Hilfe Vordiplomarbeit Analog vs. Digital
#5
bei mir ist auch gleich Frühstück,wie bei Capstan. ...

Das von Lego hinterfragte Phänomen gibt es. "Analoger Sound" kursiert als Begriff in den Köpfen von Musikschaffenden und -konsumierenden. Ich gehe davon aus, daß verschiedene Personen diesen Begriff verschieden interpretieren, was dazu führt, das jeder vorgibt, nach Rom zu reisen, aber auf den bekanntermaßen unterschiedlichen Wegen eben nicht dort ankommt sonders woanders. Die analoge Magnetbandtechnik wird meines Wissens nur noch in Ausnahmefällen und kleinem Maße als einziges Aufnahmemedium einer Produktion eingesetzt, oft "nur" als zusätzliche Alternative zur digitalen Technik und noch öfter als "Effektgerät", also dazu, durch Betrieb ausserhalb der ursprünglichen Spezifkationen bestimmte Sounds zu erzeugen. Ob diese digital nachbildbar wären oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht macht man sich die Mühe der Nachbildung gar nicht, weil die analoge Technik hier alles erfüllt, was man will und der Bedarf nach digitaler Technik gar nicht erst aufkommt.

Das von Sören gewählte Thema finde ich interessant, als falsch empfinde ich aber den Klammer-Zusatz "hoffentlich". Am Ende einer Arbeit sollte ein Ergebnis stehen, das sich im Laufe der Arbeit entwickelt hat. Wenn Sören vorher schon weiss, was dabei herauskommen soll, dann ist das keine ergebnisoffene wissenschaftliche Arbeit mehr sondern fällt eher in die Fakultät "Propaganda und Werbung". Wink Ich hatte einen Deutschlehrer, der einem lockeer 20 Rechtschreibfehler pro Seite verzieh und eine unleserliche Schrift, aber höchst pampig werden konnte, wenn im ersten Satz des Aufsatzes klar war, was am Ende als Fazit herauskommen würde. Das schien ihn an seine Vergangenheit als Jurist zu erinnern, wo ja von vorneherein klar war, für was der jeweilige Anwalt plädieren würde Wink

Ich warne sören auch davor, die allgemein gemachten Äusserungen "pro / contra Analog" und "pro / contra Digital" wissenschaftlich ernst zu nehmen. Stichworte wie "Selbststäuschung" und "subjektives Klangempfinden", auch "Beurteilungen aufgrund eingefahrene Hörgewohnheiten" gehören unbedingt zur Betrachtung dazu. Damit wäre er dann bereits knietief in die Psychologie eingedrungen.

Ich behaupte mal ganz provokativ: Wenn man einer Anzahl von Menschen die auf "analogen Klang" bestehen und die diesen mit viel Aufwand zu erreichen und zu erhalten versuchen einem seriösen Hörtest (Blindtest) unterzieht, so wird die Anzahl derjenigen, die das Objekt ihrer Begierde zweifelsfrei detektieren können auf ein sehr übersichtliches Maß zusammenschnurren. Auch wenn ich die Analogtechnik und vor allem die Magnetbandtechnik sehr mag: Die technisch hieb- und stichfesteren Argumente kommen von denen, die die Digitaltechnik bevorzugen oder zumindest akzeptierend einsetzen.

Es darf auch nicht unberücksichtigt bleiben, das beide Techniken, Analog wie Digital, ein gemeinsames Ziel hatten: Die höchstmögliche Wiedergabetreue zu erreichen, vulgo "HiFi". Beide Techniken haben Vor- und Nachteile, ihre individuellen Grenzen, verlangen nach Kompromissen und bietem dem Anwender einen gewissen Gestaltungsspielraum, diese einzugehen. Dies alleine würde schon zu verschiedenen Ergebnissen führen. Verschiedene Tonmeister erzielen mit dem gleichen Equipment verschiedene Ergebnisse.

Es ist daher ziemlich fragwürdig, empfundene Unterschiede im Klangbild alleine der verwendeten Technik zuzuschreiben.

Meiner Meinung nach sollte so eine wissenschaftliche Arbeit mit der Gegenüberstellung der hard facts beginnen und Alternativen aufzeigen, wie diese von Fall zu Fall, von Person zu Person individuell bewerten werden können, und was dann als individuelle Entscheidung dabei herauskommt.

Sörens "hoffentlich" unterstütze ich nur in einem Punkt: Ich finde es sehr schade, wenn eine Technik und das damit verbundene Wissen aussterben. Ich finde es auch schade, wenn beides nur museal weiterlebt. Daß es auch in Zukunft noch ein paar Nischen gibt, in denen diese Technik aktiv betrieben wird und duch die man in die Vergangenheit blicken kann - das hoffe ich auch.

Meine ersten, einleitenden Untersuchungen wären:
- in welchem Maße finden denn analoge Produktionen statt im Vergleich zu digtitalen Produktionen.
- In welchen Gebieten?
- "Analog only" oder als 2. Auswahlmöglichkeit für Vinylfreunde mit CD-Phobie? Also zur Befriedigung eines kleinen, wenn auch lukrativen Nischenmarktes?
- Wie wird eine Entscheidung jeweils begründet?
Es läuft also darauf hinaus, zunächst einmal zweifelsfrei die Situation darzustellen, die Du vertiefend beleuchten willst. Dies alleine ist schon eine ganz veritable Aufgabe.
Michael(F)
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