Kunstkopfstereofonie
#1
Wer kann sich noch an diese Technik erinnern?
Zitieren
#2
So vom Hörensagen kann ich mich noch dran erinnern. Es wurden meines Wissens auch spezielle Teststendungen für Kunstkopf-Stereophonie im Rundfunk ausgestrahlt.

Von Bluthard gab es mal ein Band, daß diese Technik demonstrierte. Eine Kopie eines solchen habe ich mal besessen bzw. besitze es heute noch, finde es aber nicht mehr.

Die Kunstköpfe, die zur Aufnahme verwendet wurden, hatten auch Namen. Ich erinnere mich an einen "Harry" von AKG.
Michael(F)
Zitieren
#3
Hallo Michael(F)

ich habe noch so ein Tonband mit vom Rundfunk übertragenen Kunstkopf-Aufnahmen. Ist schon ziemlich lange her.

Bei Interesse kann ich das gern kopieren.

Gruss
Revoxidiert(Wolfgang)
Revox A76 , A78 , B285 , B739 , B750 , B760 , B790 , C36 , C115 , C221 , D88 , E36 , G36 MKI , Lautsprecher Agora B , STUDER A 68 , A 81R , A 721 , 1 x A 730 , 1 x A 62 ( 9,5 / 19,0 cm/ sec ) , 1 x B 62 , ..... C37.... meine absolute Lieblingsmaschine ..... Telefunken 1 x M 5 A mono ...... 2 x M 5 B stereo ..... Grundig TK- 6 L .. TK - 42  ...2 mal TK 46...Telefunken Musikus 504 V ........ S.A.B.A. M.E.E.R.S.B.U.R.G --- S.T.E.R.E.O. - G .

Plattenspieler E M T 9 4 8
Zitieren
#4
Daran kann ich mich auch noch erinnern.

Ein Schulkamerad hat sich damals einen Kopf einer Schaufensterpuppe besorgt und in die Gehörgänge Kondensatormikrophonkapseln eingebaut. Das war wohl mal eine Modewelle. Ich könnte mir gut vorstellen, daß das eine recht interessante Aufnahmetechnik ist, gerade dann, wenn man beim Hören der Aufnahme Kopfhörer benutzt.

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
Zitieren
#5
Meines Wissens MUSSTE man Kopfhörer benutzen, sonst ging der Effekt verloren.
Michael(F)
Zitieren
#6
Auch wenn die Kunstkopftechnik in der Aufnahmepraxis derzeit keine Rolle mehr spielt, bei der Erfassung von Geräuschen zur Lästigkeitsbewertung (Innenräume, PKW-Innengeräusche o.ä.) spielt sie noch immer eine gewisse Rolle.

Ihre konsequente Binauralität war gleichzeitig ihr Problem, denn bei der Konzipierung wusste man über die Bedeutung der Außenohrübertragungsfunktion für den menschlichen Hörvorgang (vorne-hinten, oben-unten) einfach noch nicht genug Bescheid. Die nachgebildeten Ohrmuscheln waren nur für denjenigen Hörer halbwegs akzeptabel, der selbst genau diese Ohrmuscheln, also solche in exakt derselben 'geometrischen Form' besaß wie der Kunstkopf und durch seine Wiedergabeeinrichtung (nur Kopfhörer möglich) seine reale Außenohrübetragungsfunktion so weitgehnd wie irgend möglich außer Kraft setzen konnte. Dann funktionierte das Verfahren ohne die bekannten Ortungsfehler perfekt. Sonst aber prinzipbedingt nie. Aber auch einer so halbwegs akzeptablen Funktion konnten die Ergenisse schon faszinieren. Nachdem aber eine Wiedergabe über Lautsprecher nicht möglich ist (allem Reden zum Trotz), konnte die Technik nur in Spezialfällen (primär bei Hörspielen) überzeugen.

Im Kugelflächenmikrofon Günther Theiles und Stefan Geyersbergers lebt der Kunstkopf aber wissenschaftlich vertieft fort, wobei die Kugelfläche konsequent (also bereits über ihre Anlage) alle Informationen ausschaltet, die zum subjektiven Gehörseindruck eines individuellen natürlichen Hörers gehören: Keine Ohrmuscheln, keine Nachbildung von Haaren oder Schultern, starke Idealisierug der Beugungserscheinungen um den imaginären Schädel, starke Idealisierung der Gehörgangeinflüsse.

