14.06.2026, 20:06
Angeregt durch den Hinweis hier möchte ich hier meine Erfahrungen mit 3D-Konstruktionssoftware teilen und zum Erfahrungsaustausch einladen.
Vorangestellt: ich vermittle beruflich digitale Produktion und die dazugehörige Software an interessierte Laien ab 8 Jahren, nach oben offen. Ziel ist bei uns, innerhalb einer halben Stunde von Null weg ein kleines Erfolgserlebnis zu vermitteln und zum Weiterlernen einzuladen.
Für 3D-Konstruktion bietet sich hier meiner Meinung nach ausschließlich TinkerCAD (www.tinkercad.com) an. Die Software ist browserbasiert, d.h. man muss sie nicht installieren, und sie ist kostenlos. Das Grundprinzip ist "Bauklötze", man kann aus allerhand Grundformen Objekte zusammenbauen, indem man Blöcke miteinander kombiniert oder voneinander abzieht, um Löcher zu erhalten. Natürlich kann man die Blöcke, anders als klassische Bauklötze, auch in der Größe verändern. Das Programm ist, vor allem für die Basisfunktionen, einmalig intuitiv und leicht zu bedienen. Das hat natürlich seinen Preis, manche komplexeren Operationen erfordern einigen Aufwand, weil die vom Hersteller gar nicht so vorgesehen sind.
Sehr oft gefragt ist Abrunden von Kanten, das geht nur für alle Kanten eines Objekts gemeinsam. Ebenso herausfordernd ist das Drehen von Objekten. Nach jeder Drehung nimmt TinkerCAD die Ausrichtung des Objekts als 0 Grad an, man kann die Drehung also nicht einfach rückgängig machen oder den Winkel ändern. Noch schlimmer: dreht man um Winkel ungleich 90 Grad und skaliert anschließend das Objekt, wird es verzerrt. Hier muss man also vorher gut überlegen, welche Schritte man in welcher Reihenfolge ausführt. Kanten fasen oder abrunden geht mit Tricks wie mehrere Objekte stufenweise kombinieren, zuletzt in eine Bohrung umwandeln und zuletzt vom eigentlichen Objekt abziehen durchaus, aber ist Denk- und Zeitaufwand.
Ich habe mit TinkerCAD schon allerhand durchaus komplexe Teile gezeichnet, z.B. das Hubsegment für den Tonarmlift eines Plattenspielers aus den 80ern, also kann die Software definitiv empfehlen.
Fertige Modelle bekommt man definitiv als STL-Datei auf den eigenen Computer, die kann man allerdings nicht mehr wirklich bearbeiten, kann man mit der Umwandlung eines Textes in ein Grafik-PDF vergleichen. Es gibt noch einige andere Optionen, mit denen ich mich noch nicht näher beschäftigt habe, unter anderem die direkte Übertragung in Fusion 360 vom selben Hersteller.
Wenn allerdings die Ansprüche an die Komplexität der Modelle steigen, lohnt es sich durchaus, nach komplexeren Programmen zu suchen. Auch hier gibt es kostenlose Lösungen für unterschiedlichste Bedürfnisse. Blender eignet sich in meiner Wahrnehmung eher für künstlerische Modellierung als für technisches Konstruieren, eine Kollegin schwört aber auch für Ersatzteile darauf
OpenSCAD basiert auf Textbefehlen, kann man fast eher als Programmiersprache denn als typische CAD-Software bezeichnen, ist für sprachlich orientierte Menschen sicher sehr hilfreich, ich bin mehr der Typ für grafische Benutzeroberflächen und empfinde Textbefehle als einschüchternd.
Ich bin daher bei FreeCAD gelandet, eine unglaublich mächtige und seit Version 1.0 sehr brauchbare Open-Source-Software für Linux, Mac und Windows. Man kann hier grundsätzlich auch mit Blöcken arbeiten, ich ziehe es aber vor, 2-dimensionale Skizzen zu zeichnen und die dann zu extrudieren. Eingearbeitet habe ich mich hauptsächlich mit Youtube-Videos, allen voran jenen des Kanals Stolz3D. Wenn man mal etwas Routine hat, gehen manche Aufgaben in zwei Minuten. Auch Dinge wie verschiedene Gewinde oder gar Zahnräder sind schnell gezeichnet. Ich sehe mich immer noch in einem recht frühen Stadium der Lernkurve, aber es macht echt Spaß!
