Schaltplan für passive Bassregelung gesucht
#1
Ich möchte für Linesignale einen passiven Bassregler implementieren. Sozusagen eine Klangregelung ohne Höhenregler.

Mehr als ein Poti, diverse R und C braucht man dafür wohl nicht, ich habe allerdings keinen adäquaten Schaltplan gefunden.

Hat da jemand etwas?
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#2
Mit einer passiven Schaltung kannst du den Bass aber nur bedämpfen, nicht anheben!

Bernd
Zitieren
#3
Das war allerdings nicht meine Frage.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#4
(07.09.2026, 16:50)RalfR schrieb: Mehr als ein Poti, diverse R und C braucht man dafür wohl nicht, ich habe allerdings keinen adäquaten Schaltplan gefunden.
Kommt natürlich darauf an, welchen Hub und welche Cutoff-Frequenz Du da benötigst. Ganz passiv kann man den Signalweg auftrennen, einen Hochpass reinlegen, also Kapazität in Längsrichtung, danach Widerstand in Querrichtung. Das Poti kommt dann (zweipolig) parallel zur Kapazität. Ist natürlich klar, dass damit die Bässe nur dezimiert werden können. Es gibt aber auch Schaltungen, bei denen in Mittelstellung des Potis passiv eingestellt ist und zu beiden Extremstellungen entweder Höhen oder halt Bässe angehoben werden.

Gruß
Dieter
Zitieren
#5
Etwas wild!  

oder 

die gängige Variante!
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

Zitieren
#6
(07.09.2026, 18:53)Gyrator schrieb: die gängige Variante!

Hmm..."Treble boost" ist eher etwas höhenmäßiges?

Bei der "Facebook"-Variante ist die untere Darstellung mit drei Anschlüssen am Widerstand etwas seltsam.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#7
...Zitat von Bernd "Mit einer passiven Schaltung kannst du den Bass aber nur bedämpfen, nicht anheben!"

was bedeutet das im Kontext zu "Treble Boost" ?


Ein Nachdenkspiel kann beginnen....
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

Zitieren
#8
Es gibt auch Ohrstöpsel, die Höhen dämpfen und somit mehr Bass durchlassen.
Zitieren
#9
Bei aller Liebe, aber absurder geht nimmer?
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren
#10
War nicht ganz ernst gemeint:
https://www.roehrentechnik.de/html/high_end.html
Zitieren
#11
Aber die Dämpfung von hohen Frequenzen ergibt doch nicht das gleiche Klangbild wie eine reine Bassanhebung! Wenn ich am Verstärker die Höhen zudrehe und dabei den Pegel anhebe, klingt das mumpfig und dumpf. Wenn ich den Höhenregler nicht anfasse und die Tiefen um zehn dB anhebe, bleiben die Höhen durchsichtig! Ich habe das gerade noch mal ausprobiert.
Zitieren
#12
Um mal wieder zum Thema zu kommen: Es müsst6e doch durch entsprende R/C-Glieder machbar sein, die Höhen und Mitten etwas zu reduzieren, die Tiefen aber mit einem entsprechenden Poti dann passend wenig oder voll durchzulassen. Natürlich sinkt der Pegel dann, aber das war hier auch nicht die Frage.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#13
Bau doch die passive Loudness aus älteren Yamaha Verstärkern nach, ich meine das waren fünf Bauteile. Die Anpassung an die vorhandene Schaltung, die Impedanz der Quelle und Senke, sollte aber ungefähr passen.

Gruß Ulrich
Zitieren
#14
Gute Idee, hättest Du da ein Beispielgerät? Ich kann ja nach einem Plan dann suchen.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#15
(08.09.2026, 11:47)RalfR schrieb: Um mal wieder zum Thema zu kommen: Es müsst6e doch durch entsprende R/C-Glieder machbar sein, die Höhen und Mitten etwas zu reduzieren, die Tiefen aber mit einem entsprechenden Poti dann passend wenig oder voll durchzulassen. Natürlich sinkt der Pegel dann, aber das war hier auch nicht die Frage.

So wäre auch meine Herangehensweise.
Idee:
da keine Verstärkung möglich ist, setzt man den Gesamtpegel um ein bestimmtes Maß herab. Nehmen wir der Einfachheit halber 50 %.
Keine Klangbeeinflussung, also alle Frequenzen werden gedämpft, führt also zu einer Verringerung des Pegels auf die Hälfte.

Dämpfe ich die niedrigen Frequenzen weniger oder sogar gar nicht, werden sie mit höherem Pegel wiedergegeben als die restlichen, höheren Frequenzen. 
Das entspräche einer Anhebung.
Ebenso könnte man es nun mit einem anderen Frequenzbereich machen, was aber hier nicht gewünscht oder benötigt wird.

Dämpfe ich die tiefen Frequenzen stärker als nur 50 %, entspräche das einer Absenkung gegenüber den restlichen Frequenzen (Bassabsenkung), was ebenfalls nicht gewünscht bzw. benötigt wird.

Also, wenn ich nicht verstärken kann oder möchte, senke ich den Gesamtpegel und habe dann "Luft" um von reduzierten Pegel aus eine Klangbeeinflussung im Sinne einer Verstärkung durchzuführen.

Unter dem Begriff Kuhschwanzfilter habe ich diese Skizze gefunden.
Eigentlich muss man nur den Regler für die hohen Frequenzen weglassen und die Regelung für die tiefen Frequenzen abändern.
Wenn ich nicht völlig daneben liege, sollte diese passiver Klangregelung doch die Wünsche erfüllen?


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
Zitieren
#16
Ja, an eine abgespeckte Kuhschwanzregelung mit den von Dir angegebenen 50% Pegelabfall hatte ich auch schon gedacht, allerdings reichen meine Fähigkeiten nicht dazu aus, sie soweit abzuändern, dass sie ohne den Höhenregler realisiert werden kann.

Da bräuchte ich Hilfe. Aber vielen Dank erst einmal.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#17
Ohne dass ich Kenntnisse im Berechnen so einer Schaltung habe; würde ich folgendes probieren:
Das linke Poti im Wert halbieren und dafür einen 50 kOhm Festwiderstand dazu -> nur Anhebung, keine Absenkung der Tiefen.
Das rechte Poti durch zwei Festwiderstände ersetzen.
Zitieren
#18
   
   

Die linke Skala ist in dB, 20 entspricht 0dB, die maximale Dämpfung ist damit -20dB. Wenn die Höhenbeeinflussung nicht gewünscht ist einfach C1 und R2 weglassen. Die Eckfrequenz(en) und die maximale Dämpfung kann man anpassen.

Gruß Ulrich
Zitieren
#19
Das wäre eine Idee, vielen Dank!

@Ulrich: "V" wäre dann der Ausgang?
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#20
Ja, "V" ist der Ausgang, R4 wäre die Last. Die Wirkung der Schaltung hängt auch von der Last ab.

Gruß Ulrich
Zitieren
#21
(08.09.2026, 16:55)uk64 schrieb: Wenn die Höhenbeeinflussung nicht gewünscht ist einfach C1 und R2 weglassen.

Wenn C1 und R2 fehlen, werden die Höhen erst recht beeinflusst. Nach dem Abfallen der Kurve verbleibt der Pegel unten für alle höheren Frequenzen. Bei größerem C2 verlagert sich der Knick zu niedrigeren Frequenzen hin, aber der Effekt bleibt -- die Höhen werden abgeschächt.

Gruß
Dieter
Zitieren
#22
So hatte ich es gemeint.  

Gruß Ulrich
Zitieren
#23
(08.09.2026, 11:24)hannoholgi schrieb: Aber die Dämpfung von hohen Frequenzen ergibt doch nicht das gleiche Klangbild wie eine reine Bassanhebung! Wenn ich am Verstärker die Höhen zudrehe und dabei den Pegel anhebe, klingt das mumpfig und dumpf. Wenn ich den Höhenregler nicht anfasse und die Tiefen um zehn dB anhebe, bleiben die Höhen durchsichtig! Ich habe das gerade noch mal ausprobiert.
Kommt ja immer darauf an, welche Frequenzgangskurve man hat und mit welcher Lautstärke man hört (denn das Gehör hat auch einen pegelabhängigen Frequenzgang). Man kann zu ein und derselben Kurve sagen, die Höhen sind bedämpft ODER die Bässe sind angehoben. Wenn Höhen nicht mehr hörbar sind, dann fallen sie halt unter die Wahrnehmungsgrenze. Und wenn die Tiefen (nur) um 10 dB angehoben werden, fallen die die Höhen eben noch nicht unter die Wahrnehmungsgrenze.

Um da Endgültiges und vor allem Zielführendes sagen zu können, müsste man erst einmal wissen, welchen Frequenzgang man haben möchte und wo man Einfluss haben soll.

Dieter
Zitieren
#24
(09.09.2026, 07:27)Uhermania schrieb: Um da Endgültiges und vor allem Zielführendes sagen zu können, müsste man erst einmal wissen, welchen Frequenzgang man haben möchte und wo man Einfluss haben soll.

Das hatte ich oben schon beschrieben. Da das Ganze in einem normalen Signalweg stehen soll, müssten bis auf den Tieftonbereich alle weiteren Frequenzen leiser sein, so dass bei Anhebung der Gesamtsignalstärke der Bass eben lauter ist.

Die "Kuhschwanz"-Regelung ohne Höhenregler würde sich doch da anbieten, oder?
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#25
Das heißt aber entgegen Deinem ersten Posting, dass Höhenkontrolle geschaffen werden soll und nicht Tiefenkontrolle. Und ab welcher Frequenz sollen die Höhen bedämpft werden und mit welcher Steilheit?
Zitieren
#26
??
Ralf möchte eine Anhebung des Basses mittels passivem Klangregler
Ein "Kuhschwanzregler" ist passiv und ermöglicht eine Klangregelung von tiefen und hohen Tönen
Ralf fragte nach einer Vereinfachung der Schaltung, weil er die Beeinflussung der hohen Frequenzen nicht benötigt
ebenso möchte er keine Absenkung der Bässe, sondern nur eine Anhebung

So jedenfalls habe ich es verstanden.

Wie würde ich es lösen?
In der gezeigten Schaltung, die gängige Praxis war, würde ich das Poti für die Höhen durch zwei gleich große Festwiderstände ersetzen. Das entspräche der Mittelstellung eines Potis und ließe die Höhen mehr oder weniger unbeeinflusst.
Das Poti für die Bässe würde ich vom Wert halbieren und einen Festwiderstand ergänzen. Damit wäre die Absenkung der Bässe vermieden und der gesamte Regelbereich steht für die - jetzt feinfühligere - Anhebung zur Verfügung.

Wenn es kein Regler sein muss, könnte auch ein mehrstufiger Schalter für eine gewünschte Anzahl von Pegelanpassungen verwendet werden. Zum Beispiel + 3 / 5 / 10 dB oder wie auch immer.
Zitieren
#27
Ja, das erscheint mir auch schlüssig, ich probiere das aus. Erst einmal danke für die konstruktiven Hilfen.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#28
Das Gewünschte entspricht doch meiner gezeigten Schaltung ohne C1/R2. Drei Bauteile, einfacher geht es nicht. Im Gegensatz zum umgemodeltem Kuhschwanzentzerrer keine Dämpfung in Neutralstellung. Eckfrequenz kann man anpassen, Steilheit ist wie sie ist, passiv halt eh nur Aufwendig zu steigern.

Gruß Ulrich
Zitieren
#29
Wink Keine Sorge, ich probiere alles einmal aus, Deine Minimallösung als erstes, geht ja auch am schnellsten.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#30
Moin,

bin gerade unterwegs, daher ohne den direkten Link:
Suche im internet „duncanamp tone stack calculator“ und hol dir den. Du findest eine Menge Schaltungen inklusive Simulation. 
Hier siehst du vor Allem auch, dass es keine (!) passive Schaltung deines Verlangens gibt, die nicht vom „Rest“, also den Aus- und Eingangsimpedanzen der benachbarten Schaltungen abhängig ist. 

Über die klanglichen Auswirkungen sage ich nix, das ist ersten Geschmacksache und zweitens jedem egal, der Klangregelung will. 

Martin (der besonders die Big Muff Pi Schaltung mag, die allerdings keine reine Basseinstellung ist)
Zitieren
#31
Naaamd Ralf!

