11.05.2026, 22:49 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.05.2026, 13:32 von Tonbandfux.)
Hallo Leute,
habe noch einen Nachtrag zu meinem Umbauprojekt des Kopfträgers einer M15A von deutscher auf internationale Schichtlage vom Anfang des Jahres.
Wie ich irgendwann feststellte, gab es beim Starten einer Aufnahme immer ein leises, jedoch vernehmbares Einschalt-"Plopp" beim Starten einer Aufnahme, dass ich mit dem Original-Kopfträger nicht hatte.
Recherche ergab, dass man auch jeden Löschkopf genau an die Oszillatorschaltung anpassen muss , da die Induktivitäten wohl fertigungsbedingt einer gewissen Streuung unterliegen. Dieser Vorgang ist auch genau in den Serviceunterlagen beschrieben.
Hinderlich war dabei, dass man zum Abgleich praktischer Weise eine sog. Prüfadapterkarte (im Volksmund auch "Platinenverlängerung") benötigt, weil man sonst nicht an die entschprechenden Einsteller (Abgleichdrosseln) herankommt. Diese fehlte mir bislang.
In einem Wochenendprojekt habe ich mir nun dieses nützliche bis unentbehrliche Utensil aus einer Euro-Lochrasterplatine und den passenden Feder- und Stiftleisten zusammengelötet. Hierbei habe ich unter Verwendung von Flachbandkabel die Platine flexibel von der Maschine entkoppelt, so dass ich sie bequem auf einer Arbeitsplatte "bedienen" kann. Materialkosten: 25€. Sicher nicht formvollendet, jedoch bei der Häufigkeit, die ich sie benötigen werde vollkommen ausreichend.
Der Abgleich brachte übrigens den gewünschten Effekt und die Aufnahme startet nun wieder nahezu "ploppfrei".
(11.05.2026, 22:49)Tonbandfux schrieb: Der Abgleich brachte übrigens den gewünschten Effekt und die Aufnahme startet nun wieder nahezu "ploppfrei".
Herzlichen Glückwunsch!
Du scheinst kein Symmetrierband zu haben, sonst könntest du mit dem Trimmer auf der SL-Karte (manchmal sind es zwei, abhängig von der Version) den Gleichstromanteil der HF minimieren und damit auch das Restgeräusch.
Grüße
Peter
_____________________
Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. (Konrad Adenauer)
(12.05.2026, 11:37)Tonbandfux schrieb: leider verfüge ich tatsächlich nicht über besagtes Band. Ist es denn irgendwie noch erhältlich?
Ich habe sowas hier. Sieht so aus:
Mit einiger Mühe kann man es selber herstellen, indem man durch Senkrechtschnitt Vorspann- und Magnetband abwechseln lässt.
Eine andere Methode ist die Messung und Minimierung von k2 bei (z. B. 1 kHz Sinus mit hohem Bandfluss), der durch Gleichfeldmagnetisierung entsteht. Vorher natürlich Köpfe und Bandführungen entmagnetisieren.
Bei alledem gehe ich davon aus, dass die HF-Resonanzkreise im AV (Dr 1) optimal abgestimmt sind. Diese Einstellung ist sehr kritisch, weil der winzige Ferritkern ab Werk mit Wachs gesichert ist und die Kunststoff-Einstellschraube aufgrund der Alterung gerne abbricht. Müßig zu erwähnen, dass für alle diese Abgleicharbeiten antimagnetisches Werkzeug benötigt wird. (Das ist nicht an dich gerichtet, sondern an evtl. weniger kundige Mitleser.)
Grüße
Peter
_____________________
Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. (Konrad Adenauer)
(12.05.2026, 11:37)Tonbandfux schrieb: leider verfüge ich tatsächlich nicht über besagtes Band. Ist es denn irgendwie noch erhältlich?
Ich habe sowas hier. Sieht so aus:
Mit einiger Mühe kann man es selber herstellen, indem man durch Senkrechtschnitt Vorspann- und Magnetband abwechseln lässt.
Eine andere Methode ist die Messung und Minimierung von k2 bei (z. B. 1 kHz Sinus mit hohem Bandfluss), der durch Gleichfeldmagnetisierung entsteht. Vorher natürlich Köpfe und Bandführungen entmagnetisieren.
Bei alledem gehe ich davon aus, dass die HF-Resonanzkreise im AV (Dr 1) optimal abgestimmt sind. Diese Einstellung ist sehr kritisch, weil der winzige Ferritkern ab Werk mit Wachs gesichert ist und die Kunststoff-Einstellschraube aufgrund der Alterung gerne abbricht. Müßig zu erwähnen, dass für alle diese Abgleicharbeiten antimagnetisches Werkzeug benötigt wird. (Das ist nicht an dich gerichtet, sondern an evtl. weniger kundige Mitleser.)
Hallo Peter,
das ist doch der Schnipsel in deinem Profilbild
Was passiert denn dann genau beim Abspielen eines solchen Bandes? Ich habe mich an die Abgleichanleitung im Handbuch gehalten. Allerdings hatte ich da auch schon auf der SL-Karte das Theater mit der Abgleichdrossel Dr3: Die liess sich prima reindrehen und nicht wieder raus .
Habe kurzerhand die Dr3 und Dr4 getauscht (auslöten ist mit einer Vakuum-Entlötstation kein Problem); der Dr4 wird bei mir (Vollspurlöschkopf) nicht gebraucht.
12.05.2026, 22:33 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.05.2026, 22:43 von Tonbandfux.)
Zum Thema "RECAP" habe ich so meine eigene Meinung. Manchmal wird zu viel des Guten getan. Sicher gibt es Kondensatoren, die getauscht gehören. Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen, eine Havarie zu erleben und so lasse ich alles gerne im Originalzustand, solange es wunschgemäß funktioniert (frei nach dem Motto "Never touch a running System"). Ich habe eine A807, vollkommen unverlötet und an der M15A ist bisher auch noch alles original (20.000Bh; im letzten Jahr bei mir ca. 600Bh). Bei einer A77 habe ich mal einen "Total Recap" gemacht; war schwer genug, immer das passende Ersatzteil zu finden und stichprobenartige Kontrollmessungen der alten Knochen ergab nur in Ausnahmen Auffälliges.
Das Löten ansich ist nicht das Problem; mit Vakuum-Entlötstation und Entlötlitze ist es bei dieser Generation on Platinen gut zu schaffen. Allein mir fehlt die Zeit und Muße an vermeintlich funktionierenden Teilen zu werkeln.
....wahrscheinlich fliegt mir nächste Woche was um die Ohren
12.05.2026, 22:45 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.05.2026, 06:08 von Peter Ruhrberg.)
(12.05.2026, 22:14)Tonbandfux schrieb: Was passiert denn dann genau beim Abspielen eines solchen Bandes?
Im Idealfall hört man sehr wenig (-50 dB re. BP). Jede Gleichfeldmagnetisierung äußert sich bei 38 cm/s in einer Frequenz von 80 Hz mit Oberwellen. Ein Symmetrierband wirkt wie eine akustische Lupe, da es jeden Gleichfeldeinfluss um ca. 40 dB (also das 100-fache) verstärkt. Sogar der Einfluss des Erdmagnetfelds lässt sich mit einem Symmetrierband nachweisen.
Hier das Material dazu, die Abhandlung von Altmeister Friedrich Krones, dem Erfinder des Symmetrierbands, mehrere Patente und die Anleitung: