Bitte (k)ein DAB
(18.11.2021, 14:04)nick_riviera schrieb: ist das evtl. der Grund, weshalb bei DAB+-Autoradios so ein Theater mit der Antenne gemacht wird ?

Das ist außerhalb meines Horizonts.
Worum geht es da ?

MfG Kai
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(18.11.2021, 14:04)nick_riviera schrieb:
(18.11.2021, 11:40)kaimex schrieb: Eine Schwachstelle bei allen Billig-Radios, die im Grunde nur aus Chips bestehen, ist die fehlende HF-Vor-Selektion.
Die Eingangsstufen sind idR sehr breitbandig und reagieren auf jede HF, die da "rumgeistert". Die einzige Selektion besteht in der der Antenne (und die ist meist gering).
Wenn der HF-Pegel irgendwo in dem großen Empfangsbereich so hoch wird, daß die Eingangsstufe in Begrenzung gerät, ist Schluß mit lustig.
Man kann das Glück haben, daß so etwas in der eigenen Umgebung nicht vorkommt,
oder das Pech, daß der DAB-Empfänger oder das 1-Chip-UKW-Radio verstummt, wenn unten vorm Haus ein Bus des ÖPNV mit seiner Funk-Verbindung steht.

MfG Kai

ist das evtl. der Grund, weshalb bei DAB+-Autoradios so ein Theater mit der Antenne gemacht wird ?

Gruß Frank

Eine Antenne muß für den verwendeten Frequenzbereich abgestimmt sein, zusätzlich haben viele aktive UKW-Antennen (auch im/am Auto) einen Bandpassfilter für den UKW-Bereich, da kommt von DAB+ nichts durch. DAB+ sendet im Bereich zwischen ca. 175 MHz und 239 MHz.

Einfache UKW-Radios haben übrigens auch keinen richtigen Filter in der/vor der Eingangsstufe.


Viele Grüße

96k
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Das  heraussuchen eines einzelnen Parameters halte ich (wie so oft) für schwierig. Ein SDR Empfänger muss nicht nach dem Überlagerungsprinzip arbeiten und tut es meist auch nicht. Dadurch sind die Anforderungen  der Eingangstufen nicht 1 zu 1 Übertragbar, gibt es z.B. keinen Mischer kann er durch Übersteuerung der Eingangsstufe keine Fehler produzieren, eine AGC die schwache Sender unterdrückt braucht man auch nicht mehr.

Ein hinkendes Beispiel, ein moderneres Oszi mit FFT, die FFT ist hier eigentlich ein Abfallprodukt, einfach ohne Impedanzanpassung ans Kabelfernsehen angeschlossen. Der dargestellte Frequenzbereich (der gemessene/digitalisierte ist deutlich größer) geht von 87,5MHz bis 150MHz. Man erkennt "unten" den noch vorhandenen analogen UKW Bereich gefolgt von den ersten digitalen DVB-C Kanälen.

   

Das funktioniert auch terrestrisch mit DAB.

Gruß Ulrich
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Die wenigsten SDRs aktuell sind Direct-Sampler und damit muß das Eingangssignal analog runtergemischt werden. Fehlende Filter haben hier die von Kai beschriebene Wirkung.
Hinzu kommt die Tatsache, daß die meisten AD-Wandler in diesen Geräten Wandler mit nur 8 Bit sind, die ohne Bandpassfilter im Eingang bei starken Signalen außerhalb der Empfangsfrequenz, z.B. bei starken Betriebsfunksignalen durch den Bus vor der Haustür, schnell beleidigt sind - auch als Direct-Sampler.

Der auftretende Dynamikbereich bei Funkanwendungen ist oft extrem groß. Filter sind deshalb auch bei SDR unverzichtbar. Das ist zumindest meine Meinung.


Viele Grüße

96k
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(22.11.2021, 18:08)uk64 schrieb: gibt es z.B. keinen Mischer kann er durch Übersteuerung der Eingangsstufe keine Fehler produzieren, eine AGC die schwache Sender unterdrückt braucht man auch nicht mehr.

Dieser Text verstört mich, weil ich nicht weiß, ob ich ihn richtig interpretiere.

Ein einfaches extremes Gedanken-Experiment:
Ein direkt-abtastender SDR, auf dessen ADC-Eingang ein UKW-Signal mit 100 mVrms gelange und ein 50 Hz Signal von 10Vpeak.
Der ADC habe einen Eingangsbereich von +-1V.
Das UKW-Signal wird dann nur noch während der kurzen Nulldurchgangs-Phasen des 50 Hz-Signals im Ausgangs-Signal des ADC enthalten sein. Zu den übrigen Zeiten kommt der Code für +1V oder -1 V raus, der UKW-Anteil ist da Null, also "weg-ge-chopped".
Man würde also eine ganz furchtbare Störung vernehmen, bei der das UKW-Signal nur alle 10 ms kurz "aufgetastet" wird.

