14.02.2006, 18:51
Lieber Gerd,
dieser Hilferuf gilt mir, denke ich.
Wenn alles offen ist, solltest du zunächst den Ausgang mit Hilfe des VA-Tones des Bluthard-Bandes bei 1 kHz, 320 nWb/m und 19,05 cm/s (die für das Bluthard-Band richtige Entzerrung wählen!) mit den beiden internen Pots auf den Wiedergabverstärkerprints auf genau 1 Volt am Cinch-Ausgang bringen. Wenn dies durchgeführt ist, solltest du Andreas Hinweis von oben folgen, und die 1 kHz-VA-Modulation des Bluthard-Bandes rückwärts (also obere Spur nach unten untere Spur nach oben) an den Köpfen vorbeilaufenlassen. Wenn dabei halbwegs dieselben Pegel auftreten, sollte sich das Bezugsband zumindest auf beiden Spurpositionen in ähnlichem Zustand befinden. Danach wird dann das Bezugsband wieder regulär aufgelegt und von neuem mit dem VA-Signal wiedergegeben (1 V an beiden Ausgängen), wobei aber nun die beiden VUs (bitte nicht in Stellung "Peak") an den Einstellpots auf dem VU-Verstärker(!) auf + 1,9 dB abzugleichen sind.
Da wir den Zugriffsort des VU-Verstärkers auf die Nf-Kette nicht kennen, empfiehlt sich diese Vorgehensweise.
Danach, also dann, wenn alles Obige bruchlos abgegangen ist, ist der Aufsprechpegel bei 1 kHz 0VU zu kontrollieren und ggflls. an den Pegelpots der Aufnahmeprints einzustellen; also bitte nicht an den möglicherweise vorhandenen Equalizing-Pots, den Wiedergabe-Pots oder denen der VUs, man langt da zu leicht daneben. Dafür legt man ein Sinussignal 1 kHz vom Tongenerator an den dabei nicht übersteuerten Line-Eingang, stellt vor Band 0 dBVU ein, bringt die Maschine in den Aufnahmeprozess, schaltet auf Hinterband um und sieht dann, was die VUs als auf dem Band befindlich anzeigen. Sollte das danebenliegen, ist an den Pegelpots der Aufnahmeprints solange zu korrigieren, bis 0 dBVU angezeigt werden.
Dies ist aufnahmeseitig aber nur die Hälfte der Wahrheit, weil bei unserer bis jetzt an den Tag gelegten Sorgfalt, dat Dingen eigentlich auf das von dir verwendete Band eingemessen werden sollte, wobei der Aufnahmezirkus u. U. (bis wahrscheinlich) noch ein wenig zu polieren ist/wäre. Sollte dir geeignetes Messgerät (da sind keine Superlative nötig: Tongenerator ist ohnehin schon gefordert, ein Grundig-Millivoltmeter und ein X-Y-Oszi reichen) zur Verfügung stehen, können wir aber auch das noch durchexerzieren.
Zum obigen Procedere ist anzumerken, dass ich inzwischen den Wienforth-Test von 1980 komplett durchgearbeitet habe, weshalb meine anfangs gemachten Aussagen zum Pegel geringfügig zu revidieren sind. Die Frage ist, ob separate Pegelpots für die drei Bandgeschwindigkeiten vorhanden sind. Wienforth macht dazu keine dezidierte Aussage, seine Messwerte aber deuten an, dass dem nicht so ist, denn 9,5 ist auf 250 nWb/m spezifiziert und liefert gemäß seinen Tabellen einen um 2 dB niedrigeren Pegel, was exakt dem Unterschied zu 320 nWb/m (19 und 38) entspricht. Es ist also anzunehmen, dass intern nur ein Wiedergabe-Pegelpot pro Kanal existiert, und man die Vollaussteuerung zumindest für 9,5 recht hoch justiert hat, da die VU-Verstärker obigem Befund entsprechend sicher auch nicht für die jeweilige Bandgeschwindigkeit gesondert einzustellen sind.
Wenn dir an einer Kontrolle der Peak-Dioden liegt, gehen wir auch das noch an. Nachfragen hilft.
Eine Frage gibt es von mir.
Selbst wenn du oben bekennst, keine Service-Anleitung deiner 4522 zu haben: Verfügst du über eine Schaltung der 4522? Da würde ich ganz gerne einmal hineinschauen. Denn dann peile ich selbstsicherer durch und wir ersparen uns die vielen Wenns und Abers.