Vorangestellt: ich vermittle beruflich digitale Produktion und die dazugehörige Software an interessierte Laien ab 8 Jahren, nach oben offen. Ziel ist bei uns, innerhalb einer halben Stunde von Null weg ein kleines Erfolgserlebnis zu vermitteln und zum Weiterlernen einzuladen.
Für 3D-Konstruktion bietet sich hier meiner Meinung nach ausschließlich TinkerCAD (www.tinkercad.com) an. Die Software ist browserbasiert, d.h. man muss sie nicht installieren, und sie ist kostenlos. Das Grundprinzip ist "Bauklötze", man kann aus allerhand Grundformen Objekte zusammenbauen, indem man Blöcke miteinander kombiniert oder voneinander abzieht, um Löcher zu erhalten. Natürlich kann man die Blöcke, anders als klassische Bauklötze, auch in der Größe verändern. Das Programm ist, vor allem für die Basisfunktionen, einmalig intuitiv und leicht zu bedienen. Das hat natürlich seinen Preis, manche komplexeren Operationen erfordern einigen Aufwand, weil die vom Hersteller gar nicht so vorgesehen sind.
Sehr oft gefragt ist Abrunden von Kanten, das geht nur für alle Kanten eines Objekts gemeinsam. Ebenso herausfordernd ist das Drehen von Objekten. Nach jeder Drehung nimmt TinkerCAD die Ausrichtung des Objekts als 0 Grad an, man kann die Drehung also nicht einfach rückgängig machen oder den Winkel ändern. Noch schlimmer: dreht man um Winkel ungleich 90 Grad und skaliert anschließend das Objekt, wird es verzerrt. Hier muss man also vorher gut überlegen, welche Schritte man in welcher Reihenfolge ausführt. Kanten fasen oder abrunden geht mit Tricks wie mehrere Objekte stufenweise kombinieren, zuletzt in eine Bohrung umwandeln und zuletzt vom eigentlichen Objekt abziehen durchaus, aber ist Denk- und Zeitaufwand.
Ich habe mit TinkerCAD schon allerhand durchaus komplexe Teile gezeichnet, z.B. das Hubsegment für den Tonarmlift eines Plattenspielers aus den 80ern, also kann die Software definitiv empfehlen.
Fertige Modelle bekommt man definitiv als STL-Datei auf den eigenen Computer, die kann man allerdings nicht mehr wirklich bearbeiten, kann man mit der Umwandlung eines Textes in ein Grafik-PDF vergleichen. Es gibt noch einige andere Optionen, mit denen ich mich noch nicht näher beschäftigt habe, unter anderem die direkte Übertragung in Fusion 360 vom selben Hersteller.
Wenn allerdings die Ansprüche an die Komplexität der Modelle steigen, lohnt es sich durchaus, nach komplexeren Programmen zu suchen. Auch hier gibt es kostenlose Lösungen für unterschiedlichste Bedürfnisse. Blender eignet sich in meiner Wahrnehmung eher für künstlerische Modellierung als für technisches Konstruieren, eine Kollegin schwört aber auch für Ersatzteile darauf
OpenSCAD basiert auf Textbefehlen, kann man fast eher als Programmiersprache denn als typische CAD-Software bezeichnen, ist für sprachlich orientierte Menschen sicher sehr hilfreich, ich bin mehr der Typ für grafische Benutzeroberflächen und empfinde Textbefehle als einschüchternd.
Ich bin daher bei FreeCAD gelandet, eine unglaublich mächtige und seit Version 1.0 sehr brauchbare Open-Source-Software für Linux, Mac und Windows. Man kann hier grundsätzlich auch mit Blöcken arbeiten, ich ziehe es aber vor, 2-dimensionale Skizzen zu zeichnen und die dann zu extrudieren. Eingearbeitet habe ich mich hauptsächlich mit Youtube-Videos, allen voran jenen des Kanals Stolz3D. Wenn man mal etwas Routine hat, gehen manche Aufgaben in zwei Minuten. Auch Dinge wie verschiedene Gewinde oder gar Zahnräder sind schnell gezeichnet. Ich sehe mich immer noch in einem recht frühen Stadium der Lernkurve, aber es macht echt Spaß!
