Computersprachen, was ist aus ihnen geworden?
#1
Timos Hinweis auf ein Online-Lehrbuch zum Erlernen der Sprache "C" weckte mein Interesse am Schicksal der übrigen Programmiersprachen.

Was ist aus ihnen geworden?

Da gab es mal Fortran, das sich, ähnlich wie Cobol, noch sehr lange in der praktischen Anwendung gehalten hat, auch als es schon lange nicht mehr gelehrt wurde. Cobol hat anscheinend bis heute überlebt. Wie steht's mit Fortran?

Dann wurde kurzfristig "PL1" gelehrt, welches mir aber nie ausserhalb der Schulen und Hochschulen begegnet ist, und dort nur kurz.

Basic, die Programmiersprache die am weitesten verbreitet war, wurde allgemein von den Professoren belächelt. Sie setzten auf "Pascal" von Nikolaus Wirth, damals noch ohne "Turbo". Das war die Zeit, kurz vor der Einführung des PCs. Es gab ihn schon, aber das war fröhlicher Wildwuchs. Der heute bekannte PC-Standard etablierte sich später.

Danach schien es einen Wettlauf zu geben. Basic wurde immer weiter ausgebaut, wurde dem "Pascal" immer ähnlicher. Pascal ließ man auch nicht auf der faulen Haut liegen, man verpasste ihm einen Turbo. Ich habe das mal gelernt, aber zu was? Was man als Anwendung brauchte, gab es bereits.

Danach kamen C und C++, Basic war noch eine Weile visual, von Pascal hörte ich nix mehr.

# Wie ist das Schicksal der Sprachen verlaufen?
# Wie sind sie gestartet, und wie verendet?
# Stärken, Schwächen, Innovationen?
# Was blieb übrig?
# Und wo geht die Entwicklung hin?
Michael(F)
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#2
Also ganz wie es für Dich den anschein hat sieht es in der Welt der von Dir erwähnten Programiersprachen nicht aus.

Fortran gibt es weiterhin und auch durchaus auch neue Compiler und soll im wissenschaftlichen Bereich durchaus noch gerne verwendet sein. Ich selbst kenne keine echten Einsatzort, jedoch gibt es immer wieder neue Compiler hierfür, sodass ich annnehme das hier durcaus ein Bedarf besteht.

Cobol ist nach wie vor im Versicherungsbereich eine viel genutzte Programmiersprache. Ich kenne selbst einen großen Konzern der diese Sprache rege nutzt.

Pascal wurde als Delphi von Borland wiederbelebt und wird von einer eingeschworenen Gemeinde und auch Unternehmen gerne zur Programierung verwendet.

BASIC war zumindest noch vor C++ eine der bevorzugsten Sprache welche von MS favorisiert wurde.
Jetzt ist der Weg frei für C#!
Viele andere Sprachen welche im Bereich der Rechner groß geworden sind wie z.B. C und auch Assembler leben im Mikrocontrollerbereich weiter.

Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

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#3
Zitat:Michael Franz postete
Cobol hat anscheinend bis heute überlebt.
Cobol interessiert mich zwar eher weniger, aber meines Eindrucks zufolge "lebt" Cobol eigentlich nur noch, was die Wartung, Anpassung und Erweiterung bestehender (und teilweise sehr alter) Softwarelandschaften angeht. Davon gibt es wohl vor allem im kaufmännischen und Banksektor eine ganze Menge.

In den Jahren 1998 und 1999 wurden Cobol-Programmierer angesichts der Jahr-2000-Problematik gesucht und waren hochbezahlt, aber daß noch komplette Neuentwicklungen von Software in Cobol stattfinden, kann ich mir schwer vorstellen. (Wenn ich mich irre, bitte ich um Aufklärung.)

Zu Fortran kann ich nichts beisteuern, außer daß sowohl das GNU- als auch das OpenWatcom-Projekt einen entsprechenden (freien) Compiler nach wie vor aktiv weiterentwickeln und es wohl auch noch so etwas wie eine kleine Fangemeinde der Sprache gibt. Auch Intel bietet nach wie vor einen Fortran-Compiler für die eigenen Prozessoren an.

http://www.fortran.de
http://gcc.gnu.org/fortran
http://www.openwatcom.org

Zitat:Basic, die Programmiersprache die am weitesten verbreitet war, wurde allgemein von den Professoren belächelt.
Nicht ganz zu unrecht, aber nicht zuletzt dank der Aktivität von Microsoft lebt Basic bis heute munter weiter. Deren wohlbekanntes Visual Basic wurde auch für die neue .NET (sprich Dot-Net) -Plattform veröffentlich.

Visual Basic war übrigens nach unabhängigen Erhebungen noch vor ein paar Jahren das Entwicklungstool, mit denen sich die meisten Standardanforderungen der Softwarewelt mit dem geringsten Zeitaufwand implementieren lassen. Das bringt natürlich einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber der Entwicklung in C++ oder auch Java oder Delphi mit sich.

Zitat:Danach schien es einen Wettlauf zu geben. Basic wurde immer weiter ausgebaut, wurde dem "Pascal" immer ähnlicher. Pascal ließ man auch nicht auf der faulen Haut liegen, man verpasste ihm einen Turbo.
"Turbo Pascal" war erst mal nur der Markenname des ehemals populärsten Pascal-Entwicklickungswerkzeugs aus dem Hause Borland/ Inprise.

Der Begriff bezeichnet zwar umgangssprachlich zwar auch den daraus hervorgegangenen Sprachstandard, was aber kritisch ist, weil er geschützt ist. Andere moderne Pascal-Implementierungen, z.B. das Open-Source-Projekt Freepascal sind weitestgehend kompatibel zu diesem Standard, dürfen sich aber natürlich nicht als Turbopascal-Compiler bezeichnen.

Als eigentliches Gegenstück zu Visual Basic müßte man auf dem Pascal-Sektor natürlich Delphi nennen - eine graphische Pascal-Entwicklungsumgebung für MS Windows (ebenfalls von Borland), die sich zeitweise großer Beliebtheit erfreute.

Inzwischen gibt es auch Delphi für .NET, was aber wohl nicht mehr die Popularität der einstigen Windows-Version hat. Und die "Kylix" genannte Delphi-Version für Linux wird leider auch nicht mehr weiterentwickelt.

Inzwischen gibt es allerdings ein Projekt namens Lazarus, das eine freie, Delphi-ähnliche Entwicklungsumgebung für verschiedene Betriebssysteme bereitstellen will. Hinter den Kulissen arbeitet dort der oben erwähnte Freepascal-Compiler.

Zitat:# Und wo geht die Entwicklung hin?
Auf jeden Fall weg vom klassischen autark aufgerufenen Programm und hin zur Webapplikation (natürlich nicht in allen Bereichen der Softwareentwicklung, aber der Schwerpunkt liegt bereits seit ein paar Jahren dort).

Java und die .NET-Sprachen werden wohl auf lange Sicht das Maß aller Dinge sein, weil sie alle derzeitigen Ansprüche (- theoretische - Plattformunabhängigkeit, Sprachstandard mit Funktionalitäten für graphische Benutzeroberflächen, Netzwerkfunktionalität und Datenbankanbindung...) erfüllen.

Edit: Einige Formulierungen gedebugt. ;-)
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#4
Als langjähriger C++ programmierer, der jetzt auf Java umgestiegen ist, möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben.

Cobol lebt auch noch in vielen älteren AS400-Systemen weiter, die quasi als' Software von der Stange' immer noch angeboten wird. Ist mir vor ein paar Jahren bei einem Lagerverwaltungssystem aufgefallen. Allerdings ist so ein Art Software kaum noch erweiterbar, weil auch die Entwicklungsumgebung altertümlich und dadurch auch zeitintensiv ist. Die Firma, die uns das angeboten hat, benutzte noch nicht einmal eine Versionsverwaltung.

