24.07.2006, 18:58
Lieber Tobi,
du wirst verstehen, wenn ich angesichts des Zustandes deiner Tonkopfträgerplatte(n) hier den geordneten Rückzug antrete, denn da ist -wie von mir oben schon befürchtet- mehr zu tun. Entweder muss eine neue Kopfträgerplatte gekauft oder -so nicht mehr erhältlich- gebaut bzw. generell eine neue Kopfbestückung eingebaut werden. Wenn ich den (zuletzt 1972 in Löffingen veränderten) Zustand meiner G36 richtig interpretiere, besitzt sie noch heute die weiland runden Kopfträgerplatten, weshalb diese auch zu den Köpfen neuer Form zu passen scheinen. Sollte bei Revox an Befestigungsmaterial und geeigneten Köpfen nichts mehr zu bekommen sein, könnte also wohl eine defekte G36 oder ein abgelegter Kopfträger für sie für dein F36 Hilfe versprechen.
Lass dir diese Erfahrungen eine Lehre sein, Tonköpfe und (gehärtete!) Stahlzangen gehören nicht zusammen. Blindes Herumdrehen im Tonkopfbereich ist allemal dann eine Todsünde, wenn keine Ersatzteile mehr zur Verfügung stehen. Da reicht schon ein "möglicherweise".
Meine Frage nach dem Leuchtbandzustand der EMM801 zielte lediglich darauf, die Betriebsdauer dieses Bandgerätes vor deiner Zeit abzuschätzen.
Ich bin durch Zufälle darauf aufmerksam geworden, dass die Diskussion ja schon im HiFi-Forum lief, wo es zu Äußerungen beachtlicher Fehlerdichte bzw. unseligen Richtungsweisungen kam. Auch hier eine Lehre an den Energieananlagenelektroniker: Nicht erst heute gibt es Feinelektronik, früher gab es Feinmechanik und Feinwerktechnik, deren Ansprüche an den adäquaten Nutzerumgang noch wesentlich höher waren als heute bei der Feinelektronik (die gibt es ja nun auch in den Loks aus Kassel oder in den nun auch schon 20 Jahre alten Bombardier-Type-1-Cars in Portland, OR), wo uns elektronische Korrekturmaßnahmen all das aus dem Datenfluss nehmen, was wir nicht brauchen können, aber durch die Ein- und Ausgabeeinheiten verursacht ist. Früher musste dies durch den mechanisch sauberen Aufbau bewerkstelligt werden, weshalb mechanische Zugriffe mit 'schärferen Mitteln' schnell apokalyptische Ausmaße annehmen (für das Gerät; die Welt dreht sich sich weiter).
Deine Reparatur wird jetzt vermutlich teuer, auch, weil man nicht mehr recht weiß, wie man vorgehen soll. Bemüht man sich nur um die Kopfträgerplatte, so reicht das möglicherweise nicht hin, weil eben der Wiedergabekopf doch perdu ist; dafür spricht mittlerweile eigentlich fast alles, deine Ausschlusstheorien treffen nicht zu. Wenn der Wiedergabekopf ersetzt werden muss, sollte man auch den Aufnahmekopf erneuern. Bei Vierspur ein Kapitel für sich.
Weiterhin sollte dich die Equalizeranzeige nicht allzusehr verwirren, wenn du mit Musik 'geprüft' haben solltest, denn die folgt in der Regel der so genannten Amplitudenstatistik, die zu den Randbereichen hin abfällt. Zur näheren Information diene
http://www.sengpielaudio.com/Amplitudenstatistiken.pdf
Das wiederum bedeutet aber nicht, dass sich der Unsinn, ein Röhrengerät klänge immer dumpf, halten ließe. Die F36 ist (über den Kathodenfolger-Linienausgang) auf 40-15 kHz mit +2/-3 dB spezifiziert und hat das, nicht aber einen mehr oder minder ominösen Röhrenklang einzuhalten. Und die Spezifikation hielten die Dinger ein; mit links.
Was der Gerätelautsprecher tutet, tut(et) hier nichts zur Sache, selbst wenn der für die damalige Zeit recht anständig war. Er ist aber keineswegs Teil einer hochwertigen Lautsprecherbox, die einem der Studer-Willi ja auch noch zusätzlich verkaufte! Die Tonqualität der F36 lag damals so knapp unter den Studiobandmaschinenspezifikationen, dass die Abweichung von diesen nicht zu hören war/ist. Die Signale vor vs. hinter Band müssen bei Wiedergabe über die Kathodenfolgerausgänge (Abschluss 50 kOhm, bitte nicht unter 25 kOhm) gleich klingen.
Der Fleck auf einer Spur des Wiedergabekopfes hätte die Analyse ebenso verdient gehabt wie das nicht ganz gleichmäßige Tragbild durch den Bandlaufauf auf deinem Gerät, auf den ich mit einer meiner obigen Fragen abhob. Doch jetzt sind neue Tatbestände auf dem Tisch, aus denen man nur herauskommt, sofern man gewissen Aufwand nicht scheut. Wenn Michael sich vielleicht einmal deine Tonköpfe bei einer Vorbeifahrt ansieht (uns ist es lieber, diese bei 9,5 und 19 zu messen, dann weiß man durchwegs mehr), wird er sagen können, ob man nicht doch besser an ihren Ersatz denkt. Zu messen ist jetzt bis zum Reparaturabschluss ja nichts mehr.
Der Löschkopf bleibt bitte intakt (=unberührt) drin, weil der es sicher noch tut, nach Aufnahme- und Wiedergabekopf muss man nun wohl die Fühler ausstrecken, wobei der entsprechende Typ derselbe zu sein scheint wie der, den Studer für die G36 verwendete.
Im Nf-Bereich der F36 befinden sich ganze zwei Elkos (100 µ; einer pro Kanal) im Aufholverstärker hinter den beiden Wiedergabekopfwicklungen, die aber einerseits nicht belastet sind, andererseits bei Kapazitätsverlust dafür sorgen würden, dass du nurmehr wenig hörst, weil die Verstärkung zurückginge. Das Elkoproblem besteht bei der 36er-Serie nicht in der Form wie bei A77 und Nachfolgern. Was du als beschädigte Kondensatoren identifizierst, sind -wie oben bereits geschrieben- Wickelkondensatoren, deren Tauchlackierung geknackt ist. Das kann, muss aber keineswegs regelmäßig zu Problemen führen. Meine G36 läuft mit solchen Kantonisten (ist aber sicher auch mehr als vier Jahre jünger als deine F36).
Mit den Planungen für das weitere Procedere, kannst du ja schon einmal anfangen. Nach einer umsichtigen und kundigen Reparatur, weißt du dann auch als Kind des Digitalzeitalters, was das analoge Bandgerät ist/war, das uns Eduard Schüller, Theo Volk, Friedrich Matthias, Paul Friedmann, Walter Weber, Hans-Joachim von Braunmühl, Otto Schmidbauer und Friedrich Krones (et ceteri) da eingebrockt haben.
Hans-Joachim
du wirst verstehen, wenn ich angesichts des Zustandes deiner Tonkopfträgerplatte(n) hier den geordneten Rückzug antrete, denn da ist -wie von mir oben schon befürchtet- mehr zu tun. Entweder muss eine neue Kopfträgerplatte gekauft oder -so nicht mehr erhältlich- gebaut bzw. generell eine neue Kopfbestückung eingebaut werden. Wenn ich den (zuletzt 1972 in Löffingen veränderten) Zustand meiner G36 richtig interpretiere, besitzt sie noch heute die weiland runden Kopfträgerplatten, weshalb diese auch zu den Köpfen neuer Form zu passen scheinen. Sollte bei Revox an Befestigungsmaterial und geeigneten Köpfen nichts mehr zu bekommen sein, könnte also wohl eine defekte G36 oder ein abgelegter Kopfträger für sie für dein F36 Hilfe versprechen.
Lass dir diese Erfahrungen eine Lehre sein, Tonköpfe und (gehärtete!) Stahlzangen gehören nicht zusammen. Blindes Herumdrehen im Tonkopfbereich ist allemal dann eine Todsünde, wenn keine Ersatzteile mehr zur Verfügung stehen. Da reicht schon ein "möglicherweise".
Meine Frage nach dem Leuchtbandzustand der EMM801 zielte lediglich darauf, die Betriebsdauer dieses Bandgerätes vor deiner Zeit abzuschätzen.
Ich bin durch Zufälle darauf aufmerksam geworden, dass die Diskussion ja schon im HiFi-Forum lief, wo es zu Äußerungen beachtlicher Fehlerdichte bzw. unseligen Richtungsweisungen kam. Auch hier eine Lehre an den Energieananlagenelektroniker: Nicht erst heute gibt es Feinelektronik, früher gab es Feinmechanik und Feinwerktechnik, deren Ansprüche an den adäquaten Nutzerumgang noch wesentlich höher waren als heute bei der Feinelektronik (die gibt es ja nun auch in den Loks aus Kassel oder in den nun auch schon 20 Jahre alten Bombardier-Type-1-Cars in Portland, OR), wo uns elektronische Korrekturmaßnahmen all das aus dem Datenfluss nehmen, was wir nicht brauchen können, aber durch die Ein- und Ausgabeeinheiten verursacht ist. Früher musste dies durch den mechanisch sauberen Aufbau bewerkstelligt werden, weshalb mechanische Zugriffe mit 'schärferen Mitteln' schnell apokalyptische Ausmaße annehmen (für das Gerät; die Welt dreht sich sich weiter).
Deine Reparatur wird jetzt vermutlich teuer, auch, weil man nicht mehr recht weiß, wie man vorgehen soll. Bemüht man sich nur um die Kopfträgerplatte, so reicht das möglicherweise nicht hin, weil eben der Wiedergabekopf doch perdu ist; dafür spricht mittlerweile eigentlich fast alles, deine Ausschlusstheorien treffen nicht zu. Wenn der Wiedergabekopf ersetzt werden muss, sollte man auch den Aufnahmekopf erneuern. Bei Vierspur ein Kapitel für sich.
Weiterhin sollte dich die Equalizeranzeige nicht allzusehr verwirren, wenn du mit Musik 'geprüft' haben solltest, denn die folgt in der Regel der so genannten Amplitudenstatistik, die zu den Randbereichen hin abfällt. Zur näheren Information diene
http://www.sengpielaudio.com/Amplitudenstatistiken.pdf
Das wiederum bedeutet aber nicht, dass sich der Unsinn, ein Röhrengerät klänge immer dumpf, halten ließe. Die F36 ist (über den Kathodenfolger-Linienausgang) auf 40-15 kHz mit +2/-3 dB spezifiziert und hat das, nicht aber einen mehr oder minder ominösen Röhrenklang einzuhalten. Und die Spezifikation hielten die Dinger ein; mit links.
Was der Gerätelautsprecher tutet, tut(et) hier nichts zur Sache, selbst wenn der für die damalige Zeit recht anständig war. Er ist aber keineswegs Teil einer hochwertigen Lautsprecherbox, die einem der Studer-Willi ja auch noch zusätzlich verkaufte! Die Tonqualität der F36 lag damals so knapp unter den Studiobandmaschinenspezifikationen, dass die Abweichung von diesen nicht zu hören war/ist. Die Signale vor vs. hinter Band müssen bei Wiedergabe über die Kathodenfolgerausgänge (Abschluss 50 kOhm, bitte nicht unter 25 kOhm) gleich klingen.
Der Fleck auf einer Spur des Wiedergabekopfes hätte die Analyse ebenso verdient gehabt wie das nicht ganz gleichmäßige Tragbild durch den Bandlaufauf auf deinem Gerät, auf den ich mit einer meiner obigen Fragen abhob. Doch jetzt sind neue Tatbestände auf dem Tisch, aus denen man nur herauskommt, sofern man gewissen Aufwand nicht scheut. Wenn Michael sich vielleicht einmal deine Tonköpfe bei einer Vorbeifahrt ansieht (uns ist es lieber, diese bei 9,5 und 19 zu messen, dann weiß man durchwegs mehr), wird er sagen können, ob man nicht doch besser an ihren Ersatz denkt. Zu messen ist jetzt bis zum Reparaturabschluss ja nichts mehr.
Der Löschkopf bleibt bitte intakt (=unberührt) drin, weil der es sicher noch tut, nach Aufnahme- und Wiedergabekopf muss man nun wohl die Fühler ausstrecken, wobei der entsprechende Typ derselbe zu sein scheint wie der, den Studer für die G36 verwendete.
Im Nf-Bereich der F36 befinden sich ganze zwei Elkos (100 µ; einer pro Kanal) im Aufholverstärker hinter den beiden Wiedergabekopfwicklungen, die aber einerseits nicht belastet sind, andererseits bei Kapazitätsverlust dafür sorgen würden, dass du nurmehr wenig hörst, weil die Verstärkung zurückginge. Das Elkoproblem besteht bei der 36er-Serie nicht in der Form wie bei A77 und Nachfolgern. Was du als beschädigte Kondensatoren identifizierst, sind -wie oben bereits geschrieben- Wickelkondensatoren, deren Tauchlackierung geknackt ist. Das kann, muss aber keineswegs regelmäßig zu Problemen führen. Meine G36 läuft mit solchen Kantonisten (ist aber sicher auch mehr als vier Jahre jünger als deine F36).
Mit den Planungen für das weitere Procedere, kannst du ja schon einmal anfangen. Nach einer umsichtigen und kundigen Reparatur, weißt du dann auch als Kind des Digitalzeitalters, was das analoge Bandgerät ist/war, das uns Eduard Schüller, Theo Volk, Friedrich Matthias, Paul Friedmann, Walter Weber, Hans-Joachim von Braunmühl, Otto Schmidbauer und Friedrich Krones (et ceteri) da eingebrockt haben.
Hans-Joachim