Eine AGC vor dem ADC, die das Gesamt-Signal unter die +-1V Clip-Grenze brächte, würde die Störung beseitigen, ebenso ein Hochpass, der den 50 Hz-Brumm deutlich unter 1V absenkt.

Jeder übersteuerte ADC wirkt wie ein Kreuz-Modulierer, allgemeiner: jede übersteuerte Kennlinie wirkt so.

Noch schlimmer wird es, wenn die Clip-Grenzen die Spannungen an Koppel-Cs auf diese Werte "klemmen" und damit nichtlinear Umlade-Vorgänge in den Cs induzieren, Dann verschieben sich da wohlmöglich noch periodisch Arbeitspunkte in krumme(re) Bereiche.
Man kann sich da allerlei unerfreuliche "Schweinereien" (ohne Mischer) vorstellen.

MfG Kai
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Natürlich war das (zu) stark vereinfacht. In der Mehrheit arbeiten die Geräte ja auch nicht als Direktempfänger sonder als Direktmischer im I- Q Verfahren.
Bei DAB kommt dann noch COFDM und die Fehlerkorrektur (Innere und Äußere) hinzu. Ein Vergleich zwischen den Systemen ist immer ein Hinkender.

Gruß Ulrich
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hi Ulrich, Du scheinst Dich mit der Theorie moderner Empfänger recht gut auszukennen - hast Du eine Empfehlung für mich, wie sich ein insgesamt begabter aber bezüglich neuer Empfängertechnologien ziemlich unwissender Elektroniker wie ich dem Thema nähern kann ( Fachbücher o.ä. ) ? Momentan brummt mir noch der Schädel bei den ganzen Abkürzungen, von denen ich nur wenige zuordnen kann. Klar kann ich ein DAB+ Radio mit einem der Module aufbauen und auch zum Laufen bringen, ich verstehe aber gerne vollständig, was ich tue.

danke und Gruß Frank
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(01.11.2021, 18:12)timo schrieb: Ich habe gerade mal den Sendersuchlauf gestartet, weil bei uns am Freitag Antenne NRW als neuer DAB+-Sender hinzugekommen ist.

Mal ganz untechnisch: Der Sender ist eigentlich zum Nebenbeihören ganz gut. Hoher Musikanteil (Schwerpunkt 1980er/1990er Jahre), ansonsten auch unterhaltsam. Hat sich zu meinem neuen Stammsender entwickelt.

Was ich allerdings suboptimal finde: Ich stelle (hier wie auch bei verschiedenen Lokalsendern) fest, daß viele Lieder immer wieder gespielt werden. Bei Antenne NRW sind es beispielsweise "I Can Hear Your Heartbeat" von Chris Rea und "Crush" von Jennifer Paige. Beim regelmäßigen Hören verleidet sich das dann doch auf Dauer.

Ich frage mich, wie das kommt. Schlecht arbeitender Zufallsgenerator? Huh (Meine Musiklehrerin zu Schulzeiten, bekennende Nicht-Radiohörerin, hat immer behauptet, das passiere, weil Radioredakteure mitunter an der Produktion der entsprecheneden Lieder beteiligt seien und pro Radio-Einsatz verdienen, aber das kann ich mir in dem Fall nicht vorstellen, da es kaum deutsche und vor allem auch schon ältere Produktionen sind.)
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das kann auch genau andersrum laufen - dass bestimmte Lieder immer wieder gespielt werden, weil sie NICHT mehr so viele Abgaben kosten. Abgesehen macht das unser "Westdeutscher Qualitätsfunk" auch - da sind die Songs zwar modern, kommen einem nach wenigen Tagen aber auch zu den Ohren raus, und Künstler werden meistens auf wenige "radiotaugliche" Songs reduziert.

Gruß Frank
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(Vor 54 Minuten)nick_riviera schrieb: das kann auch genau andersrum laufen - dass bestimmte Lieder immer wieder gespielt werden, weil sie NICHT mehr so viele Abgaben kosten.

OK, das wäre grundsätzlich eine mögliche Erklärung. Passt aber hier vermutlich nicht, weil unter den immer wieder gehörten Liedern auch viele Evergreens sind, die von den Rechteinhabern vermutlich nicht verramscht werden. Auch "Sailing", "Another One Bites The Dust" und "Personal Jesus" habe ich schon ziemlich oft gehört.

Zitat:Abgesehen macht das unser "Westdeutscher Qualitätsfunk" auch - da sind die Songs zwar modern, kommen einem nach wenigen Tagen aber auch zu den Ohren raus, und Künstler werden meistens auf wenige "radiotaugliche" Songs reduziert.

Das ist vermutlich der Preis, wenn man mit einem Sender eine möglichst große Zielgruppe erreichen will.

Bei WDR2 und anderen ÖR habe ich allerdings bewusst noch keine vergleichbare Wiederholung einzelner Lieder in kurzer Zeit wahrgenommen.
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