Wissen um die Kassettentechnik an die nächsten Generationen weitergeben
#1
Hallo zusammen,

ich mache mir etwas Gedanken hinsichtlich der Wissensweitergabe an die junge Generation, die ja auch mittlerweile durchaus einen signifikaten Anteil der Retro Welle ausmacht.


Meine Meinung dazu: Wenn man die Kassettentechnik (oder auch andere Technik die alt ist langfristig weiter nutzen möchte, so sollte man durchaus

- a) verstehen wie es funktioniert
- b) was bei Änderung bestimmter Parameter passiert
- c) Verschleißteile wie Riemen und Andruckrolle selber tauschen können (sonst wird man arm, falls man dafür überhaupt noch eine Werkstatt findet).

Das sollte dann in die Lager versetzen diverse alte Geräte verwenden zu können, weil man sie überholen kann.
Gruß
Lorenz
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#2
Ich glaube wir überschätzen das Thema aus unserer Bubble heraus. Das wesentliche Wissen ist gut dokumentiert, die jungen die's interessiert sind in Foren und in der eigenen Praxis unterwegs und eignen sich Erfahrung an. Der Rest der Welt, die 99%  Big Grin juckt das Thema nicht mehr wirklich und daher wird das in 50 Jahren auch keinen wirklich stören wenn "das dann mal weg ist" (in Anlehnung an die TV Serie).

Hinzu kommt, Wissen hin oder her, das in absehbarer Zeit zB sowas wie Referenz- und Meßbänder nicht mehr zu haben sein werden. Auch Beschaffbarkeit von diversen Bauteilen wird schwieriger werden. Aber wie gesagt, das ist eine Konsequenz dessen, daß heute schon die überwiegende Mehrheit der Menschen mit dem "alten Scheiß" nix mehr am Hut haben.

Also, genießt so lange ihr könnt...Danach die Sintflut  Big Grin
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#3
Mikrokosmos, in der Tat. Als ich zum ersten Mal ein gutes Grammophon mit "berechnetem Trichter" (ich meine, HMV von ca. 1940-1950) live hörte, war ich erstaunt und wirklich begeistert über den Klang, aber auch schon fast 50 Lenze alt; es gab nie eine Retrowelle oder gar Hype, von wegen "Kurbelplattenspieler" oder so.
Und der vorführende Experte meinte damals bereits, dass es so gut wie niemanden mehr gäbe, der die die detaillierte Technologie der mechanischen Tondosen noch kennen (respektive gar beherrschen) würde. Von der Aufnahme Technik ganz zu schweigen.
Was hab' ich, trotz unendlicher Enzyklopädie, schon Ahnung von Pilzen oder Kräutern, vom Brunnenbau, Pflügen oder Sensen.
All things must pass.
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#4
All things must pass.
Sagte mal jemand.
Das ist schön und furchtbar zugleich.
In der Mitte der Pole ist Stille, diese ist
für immer und spannt Raum auf für Dinge,
die wir doch so lieben.
Ach.
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#5
Für Technik, die passé ist, gibt es ja noch Museen als Platz, und diese dürften auch immer noch guten Zulauf haben.

Gruß

Dieter
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#6
Es bleibt die Erinnerung "Cassette-Bandsalat". Immer wieder in den Medien von Nichtwissenden wiedergekäut.

Eine sehr nüchterne Bekannte (mittleres Alter+) meiner Frau sagte neulich bei einem Besuch, als sie mich rummurksen sah: Aha, die alten Cassetten, hattich auch. Auf Computer überspielen und dann ab dafür (wegschmeißen also).
"Meine Cassetten habe ich alle weggeschmissen", oder "Brauchte ich nicht mehr, die sind schon lange weg" habe ich auch schon mehrfach gehört.

Ausnahme war ein Kumpel, der mir einen guten Dual (weiß die Bezeichnung nicht mehr, aber Japaner von innen), "Cassetti" zur Reparatur brachte. Habe ich auch hinbekommen und er hat Spaß dran. 73 ist er.

Ach ja, noch ein Kollege:
"Die guten Maxell-Cassetten habe ich natürlich noch", mein Denon "Cassetti" (die Bezeichnung scheint üblicher zu sein, als gedacht) tut es auch noch". Er wird 70 die Tage, der Herr.

Die Jungen haben Netflix und Spotify, physische Datenträger (auch Bargeld), werden aus dem Bewusstsein verschwinden. 
Ohne Online und Handy nur Vakuum allerdings.

Das Internet ist der Teufel.
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#7
Für die Wissensweitergabe sind die verfügbaren Foren ein idealer Pool an Information. Wer sich die Mühe macht, etwas intensiver zu suchen, wird fündig.

Leider ist diese Bereitschaft, sich genauer mit der Materie zu beschäftigen, oftmals nicht da. Es werden immer und immer wieder die gleichen Fragen gestellt, als einfach mal in Ruhe zu recherchieren.

Die Analogtechnik in unseren Kassettendecks ist eigentlich recht gut beherrschbar und auch reparierbar. Allerdings müssen entsprechende Elektronik-Kenntnisse vorhanden sein.

Als ich vor ca. 10 Jahren wieder neu in das Kassettenhobby eingestiegen bin, musste ich als Hobbyelektroniker, in erster Linie das Mechanische lernen. Das ist ebenfalls kein Hexenwerk, man muss nur "wollen"...
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#8
Cassette ist gute Laune. Für mich jedenfalls:

Den Kleinen habe ich mit dem Aufkleber und der Beschriftung gekauft. Stammt aus der Zeit, als das Lied aktuell war:

https://youtu.be/iyvVrWHetSg?si=GrKqhUq-5h6SVRY3
Kann man das als Botschaft weitergeben, super.

   

Wenn es mal schön daneben sein soll, gibt es ja noch die Witzecasetten. Heute alles "Pfui", traut sich keiner mehr drüber zu lachen oder sowas zu erzählen.
Trotzdem Kulturgut, das nicht in Vergessenheit geraten sollte, har, har, har!
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#9
Ich denke ein Problem an der Sache ist den Überblick zu behalten. Gerade in älteren Threads wird dann viel Unfug behauptet, weil das Wissen, das man heute durchs Internet und Vernetzung hat damals einfach noch gar nicht so verbreitet war liest man sich auch viel Blödsinn an und denkt dann evtl. erst mal dass das stimmt. Dazu kommt dann auch, dass KI oft Schrott hinzu dichtet, irgendwann weiß man dann gar nicht mehr was stimmt und was nicht, wenn man neu einsteigt.

Es gibt ja auch total viele Ansätze mit irgendwelchen User Guides, aber entweder die gehen unter oder man meldet sich nicht mehr unbedingt in nem Forum an. Bei YouTube ist es ähnlich. Als Laie kann man praktisch gar nicht beurteilen, was gut und was nicht so gut ist und es gibt da auch genug Leute, die gute Videos machen aber manchmal einfach nicht objektiv genug sind und Dinge dann emotionalisiert werden und Klang nicht gemessen sondern durch Empfindungen beschrieben wird.