Bei Java und C# ist eigentlich nur Java plattformübergreifend. C# ist laut Microsoft eine reine Windows-Enwicklungsumgebung. Allerdings haben einige freie Entwickler, denen diese Abhängigkeiten ein Dorn im Auge sind, ein Projekt Namens Mono gestartet, eine .NET-Kompatible Entwicklungsumgebung, welche eine gewisse Plattformunabhängigkeit für .NET-Programmiersprachen bietet. Allerdings ist z.B. C# durch seine COM-/DCOM-/ActiveX-Schnittstellen dermaßen mit dem Windows verwoben, dass sich die Mono-Entwickler vor fast unlösbaren Aufgaben sehen.
Gruß,
Michael/SH

Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ö v. Horvath)
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#5
Zitat:mash postete
Bei Java und C# ist eigentlich nur Java plattformübergreifend. C# ist laut Microsoft eine reine Windows-Enwicklungsumgebung.
Daher meine obige Einschränkung: theoretische Plattformunabhängigkeit. :-)

Das ist, wenn man mal ehrlich ist, mal wieder typische Redmont-Logik: Man setzt auf Bytecode, was auf Kosten von Hardwarenähe und Performance den Grundstein für plattformunabhängige Ausführung legt, bietet die dazugehörige Virtuelle Maschine dann aber nur für ein einziges Betriebssystem an. :heildir:

Bleibt nur zu hoffen, daß die Mehrzahl der Leute, die für .Net entwickeln, die Kompatibilität zu Mono im Auge behalten. Undecided
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#6
FORTH gibt's auch noch... war mir damals zu "seltsam" und ich hab mich nur damit beschäftigt, weil es einen Interpreter/Compiler für meinen 8bit homecomputer gab.
Vor ein paar Monaten bin ich über eine "aktuelle" PC Version gestolpert (Freeware)... ein paar wenige Fans scheint es noch zu geben.

In Russland ist DELPHI übrigens überaus populär. Ein Freund meinte neulich, dass es ähnliche "Martanteile hat" wie C++, was mich doch erstaunte.

Oberon war mal auf einer Heft CD... ich hab's mir nicht angeguckt.

Was ist aus LISP geworden?

http://de.wikipedia.org/wiki/LISP



BASIC war meine erste (und zwar COMMODORE BASIC 3.5), damals hatte fast jeder Homecomputer seinen eigenen Basicdialekt (in den meisten konnte man ohne Assembler Unterprogrammen oder PEEKs und POKEs nichts "Vernünftiges" machen).

Interessant war auch BASICODE

http://de.wikipedia.org/wiki/BASICODE

Auch hier nur der Link zur WIKIPEDIA Smile
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#7
Zitat:cdj74 postete
In Russland ist DELPHI übrigens überaus populär. Ein Freund meinte neulich, dass es ähnliche "Martanteile hat" wie C++, was mich doch erstaunte.
Die Frage ist, wie aktuell diese Information ist. Bis vor ein paar Jahren war Delphi ja hierzulande auch noch sehr angesagt. Gerade kleine Firmen und Freeware-/ Shareware-Programmierer haben es oft eingesetzt, weil es im Vergleich zu VB erheblich mächtiger war, aber höhere Entwicklungsgeschwindigkeiten ermöglichte und im Quelltext lesbarer war als C oder C++. In einem früheren Arbeitsverhältnis habe ich auch mal ein größeres Projekt mit Delphi realisiert.

Delphi hat wohl vor allem aufgrund der Tatsache Marktanteile verloren, daß die klassische (Windows-)Applikationsentwicklung nicht mehr so sehr gefragt ist, sondern Webapplikationen das Maß aller Dinge sind. Das ist nun mal die Domäne von Java.

Ansonsten war mein Vorbehalt gegenüber Delphi immer, daß man sich einem einzigen Anbieter ausliefert. In der Hinsicht ist C/ C++ natürlich unschlagbar: Eine größere Auswahl an Compilern und Entwicklungstools findet man wohl bei keiner anderen Sprache.

Zitat:Was ist aus LISP geworden?
In der Variante Common LISP hat die Sprache durchaus noch eine Fangemeinde. Kommerziell kräht natürlich kein Hahn danach. :-)

Zitat:BASIC war meine erste (und zwar COMMODORE BASIC 3.5), damals hatte fast jeder Homecomputer seinen eigenen Basicdialekt (in den meisten konnte man ohne Assembler Unterprogrammen oder PEEKs und POKEs nichts "Vernünftiges" machen).
Das war wohl ein großes Manko des C64 - das BASIC war minimalistisch und bot wirklich nur einen sehr kleinen Befehlsumfang, so daß man für Grafik, Sound und vieles andere auf Peek und Poke angewiesen war.

Wobei das ganze aber auch Vorteile hatte: Erstens war der Interpreter dadurch merklich schneller als der wesentlich befehlsstärkere eines Atari 800 Xl oder Schneider CPC. Zweitens war - wenn man sich einmal in die Poke-Materie eingearbeitet hatte - die Hürde der Assembler-Programmierung nicht mehr so hoch wie bei anderen Systemen.

In der Kategorie "Interessante Exoten" müßte man vielleicht noch Eiffel und Objective CAML nennen. Beides nette und C++ in einigen Belangen überlegene Sprachen, die aber zu spät kamen, um sich noch etablieren zu können.
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#8
Hi,

gegeben hat es ja einen riesen Haufen Sprachen, auch über die genannten hinaus: LISP, REXX/AREXX, Algol, Scheme, Prolog, Ada, Smalltalk, Natural, Fortran...

Das Problem:
Bei den Sprachen hat das Diktat der verbreiteten Kompiler für den Massenmarkt zu einer Konzentration in der Lehre geführt, weswegen die übrigen Sprachen in den letzten Jahren ausbildungsseitig (nicht an den Unis, aber im wirklichen Leben der Ausbildung), aber auch Support-Seitig ausgestorben sind.
Für ALGOL, Fortran oder LISP gab es einfach kaum handhabbare Entwicklungsumgebungen. Microsoft hat wiederum kein Interesse, alternative Sprachen zu promoten. Die wollen die eigenen Entwicklungsumgebungen verkaufen. Weitere Sprachen anzubieten, bedeutet den vorhandenen Markt aufzuteilen und durch die Entwicklung und Wartung weiterer Entwicklungsumgebungen mehr Investitionen zu betreiben, um nicht höhere Gewinne zu erzielen. Also: Warum?

Außerdem muß jeder Programmierer zunächst einmal C-Derivate beherrschen, um eine Einstiegs-Chance am Arbeitsmarkt zu haben. Das reicht schon, um mit den Nerven am Ende zu sein. Warum dann noch weitere Sprachen lernen? Zumal mit SQL, CSS, UML, HTML, PHP, Java etc. ewig neue Sprachen für "moderne" Aufgaben hinzu kommen, die auch gekannt werden wollen!

Und dann ist da noch das Thema Firmenpolitik:
Ist eine Sprache eng mit einer Firma (z.B. Smalltalk) oder einem System (AREXX/Amiga) verbunden, dann ist sie spätestens tot, wenn die Systembasis nicht mehr exisitert.
REXX war, wenn auch deutlich besser als VisualBasic, an OS/2 gebunden, AREXX an den Amiga. Die Plattformen sind irgentwie nicht mehr so verbreitet. Also sind die Sprachen im Nirwana gelandet.
Zumindest ist die stetige Modernisierung (Entwicklung von Klassenbibliotheken für Neuerungen in der Softwareumgebung, aber auch Anpassung an neue Hardware) der Sprache und Ihrer Werkzeuge eine Aufgabe, die erstmal bewältigt werden will. Das können kleine Firmen oder Universitäten auf Dauer nicht leisten!

Selbst bei den "Höheren Sprachen" (3GL) sind die Anforderungen an den Programmierer noch recht hoch.
Da tut man sich kaum mehr, als eine Sprache an. Die Wahl fällt dann auf die Verbreitetste: C

Bei den 4GL-Sprachen verhinderte einerseits die Lizenzpolitik (Smalltalk), aber auch die zu Zeiten der Realisierung zu hohen Anforderungen an die Ressourcen den Durchbruch. Die Entwicklung von C über C++ zu C# war da realitätsnäher, als z.B. ein Smalltalk, das den 286 oder 386 von Beginn an überforderte, in Folge dessen kaum Verbreitung fand.

Trotzdem: War einfach mal in eine Linux-Distribution schaut, wird auch heute noch interessante Sprachen wiederfinden...Benutzen tut die allerdings eher keiner.

Tschüß, Matthias M
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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#9
Ein großes Bayrisch-Italienisches Bankhaus entwickelt noch einen sehr großen Teil der Benutzten Software mit COBOL. Ein Freund von mir arbeitet dort als COBOL Programmierer. Die haben auch noch über 30 Jahre alte Software am laufen, auch COBOL. Diese Prozesse wurden wohl seit 30 Jahren nicht gestoppt. Teilweise weis keiner wofür diese alten Programme gut sind. man lässt sie einfach weiterlaufen, aus Angst es könnte etwas wichtiges dabei sein. Da werden Nacht für Nacht tausende Seiten Informationen ausgedruckt, die heute keiner mehr braucht, geschweige denn wüsste um was für Informationen es sich handelt...

Ich selbst beherrsche nur BASIC aus dem FF. Das haben wir damals im Informatikunterricht (1994) kennengelernt. Es fällt mir extrem schwer mich in eine andere Sprache einzufinden, was vermutlich vorallem an der hervorragenden IDE von MS QuickBasic liegt und daran dass ich nichts anderes brauche. Auch heute programmiere ich noch in MS Basic PDS 7.1. BASIC wurde zwar immer belächelt, aber auch damit war und ist eine ganze Menge zu machen. Selbst ein Schnittstelle zu MySQL habe ich heute zur Verfügung. Bis heute finde ich textbasierte (DOS) Programme angenemer zu bedienen, vorallem wenn es um Warenwirtschaft/Lagerverwaltung geht. In der Firma in der ich gelernt habe hatten wir auch ein DOS basiertes Warenwirtschaftssystem. Viel einfacher und schneller zu bedienen als die Windowsversion davon. Man benötigt keine Maus sondern nur die guten alten Pfeiltasten und Enter. Die Win Version wurde nach vier Tagen wieder deinstalliert.

Anstatt mich mit Shell oder Perlskripten auf Linux zu plagen erstelle ich mir auch dort meine Admintools mit BASIC (FreeBASIC Compiler, 90% QuickBasic kompatibel).
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2x Telefunken M12B / Philips Pro 12
[b]Uher Report IC 4200 / Monitor 4200[/b]
Revox B77 MK2 2-Spur / Revox A77 MK3 Umbau zu "ORF" Version, HS, 2-Spur
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#10
Zitat:timo postete
"Turbo Pascal" war erst mal nur der Markenname des ehemals populärsten Pascal-Entwicklickungswerkzeugs aus dem Hause Borland/ Inprise.
Aus aktuellem Anlass: Nach "Inprise heißt wieder Borland" kommt nun "Borland-Produkte heißen wieder 'Turbo'":

http://www.heise.de/newsticker/meldung/76571

Schade, daß sie sich auf Microsoft Windows als Plattform beschränken. Zumindest auf Turbo Delphi (das ja nichts anderes ist als der Urenkel von Turbo Pascal) und Turbo-C++ bin ich trotzdem gespannt.
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#11
Zitat:timo postete
Zitat:timo postete
"Turbo Pascal" war erst mal nur der Markenname des ehemals populärsten Pascal-Entwicklickungswerkzeugs aus dem Hause Borland/ Inprise.
Aus aktuellem Anlass: Nach "Inprise heißt wieder Borland" kommt nun "Borland-Produkte heißen wieder 'Turbo'":

http://www.heise.de/newsticker/meldung/76571

Schade, daß sie sich auf Microsoft Windows als Plattform beschränken. Zumindest auf Turbo Delphi (das ja nichts anderes ist als der Urenkel von Turbo Pascal) und Turbo-C++ bin ich trotzdem gespannt.
Turbo heißt aber nur die kostenlose Version.

Für Linux gibt es doch Kylix.
Gruß,
Michael/SH

Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ö v. Horvath)
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#12
Zitat:mash postete
Turbo heißt aber nur die kostenlose Version.
Soweit ich es sehe, stimmt das nicht. Die kostenlose heißt "Turbo Explorer", die kostenpflichtige Vollversion "Turbo Professional".

Zitat:Für Linux gibt es doch Kylix.
Ich tendiere da eher zu "gab" als zu "gibt". Kylix wird nicht mehr weiterentwickelt und meines Wissens auch nicht mehr vertrieben.
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#13
Zitat:timo postete
Zitat:mash postete
Turbo heißt aber nur die kostenlose Version.
Soweit ich es sehe, stimmt das nicht. Die kostenlose heißt "Turbo Explorer", die kostenpflichtige Vollversion "Turbo Professional".
Dann habe ich das wohl missverstanden. Ich hatte gedacht, dass Turbo so ein ähnliches Synonym wie Express ist. So heißt ja die kostenlose Entwicklungsumgebung von MS.
Gruß,
Michael/SH

Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ö v. Horvath)
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#14
Nun schickt sich mit D mal wieder eine Sprache an, die Nachfolge von C++ für die native Applikationsentwicklung anzutreten. Entwickler ist Walter Bright, der Vater der Zortech-/ Symantec-C-Compiler. Beta-Versionen gab's auf dessen Netzseite schon länger zum Herunterladen, nun ist Version 1.0 für Linux und MS Windows erschienen.

http://www.digitalmars.com/d/index.html

Ich habe gerade mal ein bißchen herumprobiert: Sprachkonzept, Laufzeitbibliothek (sehr umfangreich!) und Speicherverwaltung (mit integriertem Garbage Collector) sind wirklich gut. Zugriff auf C-Bibliotheken klappt "out of the box", für C++-Bibliotheken sind spezielle Bindings nötig, die es leider bisher nur in seltenen Fällen gibt.

Bleibt zu hoffen, daß die allgemeine Unterstützung noch besser wird und D nicht neben anderen, eigentlich sehr guten Sprachen wie Eiffel und Objective Caml in der weitgehenden Bedeutungslosigkeit versinkt.

Falls jemand ebenfalls Interesse hat, D mal auszuprobieren: Die sehr gute Entwicklungsumgebung CodeBlocks unterstützt den Compiler.
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#15
http://de.wikipedia.org/wiki/Ook%21

Tschuldigung für den unqualifizierten Beitrag.
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#16
Zitat:joerg721 postete
http://de.wikipedia.org/wiki/Ook%21
Klasse! Die Idee zu Brainfuck war ja schon amüsant, aber diese Affenversion find' ich noch besser. :grins:
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#17
Zitat:cdj74 postete
In Russland ist DELPHI übrigens überaus populär. Ein Freund meinte neulich, dass es ähnliche "Martanteile hat" wie C++, was mich doch erstaunte.
Der Heise-Newsticker bestätigte das gestern:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/102886
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#18
Hallo in die Runde

Ich denke das liegt daran, dass die Raubkopien im Osten nach der Wende von Borland nach lizensiert wurden, bzw die Kopien sich im Osten vor der Wende sich sehr weit verbreitet hatten. Heute liegt es dort auch sicher näher, weil man das Paket erst mal ohne Kosten nutzen kann.

Ich selbst bevorzuge VB und zwar schon ab der Version 1. Zwar wird das immer von der "C"-Fraktion belächelt, aber ich sehe immer wieder im täglichen Software-Leben wieviel Zeit und Geld damit verschwendet wird, einfache Programm-Aufgaben in nativen Programmiersprachen zu erledigen. Mit VB gelingt es mir immer wieder schnelle Demo-Tools für unsere Produkte zu erzeugen, wo die "nativen" Programmierer lange Seiten Code für hacken müssen. Wenn man als Techniker "dicht" am Vertrieb arbeitet, müssen oft kurzfristige, schnell zu realisierende Lösungen her. Mit VB waren das immer schnelle Punkte beim Kunden! Insofern war die frühe Einsicht, integrierte Konzepte ( VB (VS) Office-Paket, Windows und sonstiges MS-Zeugs) zu verwenden auf die Jahre hin gesehen eine gute Wahl. Ich denke das ist auch der Grund, warum viele Programmiersprachen (auch wenn sie für sich selbst sehr erfolgreich waren/sind) nicht überlebt haben.

Ich selbst habe meine Sporen mit Assembler verdient auf einem Z80, 6202 bzw. 8086. Ob mein MASM auf der heutigen Maschine noch laufen würde. Die Disketten habe ich noch Big Grin Dazwischen zu CPM und MS-DOS-Zeiten natürlich auch die diversen Basic-Varianten. Auch VB für DOS habe ich schon erfolgreich genutzt. Übrigens laufen die Programme heute noch, auch auf XP.

Wenn ich heute so die Stellenbörsen betrachte (muss mich zur Zeit gezwungener Maßen nach was Neuem umsehen) fällt auf, dass es einen Trend hin zu Java gibt: "Java-Entwickler mit min 3 Jahren Berufserfahrung!" Mal sehen, ob ich auf den Zug aufspringe ...

VG
Michael
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#19
Zitat:GXNet postete
Ich denke das liegt daran, dass die Raubkopien im Osten nach der Wende von Borland nach lizensiert wurden, bzw die Kopien sich im Osten vor der Wende sich sehr weit verbreitet hatten.
... oder aber einfach daran, daß in Russland einfach noch an vielen Schulen und Universitäten Pascal gelehrt wird. Was wiederum daran liegt, daß das Lehrpersonal selbst diese Sprache womöglich schon seit UdSSR-Zeiten kennt und entsprechend gut beherrscht.

Zitat:Ich selbst bevorzuge VB und zwar schon ab der Version 1. (...) Mit VB gelingt es mir immer wieder schnelle Demo-Tools für unsere Produkte zu erzeugen, wo die "nativen" Programmierer lange Seiten Code für hacken müssen. Mit VB waren das immer schnelle Punkte beim Kunden!
Das sogenannte RAD ("Rapid Application Developement") ist aber schon lange kein alleiniger Vorteil von VB mehr. Borland hält mit Delphi und dem C++ Builder entsprechende Entwicklungsumgebungen auch für (Object) Pascal und C++ bereit, und die Java-Entwicklungsumgebung Netbeans hat einen Editor für graphische Benutzeroberflächen, der ebenfalls annährend die RAD-Qualitäten von VB hat. [*]

Auch im freien Softwarebereich gibt's inzwischen einiges an RAD-Entwicklunsgumgebungen. Natürlich für C++, aber auch für Pascal (Lazarus).

Und alle diese Sprachen sind erheblich leistungsfähiger als VB (wobei ich mich aus eigener Erfahrung nur auf VB 6 beziehen kann, .NET kenne ich nicht).


[*] So schaut's übrigens in Netbeans aus:

[Bild: P6IqiPoKzlh3IgaL.png]

Der Formulareditor. In der Mitte das erzeugte Formular, hier zu Demonstrationszwecken natürlich nur minimal mit einem Textfeld und zwei Buttons. Rechts die Palette mit Steuerelementen.

Alles wie in VB, nur viel umfangreicher. :-)

[Bild: t0MaKavKmsmxomwx.png]

Und genau wie VB reicht es z.B. auch, im Formulareditor auf einen Button zu klicken, um in die automatisch generierte Standard-Handler-Funktion zu gelangen.

Zitat:Ob mein MASM auf der heutigen Maschine noch laufen würde.
Warum nicht? Ist doch ein einfaches, standardkonformes DOS-Programm. Allerdings gibt es hier eine freie und viel modernere Alternative, die auch den Befehlsschatz aktueller Prozessoren nutzen kann.

Zitat:Wenn ich heute so die Stellenbörsen betrachte (muss mich zur Zeit gezwungener Maßen nach was Neuem umsehen) fällt auf, dass es einen Trend hin zu Java gibt: "Java-Entwickler mit min 3 Jahren Berufserfahrung!"
Na ja, im Bereich der Webentwicklung gibt es halt im Moment nicht viele ernsthafte Alternativen zu Java. Ruby (mit Ruby on Rails) gilt für viele Anwendungsbereiche seit einiger Zeit als mögliche ernsthafte Konkurrenz, aber das hat sich wohl im Stellenmarkt noch nicht niedergeschlagen.

Auch in der Applikationsentwicklung hat Java inzwischen C++ als Standard mehr oder weniger abgelöst, was ich nicht so recht nachvollziehen kann.
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