Dies mit einer interessanten Diffusfeldkorrektur garniert ergab ein interessantes, sauteures, allerdings wenig universelles Stereomikrofon, das andererseits aber auch von THeiles Gegenspielern als Spektraldifferenzenautomat diffamiert wurde. Gerade aus dem Verhalten der Kugelfläche aber kann man sehr viel über die physikalischen Elemente (also Voraussetzungen) des menschlichen Hörvorganges lernen. Ach ja: Sie ist überdies das bis heute einzige Stereomikrofon, das sich im Frei- und Diffusfeld praktisch gleich verhält, das Phänomen übermäßiger Frequenzgangverzipfelungen üblicher Stereosysteme im Diffusfeld eben genau nicht kennt. An den Überlegungen Günther Theiles war also durchaus etwas dran.
Trotzdem würde ich -als Besitzer einer Schoeps-Kugelfläche- sie nicht gerade als erste Wahl für ein Hauptmikrofon bezeichnen. Es gibt aber Einsatzfälle, bei denen sie Überlegenheit zeigt.

Hans-Joachim
Zitieren
#7
http://www.tonbandinfo.com -> Download -> Funkschau
In den Jahrgängen 1976 (03) und 1982 (05 & 07) gibt es einige Veröffentlichungen.
Happy Downloading ... Wink

Gruß
Michael
Zitieren
#8
Genau auf den kurzen Aufsatz in Funkschau 3, 1976, S. 95 bezog ich mich oben bei meiner Andeutung zum Problem der einwandfreien Vorne-Hinten-Ortung, die durch die Surroundtechnik heute ja wieder auflebt und ursächlich nun wohl als geklärt betrachtet werden kann. Wie man allerdings damit umgeht, erweist sich als ein immer neues Problem, das sich nur situationsbezogen lösen lässt.

Interessant ist heute zu lesen, wie haarscharf man 1976, vor nun dreißig Jahren, an einer zutreffenden Erklärung dran war, aber letztlich den Blick auf das Problem nicht exakt genug auf Linie bekam.

Von Sennheiser gab es ein Elektret-Stetho-Mikrofon-Set, das die obigen Bedingungen weitgehend erfüllte und damit für den Träger des Sets -und nur für ihn- auch die Möglichkeit interessanter Aufnahmen (namentlich in der Natur) bot.

Hat hier im Forum jemand noch so ein funktionierendes Ding?

Hans-Joachim
Zitieren
#9
Ich habe noch einige CDs mit erstklassigen Kunstkopfaufnahmen. Auf meinem diffusfeldentzerrten STAX-Labda ist die räumliche Lokalisationgenauigkeit und der Gesamteindruck schon beeindruckend.

http://www.natur-tilgner.de/tontraeger/W...nzert.html
Test-CD von STAX

Mit einem Neumann-Mikro oder gar Kunstkopf kann ich leider nicht mehr dienen.
Zitieren
#10
Habe noch zwei selbst aufgenommene Hörspiele in Kunstkopfstereophonie auf Cassette und eine CD von STAX, deren Aufnahmen mit dem Kunstkopf KU 81i erfolgten.

Gruß
Bernd
Gruß
Dreizack
Zitieren
#11
Hallo,

bei uns wird noch heute der SENNHEISER-Kunstkopf für Hörspiele oder Moderationen benutzt!

Nur: Viele sind zu bequem beim Abhören Kopfhörer aufzusetzen...

Gruß, Euer Gunther
Hörmagazine? Da gibt es nur eine Wahl: TBS-47-AUDIOCLUB!
...mit: Hörspielen, Sketchen, Reportagen, Interviews, Montagen, Tricks usw.

INFO: http://www.tbs47audioclub.de/
Zitieren
#12
Wie sind dann diese OKM-Knopf-Ohr-Mikrofone zu beurteilen?

Theoretisch müsste sich dann ein gutes Ergebniss einstellen, wenn der Aufnehmende die Aufnahme mit einem Kopfhörer abhört.

Ein Fremder "hört mit fremden Ohren" und dürfte das Ergebnis vielleicht weniger gut finden.
Michael(F)
Zitieren
#13
Hallo,
angeregt durch diesen Artikel, mußte ich gleich an meinen Plattenschrank. Denn da schlummert seit fast 30 Jahren eine Kunstkopf Aufnahme.

"Hamburger Folk-Rock Session ´75"

Die Platte wurde mit dem Sennheiser-Kopf-Stereomikrophon MKE 2002 aufgenommen. Klingt über Kopfhörer Gigantisch.
Werde sie mal, in einer ruhigen Stunde, über meinen Yamaha DSP A2 mit verschiedenen Programmen über die Lautsprecher abspielen.