Dann ist die schlechtere Cassette halt schnell mal besser, weil man "gefühlt" kein Rauschen hört und der Klang ja so "dynamisch" ist. Als Neuling ist es immer schwierig sich zurecht zu finden. Letztendlich muss man auch erst mal eigene Erfahrungen machen. Wissen übernehmen ohne es selbst ausprobiert zu haben ist ganz oft nicht wirklich "Verstehen mit Reflexion".

Ich denk auch, dass wir den Kram nicht ewig zufriedenstellend konservieren können, ausser es gibt irgendwann wieder vernünftige neue Alternativen. Da würde ein Gerät auf dem Niveau von einem Yamaha KX939 oder irgendwas ALPS mässiges schon ausreichen, wenn Aufnahme und Wiedergabeverstärker vernünftig sind. Und wenns eh nur noch 1 oder 2 Bandsorten gibt, braucht man auch nicht zwangsläufig einen Einmesscomputer. Man muss sich eben immer vor Augen fühlen, dass die Sachen 30 Jahre und mehr auf dem Buckel haben und die Zeit nicht still steht. Ich hab ehrlich gesagt keine Lust auf Kondensaotrkuren und solche Geschichten. Aber in 20 Jahren sind die Sachen dann schon 50 bis 70 Jahre alt und dann wirds halt auch nicht leichter. Displays werden irgendwann dunkler, Lager schlagen aus, Motoren gehen auch mal kaputt, Spezialteile wie ICs wirst du nirgendwo mehr bekommen und wenn eins durch Alterung stirbt, liegt es nahe, dass das nach und nach auch bei Anderen passieren wird.

Die Köpfe sind natürlich auch ein Problem, wobei es da noch Nachschub im Netz gibt (auch neu), muss ja nur kompatibel sein, aber wie lange wird das noch so sein? Gerade auch 3 Kopf Geräte werden irgendwann zum Problem, denn die Köpfe, die es neu gibt, sind eher einfach gestrickt. Wenn sich das nicht so wie Schallplatte als Nische etabliert, gibt es vermutlich irgendwann immer weniger Leute, die sich ernsthaft dafür interessieren. Wir wissen nicht wie sich die Bänder in 10 oder 20 Jahren verhalten, ich hab immer mehr FeCo Bänder, die eigentlich immer unproblematisch waren (XL II, SA etc…) und wo man auch immer dachte die werden für immer funktionieren, die sich nicht mehr richtig löschen lassen. Noch gehts, weil nur ein kleiner Rest bleibt, aber irgendwann werden die "Reste" vielleicht größer und dann sind sie doch schon extrem störend, vor Allem über Kopfhörer.

Am Ende bleibt dann vielleicht nur die bestehenden Aufnahmen zu nutzen, NOS Cassetten neu zu bespielen, oder sich eben doch auf einfachste Typ I Cassetten aus neuer Produktion zu beschränken. Man weiß auch nicht was mit Chromdioxid passiert. Viele Reineisenbänder laufen bei mir nicht mehr gut, entweder es kommt weißer Staub raus oder ich bekomme sie nicht mehr richtig eingemessen und gerade spätere Chargen der TDK MA schlagen Wellen und wickeln nicht mehr zuverlässig…

Ich würd mich auch nicht damit zufrieden geben, irgendwelche Spitzendecks so "Das geht noch" zu benutzen. Wenn man ein Direct Drive Laufwerk nicht mehr in die Nähe seiner Specs bringt und ein W&F wie bei Tanashin raus kommt, ist das für mich unbrauchbar. Das ist auch einer der Gründe warum das Pioneer CT S410 im Keller verstaubt. Ich würde es aufgrund des Auto BLEs wahrscheinlich öfter benutzen, aber der W&F von 0,09% ist mir einfach zu hoch, dafür hab ich andere Geräte, die da bessere Ergebnisse liefern. Für wen anders ist das so vielleicht schon gut genug oder perfekt. Für mich halt nicht. Wenn da im Datenblatt besser als 0,05% steht akzeptier ich gelegentliche Ausschläge Richtung 0,06% aber nicht fast das Doppelte.

LG Tobi
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#10
Das mit dem Wissen per YouTube und KI ist ein guter Punkt. Aber letztendlich nicht TB spezifisch. Mir hat man  im Studium noch beigebracht die Basics zu kennen, ansonsten zu wissen wo was steht, bzw wo man Infos bekommen kann und dann (ganz wichtig !) die "Transferleistung" zu erbringen, also das eine Wissen auf das andere Problem anwenden zu können. In Zukunft wird die Kernkompetenz darin liegen, aus der Vielfalt der Quellen, Filmchen und KI Texte filtern zu können was Bullshit ist und was nicht.
Gruß, Kuni
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#11
Hey Jungs (und Mädels auch, erlebe hier nur kaum bis nicht welche)

Wo sind wir hier doch gleich?
Genau: im Internet. 

Ohne dieses wäre ich nicht nur auch, sondern gerade mit vielen meiner alten Schrullen - werde demnächst auch 68 - doch eher aufgeschmissen. 
Ansonsten sind wir definitiv nicht die erste Generation, die o tempora o mores von sich gibt. Das zu wissen heißt übrigens nicht, den sich heute zeigenden „Fortschritt“ (die Zeit schreitet in jedem Fall fort …) zu mögen oder gar mitzumachen. Findet jedenfalls 

Martin
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#12
Ich würde mir wünschen wenn Matt von Techmoan mal ein kurzes Video machen könnte wie man eine vernünftige Kassetenaufnahme mit einem vernünftigen Deck macht. Ich denke gerade viele Neueinsteiger der jüngeren Generation könnten davon profitieren.

Weil, was man so unter YouTube an Videos mit "how to record a cassette" findet ist eher ernüchternd.
Gruß
Lorenz
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#13
Hallo Lorenz,
könntest du vielleicht konkreter definieren, was man unter vernünftige Aufnahme zu verstehen hat?
Ich hatte mal mit einem Mono Nordmende und Belcanto Plattenspieler angefangen.
Mittlerweile habe ich in der Vergangenheit mehrere Dutzend Kassettendecks aus der Bucht gekauft und die wenigsten waren gut eingestellt und brauchbar.
Jeder von uns hat bestimmte Vorlieben, der eine mag es mollig warm, wiederum ein anderer spitz und eiskalt, wenn du verstehst was ich meine.
Und nach 30 Jahre kann so eine Maschine nicht mehr so die Wiedergabe bringen, wie damals am ersten Tag.
Schöne Grüße 

Meine Maschinen:

Akai GX-400D, GX-630 PRO, GX-650D, GX-747, GX 75/95/MKII, A&D GX-Z9100/Z9100EV
Revox PR99 MKIII, Sony TC 766-2, TC 880
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#14
Ich stelle mir ein Video vor mit folgenden Punkten die angeschnitten werden:

- 2 minutes new tape machines (ein paar sätze dazu, mehr nicht)
- 2 minutes old tape machines (ein paar sätze dazu, mehr nicht)
- 5 minutes budget friendly cassette decks with good sound and value for the money (ich denke da so an Denon DRM600, Pioneer CT S 310, 410, diverse Sonys, vermutlich vor allem 90er Jahre Decks)
- 5 minutes what to do on an old tapedeck (replacing belts, new pinch roller) (hier einfach ein paar Sätze dazu, ein paar Beispielbilder oder Clips)
- 5 minutes Tapedeck alignment, especially azimuth (vielleicht hier dann erstmal, wenn es bei einer handvoll alter Prerecorded tapes halbwegs passt, dann erstmal so lassen, ansonsten wenn arg daneben auf diese Prerecorded tapes einstellen, ggf. auf Hans Peter Roth verweisen, könnte aber übertrieben sein)
- 5 minutes how to record, getting the right level, bias, use calibration features, hier auch erwähnen, dass es viel Musik gibt, wo man nichtmal bis 0dB sauber aufnehmen kann, das kann man auch einige Sekunden mal eben fix an zwei, drei Stücken schnell demonstrieren (die ganze Thematik mit Dolby und die Kalibration kann man hier aus meiner Sicht erstmal weglassen, moderne Geräte unterstützen es eh nicht, das wäre Stoff für ein extra Video)

Also Insgesamt unter einer halben Stunde zu bewerkstelligen würde ich sagen. Also das fertige Video, nicht das Video drehen.
Gruß
Lorenz
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#15
Ich arbeite in einem Museum für Kinotechnik in der Schweiz. In meiner Abteilung, der Technik, habe ich immer Zivis mit einer technischen Ausbildung. Die meisten sind jeweils recht schnell fähig, die Technik eines Gerätes vom Prinzip her zu verstehen und sich ihr Wissen in Foren und anderswo zu holen. Bedienungsanleitungen, Service-Manuals gibt es das Meiste zum Glück im Netz. Was mir etwas Sorgen macht ist dieses Wissen, welches eben nicht in der Anleitung steht, diese kleinen Kniffe, die einem bei Fehlersuche und Reparatur helfen. Da wäre es tatsächlich sehr wichtig, dass wir das Wissen von früher in irgendeiner Form (Foren eignen sich - aber was, wenn ein Forum "stirbt"? tradieren, also weitergeben.
Meine Bandmaschinen: Ganz frisch: Studer  C37 Heart , Studer A807, Studer B62, Telefunken M15a. Und Swissonor Tube Amp AM6221
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#16
Eine "gute Cassettenaufnahme" ist eben die bestmögliche Qualität, die mit dem Gerät das zur Verfügung steht erreichbar ist. Wenn die Aufnahme "wärmer" oder "kälter" ist, als original ist entweder die Cassette nicht auf den Bias des Geräts abgestimmt oder der Frequenzgang geht schon oberhalb 10 kHz nach unten, dann klingts halt matschig bzw. warm.

In sich unterscheiden sich auch gute Einsteiger Tapedecks in ihrer Aufnahme bei korrekter Einmessung kaum, problematisch ist eher, dass die meisten Geräte nicht 100% IEC konform sind und dadurch in anderen Decks eben nicht korrekt entzerrt weden.

Wie gut es im eigenen Deck klingt ist bei fester Einmessung also immer von der Cassette abhängig, die man zur Aufnahme verwendet. Nicht das bessere Deck muss mit der besseren Cassette zwangsläufig die beste Aufnahme machen, wenn es auf was ganz Anderes eingemessen ist und die Charge ist auch ausschlaggebend. 1985 von Werk aus auf AD, SA und MA eingemessen funktioniert halt mit einer SA von 1998 eher suboptimal. Daher kommt ja auch die häufige Behauptung Dolby klänge dumpf und mache den Sound kaputt. Wir wussten es früher halt nicht besser, hatten aber eben "irgendein" Gerät und "irgendeine" Cassette. Das was mehr Höhen hatte und "laut" war, war dann halt auch die "beste Cassette". Aber gerade so Supermarkt Cassetten waren oft ziemlich gut, nur selten hatten sie einheitliches Band. Im REWE gab es lange SK, trotz ihrer klapprigen Gehäuse hatte ich nie Probleme damit, aber es gab bis Ende der 90er Chargen mit Echtchrom und andere mit extrem hoch aussteuerbarem Substitut (natürlich hab ich nie gemessen, wie gut oder schlecht die Dynamik im Vergleich zu TDK und Co war, mir fiel eben nur auf, dass sie erst spät verzerrten und dementsprechend stufte ich sie damals als "gut" ein).

Damals war das egal. Wenns kacke klang hab ich halt die Höhen aufgedreht, Dolby aus gemacht, den Bandwahlschalter auf Normal gestellt bei Typ II oder IV. Mit dem Wissen von jetzt würde mir sowas im Traum nicht mehr einfallen.

Würde ich jetzt neu anfangen, aber mit dem Wissen, das ich bis jetzt gesammelt habe würde ich mir wohl ein solides 2 Kopf Deck wie das Kenwood KX 5010 oder ein Technics mit Quartz DD kaufen, die Geräte Servicen, die bekannten Mods durch führen, Alles justieren und mich dann meines Lebens freuen. Mich dann auf RTM Bänder und gut gepflegte Substitute oder NOS Ware fest legen, wenn sich was ergibt und der Preis fair ist. Die ganze Kohle, die ich für die teuren Doppelcapstane versenkt habe ohne glücklich zu werden würd ich mir sparen.

Trotzdem kann ich Niemandem ohne Messcassetten und Interesse sich das Know How anzueignen, wie man so ein Gerät voll Serviced, in Gang setzt, justiert und einmisst ein gebrauchtes Gerät empfehlen, denn Keines von Denen wird ewig laufen, selbst, wenn es da grad noch tut und wenn dann tut es das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr lang oder es ist schon der Wurm drin, ohne das man es merkt.

Man muss halt trotzdem bereit sein einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand für Messcassetten und Software auszugeben, sowie den Ersatzteilen bis dann Alles funktioniert und Zeit investieren, Dinge, die irreparabel sind, sind nie ausgeschlossen und selbst wenn das Gerät nur 50 oder 60 Euro gekostet hat, kann es sein, dass man es ohne zweiten Teilespender nicht mehr voll zum Laufen bekommt, optisch unzufrieden ist oder was auch immer.

Eine "gute Aufnahme" allgemein ist für mich erst mal nicht subjektiv. Wer gerne am Bias Regler dreht um die Cassette zu sounden aber damit auch Artefakte hervorhebt kann das gern machen. Objektiv betrachtet ist das dann aber eben keine "gute" oder "bestmögliche" Aufnahme mehr. Genau wie viele den Bandsättigungseffekt oder das Rauschen total angenehm finden und mutwillig lauter aussteuern oder besonders miese Bänder benutzen, damit es schäbig und LoFi klingt. Kann man Alles mögen, ist aber objektiv halt keine gute Aufnahme.

Die bestmögliche Aufnahme ist die, die vom Original nicht mehr oder nur geringfügig unterscheiden lässt. Das beste Cassettendeck nützt nichts, wenn man nicht weiß, wie man die verwendete Bandsorte Einmessen kann. Das ist halt die Grundvorraussetzung wenn Mans nicht einfach "irgendwie" haben will. Die Meisten sind aber nach 2 Sätzen schon raus. Die wollen sich nicht damit beschäftigen, sondern einfach nur Rec und Play drücken und denen ist völlig egal wie es klingt und die wissen nicht und wussten nie, wie man es richtig macht. So ist das heute, so war das damals, schön war die Zeit aber nicht immer leicht. Wenn man ein Kind ist möchte man wachsen bis man die Sterne am Himmel erreicht…. HEUTE UND DAMALS!
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#17
Ich habe schon das Nötigste getan, denn Kassetten werden bei uns im Haushalt (v.a. im Auto) nach wie vor aktiv genutzt. Und da meine Tochter passionierte Plattensammlerin ist (aber gleichzeitig auch intensive Spotify-Nutzerin), kommt auch ab und zu mal eine neue Kassette dazu, zusätzlich zu denen, die ich ihr gelegentlich bespiele. Für die Technik dahinter und das Selbstaufnehmen hat sie sich hingegen bislang nicht interessiert. Ist eine Kassette vorhanden, wird sie ins Gerät gesteckt, das war es.

In den Autos gibt es funktionierende Kassettenradios und FM-Transmitter für die Musik vom Handy. Wir haben sogar ein Modell gefunden, das ein wenig nach den 80ern und 90ern aussieht und zum Blaupunktradio passt. Kann man auch als Freisprechanlage verwenden und man kann beim Spielen einer Spotify-Playlist per Tastendruck zum nächsten Stück skippen und auch die Wiedergabe pausieren. Und es lädt natürlich auch das Handy bei Bedarf. Somit haben wir beide Welten vereint. Kassette reinstecken und es spielt ist noch einfacher, das wird durchaus auch vom Nachwuchs als praktisch empfunden. Zündschlüssel rein und Musik spielt an der Stelle weiter, wo sie zuletzt aufgehört hat, kein Koppeln.

Dazu muss man aber sagen, dass meine Tochter und ihre ebenfalls Platten-und-CD-sammelnden Freundinnen schon eine verhältnismäßig kleine Musikfan-Bubble in der Gesamtheit ihrer Altersgruppe darstellen (immerhin groß genug, um da den Absatz stabil zu halten) und meine Tochter von denen die einzige ist, die Kassetten überhaupt abspielen kann. Das wird zwar grundsätzlich als cool aufgefasst, hat aber keinen Nachahmungseffekt zur Folge.

Wer in der Generation Z heute physische Tonträger nutzt und sammelt, ist definitiv ein großer Musikfan, Konzertgänger etc. - allen anderen reicht Hintergrundgedudel aus Radio und Datenstrom. Und Vinyl und CD sind einfach präsenter. Die Mixtapes von heute sind Playlists, wenn man ganz retro sein will, brennt man vielleicht noch eine CD - weil man weiß, dass andere die wenigstens noch abspielen können.

Die Funktion als Tonträger für unterwegs ist auch so eine Sache, ein Handy oder MP3-Player ist kleiner, hält weitaus mehr Musik und leiert auch nicht bei Bewegung wie fast jeder heute ohne weiteres verfügbare mobile Kassettenabspieler. Praktisch gut nutzbar ist die Kassette heute unterwegs m.E. vorranging noch im Auto - aber wer hat schon noch ein Auto mit (zudem funktionierendem) Kassettenteil? Und die meisten in dem Alter kennen das überhaupt nicht mehr, weil es in Neuwagen schon nicht mehr verbaut wurde, als sie geboren worden sind.

Die heute an junge Leute verkauften Kassetten von den aktuellen Popstars dürften daher in den meisten Fällen als Sammlerstück/Merchandise gekauft werden. Aber selbst das hält immerhin die Erinnerung daran noch etwas länger wach, ebenso wie TV-Serien und Musikvideos.
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#18
Ich habe auch hier mal gelesen, dass 55% der Deutschen nicht an Kunst und Kultur interessiert ist:

https://analoge-fotografie.net/blog/fotografie-studium/

Einfach mal mit F3 auf der Seite nach "55" suchen.

Das wird sicher weltweit ähnlich sein, früher zur "Hifi-Zeit" gab es ja auch sehr sehr viele, die sich nicht dafür interessiert haben, wo bestenfalls ein Radio gedudelt hat.

@Tobi
Sicher ist eine Aufnahme die dem Original am nächsten ist, technisch am meisten Korrekt. Allerdings würde ich vermuten, dass selbst ein Sony TC FX 150 mit neuen Riemen und neuer Andruckrolle vermutlich da näher dran ist als das aktuelle Doppeldeck von Teac/Tascam.
Das ist halt mein Punkt - zum Abspielen reichen die neuen Geräte vielleicht sogar ganz gut aus, aber Aufnahmen würde ich damit eher nicht machen wollen.

@tk141
Ich weiß ja nicht, mangels Erfahrung wie lange Kassetten im Auto wirklich halten, aber ich bin der Meinung, dass man in solchen Fällen sich nicht über frühzeitig defekte Kassetten wundern sollte, immerhin werden sie ja diversen Wetterextremen ausgesetzt. Ich finde es gibt für das Auto geeignetere Medien, wer da gerne Kassetten benutzt soll das gerne tun. Aber dann bitte auch nicht beschweren, wenn schon nach kurzer Zeit diverse Verschleißeffekte einsetzen.


nochmal@Tobi

Es gibt viele unterschiedliche Alben, teilweise sogar vom gleichen Musiker, die deutlich unterschiedliche Sounds haben. Man kann das auch anders sehen und das ist völlig ok, aber wenn ich bestimme Musikgenres höre oder bestimmte Interpreten, dann erwarte ich auch einen bestimmten Sound. Und wenn das Album den Sound so Out Of The Box nicht hat, dann greife ich zum EQ usw.
Deswegen würde ich 3 Vorgehensweisen bei Aufnahmen unterscheiden:

1 - Du nimmst irgendeine Kassette und irgendeinen Recorder und wirst irgendein Ergebnis erhalten was meistens dann auch irgendwie klingt
2 - Du machst es "richtig", Kassette auf gutem Deck einmessen, etc.; Deine Kopie wird nahezu identisch zum Original sein
3 - Du wirst kreativ und weißt wie man zu welchen Ergebnissen gelangt und wendest daher jeweils entsprechende Methoden an
Gruß
Lorenz
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#19
(18.05.2026, 18:36)SonyKassette schrieb: @tk141
Ich weiß ja nicht, mangels Erfahrung wie lange Kassetten im Auto wirklich halten, aber ich bin der Meinung, dass man in solchen Fällen sich nicht über frühzeitig defekte Kassetten wundern sollte, immerhin werden sie ja diversen Wetterextremen ausgesetzt. Ich finde es gibt für das Auto geeignetere Medien, wer da gerne Kassetten benutzt soll das gerne tun. Aber dann bitte auch nicht beschweren, wenn schon nach kurzer Zeit diverse Verschleißeffekte einsetzen.

Nach meiner Erfahrung (fahre seit 1993 Auto) ist das eine Sage. Ich habe auch noch meine ersten Autokassetten und die spielen alle noch ordentlich. Und... Trommelwirbel... ich nutze sogar 120er im Auto (Maxell UR). Manchmal ist dieselbe drei Wochen am Stück im Gerät. Meine Tochter hatte 2024 quasi einen ganzen Sommer lang dieselbe aktuelle Kaufkassette im Autoradio stecken, auch der geht es nach wie vor gut.

Nicht umsonst waren Länder wie Indonesien bis zuletzt große Kassettenmärkte... sie wären es nicht gewesen, wenn die das Wetter dort nicht abkönnten.
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#20
Ok, das ist interessant. Ich kenne es so, dass in Afrika wegen dem Staub Kassetten eher funktionieren als CD Player.
Gruß
Lorenz
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#21
Ja klar, mir gefallen einige Masters auch nicht. In den 80ern gibt es gerade zur CD Zeit im AOR und Hair Rock Bereich so viele aus heutiger Sicht furchtbar dünn klingende Aufnahmen. Das Sounddesign an sich ist schon gut, aber die Abmischung grauenvoll. Mittlerweile gibts da aber AI Tools mit denen man solche Sachen komplett auseinander nehmen und neu mischen kann.

Sowas nutze ich auch für Platten Digitalisierungen, von Songs, die ich nicht digital auftreiben kann. Ich habe neulich die beiden Alben der Polit Gruppe Jahrgang '49 komplett "entkeimt". Kein Knacken oder Rauschen mehr, die Aufnahmen sind furchtbar, das Schlagzeug hat null Punch, ich konnte das mittels Kompressoren und Equalizer aber so sounden, dass die Bassdrum jetzt richtig kickt, dazu habe ich dann die Instrumenten und Vocal Spuren in der Basisbreite erweitert und EQ technisch auch etwas bearbeitet. Das hat den Vorteil, dass man Bass und Drums im Prinzip komplett auf Mono downmixen kann (was ja bei Schallplatte ohnehin so ist), Stereoeffekte sind da höchstens auf höher gestimmten Toms, Hi Hats, Becken etc.. Mit den übrigen Vocals und Instrumentenspuren kann man hingegen machen was man will.

Trotzdem würde ich sowas nicht mit dem Bias ausmachen, solang ich in eine Richtung muss, wo ich mehr Hochton haben möchte. Am Ende hab ich mehr THD, mehr Dropouts und ein insgesamt unsaubereres Klangbild. Sowas handele ich halt Alles am Computer aus und Nehme wenn Alles passt dann das fertige Resultat auf Cassette auf, nachdem ich das File vorher auch auf den an Spotify angepassten VU Pegel normalisiert habe. Der Cassette gebe ich gerne bis 1 dB Headroom in Level und Bias, damit Dolby gut funktioniert, aber die soll nicht irgendwelche schlecht klingenden Masters ausgleichen.

Das Teac macht auf mich vom Aufnahmeverstärker her einen ganz guten Eindruck. Ich denke auf eine korrekt eingemessene Cassette wird es nicht hörbar schlechter aufnehmen, als so ziemlich jedes Mittelklasse Deck aus den 90ern. Das Problem ist da halt, dass kein Dolby vorhanden ist (wenn man das nutzen will) und der beschissene W&F. Die Tonqualität war von dem was ich in den Reviews gehört hab echt gut, der W&F war so unter aller Sau, dass ich hätte kotzen können. Da ist leider auch das reine Abspielen einfach nur Horror. Wer sich das freiwillig gibt, ist vermutlich taub, ausser er hat ein Gerät erwischt, das auf einen guten Wert kommt. VWestlife hatte dazu mal ein Video gemacht und es geschafft eines dieser Laufwerke durch bessere Riemen auf 0,07% zu kriegen. Das ist aber leider nicht die Regel, die Dinger kommen eher auf 0,25% und schlechter. Also PB und Rec Amp brauchbar (Typ I und II werden in beiden Richtungen unterstützt), W&F auf dem Niveau eines Fisher Price Cassettenrecorders und selbst der ist vermutlich konstanter :-(
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#22
(18.05.2026, 18:53)SonyKassette schrieb: Ok, das ist interessant. Ich kenne es so, dass in Afrika wegen dem Staub Kassetten eher funktionieren als CD Player.

Überall, wo extremere Bedingungen herrschen als hier, war die Kassette lange Zeit sehr erfolgreich. Vinyl mag ja auch weder Staub noch Hitze. Hierzulande domieren die ganzen Bleistift-Bandsalat-Leier-Narrative, dabei ist das durchaus ein robustes Medium, wenn man es halbwegs anständig behandelt und in halbwegs vernünftigen Geräten abspielt. Mit halbwegs vernünftige Geräte sind hier solche gemeint, die keinen Bandsalat machen.

Wenn man allerdings Kassetten ohne Hülle im Fußraum des Autos umherfliegen lässt oder im Sommer auf dem Armaturenbrett "lagert", gehen sie natürlich schon kaputt. Bei uns stecken sie bei Nichtnutzung in ihren Cases und liegen im geschlossenen Handschuhfach. 

Ein paar wenige meiner (Original-) Kassetten sind rare Sammlerstücke, der Großteil wurde aber immer als Gebrauchsmedium benutzt. Das ist auch überhaupt der Grund, weshalb ich überhaupt noch welche habe und nutze. Und meine Hauptanwendungsfälle waren 1. Sachen aufnehmen, die ich nicht hatte (bekommt man heute auch digital), 2. eigene Mixe aufnehmen (macht mir nach wie vor Spaß) - und die Nutzung dieser Mixe erfolgte früher im Walkman (dafür habe ich keinen Anwendungsfall mehr) und später (bis heute) im Auto, gelegentlich auch im Ghettoblaster auf der Terrasse. Audiophile Ambitionen habe ich dabei nicht, wenn's nicht leiert oder zerrt ist es ok. Und unsere Autos machen auch noch andere Geräusche.  Big Grin  Bei meiner Tochter dürfte es ein Reiz sein, bei der Vorbestellung einer LP im Bundle noch günstig die Kassette mitzunehmen und die einfach ins Blaupunkt stecken zu können. Einfach, weil man kann und es Spaß macht.
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#23
Der riesengroße Vorteil von analoger Musikspeicherung (Nadelton/Platte bzw. Magnetband) ist die recht einfache Technik. Dieser ist es zu verdanken, wenn eines Tages Artefakte übrigbleiben. Ähnlich den alten Fotos auf Papier oder Schmalfilmen, die -da keine aufwändige digitale Decodierung notwendig ist- sich relativ sofort ansehen lassen. Die darin enthaltenen "Daten" blieben erhalten ohne Notwendigkeit ständiger Migration auf jeweils neue oder von der technischen Architektur -sei es analog oder digital- her "aktuellere" Formate.

