26.03.2006, 16:37
Wir sind der Sache damit wohl nahe.
Bernds Nomenklatur entspricht wohl nicht ganz den hiesigen Beschreibungsusancen, die in seinem Falle traditionell von "Hohlkrümmigkeit" sprachen. Vieleicht sind die Begriffe Bernds ja dem Wortschatz der DDR-Kollegen entlehnt, der hierzulande nur eingeschränkt zu Kenntnis genommen wurden und mit deshalb nicht geläufig sind.
Es sei dem, wie ihm wölle; klar ist nämlich, was gemeint ist, denn das Problem quer zur Bandlaufrichtung verzogenen Bandes kommt bei einem mehrfach heterogenen Gebilde wie dem Tonband 'ziemlich häufig' vor und das seit dem Beginn der Magnetbandgeschichte, weshalb man sich verschiedene Maßnahmen überlegte, um den Kunststoffträger, die Rückseitenbeschichtung und den Pigmentauftrag so vorzunehmen, dass diese Hohlkrümmigkeit (in der einen oder anderen Richtung) eben nicht auftrat.
Friedrich weiß da sicher allerlei aus dem Nähkästchen unserer beiden großen Hersteller zu berichten.
Der Rundfunk war bezüglich der ihm zugedchten Fertigprodukte auch in dieser Frage recht pinselig, weil eine mangelhafte Anlage des Bandes an den Köpfen naturgegeben sofort Auswirkungen auf die Planbarkeit einer Aufzeichnung haben muss. Kam so etwas in ausgelieferten Losen vor, konnte das für den Hersteller ärgerlich werden.
Weiter: Je dünner das Band, umso größer die Wahrscheinlichkeit, 'dass da etwas sein konnte'. Ungekehrt bedeutet das, dass Standardband offenbar weniger gefährdet ist. Hohlkrümmigkeitsvorwürfe tauchen aber schon in der Kriegszeit auf und sind regelmäßiger, wenn auch nicht häufiger Begleiter des Magnetbandnutzers bis in die Gegenwart.
Andererseits ist nicht-hohlkrümmiges Cassettenband nach meinen (unmaßgeblichen) Erfahrungen schon durchaus selten.... Man ließ bei Amateurs eben schneller fünfe gerade sein. Der maß ja nicht nach.
In den letzten 'Magnetband-Normgängen' ab etwa 1990 (DIN-IEC) versuchte man innerhalb Europas zu einer gemeinsamen, konsistenten Beschreibung der Bandschäden zu kommen, in deren Verlauf dann auch gemeinsame Begriffsübersetzungen in die beiden anderen Hauptsprachen Europas gesucht wurden. Diese Liste in DIN-IEC 1(CO)1303, Teil 806 beschreibt nicht nur ein halbes Hundert sicher häufigerer Fertigungs- und Nutzungsschäden bei Tonbändern, sondern bietet neben den Übersetzungen einen Satz Zeichnungen, der die visuelle Identifikation des gemeinten Schadensbildes erlaubt.
Hier übrigens spricht man von Bernds Fall als
"Krümmung
curvature
courbure;
jede stetige Abweichung von der geometrischen Form",
im Besonderen als
"Querkrümmung
transverse curvature
courbure transversale;
eine Krümmung des Bandes in Richtung quer zur Bandbreite",
bzw. von
"Querverzug
transverse cupping
effêt de tuile;
eine stetige Querkrümmung (konvex oder konkav), quer zur gesamten Breite des Bandes, bei der die Bandkanten noch den eingenommenen Raum (quer zur Bandmittellinie) bestimmen".
Immerhin weiß ich anhand dessen, was sich ein Franzose unter einem Dachziegel vorstellt. Ein Biberschwanz ist es nicht.
Hans-Joachim
Bernds Nomenklatur entspricht wohl nicht ganz den hiesigen Beschreibungsusancen, die in seinem Falle traditionell von "Hohlkrümmigkeit" sprachen. Vieleicht sind die Begriffe Bernds ja dem Wortschatz der DDR-Kollegen entlehnt, der hierzulande nur eingeschränkt zu Kenntnis genommen wurden und mit deshalb nicht geläufig sind.
Es sei dem, wie ihm wölle; klar ist nämlich, was gemeint ist, denn das Problem quer zur Bandlaufrichtung verzogenen Bandes kommt bei einem mehrfach heterogenen Gebilde wie dem Tonband 'ziemlich häufig' vor und das seit dem Beginn der Magnetbandgeschichte, weshalb man sich verschiedene Maßnahmen überlegte, um den Kunststoffträger, die Rückseitenbeschichtung und den Pigmentauftrag so vorzunehmen, dass diese Hohlkrümmigkeit (in der einen oder anderen Richtung) eben nicht auftrat.
Friedrich weiß da sicher allerlei aus dem Nähkästchen unserer beiden großen Hersteller zu berichten.
Der Rundfunk war bezüglich der ihm zugedchten Fertigprodukte auch in dieser Frage recht pinselig, weil eine mangelhafte Anlage des Bandes an den Köpfen naturgegeben sofort Auswirkungen auf die Planbarkeit einer Aufzeichnung haben muss. Kam so etwas in ausgelieferten Losen vor, konnte das für den Hersteller ärgerlich werden.
Weiter: Je dünner das Band, umso größer die Wahrscheinlichkeit, 'dass da etwas sein konnte'. Ungekehrt bedeutet das, dass Standardband offenbar weniger gefährdet ist. Hohlkrümmigkeitsvorwürfe tauchen aber schon in der Kriegszeit auf und sind regelmäßiger, wenn auch nicht häufiger Begleiter des Magnetbandnutzers bis in die Gegenwart.
Andererseits ist nicht-hohlkrümmiges Cassettenband nach meinen (unmaßgeblichen) Erfahrungen schon durchaus selten.... Man ließ bei Amateurs eben schneller fünfe gerade sein. Der maß ja nicht nach.
In den letzten 'Magnetband-Normgängen' ab etwa 1990 (DIN-IEC) versuchte man innerhalb Europas zu einer gemeinsamen, konsistenten Beschreibung der Bandschäden zu kommen, in deren Verlauf dann auch gemeinsame Begriffsübersetzungen in die beiden anderen Hauptsprachen Europas gesucht wurden. Diese Liste in DIN-IEC 1(CO)1303, Teil 806 beschreibt nicht nur ein halbes Hundert sicher häufigerer Fertigungs- und Nutzungsschäden bei Tonbändern, sondern bietet neben den Übersetzungen einen Satz Zeichnungen, der die visuelle Identifikation des gemeinten Schadensbildes erlaubt.
Hier übrigens spricht man von Bernds Fall als
"Krümmung
curvature
courbure;
jede stetige Abweichung von der geometrischen Form",
im Besonderen als
"Querkrümmung
transverse curvature
courbure transversale;
eine Krümmung des Bandes in Richtung quer zur Bandbreite",
bzw. von
"Querverzug
transverse cupping
effêt de tuile;
eine stetige Querkrümmung (konvex oder konkav), quer zur gesamten Breite des Bandes, bei der die Bandkanten noch den eingenommenen Raum (quer zur Bandmittellinie) bestimmen".
Immerhin weiß ich anhand dessen, was sich ein Franzose unter einem Dachziegel vorstellt. Ein Biberschwanz ist es nicht.
Hans-Joachim
