Die Vorgeschichte zu diesem Thread ist in nachfolgendem Thread zufinden:
10X(D) Capstanmotor
Hier denn jetzt der "Umbau" des Capstanmotors von Original zu Fälschung .....
Da in dem "Vorgeschichten-Thread" die benötigten Daten "lose" aufgeführt sind, zuerstmal die "Basics" nochmals auf einen Blick:
Die Servicemanuals zur 10X(D) schweigen sich hinsichtlich Motordrehzahlen, Tachofrequenzen aus - also nix zu finden .....
Hier hilft nur Rechnen anhand der vorgegebenen Abmessungen Capstanwelle, Schwungscheibendurchmesser, Durchmesser Motorpulley ....
Capstanwellendurchmesser: 5 mm
Capstanschwungscheibendurchmesser: 95 mm
Durchmesser Motorpulley: 34,5 mm
Berechnungsgrundlage ist 19 cm/s !
Umfang der Capstanwelle: 15,7 mm
d.h. für 19 cm/s werden 12,1 Capstanumdrehungen/Sekunde gebraucht
dies entspricht 726 Capstanumdrehungen/Minute
für 9,5 cm/s dann 363 Capstanumdrehungen/Minute
für 38 cm/s dann 1452 Capstanumdrehungen/Minute
Die Motordrehzahlen dann wie folgt:
Durchmessercapstanschwungscheibe / Durchmesser Motorpulley ergibt 2,75
folglich für 19 cm/s dann 726 * 2,75 = 1996,5 Motorumdrehungen/Minute
für 9,5 cm/s dann 998,25 Motorumdrehungen/Minute
für 38 cm/s dann 3993 Motorumdrehungen/Minute
Die Lichtschrankenimpulse pro Sekunde:
Zahnkranz 54 Zacken
daraus ergibt sich 54 * 12,1 = 653,4 Impulse/Sekunde bei 19 cm/s
für 9,5 cm/s dann 326,7 Impulse/Sekunde
für 19 cm/s dann 1306,8 Impulse/Sekunde
Das sind die rechnerischen Werte ! Die Nachkommastellen werden ignoriert !
Damit sind die Anforderungen an den DC-Motor zur Hälfte (Drehzahlbereich) definiert. Ferner stehen die Soll-Werte der Capstan- / Motorumdrehungen fest !!
-------------------------------------------------
Schaltungstechnisch wird der originale Capstanmotor aus einer gesonderten Netztrafowicklung mit 20 Volt AC versorgt. Diese AC-Spannung wird gleichgerichtet, so das nach Gleichrichtung ca. 28 Volt DC im Leerlauf vorliegen. Unter Last dann ca. 24 Volt DC.
Damit steht ein weiterer Motorparameter fest: 24 Volt DC Motor, Drehzahl max. 6000 Umdrehungen/Minute (Sicherheit einkalkulieren, nicht auf Kante bauen ...)
Weitere Parameter sind Stromaufnahme, Laufruhe und Abmessungen.
Gewählt wurde ein Motor mit 24 Volt DC, max. 7000 U/min, Stromaufnahme max. 2 A (Die braucht er nicht real !!! Im Betrieb ca. 500 Milliampere, passt zum Netztrafo) .
Aber Wellendurchmesser 8 mm !! Also kein Original-Motorpulley verwendbar .....Was sich noch rächen sollte ........
Schaltungstechnisch hat Tandberg auf der Motorregelung für den Capstanmotor hier noch ein Feature eingebaut: Eine Pitchfunktion !!
Diese muss zwar "extern" realisiert werden, aber schön wäre es ja wenn das beim Umbau nicht verloren geht .....
Wie realisiert sich jetzt hieraus eine neue Drehzahlregelung für den Capstanmotor ??
Mittels µComputer ala Arduino und Co ! Entsprechende Beispiele für passige "Regelsoftware" in Form eines PID-Reglers gibt es ja (wenn MANN sie versteht) ...
Insofern stand das grobe Konzept zur Realisierung des Umbaues fest:
DC-Motor 24 Volt, Spannungsversorgung aus der 20 Volt AC Wicklung, PWM-Ansteuerung Motor, Regelsoftware mittels PID-Regler auf Plattform Arduino, Beibehaltung des original Geschwindigkeitsschalters, externe Pitchfunktion .....
Problem Nummer EINS:
Im Standard erzeugt ein Arduino ein PWM-Signal mit 490 Hz. Was zu Motorpfeifen führen kann ..... also muss die PWM-Frequenz höher sein und somit nicht hörbar.
Diese Frequenz lässt sich zwar ändern, mit dem "unschönen" Nachteil, dass hier direkt ins Register des µComputers geschrieben wird ...... Nö, lass mal sein .....
DAS muss eleganter gehen .....
ESP32 und MINI D1 ESP32 haben eine höhere Taktfrequenz und somit können sie "hoch-frequente" PWM-Signale erzeugen OHNE Registerprogrammierung !! Einfach per Software.
Also fiel die Wahl des µComputers auf einen MINI D1 ESP32. Die PWM-Frequenz beträgt jetzt 22 Kilohertz !! Ohne Registerprogrammierung ! Weiterer Vorteil: Der Regelbereich des PWM-Signals wird "feinfühliger", da der zulässige Wertebereich des PWM-Signals erweitert wird.
Problem Nummer EINS gelöst ! Und auch genug Computer-Chinesisch ....
Problem Nummer ZWEI:
Die Lichtschranke an der Capstanschwungscheibe ! Diese erhält ihre Versorgungsspannung aus dem + 27Volt Netzteil der 10Xe. Bedingt durch die Wahl des ESP32 darf aber der Ausgang der Lichtschranke nicht über 3,3 Volt bei High liegen ...... also hier die Lichtschranke getauscht durch ein Exemplar das am ESP32 betrieben werden darf.
Problem Nummer ZWEI gelöst !
Der steinige Weg der Umsetzung:
Im ersten Ansatz den "neuen" Capstanmotor mit einem umschaltbaren PWM-Generator betrieben (also OHNE Regelung, aber PWM-Frequenz 22 khz) um zusehen, ob sich das a) so realisieren lässt und b) weitere Parameter wie Stromaufnahme etc. passen.
Zu a:
Es lässt sich so realisieren ! Der DC-Motor passt in die 10X, Laufruhe ist gegeben, Stromaufnahme überfordert den Netztrafo nicht, PWM-Pfeifen nicht hörbar (dank 22 khz).
Zu b:
Als Problem stellte sich das Motorpulley dar. Unterschiedliche Motorpulley erzeugten entweder ein unruhiges Laufbild oder der Riemen zog sich vom Pulley. Letztlich wurde das Original-Motorpulley an den neuen Achsdurchmesser des DC-Motors angepasst. Jetzt läuft es so wie soll !
An dieser Stelle nochmals ein dickes Dankeschön an Bernd (aka capstan) für die "Aufarbeitung" bzw. Neukonstruktion des Motorpulley!
Also als nächstes die Baustelle Software - Angstgegner bzw. Respekt vor dem Zeug. Zumal C-plusplus hier nicht gerade der "Liebling der Nation" ist ..... eher Fortran95 ....
An dieser Stelle ein Dankeschön an Binse (aka Selbstbauer) für das Überlassen seines Quellcodes für seine Motorensteuerung bei seinen Projekten. Nach Lesen und Verstehen wurde es Licht im Tunnel.
Mittlerweile ist der Software-Prototyp ebenfalls fertig und geht fehlerfrei über den Compiler. Ob er tut wie soll - we will see .....
Also ist jetzt Stand der Dinge:
- µComputer liegt vor
- Lichtschranke ist umgebaut
- Motorpulley wieder original
- Prototyp Software fertig inkl. externe Pitchfunktion
- MOSFET-Treiber Prototyp fertig
- neue Halteplatte für den DC-Motor fertig
- neuer Motor passt ins Gehäuse
- an PWM-Generator (ohne Regelung) funktioniert so wie gedacht
Die nächsten Schritte sind dann alles zusammenbauen und testen ! Zuerst Einzelkomponenten dann im Zusammenspiel.
--------------------------------
An dieser Stelle nochmals ein ganz, ganz dickes Dankeschön an alle Beteiligten - ohne Hilfe wäre die Maschine ein Ersatzteillager geworden !!
-------------------------------
to be continued
beste Grüße
Christian
10X(D) Capstanmotor
Hier denn jetzt der "Umbau" des Capstanmotors von Original zu Fälschung .....
Da in dem "Vorgeschichten-Thread" die benötigten Daten "lose" aufgeführt sind, zuerstmal die "Basics" nochmals auf einen Blick:
Die Servicemanuals zur 10X(D) schweigen sich hinsichtlich Motordrehzahlen, Tachofrequenzen aus - also nix zu finden .....
Hier hilft nur Rechnen anhand der vorgegebenen Abmessungen Capstanwelle, Schwungscheibendurchmesser, Durchmesser Motorpulley ....
Capstanwellendurchmesser: 5 mm
Capstanschwungscheibendurchmesser: 95 mm
Durchmesser Motorpulley: 34,5 mm
Berechnungsgrundlage ist 19 cm/s !
Umfang der Capstanwelle: 15,7 mm
d.h. für 19 cm/s werden 12,1 Capstanumdrehungen/Sekunde gebraucht
dies entspricht 726 Capstanumdrehungen/Minute
für 9,5 cm/s dann 363 Capstanumdrehungen/Minute
für 38 cm/s dann 1452 Capstanumdrehungen/Minute
Die Motordrehzahlen dann wie folgt:
Durchmessercapstanschwungscheibe / Durchmesser Motorpulley ergibt 2,75
folglich für 19 cm/s dann 726 * 2,75 = 1996,5 Motorumdrehungen/Minute
für 9,5 cm/s dann 998,25 Motorumdrehungen/Minute
für 38 cm/s dann 3993 Motorumdrehungen/Minute
Die Lichtschrankenimpulse pro Sekunde:
Zahnkranz 54 Zacken
daraus ergibt sich 54 * 12,1 = 653,4 Impulse/Sekunde bei 19 cm/s
für 9,5 cm/s dann 326,7 Impulse/Sekunde
für 19 cm/s dann 1306,8 Impulse/Sekunde
Das sind die rechnerischen Werte ! Die Nachkommastellen werden ignoriert !
Damit sind die Anforderungen an den DC-Motor zur Hälfte (Drehzahlbereich) definiert. Ferner stehen die Soll-Werte der Capstan- / Motorumdrehungen fest !!
-------------------------------------------------
Schaltungstechnisch wird der originale Capstanmotor aus einer gesonderten Netztrafowicklung mit 20 Volt AC versorgt. Diese AC-Spannung wird gleichgerichtet, so das nach Gleichrichtung ca. 28 Volt DC im Leerlauf vorliegen. Unter Last dann ca. 24 Volt DC.
Damit steht ein weiterer Motorparameter fest: 24 Volt DC Motor, Drehzahl max. 6000 Umdrehungen/Minute (Sicherheit einkalkulieren, nicht auf Kante bauen ...)
Weitere Parameter sind Stromaufnahme, Laufruhe und Abmessungen.
Gewählt wurde ein Motor mit 24 Volt DC, max. 7000 U/min, Stromaufnahme max. 2 A (Die braucht er nicht real !!! Im Betrieb ca. 500 Milliampere, passt zum Netztrafo) .
Aber Wellendurchmesser 8 mm !! Also kein Original-Motorpulley verwendbar .....Was sich noch rächen sollte ........
Schaltungstechnisch hat Tandberg auf der Motorregelung für den Capstanmotor hier noch ein Feature eingebaut: Eine Pitchfunktion !!
Diese muss zwar "extern" realisiert werden, aber schön wäre es ja wenn das beim Umbau nicht verloren geht .....
Wie realisiert sich jetzt hieraus eine neue Drehzahlregelung für den Capstanmotor ??
Mittels µComputer ala Arduino und Co ! Entsprechende Beispiele für passige "Regelsoftware" in Form eines PID-Reglers gibt es ja (wenn MANN sie versteht) ...
Insofern stand das grobe Konzept zur Realisierung des Umbaues fest:
DC-Motor 24 Volt, Spannungsversorgung aus der 20 Volt AC Wicklung, PWM-Ansteuerung Motor, Regelsoftware mittels PID-Regler auf Plattform Arduino, Beibehaltung des original Geschwindigkeitsschalters, externe Pitchfunktion .....
Problem Nummer EINS:
Im Standard erzeugt ein Arduino ein PWM-Signal mit 490 Hz. Was zu Motorpfeifen führen kann ..... also muss die PWM-Frequenz höher sein und somit nicht hörbar.
Diese Frequenz lässt sich zwar ändern, mit dem "unschönen" Nachteil, dass hier direkt ins Register des µComputers geschrieben wird ...... Nö, lass mal sein .....
DAS muss eleganter gehen .....
ESP32 und MINI D1 ESP32 haben eine höhere Taktfrequenz und somit können sie "hoch-frequente" PWM-Signale erzeugen OHNE Registerprogrammierung !! Einfach per Software.
Also fiel die Wahl des µComputers auf einen MINI D1 ESP32. Die PWM-Frequenz beträgt jetzt 22 Kilohertz !! Ohne Registerprogrammierung ! Weiterer Vorteil: Der Regelbereich des PWM-Signals wird "feinfühliger", da der zulässige Wertebereich des PWM-Signals erweitert wird.
Problem Nummer EINS gelöst ! Und auch genug Computer-Chinesisch ....
Problem Nummer ZWEI:
Die Lichtschranke an der Capstanschwungscheibe ! Diese erhält ihre Versorgungsspannung aus dem + 27Volt Netzteil der 10Xe. Bedingt durch die Wahl des ESP32 darf aber der Ausgang der Lichtschranke nicht über 3,3 Volt bei High liegen ...... also hier die Lichtschranke getauscht durch ein Exemplar das am ESP32 betrieben werden darf.
Problem Nummer ZWEI gelöst !
Der steinige Weg der Umsetzung:
Im ersten Ansatz den "neuen" Capstanmotor mit einem umschaltbaren PWM-Generator betrieben (also OHNE Regelung, aber PWM-Frequenz 22 khz) um zusehen, ob sich das a) so realisieren lässt und b) weitere Parameter wie Stromaufnahme etc. passen.
Zu a:
Es lässt sich so realisieren ! Der DC-Motor passt in die 10X, Laufruhe ist gegeben, Stromaufnahme überfordert den Netztrafo nicht, PWM-Pfeifen nicht hörbar (dank 22 khz).
Zu b:
Als Problem stellte sich das Motorpulley dar. Unterschiedliche Motorpulley erzeugten entweder ein unruhiges Laufbild oder der Riemen zog sich vom Pulley. Letztlich wurde das Original-Motorpulley an den neuen Achsdurchmesser des DC-Motors angepasst. Jetzt läuft es so wie soll !
An dieser Stelle nochmals ein dickes Dankeschön an Bernd (aka capstan) für die "Aufarbeitung" bzw. Neukonstruktion des Motorpulley!
Also als nächstes die Baustelle Software - Angstgegner bzw. Respekt vor dem Zeug. Zumal C-plusplus hier nicht gerade der "Liebling der Nation" ist ..... eher Fortran95 ....
An dieser Stelle ein Dankeschön an Binse (aka Selbstbauer) für das Überlassen seines Quellcodes für seine Motorensteuerung bei seinen Projekten. Nach Lesen und Verstehen wurde es Licht im Tunnel.
Mittlerweile ist der Software-Prototyp ebenfalls fertig und geht fehlerfrei über den Compiler. Ob er tut wie soll - we will see .....
Also ist jetzt Stand der Dinge:
- µComputer liegt vor
- Lichtschranke ist umgebaut
- Motorpulley wieder original
- Prototyp Software fertig inkl. externe Pitchfunktion
- MOSFET-Treiber Prototyp fertig
- neue Halteplatte für den DC-Motor fertig
- neuer Motor passt ins Gehäuse
- an PWM-Generator (ohne Regelung) funktioniert so wie gedacht
Die nächsten Schritte sind dann alles zusammenbauen und testen ! Zuerst Einzelkomponenten dann im Zusammenspiel.
--------------------------------
An dieser Stelle nochmals ein ganz, ganz dickes Dankeschön an alle Beteiligten - ohne Hilfe wäre die Maschine ein Ersatzteillager geworden !!
-------------------------------
to be continued
beste Grüße
Christian

