13.02.2006, 01:25
Zitat:Gerd posteteLieber Gerd,
Bluthardband (VOLLSPUR!) 320 nWb/m. 1kHz:
li.: knapp -1,5 db bei 0,85 Volt (Peak)
re.: ca. -1 db bei 0,86 Volt*
*Die Ausgangsspannung lässt sich ja per Poti neben den Cinchbuchsen nachjustieren (habe ich nicht getan, alles wie erworben)
was unmittelbar hinter dem Ausgangspot ansteht, dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für die VU-Anzeige ohne Bedeutung sein. Ich hatte oben gefordert, dass "alles offen" sein müsse, d. h. für den Vergleich zwischen Wienforths Messungen von 1980 und den deinen von heute der Spannungsteiler also am positiven Endanschlag zu stehen hätte. Deine jetzigen Angaben deuten aber bereits darauf hin, dass diejenigen Hinweise, die ich oben aus denen Wienforths ableitete, grundsätzlich zutreffen müssten.
Möglicherweise stehen eben die Trimmerle neben den Cinchen deiner 4522 nicht ganz am Endanschlag. Ich persönlich würde wahrscheinlich (nach Studium der Schaltung und einer Ursachenforschung zur Herkunft der fehlenden 0,1 V) auf 0,96 V bei 320 nWb/m abgleichen und dann auch +1,9 dBVU bei 320 nWb/m (= 320 pWb/mm) einrichten. Eine unmittelbare Notwendigkeit für dich besteht diesbezüglich aber nicht, zumal ja auch der Zustand des Bluthard-Bandes keineswegs klar ist.
Mein Hinweis zur Verstellerei innerhalb der mehr oder minder kompetenten 'Verbesserungsbemühungen' irgendwelcher Vorbesitzer bezog sich primär auf die vermutlich einstellbare Triggerschwelle der beiden LEDs, die offensichtlich ab Werk (so stellt Wienforth das 1980 dar) auf +3,5 und +6,5 dBVU justiert waren. Das könnte bei dir durchaus daneben liegen.
Zu Tandberg kann ich mich nicht äußern, weil ich deren Bezugsband nicht kenne, und du uns den remanenten Fluss dieses Bandes verschweigst. Es spielt übrigens insofern eine Rolle, dass Bluthards Aufzeichnung Vollspur ist, als die Phlilips 4522 aufgrund ihrer ungewöhnlichen Spurbreite ein (entzerrungsmäßig nur unter "IEC" geeignetes) ARD-Stereo-Bezugsband (für 2,775 mm Spurbreite) oder eben ein Vollspurband voraussetzt. Der zugrunde gelegte Fluss (320 pWb/mm, oder wie heute genormt: 320 nWb/m)) ist bereits pro Millimeter bzw. Meter 'normalisiert', die Spurbreite braucht damit nicht mehr berücksichtigt zu werden, solange die Spuren des Bezugsbandes nicht schmaler sind, als die des abtastenden Tonkopfes. Der Bandfluss pro Millimeter Spurbreite beträgt in deinem Falle also 320 pWb/mm, nicht etwa 320 pWb.
Ein Gerät, das eine größere Spurbreite abtastet, kann demzufolge auf einen Teil der Nachverstärkung verzichten, was aber das Gerät, nicht etwa die normierte Magnetisierung des Bandes betrifft. Wie bereits angedeutet erhielt die 4522 ab Werk Köpfe mit der Spurbreite der alten Mono-Halbspur-Norm (2,3 mm, also verringerter Spurrasen zwischen den Kanälen), womit die 4522 gegenüber den Brüdern z.B. der regulären Revox-Crew einen um 1,2 dB höheren magnetischen Fluss nutzen, also im Vergleich zu diesen auf 1,2 dB Nachverstärkung verzichten kann.
Hans-Joachim
