26.06.2006, 15:57
Lieber Michel,
Kreuzschienen hatte ich mir als Schaltermatrixen für mein Studio von Anfang an (mit Schadow-Schlafaugenschaltern, übrigens zu Beginn der Digitalzeit bis in diese Ebene hinein!) selbst gebaut, was allerdings heute so teuer ist, dass es keine lohnende Alternative darstellt. Meine Schaltermatrixen (da waren mal vier Exemplare da), sind allesamt verschenkt.
Ich entdeckte eine solche Matrix vor 30 Jahren in einem Münchener Studio und fand die Idee für meine Klassikansprüche so perfekt, dass ich dieses Verfahren (die Nebensprechdämpfung erreichte Rundfunkforderungen gem. 3/5!)schlicht kultivierte. Denn Steckfelder und Patchbays habe mehr Nach- als Vorteile: Die ersten Kabel sind immer zu kurz, phasengedrehte Kabel auch immer dazwischen, Kontaktprobleme alltäglich, Fehlstöpselungen angesichts der Unübersichtlichkeit größerer Setups das NOrmalste von der Welt.
Mein Studer 269 wurde von Anfang an neben den Standard-Messwerken mit einem frei schaltbaren Müller&Weigert LDPR-Stereo-Lichtzeiger betrieben, der dann, als die Digitaltechnik Standhaftigkeit bewies, durch zwei RTW-1109 ersetzt wurde. Auch die konnte man -nun fest mit dem Pult verbunden- quer durch die gesamte auf Normalpegel (1,55 V) arbeitende Anlage schalten.
Bei DAT solltest du dich an den Behringer-Anzeiger halten, das heißt, du musst einer bestimmten LED im Behringer (z. B. +10 oder +12 dB) die Over-Anzeige des DATs zuordnen, die dann aber bei normalen Aufzeichnungen (also nach den Tests) NIE aufleuchten sollte.
Man kann eine XLR-Peitsche für den symmetrischen Behringer-Ausgang zurechtlöten (bitte artgerecht und ohne Phasendrehung....) und da den U70 gleichsam parallel zur einen, anderen oder beiden M10 einstöpseln. Ein zweiter U70 kommt öfter daher, wobei du auch die Transistorversionen u.U. gar gemischt verwenden kannst. Das messtechnische Problem ist die Logarithmierung, von der ich oben ja berichtete, dass man das Verfahren in späteren, transistorisierten Jahren auf diese Kennliniennachbildung durch Tangenten änderte. Da wirst du mit dem U70 insofern anlaufen, als du für zwei Kanäle (einmal Röhre, einmal Transistor) nie völlig gleiche Anzeigen erhalten wirst. IRT-konforme Transistor-Messverstärkern zeigen unter sich ein ebenso identisches Verhalten wie zwei U70, die ordentlich abgeglichen sind.
Der Idealfall wäre daher, einen neuzeitlichen RTW- oder NTP-Zweikanalmesser günstig an Land zu ziehen, zwei, U270, 370 oder so etwas (z. B. einen kpl., zweikanaligen NTP-Lichtzeiger -mein NTP 177-300 kostete mich mit dem eingebauten Verstärker um 50 Euro-, Neumann-Pulte hatten oft NTPs drin) zu bekommen versuchen, um diese beiden an einem zweikanaligen Lichtzeigerinstrument zu betreiben. Dies liest man nämlich besser ab als zwei der Riesenbriketts von Maihak. Andererseits gibt es ja jede Menge verschiedener Bauarten bis hin zu Zeigerinstrumenten, die an sich auch gingen. Müller & Weigert geht genauso wie die ganze Maihak-Latte, denn die Skalen wurden nach IRT-Wunsch gleich angelegt.
Transistor-Messverstärker gehen oftmals recht billig her, vor wenigen Wochen begegneten mir en passant bei Epay(!) zwei 370a, die jeweils nicht über die 11 Euronen gekommen waren. Nach Lichtzeigern habe ich nun lange nicht mehr gesehen.
Röhren-U70 sind in der Regel sehr, sehr teuer, die Röhre hat heute -weiß Gott nicht zu rechtfertigen- 'e besonnere Klang'. Sie kann's, brauchen tut man sie und ihre Unzuverlässigkeit aber nicht. (Ich nicht, --- denn ich habe als Kind gelötet, bis ich schwarz war.) Ein zweiter U70 müsste gegebenenfalls auch wieder repariert werden....
Bei mir existieren Schaltungen für LZIs geeigneter Messverstärker (mit OpAmps), die nicht als Übertragergräber angelegt sind und deshalb nachgebaut werden könn[t]en.
Den Röhren-U70 könntest du dann für Spezialzwecke (z.B. an der PFL-Schiene) und nur gelegentlich einsetzen, denn er dürfte 10 Jahre mehr auf dem Buckel haben als du, verdient also Schonung, zumal Röhren der (eigentlich) erforderlichen Qualität heute bereits selten und erst recht teuer sind.
Was hatte der denn eigentlich, als er nicht funktionierend in deinen Besitz kam?
Der U70 ist "mehr als ein reiner Aussteuerungsmesser", weil er als Störspannungsmesser, zentrales Pegelmessgerät in einer größeren Anlage, als Pegelmessgerät bei der Bandmaschineneinmessung bis hin zur Schallpegelmessung dienen kann. Durch das Drücken der 20 dB-Taste werden in zwei Bereichen fast 80 dB Dynamik mit durchaus ernstzunehmender Genauigkeit abgedeckt. Auf dem Millivoltmeter hätte man dafür schon 2/3 der 270° Drehweg hinter sich gedreht.
Für solcherart universelle Ansprüche (vor Bandmaschine, hinter Bandmaschine usw.) ist eine feste Verkabelung daher fast hinderlich, sofern, ja sofern man in der Anlage normierte Pegel einhält. Daher meine Schaltmatrixen...
Für den Behringer tut es eine Ton CD-tadellos; sollte der CD-Player ständig mit dem Pult verkabelt sein, erst recht. Leider sind die Töne in praxi immer dann zuende, wenn man sie gerade noch 5 Sekunden braucht, was zum ziemlichen Gefummel ausartet, bei dme schon Lautsprecher hochgingen. Insofern ....
An den Frequenzgang deines Behringers habe ich -hoffentlich zu Recht, meine Erfahrung spricht aber dafür- weniger Fragen als eine M10 oder A80.
Tongeneratoren gibt es für deine Zwecke durchaus. Dieser hier z.B. ist niederohmig und frequenzstabil, klein (größeres Zigarettenschachtelformat), hat einen niedrigen Klirrfaktor, leider aber keine 1,55 Volt am Ausgang (ein wenig drunter):
http://de.farnell.com/jsp/endecaSearch/p...908338&N=0
Wenn du ihn billiger herziehst, umso besser. Ich habe diverse Generatoren, dieser passt in die Hosentasche und treibt auch eine A80. Die Schaltung liegt bei mir. Wenn du bei einer Werkstattauflösung einen Tongenerator von Hartmann & Braun, B&K oder Philips, HP oder Wandel & Goltermann zum Gotteslohn beiziehst, na, dann braucht man den Chinesenkrempel (er ist übrigens in Terzen durchzuschalten) natürlich nicht. Nur: Für seine Pegelkonstanz, seinen niedrigen Klirrfaktor, niedrigen Ausgangswiderstand u. ä. wäre ich vor 35 Jahren schon bei einem netzgebundenen, preiswerten Gerät dankbar gewesen.
Hans-Joachim
Kreuzschienen hatte ich mir als Schaltermatrixen für mein Studio von Anfang an (mit Schadow-Schlafaugenschaltern, übrigens zu Beginn der Digitalzeit bis in diese Ebene hinein!) selbst gebaut, was allerdings heute so teuer ist, dass es keine lohnende Alternative darstellt. Meine Schaltermatrixen (da waren mal vier Exemplare da), sind allesamt verschenkt.
Ich entdeckte eine solche Matrix vor 30 Jahren in einem Münchener Studio und fand die Idee für meine Klassikansprüche so perfekt, dass ich dieses Verfahren (die Nebensprechdämpfung erreichte Rundfunkforderungen gem. 3/5!)schlicht kultivierte. Denn Steckfelder und Patchbays habe mehr Nach- als Vorteile: Die ersten Kabel sind immer zu kurz, phasengedrehte Kabel auch immer dazwischen, Kontaktprobleme alltäglich, Fehlstöpselungen angesichts der Unübersichtlichkeit größerer Setups das NOrmalste von der Welt.
Mein Studer 269 wurde von Anfang an neben den Standard-Messwerken mit einem frei schaltbaren Müller&Weigert LDPR-Stereo-Lichtzeiger betrieben, der dann, als die Digitaltechnik Standhaftigkeit bewies, durch zwei RTW-1109 ersetzt wurde. Auch die konnte man -nun fest mit dem Pult verbunden- quer durch die gesamte auf Normalpegel (1,55 V) arbeitende Anlage schalten.
Bei DAT solltest du dich an den Behringer-Anzeiger halten, das heißt, du musst einer bestimmten LED im Behringer (z. B. +10 oder +12 dB) die Over-Anzeige des DATs zuordnen, die dann aber bei normalen Aufzeichnungen (also nach den Tests) NIE aufleuchten sollte.
Man kann eine XLR-Peitsche für den symmetrischen Behringer-Ausgang zurechtlöten (bitte artgerecht und ohne Phasendrehung....) und da den U70 gleichsam parallel zur einen, anderen oder beiden M10 einstöpseln. Ein zweiter U70 kommt öfter daher, wobei du auch die Transistorversionen u.U. gar gemischt verwenden kannst. Das messtechnische Problem ist die Logarithmierung, von der ich oben ja berichtete, dass man das Verfahren in späteren, transistorisierten Jahren auf diese Kennliniennachbildung durch Tangenten änderte. Da wirst du mit dem U70 insofern anlaufen, als du für zwei Kanäle (einmal Röhre, einmal Transistor) nie völlig gleiche Anzeigen erhalten wirst. IRT-konforme Transistor-Messverstärkern zeigen unter sich ein ebenso identisches Verhalten wie zwei U70, die ordentlich abgeglichen sind.