Hans-Joachim
dieser Hilferuf gilt mir, denke ich.
Wenn alles offen ist, solltest du zunächst den Ausgang mit Hilfe des VA-Tones des Bluthard-Bandes bei 1 kHz, 320 nWb/m und 19,05 cm/s (die für das Bluthard-Band richtige Entzerrung wählen!) mit den beiden internen Pots auf den Wiedergabverstärkerprints auf genau 1 Volt am Cinch-Ausgang bringen. Wenn dies durchgeführt ist, solltest du Andreas Hinweis von oben folgen, und die 1 kHz-VA-Modulation des Bluthard-Bandes rückwärts (also obere Spur nach unten untere Spur nach oben) an den Köpfen vorbeilaufenlassen. Wenn dabei halbwegs dieselben Pegel auftreten, sollte sich das Bezugsband zumindest auf beiden Spurpositionen in ähnlichem Zustand befinden. Danach wird dann das Bezugsband wieder regulär aufgelegt und von neuem mit dem VA-Signal wiedergegeben (1 V an beiden Ausgängen), wobei aber nun die beiden VUs (bitte nicht in Stellung "Peak") an den Einstellpots auf dem VU-Verstärker(!) auf + 1,9 dB abzugleichen sind.
Da wir den Zugriffsort des VU-Verstärkers auf die Nf-Kette nicht kennen, empfiehlt sich diese Vorgehensweise.
Danach, also dann, wenn alles Obige bruchlos abgegangen ist, ist der Aufsprechpegel bei 1 kHz 0VU zu kontrollieren und ggflls. an den Pegelpots der Aufnahmeprints einzustellen; also bitte nicht an den möglicherweise vorhandenen Equalizing-Pots, den Wiedergabe-Pots oder denen der VUs, man langt da zu leicht daneben. Dafür legt man ein Sinussignal 1 kHz vom Tongenerator an den dabei nicht übersteuerten Line-Eingang, stellt vor Band 0 dBVU ein, bringt die Maschine in den Aufnahmeprozess, schaltet auf Hinterband um und sieht dann, was die VUs als auf dem Band befindlich anzeigen. Sollte das danebenliegen, ist an den Pegelpots der Aufnahmeprints solange zu korrigieren, bis 0 dBVU angezeigt werden.
Dies ist aufnahmeseitig aber nur die Hälfte der Wahrheit, weil bei unserer bis jetzt an den Tag gelegten Sorgfalt, dat Dingen eigentlich auf das von dir verwendete Band eingemessen werden sollte, wobei der Aufnahmezirkus u. U. (bis wahrscheinlich) noch ein wenig zu polieren ist/wäre. Sollte dir geeignetes Messgerät (da sind keine Superlative nötig: Tongenerator ist ohnehin schon gefordert, ein Grundig-Millivoltmeter und ein X-Y-Oszi reichen) zur Verfügung stehen, können wir aber auch das noch durchexerzieren.
Zum obigen Procedere ist anzumerken, dass ich inzwischen den Wienforth-Test von 1980 komplett durchgearbeitet habe, weshalb meine anfangs gemachten Aussagen zum Pegel geringfügig zu revidieren sind. Die Frage ist, ob separate Pegelpots für die drei Bandgeschwindigkeiten vorhanden sind. Wienforth macht dazu keine dezidierte Aussage, seine Messwerte aber deuten an, dass dem nicht so ist, denn 9,5 ist auf 250 nWb/m spezifiziert und liefert gemäß seinen Tabellen einen um 2 dB niedrigeren Pegel, was exakt dem Unterschied zu 320 nWb/m (19 und 38) entspricht. Es ist also anzunehmen, dass intern nur ein Wiedergabe-Pegelpot pro Kanal existiert, und man die Vollaussteuerung zumindest für 9,5 recht hoch justiert hat, da die VU-Verstärker obigem Befund entsprechend sicher auch nicht für die jeweilige Bandgeschwindigkeit gesondert einzustellen sind.
Wenn dir an einer Kontrolle der Peak-Dioden liegt, gehen wir auch das noch an. Nachfragen hilft.
Eine Frage gibt es von mir.
Selbst wenn du oben bekennst, keine Service-Anleitung deiner 4522 zu haben: Verfügst du über eine Schaltung der 4522? Da würde ich ganz gerne einmal hineinschauen. Denn dann peile ich selbstsicherer durch und wir ersparen uns die vielen Wenns und Abers.
Hans-Joachim
