Nachtrag Kopfträgerumbau M15A
#1
Star 
Hallo Leute,

habe noch einen Nachtrag zu meinem Umbauprojekt des Kopfträgers einer M15A von deutscher auf internationale Schichtlage vom Anfang des Jahres.

Wie ich irgendwann feststellte, gab es beim Starten einer Aufnahme immer ein leises, jedoch vernehmbares Einschalt-"Plopp" beim Starten einer Aufnahme, dass ich mit dem Original-Kopfträger nicht hatte. Huh

Recherche ergab, dass man auch jeden Löschkopf genau an die Oszillatorschaltung anpassen muss Exclamation , da die Induktivitäten wohl fertigungsbedingt einer gewissen Streuung unterliegen. Dieser Vorgang ist auch genau in den Serviceunterlagen beschrieben.

Hinderlich war dabei, dass man zum Abgleich praktischer Weise eine sog. Prüfadapterkarte (im Volksmund auch "Platinenverlängerung") benötigt, weil man sonst nicht an die entschprechenden Einsteller (Abgleichdrosseln) herankommt. Diese fehlte mir bislang.

In einem Wochenendprojekt habe ich mir nun dieses nützliche bis unentbehrliche Utensil aus einer Euro-Lochrasterplatine und den passenden Feder- und Stiftleisten zusammengelötet. Hierbei habe ich unter Verwendung von Flachbandkabel die Platine flexibel von der Maschine entkoppelt, so dass ich sie bequem auf einer Arbeitsplatte "bedienen" kann. Materialkosten: 25€. Sicher nicht formvollendet, jedoch bei der Häufigkeit, die ich sie benötigen werde vollkommen ausreichend.

Der Abgleich brachte übrigens den gewünschten Effekt und die Aufnahme startet nun wieder nahezu "ploppfrei". Smile

Viele Grüße ins Forum

Frank Heart


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
       
Rerum conoscere causas 
Zitieren
#2
(11.05.2026, 22:49)Tonbandfux schrieb: Der Abgleich brachte übrigens den gewünschten Effekt und die Aufnahme startet nun wieder nahezu "ploppfrei". Smile

Herzlichen Glückwunsch!

Du scheinst kein Symmetrierband zu haben, sonst könntest du mit dem Trimmer auf der SL-Karte (manchmal sind es zwei, abhängig von der Version) den Gleichstromanteil der HF minimieren und damit auch das Restgeräusch.
Grüße
Peter


_____________________

Ich bin, wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich.
(Konrad Adenauer)
Zitieren
#3
Hallo Peter,

leider verfüge ich tatsächlich nicht über besagtes Band. Ist es denn irgendwie noch erhältlich?

Herzliche Grüße, 

Frank
Rerum conoscere causas 
Zitieren
#4
Wo hast Du denn die zweireihige Stiftleiste herbekommen? Die und die passende Buchsenleiste suche ich noch.
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren
#5
(12.05.2026, 11:37)Tonbandfux schrieb: Hallo Peter,

leider verfüge ich tatsächlich nicht über besagtes Band. Ist es denn irgendwie noch erhältlich?

Herzliche Grüße, 

Frank

Nein, das ist leider Goldstaub von der Rückseite des Mondes :-(
Zitieren
#6
Schmeiß´sicherheitshalber diese weinroten ERO-Elkos ´raus. Machen nur Ärger!

Martin
"Früher war mehr Lametta!"
Zitieren
#7
(12.05.2026, 20:54)mincom schrieb: Schmeiß´sicherheitshalber diese weinroten ERO-Elkos ´raus. Machen nur Ärger!

Martin

Nur aufpassen die Platine dabei nicht zu beschädigen.
Das ist Multilayer und schlecht zu Löten...
Zitieren
#8
(12.05.2026, 11:37)Tonbandfux schrieb: leider verfüge ich tatsächlich nicht über besagtes Band. Ist es denn irgendwie noch erhältlich?


Ich habe sowas hier. Sieht so aus:


   

Mit einiger Mühe kann man es selber herstellen, indem man durch Senkrechtschnitt Vorspann- und Magnetband abwechseln lässt. 

Eine andere Methode ist die Messung und Minimierung von k2 bei (z. B. 1 kHz Sinus mit hohem Bandfluss), der durch Gleichfeldmagnetisierung entsteht. Vorher natürlich Köpfe und Bandführungen entmagnetisieren.

Bei alledem gehe ich davon aus, dass die HF-Resonanzkreise im AV (Dr 1) optimal abgestimmt sind. Diese Einstellung ist sehr kritisch, weil der winzige Ferritkern ab Werk mit Wachs gesichert ist und die Kunststoff-Einstellschraube aufgrund der Alterung gerne abbricht. Müßig zu erwähnen, dass für alle diese Abgleicharbeiten antimagnetisches Werkzeug benötigt wird. (Das ist nicht an dich gerichtet, sondern an evtl. weniger kundige Mitleser.)
Grüße
Peter


_____________________

Ich bin, wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich.
(Konrad Adenauer)
Zitieren
#9
(12.05.2026, 13:31)RalfR schrieb: Wo hast Du denn die zweireihige Stiftleiste herbekommen? Die und die passende Buchsenleiste suche ich noch.