Der Idealfall wäre daher, einen neuzeitlichen RTW- oder NTP-Zweikanalmesser günstig an Land zu ziehen, zwei, U270, 370 oder so etwas (z. B. einen kpl., zweikanaligen NTP-Lichtzeiger -mein NTP 177-300 kostete mich mit dem eingebauten Verstärker um 50 Euro-, Neumann-Pulte hatten oft NTPs drin) zu bekommen versuchen, um diese beiden an einem zweikanaligen Lichtzeigerinstrument zu betreiben. Dies liest man nämlich besser ab als zwei der Riesenbriketts von Maihak. Andererseits gibt es ja jede Menge verschiedener Bauarten bis hin zu Zeigerinstrumenten, die an sich auch gingen. Müller & Weigert geht genauso wie die ganze Maihak-Latte, denn die Skalen wurden nach IRT-Wunsch gleich angelegt.
Transistor-Messverstärker gehen oftmals recht billig her, vor wenigen Wochen begegneten mir en passant bei Epay(!) zwei 370a, die jeweils nicht über die 11 Euronen gekommen waren. Nach Lichtzeigern habe ich nun lange nicht mehr gesehen.
Röhren-U70 sind in der Regel sehr, sehr teuer, die Röhre hat heute -weiß Gott nicht zu rechtfertigen- 'e besonnere Klang'. Sie kann's, brauchen tut man sie und ihre Unzuverlässigkeit aber nicht. (Ich nicht, --- denn ich habe als Kind gelötet, bis ich schwarz war.) Ein zweiter U70 müsste gegebenenfalls auch wieder repariert werden....
Bei mir existieren Schaltungen für LZIs geeigneter Messverstärker (mit OpAmps), die nicht als Übertragergräber angelegt sind und deshalb nachgebaut werden könn[t]en.
Den Röhren-U70 könntest du dann für Spezialzwecke (z.B. an der PFL-Schiene) und nur gelegentlich einsetzen, denn er dürfte 10 Jahre mehr auf dem Buckel haben als du, verdient also Schonung, zumal Röhren der (eigentlich) erforderlichen Qualität heute bereits selten und erst recht teuer sind.
Was hatte der denn eigentlich, als er nicht funktionierend in deinen Besitz kam?
Der U70 ist "mehr als ein reiner Aussteuerungsmesser", weil er als Störspannungsmesser, zentrales Pegelmessgerät in einer größeren Anlage, als Pegelmessgerät bei der Bandmaschineneinmessung bis hin zur Schallpegelmessung dienen kann. Durch das Drücken der 20 dB-Taste werden in zwei Bereichen fast 80 dB Dynamik mit durchaus ernstzunehmender Genauigkeit abgedeckt. Auf dem Millivoltmeter hätte man dafür schon 2/3 der 270° Drehweg hinter sich gedreht.
Für solcherart universelle Ansprüche (vor Bandmaschine, hinter Bandmaschine usw.) ist eine feste Verkabelung daher fast hinderlich, sofern, ja sofern man in der Anlage normierte Pegel einhält. Daher meine Schaltmatrixen...
Für den Behringer tut es eine Ton CD-tadellos; sollte der CD-Player ständig mit dem Pult verkabelt sein, erst recht. Leider sind die Töne in praxi immer dann zuende, wenn man sie gerade noch 5 Sekunden braucht, was zum ziemlichen Gefummel ausartet, bei dme schon Lautsprecher hochgingen. Insofern ....
An den Frequenzgang deines Behringers habe ich -hoffentlich zu Recht, meine Erfahrung spricht aber dafür- weniger Fragen als eine M10 oder A80.
Tongeneratoren gibt es für deine Zwecke durchaus. Dieser hier z.B. ist niederohmig und frequenzstabil, klein (größeres Zigarettenschachtelformat), hat einen niedrigen Klirrfaktor, leider aber keine 1,55 Volt am Ausgang (ein wenig drunter):
http://de.farnell.com/jsp/endecaSearch/p...908338&N=0
Wenn du ihn billiger herziehst, umso besser. Ich habe diverse Generatoren, dieser passt in die Hosentasche und treibt auch eine A80. Die Schaltung liegt bei mir. Wenn du bei einer Werkstattauflösung einen Tongenerator von Hartmann & Braun, B&K oder Philips, HP oder Wandel & Goltermann zum Gotteslohn beiziehst, na, dann braucht man den Chinesenkrempel (er ist übrigens in Terzen durchzuschalten) natürlich nicht. Nur: Für seine Pegelkonstanz, seinen niedrigen Klirrfaktor, niedrigen Ausgangswiderstand u. ä. wäre ich vor 35 Jahren schon bei einem netzgebundenen, preiswerten Gerät dankbar gewesen.
Hans-Joachim