Gruß Peter
Zitieren
#14
Ich hab auch noch mal etwas gebuddelt:

Can - Flowmotion
Klaus Schulze - Blackdance
STAX - die Raumklang CD

meine Sachen sind auch alle hier gelistet:
http://www.jokan.de/kunstkopf-musik.html
Zitieren
#15
Guten morgen alle zusammen!
zu dem thema gab es von jvc auch einige (wenige) aktivitäten. 1978 kam eine kombination Kunstkopf-/micro heraus, gleichzeitig ein entsprechender Prozessor zur abbildung auch über die hifi anlage. auch gab es entsprechend aufgenommene schallplatten.
das thema starb dann für die homeanwender, wurde aber zur erweiterung der stereobasis in diversen soundmaschinen eingebaut. die letze mir bekannte war 1990 der RC-N5

[Bild: biphonicjvc0is.jpg]

Meine erfahrungen damit sind recht positiv, all die geräte sind vorhanden.

gruss, klaus
**** back to quality! ****
Zitieren
#16
"revoxidiert" hat mir netterweise eine Bandkopie einer ehemaligen Runfunksendung in KK-Stereofonie geschickt, das fand ich sehr nett und ich muß sagen, es hört sich trotz aller negativen Kritiken über KH sehr effektvoll an.

Bernd
Zitieren
#17
"Die folgenden Aufnahmen mit der Bourbon Skiffle Company wurden in Kunstkopf-Stereophonie aufgenommen. Am besten kann man das Ergebnis dieser neuen Aufnahmetechnik mit Kopfhörern empfangen, aber auch den Hörern, die über normale Lautsprecher hören, wünschen wir viel Spaß mit der Bourbon Skiffle Company."
So die Anmoderation der einzigen KK-Aufnahme, die ich besitze. Leider konnte ich nicht ausfindig machen, wann mein Vater diese Aufnahme gemacht hat. Doppelt leider: Das BASF DP 26 hat reichlich Klebestellen, die nach der Aufnahme entstanden sind. Da ist der Filius wohl zu ruppig mit der TC-366 umgegangen.
Diese Aufzeichnung finde ich jedoch nicht soooo überragend. Ich muss mir wohl mal die Flowmotion von Can holen....

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
Zitieren
#18
´
Diese LP- Aufnahme der BSC habe ich auch irgendwo, habe sie aber schon lange nicht mehr abgehört.

Wenn ich mich recht erinnere, war es sogar Pflicht, KK- Aufnahmen mit offenen Kopfhörern wie dem Sennheiser HD 414 anzuhören?
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
Zitieren
#19
Beinahe OT: Es sind anscheinend drei LPs: http://cgi.ebay.de/KUNSTKOPF-STEREOFONIE...dZViewItem
niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
Zitieren
#20
Zitat:Michael Franz postete
Wie sind dann diese OKM-Knopf-Ohr-Mikrofone zu beurteilen?

Theoretisch müsste sich dann ein gutes Ergebniss einstellen, wenn der Aufnehmende die Aufnahme mit einem Kopfhörer abhört.

Ein Fremder "hört mit fremden Ohren" und dürfte das Ergebnis vielleicht weniger gut finden.
Die Räumlichkeit ist beeindruckend. Hat man selbst O-Ton aufgenommen und macht beim Abhören die Augen zu, ist der Effekt ein geradezu gespenstisches deja vu. Wie das für Aussenstehende aussieht ist für mich mangels austauschbarer Ohren schwer zu sagen.

Die Hörbeispiele auf www.soundman.de sollten davon aber einen Endruck vermitteln können.

Viele Grüße

Stefan
Zitieren
#21
Hallo,

ich habe vor etwa einem Monat mit dem OKM und einem DAT Aufnahmen während deines open-air Bluegrass Festivals gemacht. Die Ergebnisse - bei Wiedergabe über einen guten Kopfhörer-sind, wie bereits hier gesagt erstaunlich. Die Stimmung des Events ist voll da, wenn jemand hinter mir pfeift, dreht man sich um. Eine 360 Grad Stereofonie. Natürlich gehört das Rascheln der Tüte mit Pommes in Nachbars Hand rechts und die nicht unbedingt Themenbezogene Gespräche des weiblichen Publikums rundherum in den Pausen auch dazu, aber wenn nman die Augen schließt, ist man wieder dort. Das nächste mal nehme ich das Zeug sicher wieder mit.
Über Lautsprecher ist die Aufnahme erwartungsgemäß nicht das Wahre.
Jedenfalls ist die Qualität des OKMs für solche Zwecke völlig ausreichend,
denn der relativ bescheidene Rauschabstand spielt bei einer Aufnahme mit so vielen Hintergrundgeräuschen keine wesentliche Rolle.
Zitieren
#22
Ich habe hier in meinem Archiv folgende Kunstkopfplatte:
Sennheiser Hifi Demo Unipolar 2000
in Kunstkopf-stereo-Direktschnitt

Inhalt:
Gaetano Donizetti
"Sonate F-Dur Flöte und Harfe"

John Bennet
"Triumphs of Orania"

Bei wirklich großem Interesse mache ich mal eine Bandaufnahme und schicke die per Post an "Das forum"

Gruß
Martin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste