäre.
Wenn du nichts beonachtet hast, was nach klassischer Bandsättingung aussieht, die Einmessung wirklich artgerecht erfolgt ist, kann die Symptomatik eigentlich nur über die Wiedergabeseite in die Übertragungskette gelangen.

Möglicherweise hatte dein Gerät -ähnlich wie die A77/B77 schaltbar- noch eine Parallelkapazität zum Tonkopf, die in seiner unmittelbarer Nähe, also nicht auf der Entzerrungsplatine angeordnet war und von unserem EE-Umbauer dem verzweifelten Versuch geopfert wurde, einem vormagnetisierungsmäßig letztlich wohl doch nicht geeigneten Gerät den Betrieb der EE-Bäder abzutrotzen. Suche einmal nach den Spuren dieser Parallelkapazität. Andererseits kann es natürlich sein, dass der Ersatzkopf physikalisch von seinem Vorläufer abweicht, weshalb die Entzerrung nachzubiegen wäre. Das macht man aber bitte erst, wenn man präzise weiß, was wirklich los ist.

Die direkte Nachmessung des Wiedergabefrequenzganges hilft nur dann wirklich, wenn man genauestens weiß, was dabei herauskommen soll, denn in den Wiedergabefrequnezgang müssen neben der Entzerrung noch Omegagang und die erkleckliche Reihe von Verlusten eingerechnet werden, 50, 70 oder 35 µs kommen da nicht heraus. Vgl. Friedrichs altes Testament und die Seitpublikation Peter van Bommels.

Schließlich:
Die Korrekturwerte für NAB- vs. IEC/CCIR-Bezugsbänder wären auf dem Markt, also auch bei mir erhältlich, brauchen dich aber nicht zu interessieren, weil du 19 H (=NAB) hast. Ich weise nur deshalb darauf hin, weil natürlich mit einem NAB- oder CCIR/IEC-Bezugsband auch die jeweils alternative Entzerrung überprüft werden kann. Die Genauigkeit ist zwar etwas reduziert, das spielt aber für Amteurs keine allzugroße Rolle, weil die Wiedergabefrequenzgänge wenn überhaupt, so doch nur peripher einstellbar sind. Tandberg und Revox benützen diese als Fixpunkte, Tandberg gemäß deiner Aussage oben, Revox nach meiner Erfahrung. Man sieht beim Durchlaufen des Gleittons und der vorliegenden Tabelle, ob der Wiedergabeverstärker 'da' ist oder nicht. Was wollte man mehr?

Hans-Joachim
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