HALLO,

die gibt es bei Reichelt Elektronik in Sande: Stift- und Federleiste, 31-polig, DIN 41617

Artikelbezeichnungen:

STIFTL. 31W...................3,49 €
FEDERLEISTE 31E...........5,29 €
(steht so auf der Rechnung)

Gruß
Rerum conoscere causas 
Zitieren
#10
(12.05.2026, 21:52)Peter Ruhrberg schrieb:
(12.05.2026, 11:37)Tonbandfux schrieb: leider verfüge ich tatsächlich nicht über besagtes Band. Ist es denn irgendwie noch erhältlich?


Ich habe sowas hier. Sieht so aus:




Mit einiger Mühe kann man es selber herstellen, indem man durch Senkrechtschnitt Vorspann- und Magnetband abwechseln lässt. 

Eine andere Methode ist die Messung und Minimierung von k2 bei (z. B. 1 kHz Sinus mit hohem Bandfluss), der durch Gleichfeldmagnetisierung entsteht. Vorher natürlich Köpfe und Bandführungen entmagnetisieren.

Bei alledem gehe ich davon aus, dass die HF-Resonanzkreise im AV (Dr 1) optimal abgestimmt sind. Diese Einstellung ist sehr kritisch, weil der winzige Ferritkern ab Werk mit Wachs gesichert ist und die Kunststoff-Einstellschraube aufgrund der Alterung gerne abbricht. Müßig zu erwähnen, dass für alle diese Abgleicharbeiten antimagnetisches Werkzeug benötigt wird. (Das ist nicht an dich gerichtet, sondern an evtl. weniger kundige Mitleser.)

Hallo Peter,

das ist doch der Schnipsel in deinem Profilbild Wink 

Was passiert denn dann genau beim Abspielen eines solchen Bandes? Ich habe mich an die Abgleichanleitung im Handbuch gehalten. Allerdings hatte ich da auch schon auf der SL-Karte das Theater mit der Abgleichdrossel Dr3: Die liess sich prima reindrehen und nicht wieder raus Angry .

Habe kurzerhand die Dr3 und Dr4 getauscht (auslöten ist mit einer Vakuum-Entlötstation kein Problem); der Dr4 wird bei mir (Vollspurlöschkopf) nicht gebraucht.

Gruß
Rerum conoscere causas 
Zitieren
#11
Zum Thema "RECAP" habe ich so meine eigene Meinung. Manchmal wird zu viel des Guten getan. Sicher gibt es Kondensatoren, die getauscht gehören. Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen, eine Havarie zu erleben und so lasse ich alles gerne im Originalzustand, solange es wunschgemäß funktioniert (frei nach dem Motto "Never touch a running System"). Ich habe eine A807, vollkommen unverlötet und an der M15A ist bisher auch noch alles original (20.000Bh; im letzten Jahr bei mir ca. 600Bh). Bei einer A77 habe ich mal einen "Total Recap" gemacht; war schwer genug, immer das passende Ersatzteil zu finden und stichprobenartige Kontrollmessungen der alten Knochen ergab nur in Ausnahmen Auffälliges. 
Das Löten ansich ist nicht das Problem; mit Vakuum-Entlötstation und Entlötlitze ist  es bei dieser Generation on Platinen gut zu schaffen. Allein mir fehlt die Zeit und Muße an vermeintlich funktionierenden Teilen zu werkeln.

....wahrscheinlich fliegt mir nächste Woche was um die Ohren Sleepy

audiophile Grüße Smile
Rerum conoscere causas 
Zitieren
#12
(12.05.2026, 22:14)Tonbandfux schrieb: Was passiert denn dann genau beim Abspielen eines solchen Bandes?

Im Idealfall hört man sehr wenig (-50 dB re. BP). Jede Gleichfeldmagnetisierung äußert sich bei 38 cm/s in einer Frequenz von 80 Hz mit Oberwellen. Ein Symmetrierband wirkt wie eine akustische Lupe, da es jeden Gleichfeldeinfluss um ca. 40 dB (also das 100-fache) verstärkt. Sogar der Einfluss des Erdmagnetfelds lässt sich mit einem Symmetrierband nachweisen.

Hier das Material dazu, die Abhandlung von Altmeister Friedrich Krones, dem Erfinder des Symmetrierbands, mehrere Patente und die Anleitung:

https://www.swisstransfer.com/d/e7881a93...acc6a7e7e4
Grüße
Peter


_____________________

Ich bin, wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich.
(Konrad Adenauer)
Zitieren
#13
Peter, 
Ich hab dir eine PN geschrieben. 
Sorry fürs kapern.

Gruß Mani
Besonders gerne repariere ich meine Philips, Braun, Akai und TEAC Geräte Big Grin
Keine Hilfe bei fehlender Rückmeldung
Zitieren
#14
(12.05.2026, 22:04)Tonbandfux schrieb: die gibt es bei Reichelt Elektronik in Sande: Stift- und Federleiste, 31-polig, DIN 41617

Artikelbezeichnungen:

STIFTL. 31W...................3,49 €
FEDERLEISTE 31E...........5,29 €
(steht so auf der Rechnung)

Ah, vielen Dank!
___________________________________________________
Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste