01.06.2006, 09:51
Obgleich ich hierzuklub wahrscheinlich derjenige sein dürfte, der die -historisch- längste MP3-Strecke hinter sich hat (ich war einer derjenigen, die weiland in Hörtests das MP3-Verfahren tonmeisterlich 'evaluierten') habe ich immer einen Bogen um solcherart offene Datenreduktionen gemacht, weil sie als Konsumentenformate in der Produktionspraxis böse Überraschungen bereithalten können: Datenreduktion darf erst am Schluss einer Bearbeitungskette erfolgen, weil sonst zu befürchten steht, dass das, was in einer Bearbeitung hervorgekehrt werden sollte oder müsste, nicht mehr da ist. Diese Gefahr besteht bei der Bearbeitung fertiger Mischungen nicht (oder reversibel).
Und nur fertige Mischungen hörst du deinem eigenen, obigen Bekunden gemäß.
Außerdem kann man ja durchaus 'nachsehen', was MP3 herausnimmt, was ich dieser Tage aus gegebenem Anlass selbst durchgeführt habe, indem ich originale 16-Bit-Vorlagen in wavs voller Bandbreite umsetzte, diese in MP3 (als Net-Files 128 kBit/s, 44,1 kHz, 16 Bit, also schon recht heftig) wandelte und das Ergebnis wieder in WAV übertrug, Synchronität kontrollierte (wichtig!) und daraufhin das erhaltene Signal vom Original abzog, womit als Ergebnis die entfernten Daten vorlagen.
All dies erfolgte ohne das Verlassen der digitalen Ebene, also ohne Beteiligung irgendwelcher DA-AD-Wandler mit bekanntermaßen kritischer Modulation, die auch seinerzeit gewisse Aufmerksamkeit erfuhr.
Dies war musikalisch deutlich anderes, als dir nahe steht, wobei 'deine Modulation' eine (elektrische!) Komplexität aufweist, der man sich zur Datenreduktion mit den psychoakustischen Maskierungskenntnissen wohl besser nicht ganz so selbstbewusst nähert, wie das bei vorgenannter, klassischer Musik geschah, die in Räumen und mit instrumenten realisiert wird, die ausschließlich entlang der menschlichen Hörgewohnheiten, des menschlichen Hörverhaltens entstanden:
Bach, Goldberg-Variationen,
Bach, 3. Theil der Clavier-Übung;
CPE Bach, Schubert, Mozart Klaviermaterial
auf zeitgenössischen, keineswegs unkritischen Instrumenten.
Die Unterschiede waren auch auf professionellen Wiedergabeanlagen und mit erheblichem Wissen zu den Untiefen von MP3 selbst angesichts des ja auf 1:11 hinauslaufenden Kompressionsgrades nur im direkten AB-Vergleich feststellbar. Raumabbildung (Live-Mitschnitte!, man hörte also das Publikum), Instrumentengestalt und interpretatorische Details waren einwandfrei vorhanden, Unterschiede bewegten sich auf einem Niveau, das deutlich unter dem Mikrofonierungseinfluss lag. Wohl gemerkt: Ich hatte es hier mit natürlich Klangerzeugern und deren Einschwingverhalten zu tun; Versuche, musikalischen Satz auf elektrischem Wege zusammenfließen zu lassen -eines der großen Probleme elektrogenetischer Musik-, empfundene Tiefenamplituden über das psychoakustische Residualhören aufzumörteln, gibt es hier nicht, soll, darf es hier nicht geben. Insofern besteht ein großer Teil deiner Probleme einfach nicht.
Nur sind 128 kBit/s vs. 1,5 Mbit/s natürlich schon ein rechter Hammer; hört man dann noch, woraus diese 1,3 Mbit bestehen..... Das oben geschilderte Verfahren kannst du natürlich auch anwenden und gegebenfalls herausfinden, woher deine Beobachtungen am Ergebnis rühren und vielleicht auf diesem Weg durch die Hintertür ermitteln, wie dem beizukommen ist.
MP3 ist ein toller Standard, gerade weil das System weitgehend offen ist. Man kann daher die Datenreduktion in ihren Grundparametern nach dem Anspruch der Modulation wählen, wiedergegeben wird es von normgemäßen Dekodern immer.
Es ist deshalb zu bedauern, dass die us-amerikanischen Marktinggepflogenheiten, das protektionistische Durchstecken einer Regierung mit der eigenen Industrie hier einem klug überlegten Verfahren den direkten, internationalen Weg zu einem weltweiten Standard erschwert hat. Nun, Fraunhofer-Brandenburg ist Standard, der aber mühsam und teilweise mit denkbar unzulänglichen, protegierten Fremdstandards konkurrierend über die Ochsentour eingeführt werden musste.
Hans-Joachim
Und nur fertige Mischungen hörst du deinem eigenen, obigen Bekunden gemäß.
Außerdem kann man ja durchaus 'nachsehen', was MP3 herausnimmt, was ich dieser Tage aus gegebenem Anlass selbst durchgeführt habe, indem ich originale 16-Bit-Vorlagen in wavs voller Bandbreite umsetzte, diese in MP3 (als Net-Files 128 kBit/s, 44,1 kHz, 16 Bit, also schon recht heftig) wandelte und das Ergebnis wieder in WAV übertrug, Synchronität kontrollierte (wichtig!) und daraufhin das erhaltene Signal vom Original abzog, womit als Ergebnis die entfernten Daten vorlagen.
All dies erfolgte ohne das Verlassen der digitalen Ebene, also ohne Beteiligung irgendwelcher DA-AD-Wandler mit bekanntermaßen kritischer Modulation, die auch seinerzeit gewisse Aufmerksamkeit erfuhr.
Dies war musikalisch deutlich anderes, als dir nahe steht, wobei 'deine Modulation' eine (elektrische!) Komplexität aufweist, der man sich zur Datenreduktion mit den psychoakustischen Maskierungskenntnissen wohl besser nicht ganz so selbstbewusst nähert, wie das bei vorgenannter, klassischer Musik geschah, die in Räumen und mit instrumenten realisiert wird, die ausschließlich entlang der menschlichen Hörgewohnheiten, des menschlichen Hörverhaltens entstanden:
Bach, Goldberg-Variationen,
Bach, 3. Theil der Clavier-Übung;
CPE Bach, Schubert, Mozart Klaviermaterial
auf zeitgenössischen, keineswegs unkritischen Instrumenten.
Die Unterschiede waren auch auf professionellen Wiedergabeanlagen und mit erheblichem Wissen zu den Untiefen von MP3 selbst angesichts des ja auf 1:11 hinauslaufenden Kompressionsgrades nur im direkten AB-Vergleich feststellbar. Raumabbildung (Live-Mitschnitte!, man hörte also das Publikum), Instrumentengestalt und interpretatorische Details waren einwandfrei vorhanden, Unterschiede bewegten sich auf einem Niveau, das deutlich unter dem Mikrofonierungseinfluss lag. Wohl gemerkt: Ich hatte es hier mit natürlich Klangerzeugern und deren Einschwingverhalten zu tun; Versuche, musikalischen Satz auf elektrischem Wege zusammenfließen zu lassen -eines der großen Probleme elektrogenetischer Musik-, empfundene Tiefenamplituden über das psychoakustische Residualhören aufzumörteln, gibt es hier nicht, soll, darf es hier nicht geben. Insofern besteht ein großer Teil deiner Probleme einfach nicht.
Nur sind 128 kBit/s vs. 1,5 Mbit/s natürlich schon ein rechter Hammer; hört man dann noch, woraus diese 1,3 Mbit bestehen..... Das oben geschilderte Verfahren kannst du natürlich auch anwenden und gegebenfalls herausfinden, woher deine Beobachtungen am Ergebnis rühren und vielleicht auf diesem Weg durch die Hintertür ermitteln, wie dem beizukommen ist.
MP3 ist ein toller Standard, gerade weil das System weitgehend offen ist. Man kann daher die Datenreduktion in ihren Grundparametern nach dem Anspruch der Modulation wählen, wiedergegeben wird es von normgemäßen Dekodern immer.
Es ist deshalb zu bedauern, dass die us-amerikanischen Marktinggepflogenheiten, das protektionistische Durchstecken einer Regierung mit der eigenen Industrie hier einem klug überlegten Verfahren den direkten, internationalen Weg zu einem weltweiten Standard erschwert hat. Nun, Fraunhofer-Brandenburg ist Standard, der aber mühsam und teilweise mit denkbar unzulänglichen, protegierten Fremdstandards konkurrierend über die Ochsentour eingeführt werden musste.
Hans-Joachim
