29.01.2006, 14:35
Zitat:Markus Berzborn posteteDann müssten sie erst recht ihr Glück in der digitalen Technik suchen. Bei gegebenem Budget kommst Du mit der Digitaltechnik einfach weiter. Erst wenn man auf die ganz speziellen analogen Artefakte abfährt - die man sich in der Digitaltechnik verkneift und die man dort aufwendig nachbilden müsste, was Unfung wäre - fährt man mit analog logischerweise besser.
(...) wollen meinem Eindruck nach einfach nur gut Musik hören, ob analog oder digital, und das mit einem möglichst attraktiven Preis/Klang-Verhältnis.
Zitat:Lego posteteStimmt, aber mittelalte und alte Leute verlassen auch zunehmend ungern die gewohnten Pfade. Das zu lernen, was sie lernen müssten um die neue Technik zufriedenstellend anzuwenden fällt ihnen schwer. Wenn sie es dennoch auf sich nehmen, ist nichts mehr so wie früher, sie fühlen sich auf ungewohntem Gebiet unwohl und flüchten nur zu gerne wieder in die vertraute Umgebung.
Zitat:Markus Berzborn posteteGilt doch sicher für viele mittelalte und alte Leute auch, oder?
(...) Die jungen Leute im Analog-Forum wollen meinem Eindruck nach einfach nur gut Musik hören, ob analog oder digital, und das mit einem möglichst attraktiven Preis/Klang-Verhältnis.
Geht mir genauso. Ich lese sehr gerne, vor allem auf dem Sofa und auf dem Bett. Auf dem Rücken liegend, den Blick gen Decke gerichtet, auf die ein Beamer das digitalisierte Buch wirft und immer dann umblättert, wenn ich mit dem großen Zeh schnippe - das wärs doch, oder? Die dazu im Hintergrund laufende Musik kommt vom selben Notebook, auf dem auch die Bücher gespeichert sind. Der PC ersetzt nicht nur den Plattenschrank, sondern auch noch die Bücherregale. Den Gang zum Zeitungskiosk sowieso. Wenn ich mal nicht mehr lesen mag, dann wirft mir der Beamer auch noch einen Picasso oder Turner an die Wand, so daß ich mir den Gang ins Museum spare
Statt dessen bestehe ich darauf, ein wie auch immer gebundenes Buch in den Fingern zu halten und von Hand umzublättern und in regelmäßigen Abständen eine bequeme Position zu suchen. Mich stört auch der Kampf mit großformatigen Zeitungen nicht. Und für einen Turner (Picasso mag ich nicht) gehe ich eben ins Museum oder blättere in einem Bildband.
Hat wenig mit analog-digital zu tun, aber viel mit geänderten oder eingefahrenen Gewohnheiten. Gewohnheiten bilden sich oft nicht bewusst aus, sondern deshalb, weil man bequeme, gangbare Wege vorfindet, die man für gut ansieht und benutzt. Die digitale Technik hat das Angebot verändert: Einige Wege sind verschwunden, viele Neue hinzugekommen. Der eine bejubelt das Letzere, der andere beweint das Erstere. Wie gut und fortschrittlich eine Technik wirklich ist, beurteile ich auch daran, wieviel sie vom Alten Übrig lässt, und wie zwanglos ein Umstieg möglich ist. Ich lehne den Fortschritt dann ab, wenn er agressiv und destruktiv ist. Ich begrüße ihn aber als Option, als Angebot.
Michael(F)
