Geschwindigkeitsfrage
#11
Lieber Niels, lieber Jürgen,

die EMTEC-Mannen haben damit den Betriebs-Bandzug in die Mitte des telefunken-üblichen Toleranzfeldes gelegt, das traditionell zwischen 80 und 120 p liegt, wenn man linken und rechten Wickelmotor in einen Topf wirft. Beim Umspulen tat/tut sich etwas mehr, aber dabei liegt das Band ja auch nur am Abheber an. Übrigens hat auch der mit einstellbarem Bandzug ausgestattete R22a-Nachbau von 1947/48 durch Vollmer keineswegs deutlich höhere Bandzüge, das Gesamttoleranzfeld (linker und rechter Motor) liegt zwischen 40 und 180 p.

Studer ist vorsichtiger und empfiehlt für die A80 70-100 p, die bei der B67 noch etwas, nämlich auf 50-90p gedrückt werden. Beim Umspulen lässt man 140-160 p zu.

Vergessen sollten wir darüber aber nicht, dass der Bandzug nicht Selbstzweck ist. Zunächst einmal ist das Band mit ganz bestimmten EIgenschaften, von den mechanisch-physikalischen bis zu den elektrischen entscheidend. Und da kommt man bei hohen Bandgeschwindigkeiten am stabilen Standardband nicht vorbei. Dann muss einwandfrei gewickelt und dem Bedienpersonal die Möglichkeit zur rasanten Behandlung auf der Maschine eingeräumt werden. Dies setzt große Motoren mit entsprechender Kraftentfaltung voraus, die sich ja vollendet bandschonend eigentlich erst mit den hochkomplexen Laufwerkssteuerungen z. B. aus Studers letzter Epoche beherrschen ließen.

Vergleichbares gilt unter etwas geänderten Vorzeichen für die Amateursituation, bei der aufgrund der vereinfachten Kopfträgergeometrie, der (Option zur) Viertelspurtechnik einer Konstruktion und nicht zuletzt auch einer gewissen Kopfschonung bevorzugt schmiegsames Band verwendet wird, wogegen die Wickelqualität nur zweitrangig ins Gewicht fällt, wie wir wissen. Dies alles ist beim Standardband per se nun nicht gerade der Fall, da Träger und -teilweise- Rückseitenmattierung für Sperrigkeit und herzhafte 'Grundreibung' sorgen. Dass bei Amateur mitunter auch die notwendige Hf-Leistung für die Löschung eines Standardbandes nicht aufgebracht wird, führt an eine weitere Grenze.

Die Eignung professionellen Materials auf Amateurgerät wird also nicht allein durch den Bandzug eingeschränkt; im Gegenteil, dies dürfte vielleicht das geringste oder gar kein Problem sein, wie die Akai-Werte oben andeuten.

Der Blick über Zäune lehrt aber, dass in diesem Bereich alles 'irgendwie' mit allem zu tun hat. Mehr, aber auch nicht weniger möchte ich mit obigem Text gesagt haben.

Hans-Joachim
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[Kein Betreff] - von niels - 17.05.2006, 21:07
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