Welche von den heutigen Dateien (Handy-Fotos, wav-Dateien) wird man zukünftig auf Dachböden finden? Keine! Dafür ist das massenhaft und inflationär Aufgenommene heutzutage in der Nutzung viel zu schnell obsolet weil uninteressant. Kaum jemand der jüngeren Generation wird solche Daten migrieren. Spätestens beim Wechsel auf das nächstneuere i-phone sind die alten Fotos und Videos weg.

Wohlgemerkt will ich hier nicht auf die Lebensdauer von Datenträgern (analog und digital) hinaus.

Es geht einfach darum, dass diese Daten -heute aufgenommen- schon morgen nicht mehr wirklich wichtig sind, sie haben allenfalls solange, wie sie "aktuell" und herumzeigbar sind, eine temporär begrenzte Relevanz. Und mit diesen die zugehörige Technik. Danach kommt das Loch im analogen wie digitalen Gedächtnis des Konsumenten. Der schert sich einen Dreck um den Erhalt- er hat im alltäglichen Lebensvollzug mittlerweile sowieso andere Sorgen. Die Generationen nach uns werden noch gänzlich andere Sorgen haben! 

Da wird dann für den Schnee von gestern -analog wie digital- definitiv kein Platz mehr sein. Für die zugehörige Technik und das Wissen, wie man diese pflegt erst recht nicht. Die liegt dann nämlich zu 99,99% sowieso seit Jahrzehnten im Schrott; der Rest wird in Museen vielleicht ´rumstehen. Genutzt wird das aber alles nicht mehr. Und wenn die Subventionen dafür wegfallen oder irgendein Vermieter die Mieten drastisch erhöht, landen auch diese wenigen erhaltenen Exponate im Wertstoffcontainer. Sowas konnte man ja unlängst bei einem Radiomuseum auch erleben. Alle Geräte zerschlagen und nach Holz und Metall schön säuberlich getrennt in den zugehörigen Containern. Viele haben aufgeschrien, aber niemand hat´s wirksam verhindert! Schon heute!

Glaube doch bitte niemand mehr an das Märchen vom "erhaltenswerten technischen Kulturgut"! Ganz Norddeich-Radio landete ebenfalls im Container.

Ich denke, man sollte sich da keinen Illusionen mehr hingeben. Alles hat seine Zeit. Und die ist irgendwann unweigerlich und unwiderruflich zuende. Der Katzenjammer mag dann erst kommen, wenn in einem wesentlich späteren Zeitalter -aus welchen Gründen auch immer- alles wieder neu- oder wiedererfunden werden muß. So wie die Wasserklosetts oder Thermen der Römer, zu deren Revival nach dem Untergang des römischen Reiches es ja auch x Jahrhunderte gebraucht hat. Ein düsteres Mittelalter lag dazwischen... .

P.S.: Das technische Wissen weiterzugeben, ist die Arbeit und der Impetus von Foren wie diesem. Wenn wir eines Tages nicht mehr sind, wird sich auch das Forum verändern oder mit uns verschwinden.
Die wenige Zeit bis dahin gilt es m.E. also bestmöglich zu nutzen - mittels lebendigem Diskurs!


Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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#24
Die Frage ist ja, was davon ist wirklich wichtig?

Letztendlich sieht es auch digital nicht so düster aus. Alles von Relevanz wurde migriert, Codecs alter Formate sind meist in Systemen enthalten und nach wie vor abspielbar. Solange es Clouds, Server, gespiegelte Festplatten, Plattformen wie YouTube und Streaming und das Internet gibt, wird ein Großteil dessen erhalten bleiben. Vermutlich mehr als das Radio und Fernsehen von früher.

Beim ÖRR wurden im Hörfunk nur größtenteils Sendungen aus dem Kultur und Wortbereich erhalten, die populären Anstalten weniger bis gar nicht. Der Privatfunk hat selten oder gar nicht archiviert. Von den meisten Programmen existieren nur noch Privatmitschnitte und wenn nicht ein Moderator selbst oder irgendein Freak zumindest spezielle Tage/Daten/Sendungen aufgezeichnet hat, die meistens in schlechter Qualität sind, weil die meisten Leute zuhause halt kein gutes Equipment hatten oder einfach schlechten Empfang ist das für immer verloren. Besonders schade ist es da auch um die Anfänge des Deutschen Privatfernsehens. Vom alten TELE5 oder dem Vorgänger "Musicbox", dem ersten deutschen Musik Fernsehsender ist z.B. gar Nichts mehr übrig bis auf Ruck Zuck, Hopp oder Topp und privaten VHS Aufnahmen, die nach und nach im Netz auftauchen oder direkt im Container landen. Das hängt auch damit zusammen, dass Lagerung und Medien selbst früher extrem teuer waren und man deshalb auch Bänder mehrfach verwendet hat.

Genau so ist es auch mit MTV. Von MTV Europe gibt es einfach gar nichts. Das US MTV hatte jahrelang sein gesamtes Musikvideo Archiv über MTV 2 verbreitet. Von den legendären und prägenden Shows und Aktionen aus den 80ern ist NICHTS mehr übrig. Absolut NICHTS. Nur beschissene VHS und Beta Aufnahmen. Da sind teilweise Musikvideos dabei, die nicht mal offiziell auf Platte oder CD raus kamen. MTV 2 hat wohl zum Millennium einmal ALLE Clips, die im Archiv waren von A bis Z hintereinander gesendet. Die Aktion hat über Monate gedauert. Natürlich konnte das damals Niemand so lang am Stück vollständig aufzeichnen, Listen im Internet gibt es, sie sind aber nicht vollständig. Die von MTV angebotenen Retro Kanäle waren das, was man erwartet. Die größten Hits der 80er und 90er in winziger Rotation, reduziert auf das Nötigste. Ob die Clips noch auf Irgendeiner Festplatte von Viacom/Discovery oder sonst wo schlummern weiß ich nicht, aber wenn wird sie nie wieder Jemand zu Gesicht bekommen und die analogen Bänder existieren sicherlich nicht mehr.

Es gab dort Sendungen wie "The Basement Tapes" wo unbekannte Bands ein Video machen durften und per Zuschauer Voting hat die Beliebteste dann einen Plattenvertrag bei einem Major Label und die Rotation bei MTV gewonnen. Das was davon übrig ist findet man bei YouTube oder Archive.org. Es gibt nirgends vollständige Listen und selbst die nützen ziemlich wenig, weil man die Songs teilweise nirgendwo auftreiben kann. Ich habe ein Billboard Archiv im Netz gefunden, ab 1982 finden sich wöchentlich MTVs New Adds und Rotationslisten. Ich bin jede einzelne bis Ende 83 durch gegangen und habe einige Songs nicht mal bei Discogs gefunden, die Playlist, die daraus entstanden ist umfasst 632 Songs und wenn ich die Hits und Alles was mir nicht gefallen hat noch dazu genommen hätte, wären es weit über 1000 gewesen, nicht nachvollziehbar waren die Clips, die schon vorher im Programm waren, denn die ersten Listen tauchen erst so ab April 82 auf, da noch nicht in der Billboard sondern in der R&R und auch nicht so umfangreich (möglicherweise auch, weil es einfach nicht mehr Clips gab), vom Zeitraum zwischen Sendestart im Spätsommer 81 bis April 82 kann man sich also nur an der davon existierenden Footage orientieren und der vollständigen Liste der ersten paar Sendestunden. Bei einem der Künstler war ich von dessen Video so fasziniert, dass ich den Song dann bei Bandcamp gekauft hatte, wo er ihn online gestellt hat. Er hat sich persönlich bei mir bedankt, für ein paar Cent. Ich dachte, wenn man in den 80ern auf MTV lief, muss man relevant gewesen sein. Er sagte halbironisch, dass das Video aufgrund seiner hektischen Schnitte vermutlich seine Karriere ruiniert habe.

Von 86 bis 93 hat das Spring Break in Daytona Millionen Jugendlicher angezogen, man hatte einen Deal mit MTV für die großen Bands, Jahre lang waren die Lineups riesig. Die Stadt hat das am Anfang als Chance für Einnahmen gesehen, aber durch den Müll und den Vandalismus wollte man das irgendwann nicht mehr. Das muss abgelaufen sein, wie die Chaostage in groß. Danach fand es in anderen Locations statt und verlor an Relevanz. Davon ist NICHTS mehr übrig, bis auf ein paar Beschissene VHS Mitschnitte auf YouTube in lausiger Qualität.

Der Sender Musicbox/TELE5 wurde von Kirch übernommen und eingestampft. Das Archiv war eine ganze Weile Bestandteil von VH-1, später dann Premiere World/Hit 24. Was jetzt damit ist?! Keine Ahnung.

hr1 hat jahrelang dienstags um 20:30 Uhr Kabarett und Comedy Sendungen gesendet. In meiner Kindheit war meine Lieblingssendung dort "Kabarett Mit Schlips" von und mit Michael Quast. Ich habe über 30 Cassetten davon aufgenommen. Um 2000 gab es einen Relaunch und die Comedy Schiene wurde erst gekürzt und dann ganz abgesägt. Die Sendung existierte dann noch als "Quast mit Soße" als einstündiges Format weiter. Es bestand aber fast nur noch aus Wiederholungen der älteren Sendungen. Sowohl diese Sendung, als auch Kabarette sich wer kann oder "Das ABC des kleinen Mannes" scheinen keine Hörer gehabt zu haben (ausser mir). Ich habe mal einen Aufruf bei Radioforen gestartet, es meldete sich Jemand, der wohl in der Redaktion von Kabarett mit Schlips tätig war und er meinte er habe noch einige DAT Bänder davon. Es klang erst so, als könne ich sie haben, dann hat er sich aber nie mehr gemeldet. Ansonsten habe ich Nie wieder davon gehört, dass Irgendwer diese Sendung kannte. Ich habe immer noch Zitate daraus in meinem Sprachgebrauch, die natürlich Niemand versteht. Für mich war das prägend. Absolut nicht passend zu deren Zielgruppe. Ich hab mich, wenn das lief abends ins Bett gelegt und das angehört und tagelang darauf gefreut. Wenn das lief, blieb der Fernseher aus, egal was kam.

Ich benutze das als repräsentative Beispiele für Lost Media, von Dingen, wo man dachte die seien relevant und absolut verankert in der Popkultur. Wir haben heute mehr und viel zu viel von Allem wovon das Meiste übrig bleiben wird. Bis auf Schallplatten werden analoge Datenträger hingegen irgendwann nicht mehr funktionieren, weil sie sich zersetzen, selbst wenn man Abspielgeräte dafür hat und das passiert ja auch schon seit Jahren. Sticky Shed, kaputte Filme, Bänder und Rollen, die sich entzünden. Das ist Alles nicht für die Ewigkeit. Ist es einmal digital verfügbar kann es auf ewig gerettet und in jedes Erdenkliche Format übertragen/"Übersetzt" werden.

Insofern… Für wen ist das relevant? Müssen wirklich die Urlaubs Dias der Familie Müller vom Italienurlaub 93 erhalten werden? Und selbst wenn wir Rekonstruktionen von 24/7 TV und Radioprogrammen von 1950 bis jetzt hätten, wer soll das Alles gucken und hören?

Sämtliche Service Manuals technischer Geräte sind im Internet downloadbar. Wenn man wirklich wissen will, wie das funktioniert kann man sich die angucken. Videos von großen Tech Youtubern und Forenpostings dokumentieren eigentlich zu genüge, wie die Cassette klingt, Video oder Film aussieht oder wie wir Dinge benutzt haben. Die Qualität ist bereits seit Jahren so gut, dass das auch in 100 oder 200 Jahren noch gut genug erkennbar ist, solang die Codecs unterstützt werden.

Letztendlich mach ich mir da aber nicht so den Kopf. Wenn Leute immer noch mit Basic und Assembler umgehen können und selbst das überall vefügar ist, Retrocomputer sogar wieder neu verkauft werden und das Interesse so groß ist, dass die Firmen existieren können, denke ich, dass solang das von Interesse ist Nichts von Relevanz verloren geht.

Niemand braucht Cassetten, Schallplatten oder Tonbänder. Es ist schade, wenn sie irgendwann komplett aus dem kollektiven Bewusstsein verschwinden, aber letztendlich ist das schon seit mindestens 25 Jahren nur eine Liebhaberei und ein Hobby und bis auf dass man damit Dinge die sonst verloren gehen ins Digitale Zeitalter übertragen und für die Zukunft retten kann hat das doch für den Alltag eigentlich keinen wirklichen Wert mehr. Ich denke, darüber sollten wir uns Alle klar sein. Man kann das schön reden, aber das ist Nichts, was man heute noch braucht.
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#25
(18.05.2026, 19:02)DOSORDIE schrieb: Mittlerweile gibts da aber AI Tools mit denen man solche Sachen komplett auseinander nehmen und neu mischen kann.



Trotzdem würde ich sowas nicht mit dem Bias ausmachen, solang ich in eine Richtung muss, wo ich mehr Hochton haben möchte. Am Ende hab ich mehr THD, mehr Dropouts und ein insgesamt unsaubereres Klangbild.

Mit AI Tools musste ich zum Glück noch nie Mastern zuleibe rücken. Bisher hat Audacity gereicht. 

Es gibt aber Situationen, wo man extreme Höhen auf der Kassette realisieren kann, die bei Ordnungsgemäßer Einmessung nicht möglich sind.

Ich habe erst eine XL II S von 1994 mit knapp 1/3 Kreisdrehung weniger Bias als normal aufgenommen, man kam bei manchen Peaks noch sauber bis zum Dolby Symbol. Dolby B als Kompressor, im EQ noch ein bisschen die Mitten raus und über 10k leicht reingedreht. Klingt gut, auf dem GF5454 kann auch wegen der fehlenden Typ II Entzerrung der Höhenregler dann ganz zu bleiben und es klingt trotzdem brilliant.
Gruß
Lorenz
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#26
Ich weiß Halt nicht was du damit erreichen willst. Auf der einen Seite sagst du, du möchtest hier irgendwie zusammenfassen wie man gut oder bestmöglichst Kassetten aufnimmt. Dann erzählst du hier aber solche kontraproduktiven Experimente, die nur für dich irgendwie Sinn ergeben. Anstatt so zu versuchen Unzulänglichkeiten von Kopfhörern oder halb kaputten Geräten auszugleichen solltest du vielleicht mal vernünftige Kopfhörer anschaffen und deine Geräte anständig zum Laufen bringen bzw. welche anschaffen, die dich klanglich zufrieden stellen, ohne dass du deine Cassetten so inkompatibel aufnehmen musst. Dafür braucht man auch nicht viel Geld in die Hand zu nehmen. Das ist jedenfalls nicht zielführend für einen zusammenfassenden Thread für gute Aufnahmen. Ist ja toll wenn das geht, aber ich würde es so nicht machen, weil ich davon überzeugt bin, dass ich davon keinen Vorteil hätte und der Klang mir so auch nicht zusagen würde.

AI Tools sind nicht automatisch Teufelszeug. Ich hab mir ja keine süße Cartoon Katze auf nem Skateboard generiert, sondern ich mache genau das, was ich vorher auch gemacht hab, nur dass es jetzt besser geht. Wenn mir in einem Song die Drums nicht gefallen, hilft ein EQing oft nicht, wenn es nicht daran liegt, dass die Aufnahme insgesamt nur zu spitz "entzerrt" ist. Wenn die Kick keinen Punch hat und sie für gewöhnlich bei 60 Hz liegt muss man für gewöhnlich den Bass so anheben, dass sie eben vernünftig "puncht", mit einem Equalizer hebt man aber auch Alles Andere an, was da noch so im. Mix drin ist. Je nachdem wie breit das Band ist (man muss ja gucken, wie es sich gut anhört) kommt man dann schon mal in den Bereich von 100 hz und darüber und dann wirds halt brummig und nervt. Also dreht man dann nicht zu viel hoch und am Ende ist es ein Kompromiss aber trotzdem nicht zufriedenstellend. Wenn man das dann auseinander nehmen kann, hat man All diese Probleme nicht und kann sich das anständig wieder zusammen bauen und trotzdem bleibt die Original Ästhetik voll erhalten. Genau wie wenn Sibilanten Zischeln. Man kann, wenn die Stimme isoliert ist viel gezielter daran arbeiten, Ein De-Esser macht nämlich, wenn man ihn im fertigen Mix anwendet, Einiges kaputt, letztendlich ist das ja auch ein Kompressor, der halt gezielt einsetzt, wenn es zischt, aber dann wird eben auch Alles Andere runtergezogen und dann Pumpts oder klingt kaputt. Wenn man Glück hat bekommt man das einzeln sogar voll weg. Wenn dann gelegentlich noch ein Crash Becken Zischt kann man das halt getrennt bearbeiten, ohne den Rest des Stücks mit Artefakten kaputt zu machen und erst DANN mischt man es wieder zusammen. Wenn man sonst zufrieden mit dem Sound ist, kann man ja Alles exakt so lassen wie es ist.

Da weiß ich nicht, warum man da von Glück reden muss, weil es so tolle Möglichkeiten gibt.
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#27
(19.05.2026, 21:36)SonyKassette schrieb: Es gibt aber Situationen, wo man extreme Höhen auf der Kassette realisieren kann, die bei Ordnungsgemäßer Einmessung nicht möglich sind.

Natürlich funktioniert das, man kann die Aufnahmeplatine mit bipolaren und parallel Folienkondensatoren bestücken und hoffen, dass Bias nicht durchbrennt.
Schöne Grüße 

Meine Maschinen:

Akai GX-400D, GX-630 PRO, GX-650D, GX-747, GX 75/95/MKII, A&D GX-Z9100/Z9100EV
Revox PR99 MKIII, Sony TC 766-2, TC 880
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#28
(20.05.2026, 09:56)DOSORDIE schrieb: AI Tools sind nicht automatisch Teufelszeug.... Wenn mir in einem Song die Drums nicht gefallen, hilft ein EQing oft nicht, wenn es nicht daran liegt, dass die Aufnahme insgesamt nur zu spitz "entzerrt" ist. Wenn die Kick keinen Punch hat und sie für gewöhnlich bei 60 Hz liegt muss man für gewöhnlich den Bass so anheben, dass sie eben vernünftig "puncht", mit einem Equalizer hebt man aber auch Alles Andere an, was da noch so im. Mix drin ist. Je nachdem wie breit das Band ist (man muss ja gucken, wie es sich gut anhört) kommt man dann schon mal in den Bereich von 100 hz und darüber und dann wirds halt brummig und nervt. Also dreht man dann nicht zu viel hoch und am Ende ist es ein Kompromiss aber trotzdem nicht zufriedenstellend. Wenn man das dann auseinander nehmen kann, hat man All diese Probleme nicht und kann sich das anständig wieder zusammen bauen und trotzdem bleibt die Original Ästhetik voll erhalten. Genau wie wenn Sibilanten Zischeln. Man kann, wenn die Stimme isoliert ist viel gezielter daran arbeiten, Ein De-Esser macht nämlich, wenn man ihn im fertigen Mix anwendet, Einiges kaputt, letztendlich ist das ja auch ein Kompressor, der halt gezielt einsetzt, wenn es zischt, aber dann wird eben auch Alles Andere runtergezogen und dann Pumpts oder klingt kaputt. Wenn man Glück hat bekommt man das einzeln sogar voll weg. Wenn dann gelegentlich noch ein Crash Becken Zischt kann man das halt getrennt bearbeiten, ohne den Rest des Stücks mit Artefakten kaputt zu machen und erst DANN mischt man es wieder zusammen. 

Tobi, das klingt hoch interessant.  thumbsup Ich fertige mir auch ab und zu meine eigenen "Master" auf der DAW an. Beschränkt sich bei mir momentan auf einen parametrischen EQ, wo ich, vor allem bei älteren Aufnahmen etwas den verpfuschten Sound, so wie du beschreibst, aufpoliere, damit ich dann eine gute Kassette aufnehmen kann.

Wenn man jetzt mit entsprechenden AI Tools die einzelnen Spuren extrahieren kann, ergibt das ganz neue Möglichkeiten. Auch um entsprechende Re-Mixe selber zusammenzubasteln.

Daher meine Frage. Welches Tool verwendest Du? Etwa "LALAL.AI"?
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#29
Das muss ich dir mal in Ruhe erzählen ;-)
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