Ich bin sehr spät dran, keine Zeit gehabt …

Die nicht ohne Grund beliebteste Schaltung für Klangregler ist die Klangwaage, auch Kuhschwanzregler genannt.
Die bekannte aktive Schaltung bringt etwa ±20dB für Tiefen und Höhen.
Nun soll es aber eine passive Schaltung sein. Nimmt man einfach dieses Regelnetzwerk hinaus und betreibt es passiv, sieht man, dass es eine Grunddämpfung von (nur) 6dB hat und damit nur eine relative Anhebung von maximal 6dB möglich ist:
   
Ein bisschen wenig.
(P1,2 a/b sind jeweils die Bass und Treble - Regler)

Aber dieses Problem haben die Altvorderen schon im Röhrenverstärker gelöst:
RIM Klangregelung KR-100
Dort war eine passive Klangwaage zwischen zwei Röhrenstufen gang und gäbe. Im Unterschied zur ersten Schaltung ist diese asymmetrisch realisiert, was zu einer Grunddämpfung von ca. 20dB führt. Da diese Röhrenschaltung für unsere Zwecke viel zu hochohmig ist, habe ich sie deutlich niederohmiger gemacht:
   
Wegen der höheren Grunddämpfung ist eine relative Anhebung von ca. 20dB möglich!

In der Simu werden die Potis mit linearen Schritten durchfahren. Der Regelverlauf ist sehr nichtlinear, d.h. bei Mittelstellung ist der Frequenzgang nicht linear. Das ist der Nachteil gegenüber der symmetrischen Schaltung Nr. 1. Deshalb wurden hier auch logarithmische Regler eingesetzt! Aber ein linearer Frequenzgang ist nicht so einfach einstellbar. Man kann nicht alles haben.

Aber es wird ja nur eine Bassanhebung nach Gehör gesucht, da kann uns das herzlich egal sein.

Nun brauche ich nur noch den Höhenregler rauszuschmeißen und wir haben einen ganz brauchbaren passiven Kuhschwanz - Bassregler mit 20 dB relativer Anhebung:
   

Ja, wurde auch schon erwähnt: Die Ausgangsimpedanz der Quelle und die Eingangsimpedanz der nachfolgenden Stufe beeinflussen das Verhalten. In der angegeben Dimensionierung sollte die Quellimpedanz ≤1k und der Verstärker ≥10k Eingangsimpedanz haben.

Gute Nacht
Frank
In Rust We Trust!
T e s l a  B 1 1 6 (A.D.),  R E V O X  B 7 7
Zitieren
#32
Hallo Frank,

letzteres sieht auch gut aus, wie würde denn ein Poti integriert werden?
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#33
Das Poti ist mit P1a und P1b bezeichnet. Die Verbindung beider ist logischerweise der Schleifer.

Dieter
Zitieren
#34
Moin Ralf!
Jo, die Verbindung von P1a und P1b ist der Schleifer des linearen 10k Potis P1. Hatte ich vergessen zu erwähnen. Mein Bild stammt aus der Simulation , da muss das so sein. Die Poti - Anschlüsse sind also der obere Anschluss von P1a, die Verbindung P1a-b und der untere Anschluss von P1b.

@ Dieter: Ralf hat sich als totaler elektronischer Laie geoutet, da ist das für ihn nicht unbedingt logisch.

Du suchst ja eine reine Bassanhebung, da stört die Absenkung nur. Das erreicht man leicht mit einem weiteren Widerstand R3:
   
Da hat man dann am unteren Anschlag auch noch eine gute Frequenzlinearität.

EDIT: Die Kondensatoren dürfen keine Elkos sein. Am besten Lackfilme.

Liebe Grüße
Frank
In Rust We Trust!
T e s l a  B 1 1 6 (A.D.),  R E V O X  B 7 7
Zitieren
#35
Herzlichen Dank für die Erklärungen  Smile.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#36
(11.09.2026, 09:08)DropOut schrieb: @ Dieter: Ralf hat sich als totaler elektronischer Laie geoutet, da ist das für ihn nicht unbedingt logisch.
Logisch!  Smile War auch völlig wertfrei oder nicht vorwurfsvoll gemeint.
Dieter
Zitieren
#37
Alles gut  Wink
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste